Die Katze richtig füttern

Eine artgerechte Ernährung bildet den Grundstein für ein gesundes Katzenleben. Aber wie fütterst du deine Katze richtig und welches Futter ist für sie das beste? Wir zeigen dir, auf welche Basics du bei einer ausgewogenen Katzenernährung achten solltest.

Inhaltsverzeichnis:

Womit kann ich meine Katze füttern?

Im Bereich der Tiernahrung gibt es ein breites Sortiment an verschiedenem Katzenfutter. Die gängigsten Arten sind:

  • Nassfutter
  • Trockenfutter
  • biologisch artgerechte Rohfleischfütterung (kurz: BARF)

Um zu verstehen, wie du deine Katze richtig fütterst, solltest du wissen, welche Nährstoffe sie für eine ausgewogene Ernährung braucht.
Katzen gehören zur Ordnung der Raubtiere und sind sogenannte Carnivoren, also Fleischfresser. Deine Katze ist problemlos in der Lage, einen Großteil ihrer Energie aus Proteinen zu gewinnen. Ihre Nahrung sollte daher hauptsächlich aus Proteinen bestehen (ca. 80 %). Dazu kommen ein moderater Fettanteil und ein geringer Anteil an Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören außerdem eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen wie z. B.:

  • Kalzium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Natrium
  • Kalium

Trocken, nass oder doch lieber BARF?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Katze gesund zu ernähren. Am häufigsten werden Katzen entweder mit einem Trocken- oder Nassfutter gefüttert. Auch eine Mischfütterung ist möglich. Jedoch sollten beide Futtersorten zu unterschiedlichen Tageszeiten angeboten werden, da Trockenfutter zu schnellem Fressen leicht zum Erbrechen führen kann. Bei beiden Futterarten handelt es sich um konservierte Katzennahrung, die aus verschiedenem Fleisch oder Fisch sowie unterschiedlichen Gemüsesorten besteht.

Als Faustregel für die Mischfütterung gilt: ⅔ des Energiebedarfs sollten über Feuchtfutter und ⅓ über Trockennahrung abgedeckt werden. Der individuelle Bedarf muss aber spezifisch abgestimmt werden.

Der wesentliche Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter liegt im Wassergehalt. Nassfutter weist einen Feuchtigkeitsanteil von ca. 80 % auf. Durch den hohen Wasseranteil ist es geschmackvoller und wird von vielen Katzen bevorzugt. Der Feuchtegehalt kommt auch dem Wasserhaushalt deiner Katze zugute, erhöht die Harnmenge und kann so einer Harnsteinbildung vorbeugen.

Trockenfutter hingegen hat einen Wasseranteil von ungefähr 14 %, was zu einer längeren Haltbarkeit führt. Trockenfutter ist bei Katzenhaltern häufig sehr beliebt, da es leicht zu transportieren und zu portionieren ist. Da die Katzennahrung in kleine Pellets gepresst wird, sind diese insgesamt gehaltvoller als Nassfutter, sodass eine Katze weniger davon benötigt. Willst du deine Katze nur mit Trockenfutter ernähren, solltest du auf ihre Flüssigkeitsaufnahme achten, da nicht alle Katzen den geringen Feuchtegehalt des Trockenfutters durch die Wasseraufnahme kompensieren.

Du willst deine Katze möglichst frisch und naturbelassen ernähren? Dann kann BARFen für dich das Richtige sein. Bei der „biologisch artgerechten Rohfütterung“ stellst du die Nahrung selbst aus rohem Fleisch, Innereien, Knochen, Ölen und Supplementen zusammen. Alternativ kannst du auch schon fertig vorbereitete, tiefgefrorene Rezepte benutzen. In jedem Fall solltest du unbedingt die richtige Lagerung des Fleisches bei -20° C berücksichtigen, da deine Katze ansonsten Würmer und andere Krankheitserreger aufnehmen könnte. Wer sichergehen will, dass seine Miez trotz Rohfleischfütterung wurmfrei ist, kann sie mittels eines Wurmtests für Katzen testen. Ein ausgewogenes Zutatenverhältnis ist wichtig, um Mängel zu vermeiden. Wie du deine Katze richtig BARFst, erfährst du hier.

Hinweis: Je nach Gesundheitszustand deiner Katze kann ein spezielles Futter für sie in Frage kommen. Stoffwechselerkrankungen, Tumore, Übergewicht oder Organerkrankungen sollten immer von tiermedizinischem Fachpersonal begleitet werden. Dieses ermittelt den individuellen Kalorien- und Nährstoffbedarf deiner Katze und stellt einen Diätplan mit Fütterungszeit, -häufigkeit und -menge zusammen.

