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Scheinträchtigkeit beim Hund

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Was ist eine Scheinträchtigkeit beim Hund und warum gibt es sie?

Dass die liebste Vierbeinerin ab und zu ihre Sachen im Garten verbuddelt, kennt man ja bereits. Aber es geht noch komischer! Hast du vielleicht schon erlebt, dass Socken in der Wohnung rumgeschleppt werden und ein Nest gebaut wird? Ihr Verhalten erinnert fast an das Bemuttern von Welpen. Aber was wenn es doch keine gibt? Warum macht sie das?

Scheinträchtigkeit oder Scheinschwangerschaft (Pseudogravidität), auch Stillen ohne Schwangerschaft (Lactatio sine graviditate) oder falsches Stillen (Lactatio falsa) genannt, kommt bei vielen unkastrierten Hündinnen vor. Ungefähr 30% davon haben so starke Symptome, dass es zu Problemen kommt.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Scheinträchtigkeit?

Bei der Scheinträchtigkeit handelt es sich um eine nicht vorhandene, vorgetäuschte Schwangerschaft. Während der Scheinträchtigkeit verhält sich die Hündin als ob sie trächtig ist oder bereits Welpen geboren hat. Die Scheinschwangerschaft kann auch ohne vorherigen sexuellen Kontakt mit einem Rüden auftreten.

Ursachen für eine Scheinschwangerschaft

Wieso bekommen Hündinnen oft Scheinträchtigkeiten? Das ist auf die weiblichen Geschlechtshormone beim Hund und den Zyklus zurückzuführen. Die Scheinträchtigkeit kommt nur bei unkastrierten Hündinnen vor und tritt ein paar Wochen nach der fruchtbaren Phase (Läufigkeit) auf.

Während der Läufigkeit sorgen verschiede Hormone dafür, dass deine Hündin schwanger werden könnte. Die Gebärmutterschleimhaut wird dicker und es kommt zu dem charakteristischen nervigen Ausfluss. Wird sie dann doch nicht schwanger, so pendeln sich die Hormonlevel über die nächsten Wochen und Monate wieder auf ein normales Maß ein.

Die Dauer dieser Phase ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Die nächste Läufigkeit einer Hündin kann nach mehreren Wochen oder auch nach mehreren Monaten wieder einsetzen. Meistens hat sie aber zwei im Jahr, bei größeren Rassen oft auch nur eine.

Sollte es aber zu einem Überschuss des Hormons “Prolaktin” kommen, so kann deine Hündin die Scheinträchtigkeit entwickeln. Dieses Wort setzt sich zusammen aus Pro - was soviel heißt wie „für“ und Laktin - was mit „Milch“ übersetzt werden kann. Und genau dafür ist es da. Denn mit der Ausschüttung von Prolaktin kommt es zur Milchproduktion und zum Anschwellen des Gesäuges.

Warum gibt es die Scheinträchtigkeit?

Um diese Frage zu verstehen, müssen wir ein paar Jahre in der Evolution zurück gehen und uns den Vorfahren des Hundes - den Wolf - näher anschauen. Der Wolf ist ein Rudeltier und lebt in einer strengen Rangordnung. Das ranghöchste Tier ist die so genannte Alphawölfin, welche als stark und clever gilt. Sie alleine ist auserwählt, Junge zu gebären und somit das Rudel mit dem besten genetischen Material auszustatten.

Allerdings ist sie nicht nur die auserwählte Mutter, sondern auch noch eine gute Jägerin. Sie hat die wichtige Aufgabe, das Rudel zu beschützen und zu ernähren. Deswegen werden schwächere und rangniedrige Ammen eingesetzt, die bei der Ernährung der Welpen bei Bedarf mithelfen können. Da es in der Wolfwelt jedoch keine Milchpumpen, Fläschchen oder Ersatznahrung gibt, hat sich die Natur etwas Großartiges ausgedacht: Die Ammenwölfinnen stellen ihre Milch selbstständig her.

Symptome der Scheinträchtigkeit

Die Anzeichen einer Scheinträchtigkeit können sich ganz unterschiedlich äußern. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Schmerzhafte und geschwollene Zitzen
  • Appetitlosigkeit
  • Verhaltensstörungen

Schmerzhafte und geschwollene Zitzen (Gesäugeleiste)

Durch die Wirkungsweisen des Hormons Prolaktin kommt es bei der Hündin zum besagten Milcheinschuss in die Gesäugeleiste. Manche Hündinnen belecken und besaugen sogar ihre Zitzen und regen dadurch die Milchproduktion noch zusätzlich an. Ein angeschwollenes und wundes Gesäuge, das je nach Milchmenge und Leckverhalten schmerzhaft sein kann, ist die Folge.

Appetitlosigkeit

Die Appetitlosigkeit der Hündin durch eine Scheinträchtigkeit hat vermeintlich zwei verschiedene Gründe. Die Hormone bewirken eine Art Depression und Niedergeschlagenheit. Die Hunde fühlen sich schlapp. Selbst das Essen fällt schwer. Und auch die angeschwollenen und oftmals schmerzhaften Zitzen verderben den Appetit.

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Homöopathie bei Scheinträchtigkeit

Die als schonendere Variante bezeichnete Homöopathie wird im Falle einer Scheinträchtigkeit immer häufiger als Variante gewählt. Hier wird oft und gerne auf Pulsatilla, die Wiesenküchenschelle zurückgegriffen. Pulsatilla kann als Globuli verabreicht oder durch den Tierarzt unter die Haut gespritzt werden.

Scheinträchtigkeit vorbeugen

Neben den vorgestellten Behandlungsmethoden gibt es eine Alternative, die bereits als Vorbeugung eingesetzt werden kann: Kastration der Hündin. Vorteile davon sind die Verhütungsfunktion aber auch die Vermeidung einer Scheinschwangerschaft.

Wenn eine Kastration fachgerecht durchgeführt wurde, kann bei Deiner Hündin eigentlich keine Scheinträchtigkeit mehr auftreten, denn die Hormone die dazu führen, können dann nicht mehr freigesetzt werden. Falls Du dich zu diesem Eingriff entscheidest, darf dieser allerdings erst 4–6 Wochen nach dem Abklingen der Symptome der Scheinträchtigkeit vorgenommen werden. Ansonsten kann es nämlich zum Fortbestehen (Persistenz) des Problemverhaltens kommen.

vetevo Fazit

Die Scheinträchtigkeit der Hündin ist paradox und gibt dir als Tierhalter einige Rätsel auf. Bei starker Ausprägung kann es sogar zu aggressivem Verhalten gegen dich und deine Mitmenschen kommen. In einem solchen Fall solltest du unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen.

vetevo - aus Liebe zum Tier.

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