Impfung des Hundes – 7 Antworten, mit denen Sie Ihren Hund sicher schützen können

vetevo: 7 Antworten zum Impfen
Svenja Kasselmann
Tierärztin bei vetevo

Lesezeit: 19 Min.

Die Frage soll ich meinen Hund impfen „ja“ oder „nein“ bewegt immer mehr Tierhalter(innen). In manch hitziger Diskussion um Impfschäden und Tierärzte als „geldgierige Handlanger der Pharmaindustrie“, bleibt die sachliche und klare Aufklärung über den Sinn oder Unsinn einer Impfung leider oft nur ein blasser Randakteur.
Das wollen wir ändern! Denn nur, wenn Sie als Hundebesitzer sachlich über die Vor- und Nachteile einer Impfung für Ihren Vierbeiner informiert sind, können Sie gemeinsam mit Ihrer Tierarztpraxis eine überlegte Entscheidung in der Wahl der notwendigen Impfungen und der geeigneten Impfintervalle treffen.

Was ist eine Impfung?

Wir wissen alle, dass eine Impfung uns und unsere Liebsten von Krankheiten schützen soll. Aber was ist eine Impfung? Wie funktioniert dieser „Schutz“, der sich im Körper von Zwei- und Vierbeinern nach dem kleinen Pieks aufbaut?


Eine Impfung (wie die meisten aus eigener Erfahrung es bereits kennen) wird mit einer Spritze beim Arzt/Tierarzt verabreicht. Dabei kann zwischen zwei unterschiedlichen Mechanismen unterschieden werden:

  1. Aktive Impfung: Das bedeutet die Impfung besteht aus abgeschwächten Viren oder ihren Teilchen. Das körpereigene Immunsystem produziert daraufhin Abwehrstoffe = Antikörper.
  2. Passive Impfung: Hierbei werden Abwehrstoffe = Antikörper gegen das Virus verabreicht. Diese schützen für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum gegen die Krankheit und müssen regelmäßiger verabreicht werden.

Das abgeschwächte Virus bzw. Virusteilchen können zwar keine Krankheit mehr auslösen, animieren jedoch das Immunsystem, dieses Virus kennenzulernen und körpereigene Antikörper dagegen zu bilden. Um sich möglichst lange zu schützen, bildet das Immunsystem im Rahmen dieser „Immunreaktion“ so genannte "Gedächtniszellen". Diese können sich für lange Zeit daran erinnern, wie das Virus an seiner Oberfläche aussieht. Nach der Impfung patrouillieren sie wie auf eine bestimmte Droge trainierte Spürhunde durch den Körper und schlagen Alarm, sobald sie erneut auf "ihr" Virus stoßen. Prompt beginnen sie, massiv viele Antikörper zu produzieren. Diese docken an die Oberfläche der Viren an und führen dazu, dass diese verklumpen und/oder für Fresszellen oder Killerzellen des Immunsystems markiert werden. So bekommt das Immunsystem geimpfter Tiere/Menschen beim Kontakt mit dem "echten" Virus einen enormen Vorsprung (im Gegensatz zu ungeimpften Tieren) im Rennen um die Gesunderhaltung. Meistens hat das Virus gar keine Chance sich auszubreiten und wird in kürzester Zeit eliminiert.

vetevo: Schema einer Impfung

Eine Impfung kann dabei keinen 100%igen Schutz vor einer Erkrankung geben, senkt jedoch deutlich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

Gegen welche Erkrankungen kann und muss man impfen?

Allgemein unterscheidet man bei der Impfung zwischen den sogenannten Core-Komponenten und den Non-Core-Komponenten.


