Hündin: Anatomie Traechtigkeit Geburt

Wunder Hündin: Faszinierende Fakten zu Anatomie, Hormonzyklus, Trächtigkeit und Geburt

Biologisch gesehen sind Hormonzyklus, Trächtigkeit und die Geburt von Welpen wahre Wunder. Wir nehmen Dich mit auf einen spannenden Exkurs und zeigen, wie am Ende des Zusammenspiels von komplexen Hormonen, Geschlechtsorganen und ein bisschen tierischer Amore kleine Hundekinder das Licht der Welt erblicken.

Inhaltsverzeichnis:

Die Anatomie des Geschlechtsapparat der Hündin

Der Überblick über alle funktionellen Einheiten des Geschlechtsapparat der Hündin gibt Aufschluss über den gesamten Verlauf der Trächtigkeit und das Zusammenspiel von Hormonen und Zyklusphasen.
Lage Eierstöcke Gebärmutter Hündin

Die Eierstöcke (Ovarien)

Die Eierstöcke sind zwei relativ kleine, rundliche Gebilde rechts und links in meinem unteren Bauch. Man nennt sie auch Ovarien. Die Eierstöcke sind so etwas wie die „Wiege des Lebens“: In ihnen reifen nach Einsetzen der Geschlechtsreife regelmäßig Eizellen heran und sie geben Hormone wie Östrogen in den Körper ab. Um Eizellen bilden zu können, sind in den Eierstöcken sogenannte „Follikel“ gespeichert. Die Follikel reifen später zu einer Eizelle heran. 

Übrigens sind die Eierstöcke das, was während der Kastration der Hündin entnommen wird. Deswegen besteht danach keine Chance mehr auf Welpen und alles, was mit den Hormonen zusammenhängt (also Läufigkeit, Scheinträchtigkeit und Co.) ist kein Thema mehr.

Der Eileiter

An die Eierstöcke schließt sich der Eileiter an. Er kann die Eizelle zur Gebärmutter transportieren. Dazu „springt“ die Eizelle in den Eileiter, deshalb nennt man den Vorgang auch „Eisprung“. Der Tierarzt würde den Eisprung vermutlich „Ovulation“ nennen, falls Du mal mit ihm über sowas reden willst. Die Eizelle bleibt einige Tage im Eileiter. Etwa zwei bis drei Tage lang reift sie noch, dann bleibt sie drei bis fünf weitere Tage dort und kann befruchtet werden. Befruchtet bedeutet, dass ein Spermium zur Eizelle schwimmt und in sie eintritt. 

Die Gebärmutter

Der Eileiter mündet in die Gebärmutter. Auf schlau sagt man dazu „Uterus“ oder „Metra“, das könnte Dir mal bei Worten wie Gebärmutterentzündung (Pyometra) oder anderen medizinischen Begriffen über den Weg laufen. Man nennt die Gebärmutter auch „keimbewahrendes Organ“, denn in ihr entwickelt sich der Embryo - so nennt man Hundewelpen ganz am Anfang ihrer Entwicklung im Bauch der Mutter. Die Gebärmutter besteht aus zwei „Hörnern“, also zwei Schenkeln, die vom Gebärmutterhals zu den beiden Eierstöcken führen. 

Das ist ein kleiner Unterschied zu den Frauen: bei ihnen haben sich die beiden Hörner zu einer Gebärmutterhöhle fusioniert! 
Am Gebärmutterhals verbinden sich die beiden Hörner. Er liegt etwa auf Höhe meiner Harnblase. Direkt an den Gebärmutterhals, auch Cervix genannt, schließt die Vagina an. Am Übergang zwischen Cervix und Vagina ist ein sehr schmaler Kanal, er bildet den Muttermund. Der Muttermund ist ziemlich wichtig. Wenn eine Hündin läufig ist, ist der Muttermund weit geöffnet und ermöglicht den Spermien den Weg in Richtung Eizelle. Während der Trächtigkeit und außerhalb der Läufigkeit ist er sehr fest verschlossen und schützt die Gebärmutter und die heranwachsenden Welpen vor Keimen. Erst mit den Wehen öffnet sich der Muttermund wieder.

