Die Katze barfen - alles über die artgerechte Rohernährung

Weniger Schadstoffe, keine Zusätze, artgerechte Ernährung - das sogenannte Barfen erfreut sich bei Tierhaltern einer stetig wachsenden Beliebtheit.
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Statt Trocken- oder Nassfutter stehen ausschließlich rohes Fleisch, Knochen und Innereien auf dem Speiseplan. Trotz all der vermeintlichen Vorteile gibt es beim Barfen einiges zu beachten, denn nicht alle Katzen vertragen diese Ernährungsform.

Inhaltsverzeichnis:

Welche gesundheitlichen Vorteile birgt das Barfen?

Zahlreiche Haustierbesitzer wechseln von Fertigfutter zur Rohfütterung, um gesundheitlichen Problemen entgegenzuwirken oder solchen vorzubeugen. Die heutige Hauskatze, wie sie von vielen Besitzern als Haustier geschätzt wird, hat ihre Ursprünge in der afrikanischen Wildkatze. Trotz generationenübergreifender Domestizierung unterscheiden sich beide Arten rein physiologisch kaum voneinander. Irrelevant ob Großkatze oder Stubentiger: Sie alle besitzen einen ausgeprägten Jagdinstinkt und decken ihren Nährstoffbedarf in der freien Natur durch die Erbeutung von Beutetieren.

Der Verdauungstrakt der Hauskatze ist demnach weiterhin darauf ausgelegt, seine Nährstoffe aus erlegten Tieren zu ziehen. Verspeist wird nicht nur das Muskelfleisch, sondern auch Knochen, Innereien und mitunter das Fell. Grundlegend legt das Barfen wert darauf, der omnivoren Ernährungsform so nahe wie möglich zu kommen und die natürlichen Nahrungsbedürfnisse zu erfüllen.

Neben der Etablierung eines stabilen Magen- und Darmmilieus, welches Hand in Hand mit dem Immunsystem der Hauskatze geht, sorgt das Barfen für eine Versorgung aller Organe mit allen nötigen Substanzen. Dies sorgt für einen gesunden Stoffwechsel und unter anderem für eine natürliche Entgiftung. Die Tiere leiden seltener unter Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, geraten seltener ins Übergewicht und auch das Fell und die Haut profitiert.

Überwiegend Hauskatzen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes können einen Gewinn aus der fleischreichen Ernährung schöpfen, wie Forscher des Animal Medical Centers in einer im Jahre 2006 publizierten, randomisierten Studie erörtern konnten. Verglichen wurden die Auswirkungen eines Nahrungsmittels mit niedrigem Ballaststoff- und hohem Eiweißgehalt mit einem Futter mit hohem Ballaststoff- und moderatem Kohlenhydratgehalt. Während sich das Gewicht beider Kontrollgruppen im Verlauf der Studie nicht signifikant veränderte, erhöhte die Ernährungsform mit wenigen Kohlenhydraten und vielen Proteinen die Chance auf eine Remission der Diabeteserkrankung.

Katzen richtig barfen - Grundrezept

Grundsätzlich setzt sich die Fütterung beim Barfen aus vier Komponenten zusammen:

  • Muskelfleisch
  • Tierisches Fett
  • Innereien
  • Knochen

Muskelfleisch

Den größten Anteil an der Rohfleischfütterung macht das reine Muskelfleisch aus. Es versorgt die Katze mit essentiellen Proteinen, Aminosäuren und Spurenelementen, etwa Taurin. Bis auf Wildschwein sind alle Fleischsorten verträglich. Bestens eignet sich in grobe Stücke geschnittenes, sehniges und fettiges Fleisch. Einige Tiere präferieren gewolftes Fleisch, andere lehnen dieses ab. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung bezüglich der Nährstoffe und Aminosäuren ist ein regelmäßiger Wechsel der Fleischsorten ratsam.

