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Dein Haustier und COVID-19 - das musst du als Tierbesitzer wissen

Stand: 06.07.2020Alle Informationen dieses Beitrags können sich aufgrund der sich aktuell immer noch schnell entwickelnden Lage ändern. Wir versuchen neue Informationen schnellstmöglich einzuarbeiten, um euch immer up-to-date zu halten! 

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet sich weiterhin und die Menschheit ist sichtlich besorgt. Diese Sorge spiegelt sich auch bei Tierbesitzern wider, die nicht genau wissen, wie es denn nun um die Gesundheit ihrer Vierbeiner bestellt ist. 

Seit dem 3. Juli 2020 ist es offiziell: In Deutschland herrscht nun eine Meldepflicht für infizierte Haustiere. Im Zuge dessen stellen sich natürlich wichtige Fragen:Kann mein Hund sich also doch infizieren? Was tue ich bei Krankheitsverdacht und gibt es Testmöglichkeiten für meinen Vierbeiner?

Um Klarheit über das Virus bei Haustieren, mögliche Ansteckungswege, Symptome und die Vorgehensweise bei Krankheitsverdacht zu schaffen, haben wir die wichtigsten Fakten für dich zusammengefasst.  

Inhaltsverzeichnis:

Tiere sind natürliche Träger von Coronaviren (generell, nicht nur von Covid-19)

Coronaviren gibt es in der Tierwelt schon lange. Häufig rufen sogenannte Alpha-Coronaviren Symptome wie Durchfall und Erbrechen bei Tieren hervor. Sie haben allerdings nichts mit dem neuen SARS-CoV-2 Virus zu tun. 

Während Hunde beispielsweise an 2 verschiedenen Alpha-Coronaviren erkranken können, erkranken Katzen an einem Alpha-Coronavirus, der mit 2 Subtypen einhergeht. 

Das SARS-CoV-2 gehört zu den Beta-Coronaviren und ist eine neue Form des Virus. Vor seinem Ausbruch in Wuhan, China im Dezember 2019 war es unbekannt. 

Kann es zu einer akuten Erkrankung meines Tieres kommen?

Nach aktuellem Stand (06.07.2020) besteht laut der World Health Organization (WHO) auch für unsere Vierbeiner die Möglichkeit einer Ansteckung mit SARS-CoV-2. Vor allem bei Katzen gibt es mittlerweile einige Infektionsfälle, die auch Symptome zeigten. In verschiedenen Tests konnte zudem nachgewiesen werden, dass infizierte Katzen das Virus an andere Katzen weitergeben können. 

Auch Hunde können sich anscheinend das neuartige Coronavirus einfangen. Allerdings deuten bisherige Beobachtungen darauf hin, dass Hunde weniger empfänglich für das Virus sind und bei Ansteckung eher keine Symptome zeigen. Diese Angaben sind allerdings vorläufig, da die Datenlage hierzu einfach noch zu spärlich ausfällt. 

Wichtig: Wir wissen nach wie vor viel zu wenig. Die nun eingeführte Meldepflicht soll genau das ändern. Es ist nach wie vor nicht klar, wie häufig sich unsere Vierbeiner infizieren und wie die Krankheit tatsächlich bei ihnen verläuft. Hier werden wir sicherlich innerhalb der nächsten Monate wesentlich mehr wissen. 

Besteht eine Ansteckungsgefahr zwischen Tier und Mensch?

Nach neuesten Erkenntnissen scheint eine Ansteckung sowohl von Tier zu Mensch als auch andersherum möglich zu sein. 

SARS-CoV-2 wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Ausatmen entstehen, übertragen. Bei der Ansteckung zwischen Mensch und Tier geht man ebenfalls von einer Übertragung durch Tröpfchen aus, wobei auch der Kot des Tieres eine Rolle spielen könnte. 

In den Niederlanden haben sich beispielsweise Nerze auf verschiedenen Zuchtfarmen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach aktueller Datenlage scheinen sich die Tiere bei infizierten Menschen angesteckt zu haben. Die WHO geht des Weiteren davon aus, dass die Nerze im Anschluss das Virus auch an Menschen weitergegeben haben. Hierbei handelt es sich um die erste gemeldete Tier-zu-Mensch-Übertragung. 

Auch wenn es sich momentan um potentielle Einzelfälle handelt, kann die Möglichkeit der Tier-zu-Mensch-Ansteckung nicht von der Hand gewiesen werden. Wie oft das passiert und welche Gefahr von ihr ausgeht, ist allerdings vollkommen unklar. 

