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©Karin Laurila

Wurmkur bei Katzen: Wann, wie oft und wie entwurme ich meine Katze?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie deine Katze sich mit den verschiedenen Wurmarten infizieren kann. Das bedeutet auch, dass das Risiko eines Wurmbefalls stark von der Haltungsform deines Vierbeiners abhängt.

Selbstverständlich muss jeder Wurmbefall medizinisch behandelt werden, da die Parasiten für die Gesundheit deiner Katze sehr schädlich sind. Als verantwortungsbewusster Katzenbesitzer möchtest du deinen Vierbeiner bestmöglich schützen, gleichzeitig aber unnötige Medikamentengaben vermeiden. 

Deshalb haben wir dir das Wichtigste zur Wurmkur bei Katzen zusammengestellt. Einmal im Jahr kommst du um die Entwurmung leider nicht herum. Für jedes weitere Mal raten wir dir: Teste deine Katze auf einen Wurmbefall, um ihren Körper nicht ohne Grund durch Wurmmittel zu belasten.

Inhaltsverzeichnis:

Welche Wurmarten befallen Katzen?

Würmer sind Parasiten, die den Körper deiner Katze angreifen. Unter Parasiten versteht man Lebewesen, die einen Wirt befallen, in ihm leben und seine Gesundheit schädigen.

Katzen nehmen infektiöse Wurmeier über das Maul auf. Die Eier entwickeln sich (in den meisten Fällen) im Darm innerhalb von etwa vier Wochen zu ausgewachsenen Würmern. Ab diesem Zeitpunkt scheidet deine Katze ansteckende Eier aus. 

Es gibt weltweit viele verschiedene Wurmarten, die Katzen befallen können. In unseren Breitengraden kommen allerdings vornehmlich vier Wurmarten für einen Befall deiner Katze in Frage: Spulwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer und Lungenwürmer. 

Spulwürmer (Toxocara mystax) und Hakenwürmer (Ancylostoma tubaeforme) betreffen Katzen jeden Alters. Bereits kleine Kätzchen können sich durch die Muttermilch anstecken. Zudem werden diese beiden Wurmarten über den Kot infizierter Tiere weitergegeben. In den Ausscheidungen befallener Tiere finden sich Wurmeier, die im Kot heranreifen und so hoch ansteckend sowie widerstandsfähig werden. Diese Eier werden dann über den Kot selbst, aber auch über die Erde, über Wasser oder Ähnliches von noch gesunden Tieren aufgenommen und stecken diese mit den Parasiten an. 

Bandwürmer übertragen sich vor allem über wilde Beutetiere von Freigängerkatzen, durch Flohbisse sowie in seltenen Fällen über die Rohfleischfütterung. Hier trägt die Beute (bzw. das gefütterte Fleisch oder der Floh) verschiedene Entwicklungsstadien dieser Wurmart in sich und infiziert so die Katze. Man unterscheidet zwischen einem Befall mit adulten Bandwürmern (die häufigere Variante) und dem mit niederen Entwicklungsstadien der Würmer. In Kotproben ist diese Wurmart oft nicht nachweisbar. Deshalb sind Bandwürmer einer der Gründe, dass du deine Katze mindestens einmal jährlich entwurmen musst. 

Lungenwürmer (Aelurostrongylus abstrusus) unterscheiden sich stark von den anderen Arten. Statt im Darm, leben die ausgewachsenen Würmer in der Lunge der Katze. Dort legen sie auch ihre Eier ab, aus denen sich Larven entwickeln. Diese wandern aus der Lunge Richtung Rachen und werden so verschluckt und ausgeschieden. 

Die ausgeschiedenen Larven müssen innerhalb von 2 Wochen eine Schnecke als Zwischenwirt finden. Wird die infizierte Schnecke dann gefressen, nisten sich die Larven in dem neuen Wirt ein. Das kann beispielsweise eine Maus sein, die wiederum von deiner Katze gefressen wird. Möglich ist aber auch, dass dein Vierbeiner die Schnecke direkt, zum Beispiel während des Grasens, aufnimmt. Nachdem das infizierte Tier von deiner Katze gefressen wurde, wandern die Larven innerhalb von 24 Stunden in die Lunge und der Zyklus beginnt wieder von vorne.    

Wie infiziert sich meine Katze an Würmern?