Die äußeren Geschlechtsteile - Vagina und Vulva

Die Vagina schließt an den Gebärmutterhals an. Sie ist mit einer sehr faltigen Schleimhaut ausgekleidet und kann sich bei der Geburt stark weiten. Für den Deckakt unabdingbar. Bei uns Hunden (ebenso wie bei ein paar anderen Haustierspezies) gibt es eine Besonderheit: Der Rüde kann das Sperma direkt in die Gebärmutter abgeben. 

Anhand der Vulva kann man von außen ziemlich schnell erkennen, dass es sich bei dem Hund um ein Hundemädchen handelt. Die Vulva besteht aus den beiden Schamlippen und schwillt zum Beispiel während der Läufigkeit an. 
Geschlechtsorgane Hündin Anatomie

Wie entwickelt sich eine Eizelle vor dem Eisprung?

Die Eizelle entspringt aus dem Eierstock: Die Follikel sind die Funktionsgebilde des Eierstocks und aus jedem Follikel kann eine sprungreife Eizelle heranreifen. „Follikel“ ist der Name für eine Eizelle, die von einer dünnen Zellschicht (die heißt „Epithelhülle“) umgeben ist. Durch verschiedene Hormone im Zyklus der Hündin werden die Follikel angeregt sich weiter zu entwickeln. Wenn die Follikel reifen, durchlaufen sie verschiedene Phasen:

1. Phase: Primärfollikel als Eizellanlage

Ein Follikel (Eizellanlagen) in der Anfangsphase, der wie alle anderen im Eierstock gespeichert ist, nennt man Primärfollikel. In jedem Eierstock sind mehrere hunderttausend Primärfollikel auf Vorrat gespeichert und nur vergleichsweise wenige von ihnen reifen im Laufe eines Hundelebens zu einer sprungreifen Eizelle heran.

2. Phase: Aktivierung der Eizelle (Sekundärfollikel)

Sobald der Follikel beginnt, zur Eizelle heran zu reifen, nennt man ihn Sekundärfollikel. Von außen würdest Du keine maßgebliche Veränderung erkennen. Nur die Schutzhülle um die Eizelle ist etwas dicker geworden.

3. Phase: Heranreifen der Eizelle (Tertiärfollikel)

Jetzt würdest Du den Follikel von außen erkennen, denn er drückt sich als kleine Blase in die Oberfläche des Eierstocks. Der Follikel ist sehr groß und die Eizelle macht sich bereit für den Eisprung.

4. Phase: Der Eisprung der Eizelle

Beim Eisprung verlässt die Eizelle ihre „Follikelhöhle“ und wandert in den Eileiter. Übrigens bekommen Hündinnen ja in der Regel mehrere Welpen auf einmal. Damit das funktioniert, reift bei Hündinnen in jedem Zyklus nicht nur ein Follikel bis zum Eisprung heran, sondern – je nach Größe und Rasse der Hundeeltern – drei bis acht! 

Nach dem Eisprung wird es eigentlich erst richtig spannend: die ehemalige Schutzhülle aus dem Follikel entwickelt sich weiter und spielt eine wichtige Rolle im Zyklus, denn sie bildet den Gelbkörper.

Der Gelbkörper bildet sich nach dem Eisprung

Verschiedene Hormone aus dem Gehirn bringen die leere Follikelhöhle dazu, sich zu einem „Gelbkörper“ zu entwickeln. Der Gelbkörper erhält seine gelbe Farbe dadurch, dass sich viele kleine Fetttröpfchen in ihn einlagern. Dadurch wird er viel größer als der Tertiärfollikel. 

