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Tierschutz: Wie kann ich Tieren in Not helfen?

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Interview mit Claudia Zichner von HAND in HAND for STRAYS 

Hunde lieben ihren Menschen mehr als sich selbst, so heißt es. Doch nicht alle Vierbeiner bekommen diese Liebe, die sie verdienen und geben möchten, auch zurück. Die Rede ist von den vielen Tieren in Not, die jeden einzelnen Tag um ihr Überleben kämpfen müssen. Leider hat nicht jeder Vierbeiner das Glück, sein liebevolles Für-immer-Zuhause schon gefunden zu haben. Ganz im Gegenteil sogar, denn in einigen Regionen ist die Lage für Straßenhunde katastrophal. Das etwas dagegen getan werden muss, ist klar! Doch wie fängt man an? Was kann man tun und was hilft wirklich? 

Logo des Tierschutzvereins HAND in HAND for STRAYS e.V.

 

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, haben wir uns im Februar 2022 mit Claudia Zichner vom Tierschutzverein “HAND in HAND for STRAYS e.V.” zusammengetan. Sie hat uns von den traurigen Zuständen vor Ort erzählt, was für 2022 geplant ist und natürlich wie wir alle die ehrenamtliche Vereinsarbeit zum Wohl der Tiere unterstützen können und das geht nicht nur mit finanziellen Mitteln! Wie außerdem eine Rassebestimmung beim Hund zum Problemlöser werden kann, erfahrt ihr ebenfalls in unserem Interview! Los geht’s!

vetevo: Claudia, wer seid ihr als Verein und was macht ihr genau? 

Claudia: Wir sind ein Verein, der im Auslandstierschutz in Rumänien tätig ist. Wir kümmern uns dort um die vielen Straßenhunde und setzen uns dafür ein, das Leid und Elend der Tiere zu verringern und diese vor der Tötung zu retten. Unser Hauptaugenmerk liegt vor allem auf der Hilfe in Rumänien und nicht primär auf dem Import und der Vermittlung von Auslandshunden, denn um das Leid der Tiere nachhaltig zu verringern, muss die Situation vor Ort verändert werden.

vetevo: Warum ist eure Arbeit so wichtig? Kannst du uns einen genaueren Eindruck von eurer Arbeit vor Ort in Rumänien geben? 

Claudia: In Rumänien haben wir ein Problem mit Streunern. Viele Hunde landen auf der Straße, sie werden vergiftet oder landen am Ende in Tötungsstationen. Die Zustände sind zu großen Teilen katastrophal und den Tieren geht es sehr schlecht. Wir möchten, dass die Hunde dort ein besseres Leben haben und daher ist es super wichtig, dass man vor Ort arbeitet und die Situation in Rumänien verändert. Das können wir am besten durch Kastrationskampagnen erreichen. 

vetevo: Vor allem das letzte Jahr war nicht leicht für euch, oder? Was waren die hauptsächlichen Probleme?

Claudia: Wie überall war Corona natürlich das größte Problem - zum einen, weil viele Leute Hunde adoptiert haben und dann, als das Home Office wieder nachgelassen hat, wurden die Tiere aus Zeitmangel wieder abgegeben. So werden Hunde zum Wanderpokal, wodurch es ihnen leider nicht viel besser geht als zuvor. Zum anderen konnten die Tierschützer*innen nicht vor Ort arbeiten. Das Problem in Rumänien hat sich damit wieder potenziert, weil keine Kastrationskampagnen stattfinden konnten und somit wieder einmal eine neue Generation Straßenhunde entstanden ist.

vetevo: Diese ganzen Informationen sind ganz schön hart, aber so sieht die Realität leider aus. Kannst du uns einen Einblick geben, was ihr bisher schon erreichen konntet? Hast du vielleicht eine besonders schöne Erfolgsgeschichte, die dir sehr nah ging und die du uns erzählen möchtest?

Claudia: Wir konnten in den letzten Jahren bereits eine höhere Zahl an Kastrationen als Vermittlungen erzielen. Darauf sind wir besonders stolz, denn wir bedienen nicht das Fass ohne Boden, wir packen die Situation vor Ort an! Mir geht es außerdem immer wieder ans Herz, wenn die Leute zu unseren Kastrationskampagnen kommen und wenn wir sehen, dass unsere Arbeit vor Ort angenommen wird. Eine schöne Geschichte aus Sicht der Vermittlungen ist zum Beispiel über unsere Hündin Luna. Luna kam 2016 als Welpe in die Auffangstation, wo sie wieder aufgepeppelt werden konnte. Ein Jahr später fand sie ein neues Zuhause in Deutschland, wo sie seitdem ein glückliches Hundeleben führt. Gleichzeitig ist Luna sogar als Assistenzhund für ihre Besitzerin, welche auf einen Rollstuhl angewiesen ist, im Einsatz! Es ist generell einfach berührend zu sehen, wie gut es den Hunden in ihrem neuen Zuhause geht, gerade wenn man sich daran erinnert, in welchem Zustand sie gefunden wurden. 

 

     
Cato kam 2016 in schlechtem Zustand in die Auffangstation in Rumänien (links) und führt dank des Einsatzes der Tierschützer*innen und seiner neuen Familie mittlerweile ein gesundes und glückliches Leben (rechts). (Bildquellen: HAND in HAND for STRAYS e.V.)