Deine Katze kann sich auf eine der folgenden Weisen mit Würmern infizieren:
  • durch Wurmlarven in der Muttermilch
  • Verzehr von Kot bereits infizierter Tiere
  • Verzehr eines infizierten Beutetieres
  • Lecken der eigenen Pfoten, die beispielsweise über die Erde mit Wurmeiern in Berührung gekommen sind
  • Flöhe
Wichtig: Bei einem Flohbefall sollte zusätzlich zur Behandlung entwurmt werden, da Flöhe Bandwürmer übertragen können.

Symptome eines Wurmbefalls bei Katzen

Der beste und zuverlässigste Weg einen Wurmbefall bei deiner Katze festzustellen ist ein Wurmtest. 
Allerdings können solche Kotuntersuchungen einen Bandwurmbefall nicht komplett ausschließen. Da eine Ansteckung zudem bereits am Tag nach dem letzten negativen Test passieren kann, solltest du zusätzlich auf typische Symptome achten:
  • breiiger Stuhl bis hin zu Durchfall
  • Juckreiz am After, der sich durch vermehrtes Lecken sowie “Schlittenfahren” äußert
  • Gewichtsverlust bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme 
  • struppiges und trockenes Fell 
  • Anämie
  • Appetitlosigkeit
  • bei jungen Tieren: Deformationen des Skeletts, Bauchfellentzündungen und unter Umständen auch Darmverschluss 
Hat deine Katze ähnliche Symptome? Lade dir die vetevo App herunter und dokumentiere sie für deinen nächsten Tierarztbesuch.
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Wichtig: Manche Wurmarten sind sogenannte Zoonose-Erreger. Sie sind auf den Menschen übertragbar und führen zu verschiedenen Erkrankungen. Aus diesem Grund muss bei der Reinigung der Katzentoilette unbedingt auf ausreichende Hygiene geachtet werden.

Wie oft sollte ich meine Katze entwurmen?

Das Risiko an einem Wurmbefall zu erkranken unterscheidet sich von Katze zu Katze stark. Das hängt vor allem mit der Haltungsform und den dazugehörigen Lebensumständen des Tieres zusammen. In der Tiermedizin unterteilt man in drei Risikogruppen, die unterschiedlich oft getestet bzw. entwurmt werden sollten.

Da einige Wurmarten in einer Kotprobe häufig nicht nachgewiesen werden können, solltest du deine Katze in jedem Fall mindesten 1 Mal pro Jahr vorsorglich entwurmen. 

Geringes Risiko

Zu dieser Gruppe zählen Katzen ohne Freilauf und damit auch ohne Kontakt zu anderen Tieren. In diesem Fall ist eine Ansteckung mit Würmern relativ unwahrscheinlich, jedoch nicht ausgeschlossen: Über beispielsweise die Schuhe bringt man unter Umständen Wurmeier von draußen in die Wohnung. Auch über die Fütterung von rohem Fleisch kann es zu Wurmbefall kommen. Für diese Gruppe sollte, zusätzlich zur jährlichen Entwurmung, 1 bis 2 Mal im Jahr auf Wurmbefall getestet werden.  

Mittleres Risiko

In diese Gruppe fallen Katzen, die nur unter Aufsicht draußen unterwegs sind und/oder Kontakt zu anderen Tieren haben. Da hier eine Ansteckung schon durchaus wahrscheinlicher ist solltest du 2-3 Mal im Jahr einen Wurmtest durchführen.

Hohes und sehr hohes Risiko

Bei Freigängern, in Tierheimen, Zuchten oder Haushalten mit mehreren Tieren steigt das Risiko eines Wurmbefalls deutlich an. In diesen Fällen sollte (zusätzlich zur jährlichen Wurmkur) alle 3 Monate getestet werden, um eine Infektion frühzeitig zu bemerken. Gehört deine Katze zu den Jägern, die ihre Beute fressen, solltest du sie alle 4 Wochen testen und gegebenenfalls entwurmen.

Wichtig: Katzenwelpen sollten ab der 3. Lebenswoche alle 2-3 Wochen entwurmt werden, solange sie noch in der Säugephase sind. Zudem ist es wichtig, die Kätzchen kurz vor den Impfungen (8. und 12. Woche) zu entwurmen, da ein Wurmbefall die Impfwirksamkeit einschränken kann.
Katzenwelpen

©Helga Kattinger

Welche Arten von Wurmkuren gibt es?

Die medikamentöse Zusammensetzung der passenden Wurmkur richtet sich nach der Art des Wurmbefalls. Für die verschiedenen Wurmarten gibt es auch verschiedene Mittel, zusätzlich werden auch Kombipräparate angeboten. Manche von ihnen wirken nur gegen entwickelte Würmer, andere auch gegen Wurmlarven. Die Dosierung hängt wiederum vom Gewicht des Tieres ab. Je nach Mittel variiert auch die Behandlungsdauer. Lass dich zu Wirkstoffen sowie Dosierung von deinem Tierarzt beraten.