Ist der Gelbkörper fertig entwickelt beginnt er das Hormon Progesteron zu entwickeln. Progesteron verhindert, dass neue Follikel reifen und bereitet die Wand der Gebärmutter darauf vor, die befruchteten Eizellen aufzunehmen. Die Gelbkörperphase ist recht kurz, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Bei der Frau dauert die beispielsweise 12-14 Tage und wird nur dann verlängert, wenn ein Kind im Bauch heranwächst. 

Bei Hündinnen gibt es hier eine riesen Besonderheit im Tierreich: Denn unsere Gelbkörper produziert, völlig unabhängig davon, ob eine Trächtigkeit da ist oder nicht, ca. 60 Tage lang Progesteron. Das ist etwa die normale Dauer einer Trächtigkeit. Hormonell betrachtet sind wir also im Anschluss an die Eisprünge immer trächtig: Man spricht dann von „Scheinträchtigkeit“. Tierärzte mögen diesen Begriff irgendwie nicht so sonderlich und sagen lieber medizinisch richtig Lactatio falsa, weil nach der Scheinträchtigkeit oft eine Aktivität der Milchdrüsen mit einer "falschen Milchproduktion" startet. 

So viel zu den anatomischen Grundlagen. Damit Follikel reifen und Welpen heranwachsen können, sind die Hormone das A und O. Weiter geht’s mit dem Hormonen und dem verbundenen Zyklus der Hündin.

Die weiblichen Geschlechtshormone

Kommen wir jetzt also zu den Hormonen. Es sind die Stoffe, die alle Vorgänge im Zyklus, in der Schwangerschaft und während der Geburt regeln. Menschen schieben gerne ihre miese Laune auf die Hormone. Auch bei Hündinnen kann man öfters Wesensänderungen feststellen.

Östrogen – das ultimative weibliche Geschlechtshormon

Östrogen hast Du bestimmt auch mal gehört, oder? Es wird hauptsächlich im Eierstock, aber auch in der Plazenta und in der Nebennierenrinde produziert. Die Hormone FSH ("Follikel stimulierendes Hormon" - für die Anregung des Wachstums) und LH ("luteinisierendes Hormon" - für die Anregung zum Eisprung) aus dem Gehirn steuern die Östrogenbildung und -freigabe. 

Östrogen sorgt für die Ausprägung von weiblichen Geschlechtsmerkmale, wie das Wachstum der Milchdrüsen oder generell für ein weibliches Erscheinungsbild. In der Gebärmutter fördert Östrogen den Aufbau der Schleimhaut und stärkt die Muskulatur. Vor dem Eisprung öffnet es den Muttermund, sodass die Spermien im Falle eines Deckaktes durch die Gebärmutter zum Eileiter wandern können. Östrogen bewirkt während der Läufigkeit, dass die Vulva sichtlich anschwillt und Hündinnen ganz verrückt nach den Rüden werden.

FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon)

FSH und LH werden im Gehirn produziert, genauer in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Sie wirken auf die Geschlechtsorgane. FSH bewirkt die Follikelreifung im Eierstock und startet die Bildung von Östrogen. LH sorgt für den Eisprung und die Entwicklung des Gelbkörpers. Während der Follikelreifung steigt die LH-Konzentration im Körper immer mehr an, bis es schließlich zum sogenannten „LH-Peak“ kommt. Das ist ein plötzlicher und sehr starker Anstieg der LH-Konzentration, der am Ende für den Eisprung sorgt. 

Fun-Fact: Genauso wie Östrogen gibt es auch die Hormone FSH und LH im Körper von Rüden. Bei ihnen wirken sie natürlich nicht auf die Follikelreifung, sondern auf die Bildung von Testosteron und Spermien! 

Progesteron – zum Schutz der Schwangerschaft

Progesteron ist ein wichtiges Hormon im weiblichen Körper. Übrigens in allen weiblichen Körpern, auch bei den Frauen! Es wird im Gelbkörper produziert und im späteren Verlauf der Schwangerschaft auch im Mutterkuchen- der Plazenta. 