Was dürfen Katzen nicht fressen?

Es gibt Lebensmittel, die für Katzen ungeeignet sind. Auch wenn Liebe durch den Magen geht, sollte deine Katze z. B. keine Speisereste oder Tischabfälle bekommen. Menschliches Essen ist oftmals salz- und fettreich, was bei deiner Katze zu Verdauungsproblemen und Übergewicht führen kann.

Milchprodukte können von ausgewachsenen Katzen oft nicht optimal verdaut werden, sodass es zu Durchfall kommt. Während Kätzchen noch in der Lage sind, die Laktose in der Muttermilch zu spalten, können adulte Katzen dies nicht mehr. Spezielle Katzenmilch ist hier eine Alternative.

Auch Hundefutter ist nicht für Katzen geeignet. Katzen haben einen viel höheren Eiweißbedarf als Hunde, sodass die langfristige Fütterung von Hundefutter zu Mangelerscheinungen führen kann.

Darüber hinaus gibt es Nahrungsmittel, die für deine Katze sogar giftig sind und deshalb unbedingt gemieden werden müssen, wie z. B.:

  • Schokolade
  • Kaffee
  • Kakaoprodukte
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • verdorbenes Futter
  • Avocado
  • Leber (in großen Mengen)
  • Thunfisch (in großen Mengen)

Die optimale Fütterungszeit und -häufigkeit

Wann und wie oft sollte ich meine Katze überhaupt füttern? Eine erwachsene Wohnungskatze mit ca. 4 kg Körpergewicht hat einen Tagesbedarf von ungefähr 190 kcal. Diese Tagesration sollte sie nicht in einer einzigen Portion bekommen. Gib ihr stattdessen über den Tag verteilt mehrere Rationen – die meisten Katzenhalter füttern ihre Katze zwei- bis viermal täglich.

Nicht immer fressen Katzen alles sofort auf. Viele Miezen zeigen keinen ausgeprägten Tagesrhythmus, was die Futter- und Wasseraufnahme angeht und werden als „Snacker“ bezeichnet. Steht Futter für sie bereit, nehmen sie in der Regel 10- bis 20-mal pro Tag ein wenig Futter auf.

Wie oft und zu welcher Tageszeit du deine Katze am besten füttern solltest, hängt von vielen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Alltagsumständen und Vorlieben ab und muss individuell betrachtet werden.

Die richtige Futtermenge

Im Durchschnitt frisst eine gesunde Katze zwischen 200 und 300 g Nassfutter bzw. 30 bis 70 g Trockenfutter pro Tag. Draußen lebende Katzen haben oftmals einen deutlich höheren Tagesbedarf als Wohnungskatzen. Sie streunen in der Nachbarschaft umher, jagen und toben, was zusätzliche Kalorien verbraucht.

Auch das Alter deiner Katze beeinflusst die richtige Futtermenge. Während junge Katzen mehr Energie für ihr Wachstum brauchen, haben Senioren häufig einen geringen Kalorienbedarf, da sie im hohen Alter gemütlich werden. Nicht zu vergessen sind die gesundheitlichen Voraussetzungen deines Stubentigers. Katzen mit Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, Tumorerkrankungen u. a. benötigen individuelle Fütterungsmengen, die spezifisch vom Tierarzt ermittelt werden.

Ist deine Katze normalgewichtig und gesund, kannst du dich an der Fütterungsempfehlung des Herstellers orientieren, die meist auf der Rückseite der Verpackung zu finden ist.

Was soll ich tun, wenn meine Katze nicht frisst?

Dass deine Katze nicht frisst, kann unterschiedliche psychische und körperliche Ursachen haben. Bei einem Futterwechsel z. B. kommt es im ersten Moment häufig zur Ablehnung des neuen Futters. Da sich der Stoffwechsel deines Tieres schrittweise an dieses Futter gewöhnen muss, solltest du seine Nahrung nicht allzu oft umstellen. Häufige Gründe für die Nahrungsverweigerung sind:

  • Übersättigung
  • verdorbenes (nicht mehr frisches) Futter
  • Futtermittelunverträglichkeit
  • Zahnprobleme
  • bakterielle, parasitäre oder virale Infekte
  • Vergiftung
  • hohes Alter