Core-Komponenten sind Impfungen gegen Erkrankungen, gegen die JEDES Tier zu JEDER Zeit geschützt sein sollte. Die besondere Wichtigkeit dieser Impfungen ergibt sich daraus, dass die Erkrankung entweder für Sie als Besitzer ansteckend ist (sog. Zoonose) oder, dass die Erkrankung für Ihr Tier mit hoher Wahrscheinlichkeit lebensbedrohlich ist. Beim Hund fallen in diese Kategorie die Impfungen gegen 

  • Staupe (Canines Distemper Virus)
  • check
    Parvo (Parvovirus CPV)
  • check
    Hepatitis contagiosa canis (Canines Adenovirus 1 = CAV-1)
  • check
    Tollwut (engl. Rabies / Lyssavirus)  
  • check
    Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weil-Krankheit)

Non-Core-Komponenten sind ebenfalls unter Umständen lebensbedrohlich für Ihr Tier, die Gefahr einer Ansteckung hängt jedoch stark davon ab, wo und unter welchen Umständen ihr Tier lebt. Besonders erwähnen möchten wir hier die Leishmaniose und das Canine Herpesvirus („Welpensterben“).


1. Staupe

Staupeviren können Atemwege, Magen-Darm-Trakt oder auch das Nervensystem befallen. Das macht die Staupe zu einer sehr gefährlichen Viruserkrankung. Dabei können sehr unterschiedliche Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfall, Husten, Nasenausfluss, Lähmungen usw. einzeln, nacheinander oder gleichzeitig auftreten. Diese Erkrankung kann im schlimmsten – und häufigen - Fall tödlich verlaufen. Das Virus kann sowohl von Hund zu Hund übertragen werden als auch durch Gegenstände wie Spielzeug, Körbchen usw. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

Heutzutage ist die Staupe vielen Hundebesitzern (glücklicherweise) kaum noch bekannt. Vor Einführung der Impfung um 1960 war sie allerdings die verlustreichste Virusinfektion des Hundes. Bis heute gibt es keine wirksame (=antivirale) Therapie gegen die Erkrankung.

Am Beispiel des Bundeslandes Hessen wird deutlich, dass diese Erkrankung längst häufiger in Deutschland vertreten ist als so manch einer sich vorstellen mag. Die Mitarbeiter des Hessischen Landeslabors untersuchten 2014 und 2015 insgesamt 750 Proben von Wildtieren auf das Virus - bei fast der Hälfte (46%) wurden sie fündig.


2. Parvovirose:

Diese Erkrankung wird auch „Hundeseuche“ genannt - und sie trägt diesen Namen nicht grundlos. Verursacht wird die Parvovirose durch das Canine Parvovirus. Dabei handelt es sich um ein hochansteckendes Virus, das Fieber, Erbrechen und Durchfall (zum Teil auch blutig) verursacht. Eine schwere Form der Parvovirose kann auch zu Herzerkrankung und Bauchspeicheldrüsen-Entzündung führen. Auch dieses Virus kann sowohl von Hund zu Hund übertragen werden, wie auch durch Schnuppern an den Hinterlassenschaften erkrankter Artgenossen. Die Parvorirose ist für Menschen ungefährlich.

Parvovirusinfektionen treten nach wie vor sehr häufig bei ungeimpften Hunden auf, die nicht selten tödlich für die Tiere enden, vor allem ältere geschwächte Hunde sind gefährdet.

Vorsicht! Welpen stecken sich bei ungeimpften Muttertieren oder Kontakttieren an und sterben trotz Überlebenskampf bei intensiver stationärer Betreuung. Selbst wenn die Welpen die Infektion überleben, sterben sie nicht selten vor Erreichen des dritten Lebensmonats an den Folgen einer Herzmuskelentzündung.


3. Leptospirose:

Erstmal vorweg: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine sogenannte „Zoonose“, das bedeutet sie ist auch für den Menschen ansteckend und gefährlich.

Ursache für diese immer häufiger anzutreffende Krankheit sind Bakterien der Bakteriengattung „Leptospira“. Oft sind die Symptome kaum zu bemerken. Allgemeine Mattigkeit, Fieber, Erbrechen oder Durchfall können ein Hinweis auf eine Infektion sein. In schweren Fällen befallen die Bakterien die Nieren und die Leber. Dies führt dann zu Nieren- und Leberversagen (typisches Zeichen: Gelbsucht) – beides kann für den Hund tödlich enden. In den letzten Jahren zeigt sich zunehmend auch eine „Lungenform“ der Erkrankung, bei der betroffene Hunde nach schweren Entzündungen Lungenbluten entwickeln und häufig versterben.

