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04.01.2024

Hund hat Verstopfung? Das solltest du beachten.

Verstopfungen werden in der Medizin auch Konstipation oder Obstipation genannt. Sie können nicht nur allgemeines Unwohlsein hervorrufen, sondern unbehandelt auch bleibende gesundheitliche Schäden hinterlassen. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine Verstopfung bei deinem Hund erkennst, was sie verursachen kann und wie du sie lösen oder therapieren kannst.
Hund hat Verstopfung? Das solltest du beachten.

Verstopfungen werden in der Medizin auch Konstipation oder Obstipation genannt. Wenn dein Hund an Verstopfung leidet, können diese nicht nur allgemeines Unwohlsein hervorrufen, sondern unbehandelt auch bleibende gesundheitliche Schäden hinterlassen. In diesem Artikel erfährst du, wie du erkennst, dass dein Hund an Verstopfung leidet, was sie verursachen kann und wie du sie lösen oder therapieren kannst.

Inhaltsverzeichnis:

 

Wann spricht man bei einem Hund von Verstopfung?

Leidet ein Hund an Verstopfung, hat er akute oder chronische Beschwerden beim Absetzen von Kot, wie zum Beispiel seltener oder verzögerter Kotabgang. Wenn  sich der Kot im Dickdarm anstaut und eindickt, kann sie auch Schmerzen bei deinem Hund verursachen.

Das sind die Symptome, Wenn dein Hund an Verstopfung leidet

Eine chronische Verstopfung kann zu einer irreversiblen Überdehnung und damit Schwächung des Dickdarms führen (Megakolon). Wenn Dein Hund an Verstopfung leidet, achte auf folgende typische Symptome:

  • Wenig harter, trockener Kot (teilweise mit aufgesetztem Schleim)
  • Erfolglose Versuche, Kot abzusetzen
  • Ausscheidung von Schleim oder Blut (Pseudo-Durchfall)
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Dein Hund hat Verstopfung? Das sind die Ursachen

Wenn dein Hund an Verstopfung leidet, können die Ursachen vielfältig sein und sich gegenseitig bedingen. Sie reichen von Faktoren, die du durch deine alltäglichen Gewohnheiten beeinflussen kannst, bis hin zu Krankheiten oder anatomischen Eigenheiten deines Hundes.

Die häufigsten Ursachen:

  • verminderte Darmbeweglichkeit
  • Darmverschluss
  • Flüssigkeitsmangel
  • Medikamente
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Schmerzen im Bereich des Enddarms

Verminderte Darmbeweglichkeit

Die Beweglichkeit des Darms (Darmmotilität) bestimmt seine Fähigkeit, Nahrung weiterzuverarbeiten. Leidet dein Hund an Verstopfung und ist die Beweglichkeit des Darms gestört, kann sich die Ausscheidung der verdauten Nahrung verzögern und nur schwerlich Platz für neue frei gemacht werden. Meist wird dies durch funktionelle Störungen verursacht.  Hierzu zählen:

  • Bewegungsmangel
  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit (z. B. durch Schmerzen im Bewegungsapparat)
  • Ballaststoffarme Ernährung

Darmverschluss

Der Dünn- oder Dickdarm kann aufgrund vieler Ursachen eingeengt oder komplett verschlossen werden. Dies ist eine gefährliche Situation, da die Darmwand durch angestaute Nahrung und Gas irreversibel gedehnt werden kann. Häufige Gründe für eine Einengung oder einen Darmverschluss sind:

  • Fütterung von Knochen
  • Verschluckte, unverdauliche Fremdkörper wie Haare, Papier oder Plastik
  • Störungen der Darmmuskulatur wie Lähmung oder Verkrampfung
  • Verengung der Dickdarm-Wand (z. B. aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Bindegewebsschwächen)
  • Verengung des Enddarms (z. B. durch eine gutartige Wucherung an der Prostatadrüse bei meist älteren Rüden)

Flüssigkeitsmangel

Eine zu geringe Wasseraufnahme oder starkes Schwitzen über einen langen Zeitraum bis hin zur Dehydratation kann die Verdauung beeinträchtigen. Besonders ältere Hunde können auch aufgrund der nachlassenden Nierenleistung unter einem Flüssigkeitsmangel leiden und eine chronische Verstopfung entwickeln.