Futterumstellung

Eine Futterumstellung kann aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll sein, beispielsweise wenn deine Katze unter einer Futtermittelallergie leidet, ihr das herkömmliche Futter nicht mehr schmeckt, sie älter wird oder sich an ein höherwertiges Futter gewöhnen soll. Da Katzen neues Futter häufig mit Skepsis und Ablehnung betrachten, solltest du dir genügend Zeit für die Umstellung nehmen. Mische das neue Futter mit dem alten und erhöhe schrittweise den Anteil des neuen Futters:

  1. Tag 1-3: 25 % neues Futter, 75 % altes Futte
  2. Tag 3-6: 50 % neues Futter, 50 % altes Futter
  3. Tag 6-10: 75 % neues Futter, 25 % altes Futter
  4. ab Tag 10: 100 % neues Futter

Je nachdem, wie deine Katze auf das beigemischte Futter reagiert, kann die Anzahl der Tage variieren. Im Durchschnitt dauert es ca. 1 Woche, bis eine Katze bereit ist, sich auf ein neues Futter einzulassen. Folgende Maßnahmen können helfen, ihr das neue Futter schmackhafter zu machen:

  • Bevor du damit beginnst, neues und altes Futter zu mischen, kannst du einen Napf mit neuem Futter neben das bekannte Futter stellen, um die Katze an den unbekannten Geruch zu gewöhnen.
  • Erwärme das neue Futter leicht.
  • Püriere das neue Futter und füttere es aus der Hand.

Schaffe eine angenehme Fütterungsumgebung für deine Katze

Damit deine Katze in Ruhe fressen kann, solltest du eine angenehme Fütterungsumgebung schaffen. Dort darf sie ohne Störungen von außen ihre Mahlzeit zu sich nehmen. Darauf solltest du achten:

  • Wähle einen ruhigen Fütterungsort, z. B. in einer Ecke eines ruhigen Zimmers. Flure und Durchgangszimmer eignen sich nicht zur Fütterung deiner Katze.
  • Stelle frisches und sauberes Wasser in einer möglichst großen Metall- oder Porzellanschale bereit. Achte darauf, dass diese mindestens 2 Meter vom Futter entfernt steht, damit das Wasser nicht durch Futterreste verunreinigt wird. Deine Katze sollte den ganzen Tag Zugang zu Trinkwasser haben, sodass du gerne mehrere Wasserquellen im Haus verteilen kannst. Für Katzen, die laufendes Wasser bevorzugen, eignet sich ein Katzenbrunnen.
  • Lege einen Fütterungsrhythmus fest und halte dich daran (z. B. 4-mal täglich im Abstand von 4 Stunden).
  • Reiche deiner Katze Futter mit Raumtemperatur, um Bauchschmerzen vorzubeugen.
  • Wenn du in einem Mehrkatzenhaushalt lebst, dann weise jeder Miez ihren eigenen Napf zu.
  • Freilebende Katzen fressen Gras, um die Darmbewegung zu fördern und den Körper zu reinigen. Stelle deiner Wohnungskatze Katzengras oder eine Malzpaste zur besseren Ausscheidung der verschluckten Haare als Alternative bereit.

vetevo Fazit

Egal, ob deine Katze 7 oder nur ein einziges Leben hat – eine ausgewogene Ernährung bildet immer die Basis für ihre Gesundheit und sollte deshalb nicht außer Acht gelassen werden. Wie du deine Katze richtig fütterst, ist von vielen Faktoren abhängig. Sowohl Alter und Gewicht als auch Gesundheitsstatus und Aktivitätslevel spielen eine Rolle. Bei Unsicherheiten zur richtigen Fütterung deiner Katze kannst du immer deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Dieser weiß am besten, welches Futter in welcher Menge für deine Katze geeignet ist und berät dich auch in puncto artgerechter Rohfleischfütterung (BARF). Neben dem optimalen Nährstoff-, Wasser- und Kaloriengehalt darf schließlich ein ruhiger, angenehmer Fütterungsort nicht fehlen.

vetevo - aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  • Iben C., Liesegang A., Wichert B. et al., Hrsg.: Ernährung der Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b-006-161630
  • Bolbecher G., Hrsg.: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  • Dobenecker B.: Vorbeugendes Gewichtsmanagement - ein Leitfaden für die Praxis. kleintier konkret 2013; 16(01): 9 - 14. doi:10.1055/s-0032-1331074

Code: NEU20