Die Bakterien werden vom infizierten Tier über den Urin ausgeschieden und können durch Wasseraufnahme in verschmutzten Pfützen und anderen Gewässern in den Körper gelangen. Die Bakterien dringen durch Schleimhaut oder kleine Hautverletzungen in die Blutbahn und gelangen so zu den inneren Organen.


4. Tollwut:

Die Tollwut eine durch Viren verursachte und auch auf Menschen übertragbare Krankheit (Zoonose). Das auslösende Rabiesvirus/Lyssavirus befällt das Nervensystem des infizierten Tieres und wandert von der Eintrittsstelle (meist ein Biss oder Kontakt von infiziertem Speichel mit den Augen) in das Gehirn, wo es schwere Veränderungen hervorruft.

Die Erkrankung kommt in Deutschland dank erfolgreicher Impfköderaktionen nur sehr selten vor, ist aber im Ausland noch häufig bei wilden Tieren und streunenden Hunden anzutreffen. Klassischerweise wird das Virus über einen Biss übertragen. Meistens zeigt der so infizierte Hund plötzlich ein scheues und/oder aggressives Verhalten. Später kommt es zu Lähmungserscheinungen und schließlich zum Tod. Es gibt bisher keine heilende Therapie bei dem Durchbruch der Erkrankung und eine Impfung bietet keinen 100%igen Schutz vor der Erkrankung. Das bedeutet, dass selbst bei bestehendem Impfschutz, bei einem Biss von einem tollwütigen Tier eine erneute aktive Impfung am ersten und dritten Tag nach dem Viruskontakt notwendig ist, damit der Körper Herr des Virus wird (PEP= Post Expositions Prophylaxe). Wenn typische Krankheitsanzeichen wie Lähmungen oder Krämpfe, Lichtscheu und Abneigung gegen Wasser auftreten, verläuft die Erkrankung in der Regel tödlich. Bei fehlendem Impfschutz hat man nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden um die aktive und passive Immunisierung durchzuführen.


5. HCC (Hepatitis contagiosa canis):

Dabei handelt es sich um eine in Deutschland sehr selten vorkommende Viruserkrankung, die zu ansteckender und oft tödlicher Leberentzündung führt. Meistens zeigen die Hunde keine Symptome, jedoch können Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht sowie Veränderungen an den Augen auftreten. Die Hunde stecken sich über Speichel, Urin oder Kot an. Dieser Virus ist für Menschen ungefährlich.

Außerdem gibt es noch Impfungen, die individuell oder abhängig von der Region wo der Hund lebt bzw. sich aufhält empfohlen werden:


6. Leishmaniose:

Die Leishmaniose ist vor allem in den Mittelmeerländer eine häufig anzutreffende Erkrankung, die durch winzig kleine Blut-Parasiten (Leishmanien) verursacht wird. Diese werden durch den Stich der Sandmücke übertragen. Dabei befallen die Bakterien die weißen Blutkörperchen, die im Körper für die Immunabwehr zuständig sind. Die Erkrankung kann durch unterschiedliche Bakterienstämme sehr unterschiedliche Symptome verursachen (Geschwollene Lymphknoten, Hautveränderungen, Durchfall, Entzündung der inneren Organe usw.), kann aber nach einer Infektion oft jahrelang ohne Symptome verlaufen.

Die Leishmaniose ist nicht heilbar und verläuft ohne Therapie tödlich. Durch eine langwierige und intensive Therapie kann der Erreger fast komplett beseitigt werden. Vor allem bei Reisen in die südlichen Länder ist eine Impfung in Kombination mit einer guten Insektenabwehr ratsam.

