Was tun, wenn mein Hund krampft?

Hat dein Hund einen Krampfanfall, löst das wahrscheinlich einen Schock und das Gefühl von Hilflosigkeit bei dir aus. Zu wissen, wie sich dieser bei deinem Vierbeiner äußert, welche vielfältigen Ursachen er haben kann und wie du am besten darauf reagierst, hilft dir, in einer solchen Situation die Ruhe zu bewahren und besonnen zu handeln. Deshalb haben wir dir das Wichtigste zum Thema übersichtlich zusammengefasst - so bist du im Fall der Fälle vorbereitet und weißt was zu tun ist.

Inhaltsverzeichnis:

Anzeichen eines Krampfanfalls bei Hunden

Ganz allgemein kann man zwischen zwei Arten von Anfällen unterscheiden: Bei einem generalisierten Anfall ist der gesamte Organismus betroffen, während ein sogenannter fokaler Anfall den Körper nur teilweise beeinträchtigt. In beiden Fällen ist jedoch eine Überstimulierung des Gehirns die Ursache des Krampfanfalls.

Die beiden Formen der Anfälle unterscheiden sich in ihrer Symptomatik. Bei einem generalisierten Anfall:

  1. versteift sich die Skelettmuskulatur deines Hundes
  2. er bricht zusammen
  3. er rudert mit den Beinen
  4. die Muskeln am ganzen Körper beginnen unkontrolliert zu zucken
  5. außerdem kann er bewusstlos werden, winseln, sowie Urin und/oder Kot ablassen

Bei einfachen fokalen Anfällen kommt es zu lokalen motorischen Krämpfen (beispielsweise im Gesicht) - allerdings ohne Bewusstseinsverlust. Zudem solltest du wissen, dass auch fokale Anfälle in generalisierte münden können.

Ursachen

Isolierte, also einzeln auftretende Krampfanfälle stellen meist keine lebensbedrohliche Situation dar und sind nicht mit Schmerzen verbunden. Dennoch gilt es, nach dem ersten Anfall deines Hundes tierärztlichen Rat aufzusuchen. Nur so können schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen und die richtigen Vorsorgemaßnahmen beschlossen werden.

Es gibt vielfältige Ursachen, die zu einem Krampfanfall führen können. Dazu gehören:

  • Epilepsie ist die häufigste Ursache für Krampfanfälle
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems aufgrund von Entzündungen und Infektionen
  • Stoffwechselerkrankungen, wie eine schwere Unterzuckerung
  • organisch bedingte Ursachen, wie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Tumore
  • Kopfverletzungen
  • Mangelernährung
  • Vergiftungen

Aufgrund dieser Bandbreite an möglichen Ursachen ist es letztlich wichtig, sich tierärztlichen Rat einzuholen, falls die Ursache für einen oder gar mehrere Krampfanfälle bei deinem Hund noch nicht bekannt ist.

Vorankündigung eines Krampfanfalls

Das Verhalten deines Hundes kann bereits darauf hindeuten, dass ein Krampfanfall bevorsteht. Wenn du die Zeichen erkennen und einordnen kannst, überrascht dich ein Anfall nicht aus heiterem Himmel und es fällt dir leichter, ruhig zu handeln. Ob und wie sich ein Anfall ankündigt kann sich dabei abhängig von seiner Ursache stark unterscheiden.

Bei einem Anfall aufgrund von Unterzuckerung kann dein Hund beispielsweise mit Verhaltensänderungen und erhöhtem Appetit reagieren, während bei einer Vergiftung typische Schmerzsymptome wie Unruhe, Rückzug oder Erbrechen typisch sind. Die meisten der oben genannten Ursachen lösen einen Anfall jedoch sehr plötzlich und ohne Vorankündigung aus.

Bei Epilepsie lassen sich oft zwei Phasen identifizieren:

  1. Bereits mehrere Tage vor einem Anfall interagieren einige Tiere bereits anders mit ihrer Umwelt. Sie wirken beispielsweise angespannt und suchen ungewöhnlich viel Nähe oder Abstand zu dir.
  2. Dieses veränderte Verhalten verstärkt sich meist kurz vor einem Anfall und kann mit einem veränderten Bewusstsein (von Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit), Hyperthermie (Überhitzung), Muskelzittern oder Erbrechen einhergehen.

Was sollte ich tun, wenn mein Hund krampft?

Bei jeder Form eines Krampfanfalls gilt es, folgende Verhaltensweisen zu beachten:

  • Bewahre Ruhe und strahle diese auch gegenüber deinem Hund aus. Schirme deinen Hund - wenn möglich - vor Reizen wie grellem Licht oder Lärm ab.
  • Schütze ihn vor Unfällen: Räume Gegenstände zur Seite, auf die er fallen oder an denen er sich verletzen kann und suche einen sicheren Platz für ihn.
  • Besorge eine Unterlage, da dein Vierbeiner unkontrolliert Urin oder Kot ausscheiden kann.
  • Kontaktiere ggf. deinen Tierarzt.