Tierisches Fett

Neben dem Muskelfleisch dienen tierische Fette der Katze als primärer Energielieferant. Auch liefern diese essenzielle Fettsäuren, die zur Verstoffwechselung fettlöslicher Vitamine unabdingbar sind. Optimalerweise besteht eine Mahlzeit aus 10-15% Fett. Vor allem Mutterkatzen, kranke Tiere oder Kitten profitieren aufgrund ihres erhöhten Energiebedarfs von einem höheren Fettgehalt. Erzielen lässt sich das optimale Verhältnis durch das Mischen fettreicher Fleischsorten wie Lamm und Ente mit magerem Fleisch von Kaninchen und Huhn.

Innereien

Während Leber (5% der Mahlzeit) wichtiges Vitamin A und Nieren (2,5% der Mahlzeit) B-Vitamine liefern, sorgt Milz (2,5% der Mahlzeit) für ausreichend Eisen im Speiseplan. Auch Hoden, Hirn oder Lunge sind denkbare Alternativen. Generell machen Innereien nur einen geringeren Anteil an den Mahlzeiten aus. Da sich Vitamin A anreichert und gegebenenfalls Überdosierungen denkbar sind, ist eine tägliche Fütterung nicht notwendig.

Knochen

Letztlich versorgen Knochen die Hauskatze mit zahlreichen Spurenelementen, darunter Phosphor und Kalzium sowie Zink, Kalium und Magnesium. Darüber hinaus stärkt die Fütterung von Knochen den Kauapparat und hält Zahnfleisch und Zähne gesund. Sinnvoll ist ein Knochengehalt von etwa 5-10%, der durch die Gabe von Putenhälse oder Flügel erreicht wird. Da erhitzte Knochen zur Zersplitterung neigen, sind sie ausschließlich roh zu verfüttern. Generell ist die Gabe von Knochen nicht zwingend notwendig, da sämtliche Spurenelemente im Fleisch und Fettgewebe enthalten sind.

Verschiedene Grundrezepte

Es gibt verschiedene Varianten der Rohfleischfütterung. Zu den zwei bekanntesten gehören das Barfen nach Franken-Prey und das Barfen mit Supplementen. Das Ernährungsschema nach Franken-Prey basiert auf der Rekonstruktion der natürlichen Ernährung der Katze. Verfüttert werden nur Innereien, Knochen und Muskelfleisch. Spezifische Nährwertgehalte der Komponenten finden hier keine Beachtung. Abwechslung in den verfütterten Fleischsorten ist für die Versorgung mit sämtlichen Nährwerten unerlässlich.

Grundrezept nach Franken-Prey

  • Muskelfleisch 80% (5-15% Herz, 10-15% Fettanteil)
  • Innereien 10% (30-50% Leber, 25% Niere, 25% Milz)
  • Knochen 10%

Das Barfen mit Supplementen hingegen orientiert sich an den empfohlenen Richtlinien für den Tagesbedarf an Nährstoffen für die Hauskatze. Da dieser aufgrund verschiedener Faktoren wie Lebensstadium und Gesundheitsstudium gewissen Schwankungen unterworfen ist, gilt das Grundrezept lediglich als grober Richtwert.

Grundrezept nach Barfen mit Supplementen

  • Muskelfleisch 1 Kilo (200 Gramm Herz, 50 Gramm Magen, 10% Fettanteil)
  • Leber 20-30 Gramm
  • Lachs 100 Gramm
  • Bierhefe 2-20 Gramm
  • Seealgenmehl 1 Gramm
  • Blut 50-70 Milliliter
  • Meersalz 2-4 Gramm
  • Calciumcarbonat 7,5 Gramm oder Algenkalk 9 Gramm
  • Fischöl
  • Taurin 1-1,5 Gramm

Die Vorteile

Prinzipiell entspricht die Rohfleischfütterung der natürlichen Ernährungsweise der Katze.