Diese Parasiten können durch die Sandmücke auch auf den Menschen übertragen werden.

Durch die fortschreitende Erderwärmung und vermehrte Reisebewegungen häufen sich mittlerweile sogar Fälle in Baden-Württemberg, wo bereits vor Jahren schon die ersten infizierten Sandmücken festgestellt werden konnten. Daher ist die Leishmaniose gerade in den südlichen Gebieten Deutschlands nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Die Leishmaniose ist dies einer der wichtigsten Gründe warum bei Hunden, die Blut spenden wollen, nach Auslandsaufenthalten gefragt wird. Eine Übertragung der Leishmaniose ist durch Bluttransfusionen möglich.


7. Canines Herpes-Virus:

Die Erkrankung, die das Virus auslöst wird auch "infektiöses Welpensterben" genannt. Für die Hundemutter ist das Virus nicht unbedingt gefährlich, jedoch führt es zu Fruchtbarkeitsstörungen bei der Hündin und ist eine der häufigsten Ursachen für das Sterben der Welpen während der Trächtigkeit oder in den ersten Lebenstagen. Folge sind Totgeburten und Aborte. Eine Impfung vor einer geplanten Trächtigkeit wird unbedingt angeraten, um die noch ungeborenen Welpen zu schützen.

In Europa liegt die Infektionsrate mittlerweile bei 40-88% und in Deutschland glücklicherweise durch die gute Impfprophylaxe der Züchter bei 22-40%.


FAZIT: Die Notwendigkeit von Impfungen ist unbestritten, denn sie schützen nicht vor Lappalien, sondern vor lebensbedrohlichen Krankheiten!

Warum sollte ich impfen? Schutz des Individuums und oftmals unterschätzt: Die Herdenimmunität

Durch Impfungen schützt man in erster Linie natürlich seinen eigenen Hund vor den ansteckenden Krankheiten. Doch es gibt auch Hunde, die nicht geimpft werden können.

Für manche Impfungen sind die Welpen beispielsweise noch zu jung, andere Hunde können aufgrund einer chronischen Erkrankung die eine oder andere Impfung nicht bekommen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Tiere in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen Schutz vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Krankheit bieten. Man spricht dann von Herdenimmunität.

Der eigene Impfschutz trägt also gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei - und das liegt in Ihrer Hand und Ihrer Verantwortung. Sind ausreichend viele Tiere in einer Kontaktgruppe (=Population) geimpft, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten.

Das Phänomen der Herdenimmunität erklärt, dass auch bei immer zunehmend lückenhaften Impfungen der Hunde durch „Impfgegnern“ die Fälle von Staupe & Co. (noch!) nicht Überhand nehmen. Aber: Bereits wenn nur noch jeder zweiter Hund geimpft ist, ist dieser Schutz nicht mehr gegeben und die Krankheiten können sich wie ein plötzlich aufkommender Tsunami ausbreiten und vielen das Leben kosten. Eine Population gilt als geschützt, wenn mindestens 70% der Hunde geimpft sind und der Impfschutz durch regelmäßige Auffrischungsimpfungen aufrecht erhalten wird.

Auch für Ihre eigene Gesundheit sind Hundeimpfungen wichtig - einige Erkrankungen sind auch für den Menschen gefährlich.

Was ist eine Grundimmunisierung?

Den Grundstein für ein geschütztes Hundeleben legt die so genannte Grundimmunisierung. Sie dient dem erstmaligen Aufbau des Impfschutzes. Die Grundimmunisierung besteht in einigen Fällen aus drei Einzelimpfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswoche und wird durch eine weitere Impfung im 15. Lebensmonat abgeschlossen.