Durch manche Medikamente kann dein Hund an Verstopfung erkranken

Verschiedene Arzneimittel können dafür sorgen, dass dein Hund an Verstopfung erkrankt, indem sie u. a. den Stuhlgang verhärten. Zu nennen sind hier insbesondere Eisenpräparate, Schmerzmittel (Opioide) und Medikamente zur Entwässerung (Diuretika).

Stoffwechselerkrankungen

Auch durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion kann dein Hund an Verstopfung erkranken. Diabetes beim Hund kann bei einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel die Ursache dafür sein, dass das autonome Nervensystem und somit auch die Darmbeweglichkeit beeinträchtigt wird. Eine Schilddrüsenunterfunktion wirkt sich aufgrund der verminderten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen ebenfalls negativ auf die Darmbeweglichkeit aus.

Schmerzen im Bereich des Enddarms

Leidet dein Hund unter Schmerzen am Anus - beispielsweise durch eine Analfissur - kann er den Stuhlgang auch aktiv unterdrücken.

Das sind die Therapiemöglichkeiten, wenn dein Hund Verstopfung hat

Wenn dein Hund an Verstopfung erkrankt ist, kannst Du zunächst versuchen, den Stuhlgang deines Vierbeiners ohne tierärztliche Hilfe wieder anzuregen. Falls du dir jedoch unsicher bist, ob eine Untersuchung noch abgewartet werden kann, solltest du nicht zögern und deinen Hund bei einem Tierarzt vorstellen.

Dein Hund hat Verstopfung? Hilfreiche Hausmittel und was du selber tun kannst

Leidet dein Hund an Verstopfung solltest Du für ausreichend Bewegung mit genügend Gelegenheiten, Kot abzusetzen sorgen. Die Bereitstellung von genügend frischem Wasser gehört zum A und O für die Anregung der Verdauung.

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Es gibt eine ganze Reihe an bewährten Hausmitteln und Obst und Gemüse für deinen Hund, die Verstopfung lösen können und als natürliches Abführmittel wirken. Hierzu zählen beispielsweise folgende, leicht erhältliche Lebensmittel:

  • Obst: Apfel, Birne, Aprikose, Dattel
  • Gemüse: Bohne, grünes Blattgemüse, Karotte, Sauerkraut
  • Getreidekörner: Floh- oder Leinsamen
  • Hülsenfrüchte: Schwarzkümmelöl, Rizinusöl
  • Probiotika: Milch, Joghurt
  • Tee: Kamille- oder Fencheltee

Nachfolgend haben wir ein paar Anregungen zusammengestellt, wie du einige der genannten Hausmittel verarbeitest und deinem Hund verfütterst. Für eine Mahlzeit kannst du folgende Zutaten miteinander vermengen (Mengenangaben für einen 15 kg schweren Hund):

  • 210 - 250 g gekochtes Schweinefleisch
  • 20 g gekochte Schweineniere
  • 130 - 160 g gekochter Reis
  • 120 - 150 g gekochter Apfel, Spinat, Blumenkohl und Kidneybohnen
  • 4 g Honig
  • 9 - 11 g Schwarzkümmelöl oder Rizinusöl

Dein Hund leidet an Verstopfung: Die Tierärztliche Behandlung

Sollte sich nach etwa drei Tagen keine Besserung einstellen, dein Hund deutliche Schmerzen beim Stuhlgang zeigen, appetitlos sein oder wenn der Hund erbricht, ist es an der Zeit, dir tierärztlichen Rat einzuholen.