Verfalle deshalb nicht in Panik, sondern informiere dich regelmäßig über die neuesten Erkenntnisse zu dem Thema. Auch wir behalten die Entwicklungen im Auge und aktualisieren diesen Artikel bei Bedarf, damit du nichts Wichtiges verpasst!    

Kann ich mein Haustier auf Covid-19 testen lassen?

Mit der nun eingeführten Meldepflicht für infizierte Haustiere kommt natürlich auch die Frage nach den vorhandenen Testmöglichkeiten auf. Es ist nun möglich dein Tier bei Verdacht auf Covid-19 testen zu lassen. Wichtig: Es besteht keine Testpflicht! So steht es dir als Tierbesitzer frei, ob du deinen Liebling testen lassen möchtest. Sollte ein durchgeführter Test positiv ausfallen, greift die Meldepflicht.

Der Ablauf des Tests gleicht dem in der Humanmedizin. Es handelt sich hierbei um einen PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion), der anhand verschiedener Probenformen durchgeführt wird. Bei Atemwegssymptomen empfiehlt sich ein Rachen- sowie ein Augenabstrich, bei Symptomen des Magen-Darm-Trakts kommt noch eine Kotuntersuchung hinzu. Bei uneindeutiger Symptomlage wird zusätzlich ein Nasenabstrich empfohlen.

Ob ein Test für dein Haustier sinnvoll ist, solltest du mit deinem Tierarzt besprechen. Einige Punkte sprechen allerdings durchaus dafür, über einen Test nachzudenken:
  • Dein Haustier lebt in einem Haushalt mit einer positiv auf Covid-19 getesteten Person (oder hatte intensiven Kontakt zu einer solchen Person) 
  • Der Tierarzt hat andere Infektionen bereits ausgeschlossen 
  • Dein Haustier zeigt klinische Symptome, die auf Covid-19 hindeuten 
Die Kosten für einen Covid-19-Test für deinen Vierbeiner belaufen sich auf rund 150 Euro. Dazu kommen weitere Kosten, falls z. B. eine Narkose anfällt, wenn dein Liebling den Abstrich partout nicht durchführen lassen möchte. Diese Kosten trägt der Tierhalter selbst, es sei denn der Test wurde vom zuständigen Veterinäramt angeordnet.

Bei positivem Testergebnis greift dann die Meldepflicht. Dann wird das zuständige Veterinäramt durch das Labor oder den Tierarzt unterrichtet. Die so gesammelten Daten sollen dann der Weltorganisation für Tiergesundheit und der EU-Kommission gemeldet werden. Besonders interessant sind diese Daten für darauf aufbauende Studien.

Unser Tipp: Sollte dein Tier die oben genannten Kriterien erfüllen und du machst dir Sorgen: Sprich mit deinem Tierarzt über die Möglichkeit eines Tests.

Welche Symptome deuten auf eine Infektion meines Vierbeiners mit Covid-19 hin?

Es ist durch die bisherige Erfahrung mit dem neuartigen Virus davon auszugehen, dass es eine vielzahl von Symptomen geben könnte, die dein Haustier bei einer Covid-19-Infektion entwickeln kann. Da wir bei den Beobachtungen infizierter Haustiere allerdings noch ganz am Anfang stehen, hat man sich vorerst auf wenige mögliche Hauptsymptome geeinigt:
  • Atemwegsprobleme wie Husten, Kurzatmigkeit (Röcheln, Schnaufen, Schnarchen) bis hin zu Atemnot 
  • erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber 
  • Schnupfen
  • Durchfall
  • (u. U. starke) Abgeschlagenheit 
Solltest du diese Symptome bei deinem Vierbeiner feststellen, setze dich am besten mit einem Tierarzt in Verbindung. Hierfür kannst du auch unsere unkomplizierte Online-Terminvereinbarung nutzen. Da diese Symptome auch auf viele andere Krankheiten hindeuten können, ist eine Beratung durch einen Tierarzt hier die beste Entscheidung.
Zudem ist es sinnvoll die Symptome deiner Fellnase genau zu beobachten. Unsere kostenlose vetevo App hilft dir dabei, alles zu dokumentieren.  
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Was muss ich beachten, falls mein Haustier positiv auf Covid-19 getestet wird?

