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Wurmstudie 2019: Parasiten beim Hund, die unsichtbare Gefahr

Würmer! - Allein die Vorstellung, dass lebendige Würmer durch den Darm und andere Organe des geliebten Vierbeiners kriechen und dort ihr Unwesen treiben, schüttelt einen. Es führt aber kein Weg daran vorbei: Als verantwortungsbewusster Tierhalter muss man sich mit dem Risiko des Wurmbefalls, den Symptomen und deren Behandlung auseinander setzen. Und das nicht nur dem Tier zuliebe. Denn ist das Tier erst von Parasiten befallen, können die Fieslinge auch auf den Menschen übertragen (Zoonose) und gefährlich werden.

Inhaltsverzeichnis:

Folgende Parasiten traten bei den positiv getesteten Hunden am häufigsten auf

Wurmstudie 2019 - Folgende Parasiten traten bei positiv getesteten Hunden
  • 58,8% Giardien (Giardia) - Sie verursachen schleimigen Durchfall oder machen sich durch schleimüberzogenen Kot bemerkbar.
  • 14,8% Spulwürmer (Toxocara canis) - Sie können Blähungen, Schmerzen im Unterleib, Durchfall, und Übelkeit mit Erbrechen bei den geliebten Vierbeinern verursachen.
  • 10,5% Hakenwürmer (Ancylostoma caninum) - Sie saugen Blut aus den Innereien des Hundes und verursachen blutigen Durchfall, Gewichtsverlust, Schwäche und Blutarmut.
  • 4,8% Kokzidien (Coccidia) - Hierbei handelt es sich zwar um keine Würmer, aber dennoch Parasiten. Sie besiedeln den Magen-Darm-Trakt und lösen dort Durchfall aus. Insbesondere bei Jungtieren kann das tödlich enden.
  • 10,5% andere Parasiten wie etwa Bandwürmer (Dipylidium caninum) oder Peitschenwürmer (Trichuris vulpis), die unspezifische Symptome wie Unwohlsein oder Gewichtsverlust auslösen können, wurden zudem nachgewiesen.

Hast du deinen Vierbeiner schon mal auf Giardien getestet? Mit dem Wurmtest hast du Gewissheit

Wir haben mithilfe von Forschern und Biologen anhand der Daten von knapp 10.000 Kotuntersuchungen von Hunden, Katzen und Pferden einen großen Parasiten-Atlas für Deutschland erstellt.

Fun-Fact: Hundebesitzer küssen ihre Hunde öfter als ihren Partner

Laut einer Studie des amerikanischen Hundefutter-Produzenten Riley’s haben 52% der befragten Hundehalter geantwortet, dass sie ihren Hund öfter küssen als ihren Partner. Ebenfalls 52% gaben an, dass sie lieber in einem Bett mit ihrem Hund schlafen als mit ihrem Partner. Und 94% bleiben lieber zu Hause bei ihrem Hund, als dass sie mit Freunden ausgehen.

Pferde insbesondere von Strongyliden befallen, Katzen von Giardien

Unsere Studie zeigt außerdem, dass bei Pferden mit 21,3% eine höhere Wahrscheinlichkeit eines Wurmbefalls vorliegt als bei Hunden mit 12%. Pferde werden dabei mit einem Anteil von 89,5% hauptsächlich von Strongyliden (Palisadenwürmer) heimgesucht, die meist Durchfälle und Koliken verursachen. Auch bei Pferden scheint es ein Nordsüd-Gefälle zu geben. Die Wahrscheinlichkeit des Wurmbefalls liegt hier bei rund 11% im Norden gegenüber rund 8% im Süden.

Katzen haben wir mit 44,9% positiv auf Parasiten getestet. Mit einem Anteil von 95,5% sind sie dabei ein wahrer Giardien-Magnet. Bei Katzen lässt sich zudem eine tendenziell höhere Wahrscheinlichkeit zum Wurmbefall in der südlichen Hälfte Deutschlands beobachten.

Wie du dich und dein Tier schützen kannst

Einen lückenlosen Schutz vor Parasitenn gibt es nicht. Es gibt zu viele Wege, wie Parasitenihren Weg in das Tier finden. Sei es beim Gassigehen schon durch das Schnüffeln an den Hinterlasssenschaften anderer Tiere oder durch Wälzen auf einer Hundewiese. Zack! - sind die Eier im Fell. Und auch als Hundehalter kann man die widerstandsfähigen Wurmeier mit den Schuhen selbst ins Haus tragen. Da hilft nur extreme Sauberkeit und das auch nur zu einem gewissen Maß.

Regelmäßige Wurmtests sorgen für Gewissheit, ob eine Wurmkur durchgeführt werden muss. “Denn unnötige Wurmkuren machen keinen Sinn,” weiß Dr. Julia Katharina Schlichting, Laborleitung vetevo, “Je öfter eine Wurmkur durchgeführt wird, desto mehr werden die Resistenzen der Parasiten gefördert.”

Wenn der Wurm im Menschen ist

Der Hundespulwurm (Toxocara canis) gehört zu den Würmern, die auf Menschen übertragen werden können (Zoonose). Während das Immunsystem eines Erwachsenen mit dem Befall noch einigermaßen zurecht kommt, sieht das bei einem Kind schon anders aus. Und ausgerechnet Kinder sind es, die am ehesten mit den Spulwürmern infiziert werden. Die aufgenommenen Larven wachsen zwar nicht zu erwachsenen Spulwürmern heran, weil der Mensch ein Fehlwirt ist, doch machen die Larven stattdessen eine Gewebewanderung durch und schädigen dabei häufig Auge, Lunge, Leber und das zentrale Nervensystem. Störungen der Motorik und Epilepsie sind mögliche Folgen. Wurmbefall bei Tieren und die Folgen für den Menschen sind also nicht zu unterschätzen.

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