Es gibt unterschiedliche Formen, in denen du deiner Katze eine Wurmkur verabreichen kannst. Die gängigsten Darreichungsformen für Wurmkuren sind:

Tabletten

Bei der Wurmkur in Form von Tabletten stehst du womöglich auch vor dem Problem, dass deine Katze die Tablette partout nicht schlucken möchte. Dann kann es hilfreich sein, die Pille in etwas Leckeres zu verpacken. Weigert sich deine Katze von selbst zu schlucken, hilft es oft, das Mittel relativ weit hinten auf die Zunge zu legen. So wird das Ausspucken erschwert und die Chance erhöht, dass dein Patient die Pille schluckt.

Wurmpaste

Hier muss eine größere Menge oral verabreicht werden. Das ist nicht immer ganz einfach, da so manche Katze keinen besonderen Appetit auf diese Paste hat. Meist werden diese Pasten allerdings in einer Spritzenform geliefert. So kannst du den Inhalt seitlich ins Maul deiner Katze spritzen. Achte dabei darauf, dass das Mittel tief genug in den Mundraum gelangt, damit dein Vierbeiner seine Medizin auch tatsächlich schluckt und nicht wieder ausspuckt.

Spritze

Der Vorteil dieser Methode ist, dass du nicht auf die Kooperation deiner Katze angewiesen bist. Allerdings steht in diesem Fall ein Besuch beim Tierarzt an, was für manche Tiere unnötigen Stress bedeutet. Deshalb solltest du genau abwägen, ob diese Art der Wurmkur für deine Katze und dich die richtige ist.

Spot-On

Sogenannte Spot-Ons werden in den Nacken deiner Katze geträufelt. Diese Methode bringt den Vorteil mit sich, dass du deine Katze nicht mehr zum Schlucken eines Präparats bringen musst und die Wurmkur trotzdem zuhause erledigen kannst. Achte darauf, dass deine Katze nichts von dem Mittel oral aufnimmt. Zudem solltest du beachten, dass es möglicherweise zu Juckreiz und Haarausfall an der behandelten Stelle kommen kann.
Wichtig: Du solltest nur spezielle, für Katzen geeignete Wurmkuren verwenden. Wurmkuren für andere Tiere können aufgrund der höheren Dosierung für deine Katze schädlich sein.

Wie wirkt die Wurmkur bei der Katze?

Eine Wurmkur wirkt, indem die Würmer im Körper deiner Katze innerhalb von 24 Stunden abgetötet und mit dem Kot ausgeschieden werden. Normalerweise reicht eine einmalige Kur aus, um dem Wurmbefall ein Ende zu setzen.

Das heißt: Die Wurmkur wirkt immer nur gegen den aktuellen Wurmbefall und niemals präventiv. Deine Katze kann sich also theoretisch direkt am Tag nach der Entwurmung wieder anstecken. Deshalb solltest du den Kot deines Tieres regelmäßig untersuchen lassen, um einen erneuten Befall schnell festzustellen und zu behandeln.  

vetevo-Fazit

Das Risiko eines Wurmbefalls bei deiner Katze hängt stark von ihren Lebensbedingungen ab. Dementsprechend schwanken auch die Empfehlungen, wie oft du deinen Vierbeiner testen und entwurmen lassen solltest.

In jedem Fall ist eine Entwurmung pro Jahr Pflicht, um auch einen schwer nachweisbaren Wurmbefall auszuschließen. Bei Freigängern sind regelmäßige Wurmkuren unumgänglich. Ansonsten solltest du deine Katze lieber erst testen, bevor du zusätzliche Wurmkuren anwendest. So bemerkst du einen Wurmbefall schnell und der Körper deiner Katze wird trotzdem nicht mit unnötiger Chemie belastet. 

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Parasiten. In: Vormwald K, Hrsg. Praxisbuch für Tierheilpraktiker. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag ; 2020. doi:10.1055/b-007-168896 
  2. Wie entwurme ich richtig? In: Burgener I, Deiner C, Dörfelt R et al., Hrsg. FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129696 
  3. Schnieder T. Wurmbefall – Sachgerechte Beratung Schritt für Schritt. kleintier konkret 2010; 13(S01): 15 - 18. doi:10.1055/s-0030-1248833 
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