Progesteron erhält die Trächtigkeit aufrecht. Außerdem bereitet es die Milchdrüsen auf das Säugen vor. Es verändert die Oberfläche der Schleimhaut in der Gebärmutter und entspannt die Muskeln in ihrer Wand, sodass sich der Embryo gut einpflanzen kann. Progesteron bewirkt auch, dass er während der Trächtigkeit der Muttermund fest verschlossen bleibt. Das dient zum Schutz des Nachwuchses.

Prolaktin – die Milch macht’ s

Auch Prolaktin hat eine wichtige Funktion und wird ebenfalls von der Hypophyse ausgeschüttet. Dabei ist es sehr spannend, wann und wieso Prolaktin ausgeschüttet wird. Die Ausschüttung von Prolaktin wird vom Schlaf-Wach-Rhythmus gesteuert, Wissenschaftler nennen ihn auch den „circadianen Rhythmus“. Auch wenn Welpen beginnen, an den Zitzen einer Hündin zu saugen, wird Prolaktin ausgeschüttet.

Prolaktin bewirkt das Wachstum der Milchdrüsen und ganz wichtig: Die Milchproduktion! Außerdem steuert Prolaktin das Brutpflegeverhalten und bringt Hündinnen dazu, sich gut um ihre kleinen Welpen zu kümmern. Aber nicht nur Hündinnen produzieren Prolaktin. Das Hormon ist auch im Körper von Rüden zu finden, wodurch auch ihr Brutpflegeverhalten gefördert wird. Der Sexualtrieb wiederum wird von Prolaktin herabgesetzt. 

Oxytocin – das Kuschelhormon

Die wichtige Funktion von Oxytocin kommt vor allem zum Zeitpunkt der Geburt zum Tragen: Es löst die Wehen aus und sorgt dafür, dass sich die starken Muskeln in der Gebärmutter anspannen, um die Welpen herauszupressen. Weiterhin leitet Oxytocin das Säugen ein, indem es die Milchdrüsen dazu veranlasst, Milch freizugeben. 

Oxytocin hat außerdem noch eine ganz besondere Aufgabe: Es sorgt zum einen für die Bindung zwischen Hundemama und Welpen. Zum anderen bewirkt es auch die Paarbildung, übrigens auch bei Menschen. Man nennt es lustigerweise deshalb auch „Kuschelhormon“. Richtig schlaue Menschen haben etwas ganz Spannendes über Oxytocin herausgefunden... Du schüttest es aus, wenn Du einem anderen Menschen ganz lange in die Augen siehst. Wie das auf Dich wirkt, kannst Du Dir sicher vorstellen. Jetzt kommt aber der Clou – auch wenn Du deinen Hund ansiehst, schüttet ihr Oxytocin aus. Das ist nur einer der Gründe, warum wir unsere Hunde so liebhaben! 

Der Zyklus der Hündin

Hündinnen haben einen monöstrischen Zyklus, das bedeutet, dass die Eisprünge nur etwa ein- bis zweimal im Jahr stattfinden. Hündinnen haben deshalb in der Regel ein bis zwei (maximal drei) Läufigkeiten im Jahr. Komischerweise drehen die Rüden im Wald dann total durch und verfolgen die Hündinnen die ganze Zeit. Das kann ziemlich nervig und stressig sein. Aber wie hängt das alles nun zusammen und welche Hormonen sind im Spiel?

Im Zyklus unterscheidet man vier Phasen:
Hormonzyklus der Hündin

Proöstrus - Vor dem Eisprung

Die erste Phase des Zyklus dauert etwa neun Tage an (bei ganz jungen Hündinnen durchaus auch mal länger). Die Vulva ist angeschwollen und Du siehst diesen blutig-gefärbten Ausfluss. Diese Blutung dient bei der Hündin interessanterweise dem Gebärmutterschleimhaut-Aufbau, nicht Abbau wie bei der Frau. Zeitgleich fangen die Hündinnen an, verdammt verführerisch für Rüden zu riechen. Solange die Vorbereitung der Eisprünge noch nicht abgeschlossen ist sind die Hündinnen in der Phase meist ziemlich zickig gegenüber Artgenossen. 
Welche Hormone sind aktiv? In dieser Zeit kommt es zu einer erhöhten Freisetzung des Follikelstimulierenden Hormons FSH was die Eizellenreifung vorantreibt und zu einem Anstieg von Östrogen führt. Dem hauptsächlichen Hormon in der Läufigkeit. Durch den Anstieg des LH kommt es letztendlich zum Eisprung. Und damit zum Östrus.

