Katze kratzt sich weil sie Flöhe hat

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Flöhe und Zecken bei Katzen

Das Risiko eines Parasitenbefalls ist bei frei laufenden Katzen besonders hoch. Das heißt jedoch nicht, dass Hauskatzen vor Parasiten sicher sind. Besonders Flöhe sind eine ganzjährige Plage, in und außerhalb des Hauses.

In diesem Artikel erfährst du alles, rund um lästige Flöhe und hartnäckige Zecken bei Katzen. Eine Sache nehmen wir schonmal vorweg: Der beste Schutz ist die Prophylaxe! 

Inhaltsverzeichnis:

Floh- und Zeckenprophylaxe bei Katzen

Damit deine Katze gar nicht erst von Parasiten, wie Flöhen oder Zecken, befallen wird, solltest du früh genug mit der Prophylaxe beginnen und regelmäßig auffrischen.

Die Vorsorge sollte sich den Lebensbedingungen deiner Katze anpassen. Eine Hauskatze ist logischerweise einem geringeren Risiko ausgesetzt, als freilaufende Tiere. 

Grundsätzlich solltest du deine Katze in regelmäßigen Abständen auf Flöhe und Zecken untersuchen und ihr Fell durchkämmen, egal ob Hauskatze oder freilaufend. 

Zusätzlich gibt es Spot On Präparaten und Parasitenhalsbändern gegen den Floh- und Zeckenbefall bei Katzen. Diese wirken meist repellierend und halten die Parasiten vom Stechen ab. Somit schützen sie dein Tier vor Infektionen und der Erregerübertragung. 

Flöhe bei Katzen: Befall, Folgen und Beseitigung

Weltweit gibt es eine Menge an verschiedenen Floharten, von denen die wenigsten einen spezifischen Wirt bevorzugen. Der häufigste Floh bei Katzen ist dennoch der Ctenocephalides felis (Katzenfloh).

Übertragen werden Flöhe auf eine Katze durch ihre Umgebung oder durch direkten Kontakt mit anderen betroffenen Vierbeinern. Flöhe sind an den Ort gebunden, an dem sich ihr Wirt aufhält. 

Der Katzenfloh gehört zu der Familie der Pulicidae. Katzen können außerdem von Gattungen aus der Familie der Ceratophyllidae oder der Leptopsyllidae befallen werden. Meist betrifft der Befall anderer Floharten streunende Katzen. 

Was passiert wenn Katzen Flöhe haben?

Befällt ein weiblicher Floh die Katze, legt dieser innerhalb von 36-48 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit durschnittlich 20-28 Eier. Bevor dies geschehen kann, wird der Floh mehrmals zustechen, um gesättigt zu sein.

Sticht der Floh zu, tritt Speicheldrüsensekret in den Stichkanal ein. Das Sekret, beziehungsweise der Speichel, enthält unreine Substanzen. Diese verursachen Allergien oder übertragen weitere Parasiten, wie Bandwürmer. 

Die Eier haften aufgrund eines klebrigen Überzugs erst am Fell, bevor sie nach circa 8 Stunden abfallen. Abgefallene Eier sind das größte Problem eines akuten Flohbefalls. 

Sie verteilen sich in der Umgebung der betroffenen Katze und können so auf weitere Bewohner eines Haushalts übertragen werden, unter anderem auch Menschen. Bei starkem Befall können Eier und spätere Larven nicht nur in der Wohnung, sondern ebenfalls im Katzenfell hängen bleiben. 

Nach 4 bis 14 Tagen entwickeln sich die Eier zu Larven. Diese ernähren sich von Gewebe, Eiern und unverdautem Blut aus dem Kot von adulten Flöhen. Larven sind temperaturempfindlich und bevorzugen Temperaturen um die 24° Celsius, sowie eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 50%. 

Sind die Bedingungen günstig dauert die weitere Entwicklung zum adulten Floh weitere 2 Wochen. Schlechte Umwelteinflüsse können diese Periode auf ungewisse Zeit (bis zu mehrere Monate) sogar verlängern. Erwachsene Flöhe leben bis zu 1 Jahr lang. 

Katzenflöhe und ihre Folgen

Alle Flöhe verursachen Hautirritationen bei akutem Befall. Folge des Juckreizes sind Haarverlust, Hautschädigungen und offene Wunden, die sich die Katze durch Kratzen und Beißen selbst zuführt.