In der Regel beginnt man die Grundimmunisierung mit der 8. Lebenswoche, da bis dahin die Welpen von den Antikörpern aus der Muttermilch (=maternale Antikörper) noch ausreichend geschützt sind. Man versucht die Zeiten der Folgeimpfungen so optimal wie möglich zu wählen, damit es keine “immunologische Lücke“ entsteht. Sprich man versucht den Welpen kurz nach dem “Ablauf” des von der Mutter erhaltenen Immunschutzes zu impfen, damit der noch junge Organismus ununterbrochen optimalen Schutz hat. Außerdem können die maternalen (mütterlichen) Antikörper aus bisher nicht vollständig geklärten Gründen durch eine frühzeitige Impfung auch deaktiviert werden, deswegen macht es nicht nur wenig Sinn den Welpen zu früh zu impfen, sondern kann den Kleinen komplett immunologisch schutzlos werden lassen.

Erst danach gilt eine Grundimmunisierung als abgeschlossen und sollte in empfohlenen Abständen aufgefrischt werden.

vetevo: Impfschema - Wie oft impfen?

Folgendes Impfschema wird für einen Welpen bis hin ins hohe Alter empfohlen. (angelehnt an die StIKo Vet Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 4. Auflage, Stand 03.03.2017)

Warum wird eine jährliche Impfung empfohlen?

Nein, man muss nicht gegen alle Erkrankungen jährlich impfen. Durch Studien und Untersuchungen konnte man herausfinden, wie lange welche Impfung gegen welchen Krankheitserreger wirkt. Als Ergebnis werden jährlich von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo vet) die so genannten Leitlinien bzw. Empfehlungen veröffentlicht. Parallel dazu werden vom Fachbereich Veterinärmedizin der LMU München Empfehlungen gemäß institutseigener Untersuchungen herausgegeben.

Die Präamabel der STIKo Vet lautet: „Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier so häufig wie nötig!“, denn die Impfung ist die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Impfkrankheiten.
Derzeit gelten demnach folgende Empfehlungen, die je nach Impfstoffhersteller leicht variieren können:

1. Staupe: Nach der Grundimmunisierung sind Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend (StIKo). Bei guter Grundimmunisierung ist die Schutzwirkung über mindestens 7 Jahre bis wahrscheinlich lebenslang* (LMU München).

2. Parvovirose: Nach der Grundimmunisierung sind Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend (StIKo). Bei guter Grundimmunisierung ist die Schutzwirkung über mindestens 7 Jahre bis wahrscheinlich lebenslang* (LMU München).

3. Leptospirose: Neue Leptospirose-Impfstoffe (L4) schützen gegen vier Bakterienstämme, die in Deutschland oft zu finden sind. Leider kann damit nicht vor allen Leptospirose-Erregern sicher geschützt werden, da gegen die anderen Stämme nur schwächere Kreuzimmunitäten ausgebildet werden. Dennoch wird durch die Impfung das Risiko einer tödlich verlaufenden Infektion deutlich gesenkt. Jährliche Wiederholungsimpfungen gegen alle verfügbaren Stämme werden aufgrund der vergleichsweise kurzen Immunitätsdauer empfohlen, besonders in Endemiegebieten, bei Jagd-, und bei häufig
schwimmenden Hunden ein 6-monatiges Intervall.

4. Tollwut: Nach der Grundimmunisierung sind Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend. Gesetzlich bindend sind hierbei die Angaben des jeweiligen Impfherstellers.
Achtung: Vor allem bei Reisen ins Ausland ist eine jährliche Impfung ggf. Pflicht! Informieren Sie sich bitte rechtzeitig vor Antritt der Reise.

5. HCC (Hepatitis contagiosa canis): Nach der Grundimmunisierung sind Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend. In Deutschland ist es eine sehr selten vorkommende Erkrankung.


*gewisse Einflüsse auf die Wirksamkeit der Impfung sind individuell je nach Tier unterschiedlich


Was ist ein Titertest?