Östrus - Die Eisprungphase

Diese Phase wird auch Duldungsphase genannt und dauert im Durchschnitt auch etwa neun Tage. Der Ausfluss ist dann nicht mehr blutig, sondern eher verwaschen-rosa, auch fleischwasserfarben genannt. Die Vulva ist deutlich vergrößert und geschwollen.In dieser Phase ist die Hündin den Rüden gar nicht mehr abgeneigt und stellt bereitwillig ihre Rute zur Seite, sie ist „heiß“. Wer hier als Besitzer nicht aufpasst hat ca 64 Tage später Nachwuchs im Haus. 

Denn wenn nach dem Eisprung und einer (versehentlichen) Begattung Spermien und Eizellen im Eileiter zusammenfinden, kommt es zur Befruchtung der Eizellen und einer Einnistung in der Gebärmutter. Et voila, die Hündin ist trächtig oder auch salopp gesagt schwanger.

Metöstrus - Trächtig, ja oder nein?

Der Met-Östrus dauert etwa 90-120 Tage. In dieser Zeit ist das Hormon Progesteron für die Vorbereitung und Schutz der Schwangerschaft verantwortlich. Die Gebärmutterschleimhaut stellt sich auf das bemuttern der Embryonen ein. 

Wenn keine befruchteten Eizellen in der Gebärmutter sind, wird in dieser Zeit langsam die Schleimhaut der Gebärmutter wieder in ihre inaktive Ausgangsverfassung zurückversetzt. Durch den doch sehr hohen Progesteronspiegel kommt es dennoch oft zu Ausprägungen einer Scheinschwangerschaft.  

Anöstrus - Inaktive Zwischenzeit

Etwa 60-90 Tage sind Hündinnen „sexuell inaktiv“ und die Gebärmutter befindet sich quasi in der Ruhephase. Diese Phase ist deutlich länger als bei der Frau.In dieser Zeit sind Hündinnen für Rüden uninteressant und die Damen können sich ihrem normalen Hundealltag widmen – spielen, schnüffeln und Vögel jagen. Die Rüden benehmen sich wieder normal und alle können gemütlich durch den Wald spazieren.

Solltest Du über das Thema Kastration nachdenken, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. 

Ein gesamter Zyklus mit allen Phasen dauert durchschnittlich 28 Wochen, wenn die Hündin zwei mal im Jahr läufig wird.  

Die Trächtigkeit (Schwangerschaft) beim Hund

Klar, grundsätzlich sind Welpen natürlich etwas Schönes. Allerdings sollte man das mit dem Züchten nur dann in Angriff nehmen, wenn man sich über die Risiken und Aufgaben, die da so auf einen zukommen, im Klaren ist. Denn durch immer mehr zunehmende Hobbyzucht schleichen sich einige gesundheitliche Risiken und Krankheiten beim Nachwuchs ein. Daher solltest Du dir unbedingt professionelle Hilfe dazu holen, falls das Thema Nachwuchs mit der eigenen Hündin für Dich interessant ist. Zum Beispiel empfiehlt es sich eine Tierarztpraxis zu suchen, die sich mit jeden Fall eine Tierarztpraxis suchen, die sich mit Betreuung von Züchtern auskennt!

Dauer der Trächtigkeit bei der Hündin

Die Trächtigkeit dauert etwa 64-66 Tage.