Gut für die Zahnhygiene

Die Fütterung von Knochen und sehnigem Fleisch fördert die Zahngesundheit. Neben der Betätigung der Kiefermuskulatur hat die verstärkte Reibung beim Zerkauen eine reinigende Wirkung. Trockenfutter oder Nassfutter wird mehr verschlungen und bietet diesen Vorteil nicht.

Optimaler Feuchtigkeitsgehalt

Dank des relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt beugen Tierhalter einer Dehydrierung der Katze vor. Generell sind einige Katzen dazu geneigt, nicht genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Bessere Verdauung

Der Verdauungstrakt ist auf eine omnivore Ernährung mit einem hohen Eiweiß- und niedrigen Kohlenhydratanteil angepasst. Vergleichsweise enthält Fertigfutter einen zu hohen Anteil an Ballaststoffen und Pflanzenfasern, welche das Verdauungssystem der Katze aus dem Gleichgewicht bringen.

Prophylaxe von Krankheiten

Das Barfen lässt sich individuell auf die Bedürfnisse der Hauskatze anpassen. Somit lässt sich der Entstehung von diversen Krankheiten wie Diabetes vorbeugen. In einigen Fällen lassen sich Krankheiten wie Diabetes lindern oder gar heilen. Da der pH-Wert durch die carnivore Rohkost sinkt, beugt dies auch diversen Wurmerkrankungen vor.

Keine Zusatzstoffe

Tierbesitzer haben die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe im Katzenfutter. Es sind weder versteckte Inhaltsstoffe noch künstliche, schwer verdauliche Zusatzstoffe im Rohfutter enthalten.

Die Nachteile

Das Barfen bringt aber nicht nur Vorteile mit sich. Im Folgenden findest du die relevantesten Nachteile im Überblick:

Hohe Kosten

Mit den steigenden Fleischpreisen steigen auch die Kosten für die Rohfleischfütterung. Je nach Qualität des Futters sind im Monat pro Tier zwischen 20 und 30 Euro zu veranschlagen.

Größerer Zeitaufwand

Durch die eigenhändige Präparation und Planung des Futters entsteht ein höherer Zeitaufwand.

Übertragung von Krankheitserregern

Leider ist eine Infektion mit Parasiten oder anderen Krankheitserregern wie Salmonellen nicht gänzlich auszuschließen. Bei geschwächten oder alten Tieren können Erreger im rohen Fleisch eine Toxoplasmose oder das Aujetzky-Virus, welches überwiegend in (Wild-)Schweinefleisch lauert, auslösen. Letzteres kann innerhalb eines kurzen Zeitraums zum Tode der Katze führen. Im Zuge der Hygienemaßnahmen in Deutschland ist eine Infektion mit Würmern nicht sehr wahrscheinlich und trotzdem nicht auszuschließen. Um ganz sicher zu sein, kannst du deine Katze auf Würmer testen.

Nicht jede Katze verträgt das Barfen

Obwohl die Fütterung mit rohem Fleisch und Innereien zahlreiche Vorzüge mit sich bringt, sollte Katzenbesitzer in einigen Fällen davon absehen. Im Falle von Leberproblemen macht das Mehr an Eiweiß der ohnehin überlasteten Leber zu schaffen. Da Eiweiß und die durch die Verstoffwechselung anfallenden Nebenprodukte im Verdacht stehen, Blasensteine auszulösen, ist hier in einigen Fällen Vorsicht geboten. Auch für altersschwache Katzen mit bestehender Nierenerkrankung ist das Barfen ungeeignet, da die Stoffwechselprodukte des Eiweißabbaus die Niere zusätzlich belasten können.

vetevo Fazit

Das Barfen ist frisch, artgerecht und kräftigt das Immunsystem und Wohlbefinden von Katzen. Trotz aller Vorteile gilt es, das Tier behutsam an die bislang ungewohnte Ernährungsweise heranzuführen, um eventuelle Unverträglichkeiten im Vorfeld zu erkennen.

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