Kurzportrait: Das Virus - Chance und Challenge 

Amelie-Lisa Arnecke
Studentin der Tiermedizin bei vetevo

Lesezeit: 3 Min.

Gerade in den kühlen Jahreszeiten plagen uns oftmals Erkältungen, die meist durch Viren verursacht werden (und nicht wie oft vermutet Bakterien). Auch für unsere Hunde sind Viren relevant, vor allem wenn es um sehr ernstzunehmende Virus Erkrankungen, wie Staupe, Parvovirose, Zwingerhusten und Tollwut geht. Nur, was ist ein Virus überhaupt? Wie läuft eine Virusinfektion ab? Hier gibt es das Kurzportrait zum Krankheitserreger Virus.


Was ist ein Virus?

Übersetzt aus dem Lateinischen mit Schleim, Gift oder Saft kann man ahnen, dass diese Übersetzung einige Jahre zurückgeht, als noch unklar war, was hinter den Krankmachern steckt. Heute im 21. Jahrhundert ist klar, dass es kleine infektiöse Partikel sind. Sie bestehen entweder aus DNA- das Erbmaterial was ebenso in unseren Zellen zu finden ist, oder aus RNA- Erbmaterial was erst in DNA umgebaut werden muss. Um das Erbmaterial ist manchmal noch eine Hülle gebaut, die eine Schutzfunktion, aber auch Kontakt mit der Umwelt eingehen kann.

Wie vermehren sich Viren? 

Viren können in der Regel nicht “draußen” überleben, sondern sind auf Lebewesen angewiesen. Sie übernehmen die “Wirtsherrschaft”, indem sie die Zellen ihres Wirts befallen. Diese “Wirtszellen” kümmern sich um die Virus- Vermehrung, denn die Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Dafür benötigen Sie eine so genannte Wirtszelle. Oft werden Sie mit Piraten verglichen, die das Schiff kapern aber auf hoher See nicht ohne das Gefährt überleben können.
Ähnlich wie Bakterien haben auch Viren verschiedene Strategien sich an ihr neues „Opfer“ anzuheften. Es wird die horizontale, von einem Individuum auf ein Anderes und die vertikale Übertragung, von einer Generation auf die nächste z.B durch Mutter auf das Kind, unterschieden.  Für ihr eigenes Überleben ist es nur wichtig, rechtzeitig den nächsten Wirt zu infizieren und diesen wieder als "Virus- Vermehrer" zu benutzen.

Virusinfektion beim Hund

Wie behandelt man eine Virusinfektion?

Da Viren in der Wirtszelle leben, ist die Therapie und Behandlung wesentlich schwieriger als die von Bakterien, die ja meist an ihrer Oberfläche mit Antibiotika eliminiert werden können.
Viren bekämpft man mit vorbeugenden Maßnahmen (prophylaktisch) wie Desinfektion, eine Hygienemaßnahme die dazu dient krankheitserregende Viren abzutöten, oder die Abwehrfunktion des Körpers zu stärken, durch Impfungen

Weitere Infos zum Schutz vor Viren beim Hund finden Sie hier

Normalerweise sollte ein gesunder Körper mit dem so genannten “Infektionsdruck” klar kommen. Wenn es allerdings zu schlimmen Infektionen und damit einem schweren Krankheitsverlauf kommt, dann gibt es die Möglichkeit Virostatika einzusetzen. Virostatika sollen die Vermehrung der Viren hemmen und somit die Besiedelung einschränken.
Relevante Viren unserer Haustiere sind unter anderem die Tollwut, Parvovirose, Staupe, Zwingerhusten, Katzenschnupfen und die ebenso bei uns Menschen vorkommenden Herpesviren.

Einige Viren sind wirtsspezifisch, das bedeutet, dass sie nicht unter verschiedenen Spezies übertragbar sind. Jedoch gibt es auch sehr relevante Viren die von Mensch auf Tier oder andersherum übertragen werden können. Sie werden Zoonosen genannt und sind somit für uns Menschen sehr relevant. Da wir auf engem Raum mit unseren Lieben Vierbeinern leben sollten wir uns dessen bewusst sein. Denn Zoonosen reichen von einem einfachem Hautausschlag durch Herpes oder Pilze bis hin zum qualvollen Erstickungstod durch Tollwut.

Medizinischer Meilenstein - Viren werden zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt

Neben der dunklen Seite, gibt es zum Thema Virus ebenso eine sehr erfreuliche! Denn Viren werden neuerdings zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Besonders in der Krebsforschung gibt es den einen oder anderen zu verzeichneten Meilenstein. Aber auch als Alternative der mehr und mehr “verpönten” Antibiotika werden Viren gezielt eingesetzt. Heutzutage werden gezielte “antibakterielle” Viren hergestellt. Die so genannten Bakteriophagen machen genau das, was schon in ihrem altgriechischen Namen steckt: Sie fressen (=phagein) Bakterien. Ziemlich abgefahren oder?

vetevo Fazit

Viren als Krankheitserreger sind nicht nur lästig und schwierig loszuwerden, sondern können auch lebensgefährliche bis tödliche Krankheitsverläufe verursachen.
Gerade bei ansteckungsgefährlichen Viren ist Vorsicht geboten und ein guter und regelmäßiger Impfschutz ist die wichtigste “vorbeugende Therapiemaßnahme”.
Trotz aller Tücken, ihr ausgeklügelter Mechanismus kann dennoch dazu dienen, die moderne Medizin voranzutreiben. Wir werden sehen was die Zukunft bringt.


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