Ein Krampfanfall hält normalerweise ein bis drei Minuten an. Es ist sehr wichtig auf die Zeit zu achten denn, in folgenden Fällen kann der Anfall lebensbedrohlich sein:

  • Ein generalisierter Anfall beträgt mehr als fünf Minuten
  • Ein fokaler Anfall dauert länger als 20 Minuten an
  • Mehrere Anfälle erfolgen in kurzen Abständen

Hier spricht man von einem Status epilepticus. Dies bedeutet aufgrund der dauerhaften Überreizung des Gehirns akute Lebensgefahr. Der Sauerstoffmangel des Gehirns, der organische Stress und die Überhitzung durch das Zittern können nicht mehr kompensiert werden und es kommt rasch zu irreversiblen Zellschädigungen - bis hin zum Multiorganversagen. Hole dir in solchen Fällen sofort tierärztliche Hilfe heran und verabreiche deinem Hund bei bereits diagnostizierter Epilepsie ggf. zusätzlich entsprechende Medikamente.

Die Erholung nach einem Krampfanfall kann mehrere Tage in Anspruch nehmen, ist aber meist nach einer Stunde beendet. In dieser Zeit wird dein Vierbeiner desorientiert sein, unter Umständen aggressives Verhalten (auch dir gegenüber), einen erhöhten Appetit und gesteigerten Bewegungsdrang an den Tag legen sowie möglicherweise unwillkürlich Urin oder Kot absetzen.

Krampfanfällen vorbeugen

Epilepsie lässt sich leider nicht heilen, aber kontrollieren. Je nach Ausprägung erhält dein Hund eine tierärztlich angeordnete, medikamentöse Behandlung.

Bei schwacher Ausprägung der Epilepsie können die Anfälle durch eine Diät mit mittelkettigen Fettsäuren (C8, C10, C12) reduziert werden. Diese finden sich beispielsweise in Kokosfett oder MTC-Öl. Weitere geeignete Heilpflanzen wie Kreuzkümmel, Muskat, Zitronengras oder Lindenblütentee kannst du ebenfalls in der Diät deines Vierbeiners ergänzen. Zudem solltest du darauf achten, dass dein Hund nur verträgliche Nahrung zu sich nimmt, gegen die er keine Futtermittelallergie und/oder -intoleranz aufweist.

Sind die Anfälle deines Hundes auf eine andere Ursache zurückzuführen, so kannst du ihn vor Anfällen schützen, indem du auf für ihn individuell kritische Situationen sensibilisiert bist. Beobachte deinen Vierbeiner in solchen Situationen genau und behalte die Anzeichen eines bevorstehenden Anfalls im Hinterkopf.

Weißt du beispielsweise, dass er unter Herzproblemen leidet, so vermeide es, ihn starker Hitze auszusetzen und zügel seinen Bewegungsdrang beim Spiel, wenn es ihn unnötig erschöpfen würde. Sollte sich eine solche Situation einmal nicht vermeiden lassen und dein Vierbeiner folglich Anzeichen eines Anfalls zeigen, dann schaffe schnell eine sichere Situation für ihn, in der er sich im Idealfall wieder erholen kann und ein Anfall ausbleibt.

vetevo Fazit

Ein Krampfanfall kann viele Ursachen haben, die von Epilepsie bis hin zu organischen Erkrankungen, Vergiftungen oder Mangelernährung reichen. Wenn du weißt, dass dein Hund für Anfälle empfänglich ist, kannst du insbesondere auf seine Ernährung achten sowie ihn in kritischen Situationen schonen und Anzeichen eines Anfalls im Auge behalten.

Falls es dazu kommt, solltest du in jedem Fall Ruhe bewahren und deinen Hund bestmöglich vor äußeren Reizen abschirmen. Wenn dein Vierbeiner zum ersten mal einen Krampfanfall erleidet, lass ihn unbedingt auf mögliche organische Ursachen hin untersuchen, bevor eine Epilepsie diagnostiziert wird. Sollte ein Anfall länger als 5 Minuten anhalten, sollte aufgrund von akuter Lebensgefahr sofort einen Tierarzt kontaktiert werden.

vetevo - aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  • Anfälle, Krampfanfälle, Status epilepticus. In: Notfallmedizin für Hund und Katze. Sigrist N, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-129977
  • Anfälle und Krampfanfälle. In: Differenzialdiagnosen Innere Medizin bei Hund und Katze. Neiger R, Hrsg. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2019. doi:10.1055/b-006-163281
  • Epilepsie. In: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. Bolbecher G, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  • Rasseprädispositionen und Prävalenz der idiopathischen Epilepsie. In: Die idiopathische Epilepsie des Hundes. Fischer A, Jurina K, Potschka H et al., Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2013. doi:10.1055/b-004-129944
  • Status epilepticus. In: Notfallmedizin für Hund und Katze. Sigrist N, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-129977
  • Zittern, Tremor. In: Notfallmedizin für Hund und Katze. Sigrist N, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-129977

Code: NEU20

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