Um besonders bei abweichenden Impfintervallen ganz sicher zu sein, dass der Hund über einen ausreichenden Schutz verfügt, kann man einen so genannten Titertest (Impftiter/Schutztiter) jeweils einzeln für Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Tollwut durchführen lassen. Dabei werden die sich im Blut befindenden Antikörper gemessen und somit kann eine Aussagen getroffen werden, ob diese ausreichen, um den Hund gegen die Erkrankung zu schützen. Diese Titer Bestimmung im Labor kostet zwar mehr als eine Impfung, ist jedoch eine sichere Alternative um über den aktuellen Impfschutz Ihres Hundes informiert zu sein.

Erfahrungsgemäß kann bei ordnungsgemäß grundimmunisierten Hunden (im Welpenalter) auf manche Auffrischungsimpfungen verzichtete werden, weil ein hoher Impf-Titer und somit ein ausreichender Impfschutz besteht.

Für die non-core Impfung Zwingerhusten (canines Parainfluenzavirus =CPiV und canines Adenosvirus Typ 2 =CAV-2) und Leptospirose ist ein Titertest nicht wirklich zielführend. Bei der Zwingerhusten-Impfung handelt es sich um eine "Kann-Impfung" die nicht lebensbedrohlich ist. Die Wirksamkeitsdauer der Leptospirose-Impfung ist zu kurz und sollte jährlich wiederholt werden.

Achtung! Für Tollwut gibt es gesetzliche Regelungen für den Grenzübertritt. Falls Sie planen mit Ihrem Hund zu vereisen (auch innerhalb Europas) muss ein gültiger Tollwut Impfschutz vorliegen.


Warum bestehen manche Tierärzte immer noch auf eine jährliche Impfung?

Zum einen ist die jährliche Impfung z.B. im Falle der Leptospirose notwendig, um einen stabilen Impfschutz zu garantieren.

Unabhängig davon gibt der jährliche „Impfbesuch“ dem Tierarzt die Chance, Ihren Hund zum einen im gesunden Zustand kennenzulernen, als auch in regelmäßigen Abständen zu untersuchen und somit evtl. krankhafte Veränderungen, die Ihnen als Besitzer vielleicht nicht auffallen, festzustellen und Ihrem Hund rechtzeitig zu helfen.

Da unsere Lieblinge nicht die Möglichkeit haben uns über ihre Beschwerden zu erzählen und schon von Natur aus tapfer versuchen Schmerz, Krankheit und Unwohlsein zu verstecken (wir wissen alle der Schwache wird immer als erstes gefressen), ist es sehr wichtig auch ohne besonderen Grund seinen Hund einmal jährlich beim Haustierarzt vorzustellen. Bei Senioren kann durchaus auch ein halbjährlicher Check sehr sinnvoll sein.

Gerade für junge Hunde ist der regelmäßige Tierarztbesuch natürlich auch Training für einen eventuell auftretenden Notfall. Der Hund gewöhnt sich daran, dass beim Tierarzt nichts schlimmes passiert und sammelt positive Erfahrung. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein ruhiger und freundlicher Umgang in der Praxis. So werden in Zukunft alle möglichen notwendigen Untersuchungen und Behandlungen erleichtert und dem Hund wird unnötiger Stress erspart.

Viele Krankheiten, wie zum Beispiel Zahnstein, kann bei rechtzeitigem harmlosen Eingriff wie einer Reinigung schlimme Schmerzen, Entzündungen, lange Medikamenteneinnahmen sowie Zahnverlust ersparen. Auch Krebsvorsorge ist bei Hunden wichtig. Oft werden kleine Gesäugeknötchen v.a. bei langhaarigen Hunden übersehen und werden erst entdeckt, wenn sich Metastasen gebildet haben.

Die Liste kann so weiter unendlich lang geführt werden. Seien Sie aus Liebe zu Ihrem Hund besser vorsorglich als nachsorglich!

Nebenwirkungen? Impfschaden?

Natürlich können, wie bei allem, auch Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich meistens um harmlose Symptome wie Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der Impfstelle, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, allergische Reaktionen usw. Das alles ist aber bei Weitem nicht zu vergleichen mit den schweren Symptomen, die im Falle einer Erkrankung zu erwarten wären.