Bei jungen Kitten kann ein schwerer Flohbefall allgemeine Störungen, Abmagerung und eine oftmals tödliche Blutarmut hervorrufen. Gesunde Katzen scheinen einen Befall ausgleichen zu können. 

Je öfter eine Katze von Flöhen gestochen wird, desto wahrscheinlicher ist eine Sensibilisierung des Tiers. Das bedeutet, dass die Katze mit jedem Mal empfindlicher auf den Flohspeichel reagiert. 

Die Flohspeichelallergie, wird auch bezeichnet als Flohstichüberempfindlichkeit, Flohstichallergie, allergische Flohdermatitis oder FAD (flea allergy dermatitis) und kann mit einer miliaren Dermatitis einhergehen. 

Die Symptome der Allergie sind starker Juckreiz und allergische Reaktionen in Form von Haarausfällen und Ekzemen auf der Haut der Katze. Eine miliare Dermatitis äußert sich durch Schuppenbildung und Hautverkrustungen. 

Ob eine Katze an einer starken Flohspeichelallergie oder einer miliaren Dermatitis leidet, kann mithilfe eines Bluttest untersucht werden. Der Befund würde mit einer erhöhte Anzahl an eosinophilen Granulozyten (kurz: Eosinophile) die Diagnose der Erkrankung bestätigen. 

Für eine finale Diagnose der Allergie kann der Tierarzt auch einen Intrakutantest mit kommerziellen Antigenen machen lassen. 

Damit du dir sicher sein kannst, dass deine Katze keine Bandwürmer durch die Flohstiche in sich aufgenommen hat, empfehlen wir dir eine Wurmkur zu machen. 

So erkennst du den Flohbefall bei Katzen

Die typischen Symptome eines Befalles sind Juckreiz, Hautirritationen und -reizungen. Deutlich zu erkennen sind Flohstiche allerdings durch die sogenannte “Flohleiter” auf der Haut.

Die besten Methoden zur Früherkennung sind: 
  • Die Flohleiter steht für mehrere, nebeneinander gesetzte Stiche auf der Katzenhaut. Sie sind wie beim Menschen als leicht rötliche Punkte zu sehen. Da ein Floh nach Blut sucht und weibliche Flöhe vollständig gesättigt sein müssen für die Eiablage, stechen sie immer mehrmals zu bis sie eine gute Quelle gefunden haben. 
  • Eine weitere Maßnahme ist das Absuchen des Fells. Flöhe sind lebhaft, und können bei genauem Untersuchen als braune, herumspringende Punkte identifiziert werden. Dafür solltest du das Fell scheiteln, oder an weniger behaarten Stellen nachsehen, wie am Kopf, am Bauch oder an den inneren Schenkeln.
  • Mit einem Flohkamm und einem weißen, angefeuchteten Tuch kannst du Flohkot im Katzenfell sehen. Nachdem du mit dem Kamm durchs Fell gefahren bist, musst du diesen nur noch am Tuch abstreifen. Flohkot ist getrocknetes Blut, und verfärbt sich braun-rötlich. So kann es einfach von Schmutz unterschieden werden.

Flohbekämpfung bei Katzen - am Tier und im Haus

Am Tier

Um Flöhe vollständig und wirksam zu bekämpfen muss die Katze sowohl medikamentös behandelt werden, als auch die Flohverbreitung in ihrer Umgebung beseitigt werden.

Gegen den Befall von adulten Flöhen wirken Medikamente mit Insektiziden effektiv. Der Tierarzt verschreibt Imidacloprid, Flurolaner, Fipronil oder Nitenpyram. Die Spot Ons und Sprays töten die Flöhe innerhalb eines Tages. 

Bei Floheiern und Larven kommen Wachstumsregulatoren zum Einsatz als Spray, oder Spot On. Sie werden von ihnen aufgenommen und hindern die Weiterentwicklung.

Katzenflöhe im Haus bekämpfen

In der Wohnung müssen Flöhe intensiv bekämpft werden. Anfangen solltest du mit dem Staubsaugen von Teppichen, Polstern und Böden. Danach unbedingt Decken, Kissenbezüge, und Katzenplätze in die Waschmaschine werfen oder per Hand reinigen. 

Die restliche Umgebung muss je nach Befallsstärke mit einem Raumspray aus Insektiziden eingesprüht werden. Dieses sollte mit Vorsicht angewandt werden und weder von Tieren, noch von Menschen eingeatmet werden. 