 

vetevo: Schöne Geschichte! So positiv verläuft es allerdings nicht immer sofort bei allen Hunden, die aus schlimmen Zuständen gerettet wurden, wenn wir z. B. an Angsthunde oder verhaltensgestörte Hunde denken, oder? Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, die Rassen des Hundes zu kennen, gerade wenn man einem Hund aus dem Auslandstierschutz ein Zuhause geben möchte?

“Wir können durch die Rassenzugehörigkeit ein Bild davon bekommen, woher bestimmtes Problemverhalten beim Hund kommt, wodurch wir gezielt an der Lösung arbeiten können.”

Claudia: Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, sich mit den Rassen auseinanderzusetzen, die in einem Hund stecken, denn die Rassen sagen zunächst viel darüber aus, ob ein bestimmter Hund überhaupt in das Leben eines Menschen passt. Beispielsweise passt ein Herdenschutzhund einfach nicht in eine kleine Wohnung in der Berliner Innenstadt. Wenn man das vorher nicht weiß, kann es natürlich zu Fehlvermittlungen kommen. Außerdem können bestimmte Eigenschaften, die die Hunde haben, auf deren Rassen zurückgeführt werden, wodurch man gewisse Verhaltensweisen besser deuten und somit auch besser verstehen kann. Wir können durch die Rassenzugehörigkeit ein Bild davon bekommen, woher bestimmtes Problemverhalten beim Hund kommt und dieses besser einordnen, wodurch wir gezielt an der Lösung arbeiten können.

Du fragst dich nun, welche Rassen eigentlich in deinem Hund stecken? Hier kannst du es ganz einfach herausfinden!

vetevo: Was genau bedeutet eigentlich nachhaltiger Tierschutz - was meint ihr damit?

“Nachhaltiger Tierschutz beginnt vor Ort! Sonst bedienen wir lediglich ein Fass ohne Boden und das Tierleid hört nicht auf!”

Claudia: Nachhaltiger Tierschutz bedeutet, dass wir nicht nur die Tiere aus den Ländern holen, wo es diese Probleme gibt - wir packen vor Ort an und sorgen dafür, dass die nächste Generation Straßenhunde gar nicht erst entsteht. Wir erreichen das durch Kastrationskampagnen. Das ist uns besonders wichtig, denn nachhaltiger Tierschutz beginnt vor Ort! Sonst bedienen wir lediglich ein Fass ohne Boden und das Tierleid hört nicht auf! 

vetevo: …und genau deswegen plant ihr demnächst wieder eine große Kastrationskampagne vor Ort, richtig? Kannst du uns etwas darüber erzählen? Welche Kosten kommen da auf euch zu? Wie kann man sich eine solche Kampagne vorstellen?

Claudia: Genau, bald ist es wieder soweit und wir lassen vor Ort kastrieren. Wir planen dieses Jahr eine besonders große Kastrationskampagne für 300-400 Hunde! Wir informieren die Leute vor Ort über Plakate und machen so darauf aufmerksam, dass wir Gratis-Kastrationen anbieten. Die Kastrationen werden von ortsansässigen Tierärzt*innen durchgeführt und kosten uns jeweils 25-30 Euro. Mit einer Kastration allein kommt man aber natürlich nicht besonders weit. Daran wird deutlich, dass wir ziemlich viel Geld benötigen, um wirklich etwas bewirken zu können und unsere Kampagne umsetzen zu können.

vetevo: Passend dazu dann jetzt zum Schluss die Frage aller Fragen: Wie können wir euch bei eurer Arbeit unterstützen? Welche Spenden helfen euch? Wie spenden wir am besten?

Claudia: Uns hilft es immer ungemein, wenn unsere Social Media Beiträge geteilt werden, um Aufmerksamkeit und Reichweite zu generieren. Als ehrenamtlicher Verein sind wir aber natürlich auch auf finanzielle Spenden angewiesen und haben dafür einen PayPal-Spendenlink. Ansonsten findet man auf unserer Homepage noch weitere Möglichkeiten zum Spenden, beispielsweise unsere Amazon Wunschliste. Außerdem haben wir ein Sammellager, in dem wir Futter- und andere Sachspenden, wie Decken, Handtücher und Verbandsmaterial, zwischenlagern, welches wir vor Ort brauchen, um die Hunde zu versorgen. Damit kann man uns wirklich enorm helfen!

vetevo: Vielen lieben Dank für den Einblick in eure so wichtige Arbeit und das Interview! 

Wenn ihr ebenfalls helfen wollt, schaut doch mal auf der Website von HAND in HAND for STRAYS vorbei. Hier findet ihr weitere Informationen über die Vereinsarbeit und auch die Spendenlinks. Unser Video zum Thema findet ihr hier - nicht verpassen! 

Zur Website von HAND in HAND for STRAYS | Hier kannst du helfen: Direkt zu den Spendenlinks!

 
  

Claudia ist Dogwalkerin und gleichzeitig 1. Vorsitzende des Vereins HAND in HAND for STRAYS e.V. Wir haben uns mit ihr und den Hunden auf einen Spaziergang getroffen, um über die wichtige Arbeit des Tierschutzvereins zu sprechen. © vetevo GmbH