Dabei ist der Beginn der LH-Peak um den Zeitpunkt des Eisprunges (Östrus) und das Ende die Geburt. Leider kann man bei ungeplanten Würfen immer nur schwer voraussagen, wann der Geburtstermin ist.

Wie funktioniert eine Deckterminbestimmung?

Erster wichtiger Schritt nach der Auswahl eines geeigneten vierbeinigen Partners ist eine Deckterminbestimmung. LH ist eines der wichtigsten zyklus-regulierenden Hormone. Ungefähr zwei Tage nach dem LH- Peak findet der Eisprung statt. Diesen Zeitpunkt kann man beim Tierarzt durch Messen von LH und Progesteron im Blut bestimmen (Feststellung des Zyklusstadiums). Daraus kann ziemlich genau der Geburtstermin bestimmt werden. Durch die lange Lebensfähigkeit der Spermien des Rüden kann es aber auch dazu kommen, dass sich die eigentliche Befruchtung der Eizellen ein paar Tage nach hinten verschiebt. Daher hat man bei der Hündin einen Schwankungsbereich des Geburtstermins von 57-69 Tagen nach dem LH Peak.

Anzeichen der Trächtigkeit

Um eine Trächtigkeit bei der Hündin eindeutig festzustellen ist eine Trächtigkeitsuntersuchung beim Tierarzt die sicherste Vorgehensweise. Als erstes wird eine Ultraschalluntersuchung des Bauches ab der 3. Woche durchgeführt.Schon ab dem 23. Trächtigkeitstag nach dem LH-Peak kann man den Herzschlag der Welpen im Ultraschall sehen. Mit einer Blutuntersuchung kann das schwangerschaftsspezifische Hormon Relaxin nachgewiesen werden. Vorher sieht man der Mutter äußerlich nichts an. Ihr Verhalten ist durch die eh lang andauernde Progesteronphase nach der Läufigkeit im Metöstrus (ca 90-120 Tage) und einer oft vorliegende Scheinschwangerschaft nicht zwangsläufig von einer Trächtigkeit zu unterscheiden.

Fun fact: Metöstrus ist die Phase nach der Läufigkeit in der das Progesteron eine mögliche Schwangerschaft schützt und den Feten eine Einnistung in die Gebärmutter ermöglicht. Diese Phase geht 90-120 Tage lang und eine Trächtigkeit dauert nur 64-66 Tage. 

Ab der 6. Woche kann eine Röntgenuntersuchung Aufschluss über die Anzahl der Welpen geben, denn dann ist so langsam das knöcherne Skelett ausgebildet und der Tierarzt kann die Wirbelsäulen zählen. 

Ab der zweiten Trächtigkeitshälfte sieht man deutlicher Anzeichen. Die Leibesfülle nimmt zu, sprich der Bauch wird runder. Die Hündin bewegt sich nur noch an ihr eigenes Bewegungsgemüt angepasst und die Milchleisten vergrößern sich. 

Kurz vor der Geburt sieht man schon Tropfen an den Zitzen. Ca. 2 Tage vor der Geburt kann man richtig Milch ermelken und die Körpertemperatur sinkt ab, dazu weiter unten mehr.

Kontrolle der Trächtigkeit

Während der Trächtigkeit sollte man regelmäßige Ultraschalluntersuchungen machen. Zum einen um die Gesundheit der Welpen zu garantieren, zu schauen wie viele es sind und um den Geburtstermin voraussagen zu können. Es gibt immer wieder Fälle, wo mittels Ultraschall festgestellt wird, dass einer der Feten sich zurückgebildet (resorbiert) hat. So können sich alle ausreichend auf die Geburt vorbereiten.   