Zecken bei Katzen: Befall, Krankheiten und Beseitigung

Auch Zecken machen vor einer freilaufenden Katze nicht halt. Es gibt unzählige Arten auf der ganzen Welt, von denen aber nur ein Bruchteil unsere heimischen Katzen befällt.

Die meisten Zeckenarten, die bei Katzen auftreten, gehören zu den Schildzecken. Bei Katzen überwiegt der gemeine Holzbock, welcher 3 Stadien durchläuft: Larve, Nymphe und adulte Zecke. In jeder Phase sucht sich die Zecke einen neuen Wirt. 

Mit großem Abstand folgen ihr die Mauszecke und die Igelzecke. Sehr selten werden Katzen von der Auwaldzecke oder der braunen Hundezecke gestochen, die aus wärmeren Gebieten eingeschleppt wird. 

Was passiert wenn die Katze von der Zecke gebissen wird?

Katzen werden von erwachsenen weiblichen Zecken an Hals, Nacken, Kopf und der Brust befallen. Larven und Nymphen orientieren sich vielmehr an Tieren, wie Mäusen, Vögeln oder Igeln.

Zecken können nicht springen, daher warten sie auf einen potentiellen Wirt und bei passender Gelegenheit krabbeln sie auf ihn. Einmal auf der Katze sucht sich die Zecke eine geeignete Stelle, an der sie das Blut saugen kann.

Mit Widerhaken, die sich am Mundapparat der Zecke befinden, und ihrem Speichel kann sich die Zecke fest an der Haut verankern. Die Blutaufnahme erfolgt prompt danach. 

Nach 5-14 Tagen fällt eine Zecke von der Katze ab. Zu diesem Zeitpunkt kann sie bis zu 200-mal schwerer sein. Nymphen und Larven fallen in der Regel schon nach 3-5 Tagen ab. 

Die Katze wurde gebissen - welche Folgen hat das?

Nachdem eine Zecke von der Katze entfernt wurde, oder abgefallen ist, kann die betroffene Stichstelle leicht gerötet und geschwollen erscheinen. In manchen Fällen kommt es zu einem leichten bis mittelschweren Juckreiz. 

Ein starkes Immunsystem und Antikörper im Blut können größere Schäden oder Krankheiten verhindern, dies ist aber nicht garantiert. Bei älteren, sensibilisierten und mehrfach gestochenen Katzen können sich die genannten Symptome stärker zeigen oder manifestieren. Vorbelastete Tiere wesentlich anfälliger für bakterielle Erkrankungen. 

Durch Zecken übertragene Krankheiten

Innerhalb ihrer Lebenszeit, teilweise schon als Larve und Nymphe, nimmt eine Zecke unterschiedliche Erreger in sich auf. Bakterien und Viren setzen sich zunächst in ihrem Darm ab und nutzen sie als Zwischenwirt, bis sie durch den Speichel der Zecke in den Organismus des Endwirts gelangen.

Zecken übertragen Erreger innerhalb von 12-48 Stunden auf die Katze. Der gemeine Holzbock ist Träger von Borrelien und Anaplasmen, und des FSME-Virus. Babesien werden dagegen von der Auwaldzecke übertragen. 

Am häufigsten erkranken Katzen an der Lyme-Borreliose. Die Borrelien setzen sich an inneren Organen, der Haut und den Gelenken fest. Bis die ersten Symptome auftreten, können Wochen vergehen. Sie sind sehr allgemein und fallen Tierbesitzern dazu noch selten auf:
  • Fieber in Schüben
  • Appetitlosigkeit
  • Lustlosigkeit
  • wechselnde Lahmheit in den Beinen 
  • Gelenkschmerzen
Die Erkrankung kann bei ausbleibender Diagnose die Gelenke schädigen, das zentrale Nervensystem befallen und epileptische Anfälle auslösen. Ohne Behandlung können bleibende Schäden entstehen. 

Anaplasmose und Babesiose können vereinzelt auch bei Katzen vorkommen. Während Anaplasmen die weißen Blutkörperchen angreifen, greifen Babesien die Roten an. Eine Babesiose kann sich durch Blut im Urin und Gelbsucht äußern.

Die Symptome beider Erkrankungen sind ähnlich unspezifisch, wie die der Borreliose: 
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Lahmheit
Nach aktuellem Stand sind Katzen von der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nicht betroffen. Die Infektion ist besonders für Menschen folgenschwer.

Behandelt werden Borreliose und Anaplasmose mit Antibiotika. Die Babesiose wird mit Antiprotozoika therapiert. Die Diagnose stellt der Tierarzt mithilfe von Blut- und Urinuntersuchungen, sowie speziell entwickelten Tests.