Dein Tierarzt wird zunächst versuchen, die Ursache der Verstopfung ausfindig zu machen. Hierfür wirst du zur Krankheitsgeschichte deines Gefährten befragt und solltest angeben können, welche Medikamente er gegebenenfalls in letzter Zeit eingenommen hat. Hast du eine Stuhlprobe dabei, wird diese auf Knochenreste, Haare oder weitere Fremdkörper untersucht. Außerdem wird eine rektale Untersuchung durchgeführt, um mögliche Passagebehinderungen zu ertasten.

Ist die Ursache nach diesen Untersuchungen noch unklar, können weitere Tests von Blut, Urin und Kot durchgeführt werden. Abhängig von der jeweiligen Diagnose wird die Ursache der Verstopfungen schließlich therapiert. Bei harmlosen und akuten Fällen wird meist eine Diätumstellung auf suppiges Futter mit Nahrungsergänzungsmitteln zur Anregung der Verdauung verordnet.

Präventionsmaßnahmen, um Verstopfung beim Hund vorzubeugen

Wenn dein Hund an Verstopfung leidet braucht es für die Vorbeugung nicht viel: Es genügt in der Regel, deinem Hund eine ausgewogene Ernährung, genügend Auslauf und stets den Zugang zu frischem Wasser zu ermöglichen. Alle drei Faktoren begünstigen nicht nur eine gesunde Darmflora und reibungslose Verdauung. Sie gehören allgemein zur artgerechten Haltung deines Hundes und tragen zu seinem gesunden Gesamtzustand bei.

Zudem sollte es zu deiner Gewohnheit gehören, zu prüfen, ob dein Hund nicht doch einmal auf Fremdkörpern kaut, die er möglicherweise verschlucken kann. Auf das Füttern von Knochenmahlzeiten solltest du auf jeden Fall verzichten.

vetevo Fazit zur Behandlung von Verstopfungen bei deinem Hund

Wenn dein Hund an Verstopfung leidet, können vielerlei Ursachen dafür verantwortlich sein. Meist sind es akute Verstopfungen, die sich innerhalb von drei Tagen in den Griff bekommen lassen: Allem voran eine angepasste Ernährung, aber auch viel Auslauf mit genügend Gelegenheiten zum Kot absetzen und der Zugang zu frischem Wasser sind hier die besten Mittel.

Ist dein Hund an Verstockung erkrankt, die hartnäckig, schmerzhaft und chronisch sind, sollten diese stets tierärztlich abgeklärt werden, um die tatsächliche Ursache ausfindig zu machen und zu therapieren. Ist dein Vierbeiner empfänglich für Verstopfungen, solltest du seinen Stuhlgang stets beobachten. So kann dem Problem neben vorbeugenden Maßnahmen auch mit tierärztlicher Unterstützung schnell entgegengewirkt werden. Idealerweise noch bevor starke gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen.

vetevo - aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  • Akute hochgradige Obstipation. In: Differenzialdiagnosen Innere Medizin bei Hund und Katze. Neiger R, Hrsg. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag ; 2019. doi:10.1055/b-006-163281
  • Akute Konstipation, chronische Konstipation (Obstipation). In: Praktikum der Hundeklinik. Kohn B, Schwarz G, Hrsg. 12., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-140269
  • Allgemeine und spezielle Diätetik. In: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. Bolbecher G, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  • Ballaststoffe/Nahrungsfasern. In: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. Bolbecher G, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  • Hypoglykämie. In: Notfallmedizin für Hund und Katze. Sigrist N, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-129977
  • Konstipation und Obstipation. In: Notfallmedizin für Hund und Katze. Sigrist N, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-129977
  • Schilddrüse. In: Praxis der endokrinologischen Krankheitsbilder bei Hund und Katze. Hämmerling R, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2009. doi:10.1055/b-004-129745

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