Dennoch scheint es bei der Recherche im Internet oft, als wären schwere Nebenwirkungen von Impfungen eher die Regel als die Ausnahme. Ein Blick in die entsprechende Statistik beweist jedoch leicht das Gegenteil: Den Überblick über die Anzahl der gemeldeten Fälle von negativen Impffolgen verschafft uns das Paul-Ehrlich Institut. Hier werden sowohl von Tierärzten als auch Ärzten und Pharmaunternehmen gemeldete Fälle gesammelt und ausgewertet. Im Jahr 2010 wurden 113 Fälle gemeldet, im Jahr davor waren es 105. Bei einem Bestand von ca. 5 Millionen Hunden werden anhand der Verkaufszahlen geschätzt 3,8 Millionen Impfungen verabreicht . Daraus lässt sich bei (einem jährlichen Durchschnitt der letzten drei Jahre von) 116 Meldungen, mit durchschnittlich 254 betroffenen Tieren pro Jahr, eine Häufigkeit an Impfreaktionen von 0,0065% ermitteln. Diese Zahlen belegen generell ein hohes Maß an Sicherheit der Impfstoffe beim Hund.

Hauptsächlich handelte es sich bei den Nebenwirkungen um allergische Reaktionen wie Juckreiz, Erbrechen, Durchfälle und lokale Schmerzhaftigkeiten oder lokalen Abszessen. Dies gehört zu den typischen, jedoch nicht häufigen Impfreaktionen.

Die meisten dieser Nebenwirkungen werden dabei durch sogenannte Adjuvantien verursacht. Das sind Hilfsstoffe, die der Impfung beigegeben werden, um eine stärkere Immunantwort auszulösen. Dies erreicht das Adjuvans dadurch, dass es einen lokalen Reiz bis hin zu einer kleinen lokalen Entzündung auslöst, sodass Komponenten des Immunsystems angelockt werden, um eine möglichst effiziente Markierung des Virus etc. zu schaffen. Dieses Milieu erleichtert es dem Immunsystem, die notwendigen Antikörper schneller zu produzieren.

Dieses Prinzip etablierte sich vor mehr als 80 Jahren und wird seitdem sicher eingesetzt und weiter verfeinert, deutlich länger also, als manches recht vertraute Arzneimittel, über dessen kurze Geschichte man kaum nachdenkt.

Fast alle gängige Impfstoffe enthalten heute Aluminiumsalze als Adjuvantien. Die enthaltene Menge übersteigt dabei nicht die täglich Dosis, die wir beispielsweise durch die Nahrung aufnehmen.

Natürlich gibt es auch andere Adjuvantien, so hat man bei unerwünschter Reaktion auch die Möglichkeit auf z. B einen anderen Hersteller auszuweichen. Auch Impfstoffe ohne Adjuvantien sind mittlerweile für viele Erreger verfügbar. Doch man muss immer im Hinterkopf behalten, dass der Impfschutz ohne Adjuvantien deutlich gering ausfällt.

FAZIT: Es gibt, trotz immer wieder aufkommenden Gerüchten, keine wissenschaftlichen Beweise für Erkrankungen, die durch Impfungen verursacht werden sollten.

Hier finden Sie eine Analyse der eingegangen Meldungen von Tierimpfstoffreaktionen des Paul-Ehrlich-Institut (2010)

vetevo-Fazit

Eine regelmäßige Kontrolle und Auffrischungen des Impfschutz' sind wichtig.  Wir beraten Sie gerne! Oder Vereinbaren Sie einen Termin beim Tierarzt Ihres Vertrauens, um mit ihm zusammen eine für Ihren Hund individuelle Lösung zu finden. Besonders im Bereich der „Non-Core“-Impfungen gegen Borreliose und Co. müssen regionale und individuelle Besonderheiten (wie z.B. Reisen mit dem Hund) beachtet werden. So können Sie sicher sein, dass Ihr Tier optimal geschützt ist und Ihnen noch viele Jahre Freude bereiten wird.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.


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