Jede dieser Krankheiten kann bei Katzen einen schweren Verlauf annehmen und tödlich enden. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, dass sie frühzeitig erkannt und therapiert werden.  

Zecken bei Katzen richtig entfernen

Entdeckst du eine Zecke auf deiner Katze, solltest du sie schnellstmöglich entfernen, um die Infektionszeit zu minimieren. Vor der Entfernung gilt: Kein Öl, keine Salben, keine Desinfektion oder sonstige Mittel auf die betroffene Zecke geben. Dies kann die Übertragung von Erregern begünstigen.
  1. Mittels einer Pinzette, einer Zeckenzange, eines Zeckenhaken oder -lassos kann die Zecke von deiner Katze vorsichtig beseitigt werden. Dazu scheitelst du erstmal das Fell um die Zecke, sodass du sie gut sehen kannst und keine Haare herausreißt.
  2. Anschließend greifst du die Zecke unterhalb ihres Körper, so nah wie möglich an der Katzenhaut. Stelle sicher, dass die Zecke bei Druckausübung nicht platzen wird, sonst können sich ihr Speichel oder ihr Mageninhalt in der Wunde weiter verbreiten. 
  3. Nun ziehst du die Zecke langsam und flüssig aus der Haut heraus. Dabei kannst du eine leichte Drehbewegung machen, um mehr Kontrolle über die Entfernung zu haben. Die Drehung ist letztendlich aber nicht notwendig. 

Was, wenn der Zeckenkopf in meiner Katze stecken bleibt?

Keine Sorge! Das, was noch in deiner Katze steckt ist nur ihr Mundapparat. Die Werkzeuge an ihrem Mund übertragen nach einer anständigen Zeckenentfernung keine weiteren Erreger.

Am besten beobachtest du die Stelle einige Tage. Normalerweise werden die Mundwerkzeuge nach kurzer Zeit aus der Haut heraus gedrückt, da sich die Stichstelle schließt. 

Eine Entzündung wird nur entstehen, wenn die Zecke nicht korrekt herausgezogen wurde. Sollte dir doch etwas komisch vorkommen, oder sich die Wunde entzünden, dann such lieber den Tierarzt auf. 

Wann und wo verbreiten sich Flöhe und Zecken am liebsten?

Flöhe können das ganze Jahr auf Katzen überspringen. Der Großteil der Flohplagen ereignen sich im Spätsommer und im Herbst. Wenn es kälter draußen wird und Räume im Inneren beheizt werden, nisten sich die Parasiten auch gerne in Kellern oder Abstellkammern ein.

Die meisten Zeckenstiche ereignen sich von Frühjahr bis Herbst (April bis Oktober). In dieser Zeit sind Zecken zwar besonders aktiv, trotzdem kann eine freilaufende Katze auch vor oder nach der Zeckensaison bei guten Wetterbedingungen noch gestochen werden. 

Der gemeine Holzbock bevorzugt Mischwälder, Büsche und Hecken, als auch Wiesen. Seine Larven nisten eher Laubschichten, Nymphen und adulte Zecken in höheren Ebenen, bis zu 1,50 Meter. 

vetevo-Fazit

Sowohl freilaufende, als auch Hauskatzen können von Flöhen und Zecken befallen werden. Die Parasiten sind nicht nur lästig und unangenehm, sondern können auch eine Gefahr für deinen Vierbeiner darstellen.

Fakt ist: Nur eine aufmerksame Fellkontrolle, regelmäßiges Kämmen und die medizinische Prophylaxe, in Form von Spot Ons oder Parasitenhalsbändern schützen deine Katze effektiv vor dem Floh- und Zeckenbefall. 

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Flöhe. In: Peters S, Hrsg. Dermatologie-Atlas Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129585 
  2. Flöhe. In: Moritz A, Hrsg. Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin. 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Schattauer GmbH; 2013. doi:10.1055/b-005-148987 
  3. Flohbefall/-allergie. In: Peters S, Hrsg. Dermatologie-Atlas Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129585 
  4. Ektoparasiten. In: Peters S, Hrsg. Dermatologie-Atlas Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129585 
  5. Horzinek Marian C.: Krankheiten der Katze. 4. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2005. ISBN: 3830410492/ 9783830410492 
  6. Zeckenbefall. In: Lutz H, Kohn B, Forterre F, Hrsg. Krankheiten der Katze. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-163273 
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