Komplikationen bei der Trächtigkeit

Ein kranker Welpe in der Gebärmutter der Hündin kann zu Komplikationen führen. Entweder bildet er sich im frühen Stadium der Trächtigkeit zurück (Resorption), oder aber der Welpe mumifiziert (Absterben, verbleibt bis zur Geburt in der Gebärmutter). Es gibt verschiedene Ursachen dafür, eine der häufigsten sind Infektionskrankheiten der Mutter (z.B. mit Herpes). Auch kann es durch eine zu hohe Welpenanzahl zu Einengungen des Brust und Bauchraumes der Mutter kommen, was zu wenig Appetit und Kreislaufbelastungen der Mutter führt. Dann sollte über ein Kaiserschnitt nachgedacht werden. 

Besonders gefährlich kann es werden, wenn nur ein Welpe im Bauch heranwächst! Wenn er sich Zeit lässt und gemütlich den Weg nach draußen einschlägt, kann er schnell mal zu groß für den dafür nicht ausgelegten Geburtsweg werden.

Die Entwicklung des Welpen im Mutterleib

Die Tatsache, dass aus einer Eizelle und einer Samenzelle ein kleiner perfekter Welpe heranwächst ist schon ein ziemliches Wunder. Der Welpe durchläuft dabei zwei Entwicklungsphasen: 

Embryonale Phase

Mit der sogenannten „Ovulation“ springt die Eizelle in den Eileiter. Nachdem sie dort noch zwei Zellteilungen durchleben muss, bevor sie reif ist, kann sie befruchtet werden. Frühestens ab dem dritten Tag nach dem Eisprung kann ein Spermium in die Zelle eindringen. Die Spermien können ganze sieben Tage in der Gebärmutter überleben, bis es zur Befruchtung kommt. Eine echte Leistung! 

Nach der Befruchtung bleiben die Eizellen etwa acht bis neun Tage im Eileiter und beginnen die Zellteilung. Schließlich wandert der entstandene Zellkomplex in die Gebärmutter. Da eine Hündin meist mehrere Welpen gebärt, verteilen sich einige befruchtete Eizellen auf die beiden Uterushörner. 

Etwa am 14. Tag nach der Empfängnis findet die Einpflanzung des Embryos in die Gebärmutter statt: Die Fruchthüllen, die die sogenannte Fruchtblase bilden, verschmelzen mit der Gebärmutterwand. Nun entwickelt sich der Embryo immer weiter und die ersten Organe bilden sich aus.Um den Embryo bildet sich die Plazenta. Die Plazenta wird auch Mutterkuchen genannt und sorgt dafür, dass der Embryo ständig mit Nährstoffen versorgt wird.

Geburtszeitpunkt bei der Hündin bestimmen

Die Bauch- und Beckenmuskulatur der Hündin erschlafft kurz vor der Geburt, das kannst Du ertasten. Ziemlich sicher kann sie sich auch daran orientieren, ob sich kleine Milchtröpfchen an ihren Zitzen bilden. Dann ist es wahrscheinlich wirklich höchste Eisenbahn, sich auf die kleinen Welpen vorzubereiten. 

Eine weitere Methode, mit der man die Geburt vorhersagen kann, ist das Messen der Körpertemperatur der trächtigen Hündin. Ab dem 50. Tag der Schwangerschaft kann man damit beginnen, zweimal täglich ein Fieberthermometer anzulegen. 24 Stunden vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad ab, um dann während der Geburt auf bis zu 40°C anzusteigen.  

Gut ist, sich bei einem ersten Wurf immer wirklich eng von einer Tierarztpraxis betreuen zu lassen und vorher abzuklären, ob und wie die Geburtshelfer im Zweifelsfalle zu erreichen sind!

Der Ablauf der Geburt bei der Hündin

Irgendwann ist es dann endlich soweit... Die Welpen werden bereit sein, das Licht der Welt zu erblicken. Wahrscheinlich wirst Du die anstehende Geburt schon an dem nervösen Verhalten Deiner Hündin erkennen können: Sie hechelt, scharrt oder beginnt in einer ruhigen Ecke ein Nest zu bauen. Besonders viel Appetit wird sie vermutlich nicht haben, stattdessen wird sie zu diesem Zeitpunkt recht viel Zuwendung brauchen. Schließlich hat die "Werdende Mama" so eine Situation ja noch nie erlebt! 