Sollte dein Hund die Anforderungen an einen Test erfüllen, kann es natürlich zu einem positiven Befund kommen. Die Fälle der Ansteckungen zwischen Tieren sowie zwischen Tier und Mensch sind immer noch gering und wir wissen nach wie vor viel zu wenig. Allerdings solltest du zur Sicherheit anderer Tiere sowie Menschen einige Dinge beachten:
  1. Achte auf eine gute Hygiene im Umgang mit deinem Vierbeiner. Dazu zählt, heftige Schmuseeinheiten erst einmal zu unterlassen und sich die Hände nach Kontakt zu deinem Hund gründlich zu waschen. 
  2. Halte deinen Hund weitestgehend in Quarantäne. Das heißt: Das Haus oder die Wohnung sollten möglichst nicht verlassen werden. Bei eigenem Garten ist das keine große Schwierigkeit. In allen anderen Fällen solltest du die Spaziergänge kurz halten und Kontakt zu anderen Tieren sowie Menschen vermeiden. 
  3. Entsorge die Hinterlassenschaften deines Hundes unbedingt vollständig! Auch wenn momentan nicht klar ist, ob und wie die Übertragungswege ablaufen, schadet diese Vorsichtsmaßnahme auf keinen Fall.  
Mancher Tierhalter fragt sich vielleicht, ob eine Desinfektion des potentiell ansteckenden Haustieres sinnvoll ist. Hierzu lautet die Antwort: Auf keinen Fall! Desinfektionsmittel können bei deinem Tier ernsthafte gesundheitliche Schäden anrichten.

Das kannst du tun, um dich und deinen Hund in der Quarantäne zu beschäftigen

Deckentraining

Wenn dein Hund noch keine Ruhe gelernt hat, ist Deckentraining das A und O. Bringe ihn mit Geduld dazu immer auf seiner Decke zu bleiben, bis du ihn rufst. Das kannst du ganz nebenbei trainieren, zum Beispiel während deines Home-Office.

Agility-Parcour

Baue deinem Hund einen kleinen Parcour in deiner Wohnung oder deinem Garten auf und führe ihn an Hindernisse langsam heran. Du wirst sehen, dass er schnell Fortschritte zeigt.

Such- und Fressspiele

Hunde lieben es ihre Nase einzusetzen. Mache dir das zu Nutze und verstecke Leckerlies in der Wohnung. Anfangs musst du ihm vielleicht ein wenig beim Suchen helfen.

Tricks

Jetzt ist der Zeitpunkt doch optimal, um endlich die Rolle oder das Pfote geben zu üben. Neue Tricks strengen das Gehirn deines Vierbeiners an und machen müde.

Apportieren

Mache deinen Hund zu deiner Haushaltshilfe und übe mit ihm das Aufheben und Bringen von Gegenständen. Der Kopf wird gefordert und es wird euch beiden Spaß machen.

vetevo-Fazit

Die Ausbreitung des neuartigen SARS-CoV-2-Erregers hält auch Tierbesitzer in Atem. Nachdem eine Infektion unserer Vierbeiner vorerst für unwahrscheinlich gehalten wurde, häufen sich mittlerweile die Fälle von Erkrankungen bei Haustieren. Gleichzeitig scheint die Ansteckung zwischen Menschen und Tieren nun doch möglich zu sein. 

Seit dem 3. Juli herrscht in Deutschland eine Meldepflicht für positiv auf Covid-19 getestete Haustiere. Allerdings gibt es keinerlei Verpflichtung sein Haustier testen zu lassen. Der Test ist also freiwillig, bei positivem Ergebnis besteht nun aber die Meldepflicht.

Wir stehen hier ganz am Anfang einer Entwicklung, mit deren Hilfe wir in einiger Zeit sicherlich über wesentlich genauere Information zu Covid-19 bei unseren Haustieren verfügen werden. Wir werden dich weiterhin auf dem aktuellsten Stand halten, damit du in der Fülle der Informationen nicht den Überblick verlierst.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Akhmetzhanov, Andrei R., Natalie M. Linton, and Hiroshi Nishiura. "Rising evidence of COVID-19 transmission potential to and between animals: do we need to be concerned?." medRxiv (2020)
  2. Kim, Young-Il, et al. "Infection and rapid transmission of SARS-CoV-2 in ferrets." Cell host & microbe (2020)
  3. World health organization, 17 April 2020 | Q&A https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/question-and-answers-hub/q-a-detail/q-a-coronaviruses
  4. U.S. Department of Health & Human Services, COVID-19 and Animals:https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/daily-life-coping/animals.html 
  5. IDEXX: IDEXX stellt Tierärzten einen Test auf das COVID-19-Virus bei Haustieren zur Verfügung: https://www.idexx.de/de/about-idexx/idexx-makes-pet-test-covid-19-virus-available-veterinarians/
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