brown labrador lying on blanket looking down

Die Schönen und der schnelle Tod - DCM beim Dobermann

Die DCM (Dilatative Cardiomyopathy) - auch Dobermann Kardiomyopathie genannt - ist eine besonders beim Dobermann, aber auch bei anderen Hunden großer Rassen verbreitete Krankheit. Nach einer langen Zeit ohne äußere Anzeichen, kommt es häufig ohne Vorwarnung zu einem plötzlichen Herztod.Ein lautes Wuff zum Gruße!Gestatten - Zeus, ein waschechter und reinrassiger Dobermann. Seit fünf Jahren halte ich meine Familie auf Trab und führe ein - aus meiner Sicht - perfektes Hundeleben.Heute bin ich wie jedes Jahr seit meinem zweiten Geburtstag mit meinem Frauchen bei einem Spezialisten für Kardiologie – also für alle Erkrankungen rund ums Herz.Warum? Weil wir Dobermänner leider zu einer ziemlich heimtückischen Herzkrankheit neigen: Der so genannten DCM. Eigentlich steht die Abkürzung für „Dilatative Cardiomyopathy“, was soviel bedeutet wie: Unser Herzmuskel verliert durch krankhafte Strukturveränderungen zunehmend an Kraft und ist irgendwann zu schwach, um das Blut durch den ganzen Körper zu pumpen. Bei uns Dobermännern scheint das in der Familie zu liegen, deswegen hat sich unter Fachleuten passenderweise der Name „Dobermann Cardiomyopathie“ etabliert.Auf Deutsch schreibt man „Kardiomyopathie“ übrigens manchmal auch mit einem „K“, was eigentlich echt nur unnötig verwirrend ist.Die DCM bleibt meistens ganz lange unentdeckt, sodass viele Dobis von jetzt auf gleich an plötzlichem Herztod versterben. Bei mir waren es im letzten Jahr zwei meiner Dobi-Kumpels, die ohne Vorwarnung aus der Familie gerissen wurden.Du merkst schon, das kann einen wirklich ganz schön beunruhigen. Deswegen bin ich froh, dass Frauchen sich so viele Gedanken darum macht und mich regelmäßig durchchecken lässt. Dafür müssen wir immer ziemlich weit fahren, weil es leider hier in Deutschland nur wenige echte Profis für solche „Herzensangelegenheiten“ gibt. Die lange Reise stört mich aber ehrlich gesagt herzlich wenig, schließlich gibt es in der Praxis immer meine Lieblingsleckerlis. Außerdem ist es echt wichtig, dass mein Herz von Fachmännern oder Fachfrauen ganz genau „angeschaut“ wird.Den Ablauf der Termine kenne ich mittlerweile in- und auswendig: Erst fragt der Kardiologe Frauchen ganz genau danach, wie es mir geht, ob ich beim Spielen schnell müde werde oder manchmal huste. Danach werde ich kurz untersucht und mein Herz mit Stethoskop (das Instrument, das Tierärzte immer um den Hals hängen haben), abgehört. Der Profi hört dabei wirklich abgefahrene Sachen, zum Beispiel, ob meine Herzklappen nicht mehr so ganz perfekt schließen oder ob mein Herz manchmal aus dem gesunden Takt kommt.

Bei den meisten Tierärzten wäre die Untersuchung an dieser Stelle jetzt auch schon vorbei. Blöderweise weiß nämlich noch nicht jeder Hundemediziner, dass man viele Herzerkrankungen erst dann hören kann, wenn das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen ist. Viele glauben immer noch fest daran, dass diese Untersuchung ausreicht.Viel besser ist es, jährlich eine richtige Herzuntersuchung machen zu lassen.Dazu gehört als erstes, dass das Herz mit dem Ultraschallgerät auf einem Schwarzweiß-Bildschirm (manchmal auch mit bunten Punkten, wenn der Blutfluss angeschaut wird) dargestellt wird. Ich muss dabei nichts tun, außer einfach still liegen zu bleiben. Glück für mich: Auch dieses Mal pumpt mein Herz kräftig und hat sich nicht vergrößert.Der richtige Clou an der Untersuchung kommt aber erst zum Schluss: Denn bei der der Dobermann Kardiomyopathie gibt es eine so genannte „okkulte Phase“, quasi einen bösen Vorboten, bevor der Herzmuskel im Ultraschall sichtbare Veränderungen zeigt. Und lange bevor es irgendwelche Symptome gibt, an denen meine Familie sehen könnte, dass ich bereits krank bin. In dieser Zeit zeigt unser Herz bereits typische Rhythmusstörungen, die nur in einem 24-Stunden-EKG sicher zu sehen sind. Dazu werden mir ein paar Stellen rechts und links an meinen Seiten rasiert und wie auch bei den Menschen die EKG-Messelektroden angebracht. Das tut nicht weh und ist im Moment die einzige Methode, der DCM frühzeitig auf die Schliche zu kommen, lange bevor Frauchen oder unser Haustierarzt merken kann, dass ich vielleicht schon Medikamente gebrauchen könnte.Insofern finde ich, dass endlich mal alle Dobermann-Frauchen und -Herrchen da draußen über die Dobermann Kardiomyopathie Bescheid wissen sollten. Mit den richtigen Herz-Medikamenten kann man ein böses Ende nämlich zum Glück noch eine ganze Weile erfolgreich herauszögern und viele tolle Momente zusammen erleben.Findest Du auch? Tierisch gut! Dann teile doch einfach diesen Beitrag und mach mich zu Zeus, dem Retter meiner Kumpels!Und solltest Du die passenden Herzspezialisten für Deinen Dobermann suchen, kann ich Dir die Leute von vetevo nur empfehlen. Die haben echt Überblick und helfen Dir von Herzen gerne weiter!Tierische Grüße, Euer ZeusÜbrigens: Die Veterinäruniversität München arbeitet an einem Gentest und bietet im Rahmen des Projekts kostengünstige und z.T. auch kostenlose Untersuchungen an.

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