Die Eröffnungs- und Vorbereitungsphase

Die erste Phase der Geburt dauert zwischen sechs und 36 Stunden. Beim Beginn der Geburt hat das Prostaglandin 2-alpha eine wichtige Rolle. Es ist ein körpereigener Botenstoff, ähnlich wie ein Hormon und ist nur während der Trächtigkeit bzw. Geburt aktiv. Wenn die Konzentration dieses Prostaglandins ansteigt, wird der Progesteron-produzierende Gelbkörper abgebaut. Durch den plötzlichen Progesteronabfall und den Anstieg von Prostaglandin 2-alpha wird die Plazenta abgelöst. Außerdem bewirkt Prostaglandin 2-alpha erzeugen erste starke Anspannungen in der Muskulatur der Gebärmutter. Es geht los!  

Die Austreibungsphase

Diese Phase dauert je nach Größe des Wurfs etwa 24 Stunden.Wenn die Gebärmutter und die Vagina durch die austretenden Welpen gereizt werden, wird Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Hormon löst anschließend die „Bauchpresse“ aus. Bei der Bauchpresse spannt die Hündin das Zwerchfell, die Becken- und die Bauchmuskulatur fest an und presst so die Welpen raus. Auch „Wehen“ genannt. 
Sobald die Welpen nacheinander geboren werden, beißt die Hündin die Fruchthüllen auf, sodass die Welpen atmen können. Auch die Nabelschnur wird von der Hündin durchgebissen, bei unerfahrenen Hündinnen muss man vielleicht auch nachhelfen, indem man die Nabelschnur abklemmt. Aber erst, wenn die Hündin selbst keine Anstrengungen unternimmt!

Die Nachgeburtsphase

In der Nachgeburtsphase wird die abgelöste Plazenta von der Hündin ausgestoßen und anschließend gefressen. Wichtig ist, dass man kontrolliert, ob für jeden Welpen eine Nachgeburt den Geburtsweg verlassen hat! Sonst können die zurückgebliebenen Plazentateile durch Fäulnisprozesse schwere Vergiftungen im Körper auslösen. Eine gut vorbereitete Protokollierung des Geburtsverlaufs hilft, um in der Aufregung nicht den Überblick zu verlieren. 

Kurz nach der Geburt werden die Welpen durch Abschlecken der Mutter angeregt die Milchbar aufzusuchen. Mit ihren winzig kleinen Pfötchen treten sie gegen die Zitzen der Mutter, was wiederum zu einem Milcheinschuss durch Oxytocin führt.  

Was ist nach der Geburt zu beachten?

Die Welpen kommen als Nesthocker auf die Welt. Das bedeutet, dass sie nackt und blind sind. In dieser Zeit sind die Babys voll und ganz auf ihre Mutter angewiesen. Sie werden gesäugt und von ihr im Nest gewärmt. Es ist extrem wichtig, dass es in der Wurfkiste muckelig warm ist. Besonders in den ersten Tagen nach der Geburt darf die Körpertemperatur der Welpen nicht absinken, um Krankheiten zu vermeiden, auch wenn Du mit den Welpen zum Tierarzt fährst. 

Erst ab der 3. Lebenswoche ist das Nervensystem des Welpen voll ausgereift. Ab jetzt kann er hören, sehen und riechen. Er kann selbstständig Kot und Urin absetzen und seine Körpertemperatur aufrechterhalten. Jetzt geht es also langsam richtig rund in der Welpenkiste. 

Solltest Du über das Züchten mit der eigenen Hündin oder auch Rüden nachdenken, gibt es viele wichtige gesundheitliche Aspekte zu beachten. In den vielen Tierheimen gibt es immer wieder Welpenschicksale die vermieden werden können: 

Ganz wichtig ist ein gründlicher Gesundheits-Check der potentiellen Hundeeltern und der Test auf erbliche Krankheiten. 

 vetevo – Aus Liebe zum Tier. 

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