Blasensteine (Urolithiasis) beim Hund

©Ylanite Koppens

Blasensteine (Urolithiasis) beim Hund

Dein Hund muss sehr häufig raus und hat einen ungewöhnlichen Harndrang, trotzdem kommen nur Tröpfchen? Das klingt erstmal stark nach einer Blasenentzündung. Doch Achtung: Blasensteine haben eine ähnliche Symptomatik. Die Urolithiasis wird oftmals erst durch einen Ultraschall oder Röntgen von einer Blasenentzündung abgegrenzt.

Inhaltsverzeichnis:

Was bedeuten Blasensteine für meinen Hund?

Unter den sogenannten Urolithen, versteht man Ablagerungen an den Harnorganen eines Tieres. Bei diesen Ablagerungen handelt es sich um Kristalle, die miteinander verschmelzen und Steine innerhalb der Organe bilden. Die Steine können sich an der Harnröhre, den Harnleitern und der Niere festsetzen. Am häufigsten aber, ist die Blase selbst betroffen, deshalb die Bezeichnung: Blasensteine.

Hierbei kann unterschieden werden zwischen Blasengrieß und -steinen. Handelt es sich “nur” um Blasengrieß, sind dies etwa Sandkorn große Steine, die meistens ohne große Beschwerden beim Urinieren aus der Blase gespült werden.

Betroffen von einer Urolithiasis, sind größtenteils erwachsene Hunde, sowohl weiblich als auch männlich. Die Tiermedizin differenziert zum Einen zwischen Struvit- und Calciumsteine, sie gehören zu der häufigsten Form der Erkrankung. Struvitsteine können sogar schon bei jüngeren Hunden unter einem Jahr entstehen. Sie sind die Folgeerkrankung einer chronisch unbehandelten Blasenentzündung.

Zum Anderen gibt es sogenannte Ammoniumurat- und Cystinsteine. Die Veranlagung beider Arten von Steinen kann genetisch vererbt werden. Ammoniumuratsteine treten meist bei Dalmatinern auf, während Cystinsteine bei verschiedenen Rassen verbreitet sind. Darunter zu zählen sind: Englische Bulldogge, Dackel und Basset, sowie Neufundländer, Labrador und Zwergpinscher.

Eine mögliche Veranlagung zur Bildung von Blasensteinen kann durch einen speziellen Gentest nachgewiesen werden. Dieser testet unter anderem auch auf Veranlagung zu Diabetes, Epilepsie, das MDR1-Gendefekt sowie auf weitere 170 genetisch bedingten Krankheiten.

Von Blasensteinen verursachte Probleme

Blasensteine verursachen starke Verletzungen an den Organen, ihre Kanten können beispielsweise die Blasenwand anschneiden. Schlimmer noch, ist die vermehrte Ansammlung von Urolithen. Insbesondere bei Rüden kann diese zu einer vollständigen Blockade des Harnleiters führen.

Ist der Harnleiter blockiert, kann der Hund keinen Urin mehr ablassen. Wird Urin dauerhaft zurückgehalten, kommt es zu einem Rückstau in den Nieren. Dieser Stau verursacht starken Druck, auf den schnell Nierenschäden folgen können. Im Extremfall kommt es zu einem tödlichen Nierenversagen enden.

Symptome bei Hunden

Blasensteine (Urolithiasis) rufen bei Hunden die folgenden Symptome hervor:
  • häufiger Harndrang
  • geringer oder erfolgloser Urinabsatz
  • blutiger Urin
  • aufgeblähter Bauch
  • Krümmung oder Geräusche beim Urinieren durch Schmerzen
Die Symptome von Blasensteinen ähneln somit denen einer Blasenentzündung. Deshalb werden sie häufig falsch interpretiert. Sobald die Steine eine gewisse Größe erreicht haben und nicht mehr als Blasengrieß gelten, ist die Krankheit mit Schmerzen verbunden.

Sandkorn große Steine (Blasengrieß) sind klein genug, um durch den Urin herausgespült zu werden. So verursachen sie bei Hündinnen keinen Schmerz und werden von Hundebesitzern selten erkannt. Bei Rüden allerdings kann es auch bei Grieß zu Beschwerden kommen. Denn aufgrund der engeren Harnröhre bei männlichen Tieren, entsteht eine Blockade wesentlich schneller.

Werden die Steine größer und vermehren sich, ist es wichtig die Urolithiasis schnellstmöglich zu erkennen.

Was sind die Ursachen?

Die Bildung von Steinen in den Harnwegen kann sowohl durch einen genetischen Defekt, als auch durch falsche Fütterung, Wassermangel oder eine Infektion der Harnwege eines Hundes hervorgerufen werden. Diese Ursachen können auch in Verbindung zueinander die Erkrankung auslösen.

Kristalle bilden sich durch:
  • eine übermäßige oder nicht ausreichende Fütterung mit Mineralstoffen, wie Phosphor oder Magnesium
  • einen erhöhten Wassermangel
  • Infektionen der Harnleiter
  • ein zu langes Einhalten von Urin
  • eine genetische Veranlagung

Diagnose

Häufig werden Harnsteine nur entdeckt, weil der Verdacht auf eine Blasenentzündung oder eine andere Infektion der Harnwege besteht.

Größere Blasensteine, die sich bereits in der Blase gebildet haben, können vom Tierarzt auch ertastet werden. Eine Palpation ist jedoch weder ein endgültiges, noch ein sicheres Mittel für eine Diagnose.

Viel besser eignet sich eine bildgebende Untersuchung, die Harnsteine und -grieß sichtbar macht. Durch eine Röntgenuntersuchung oder einen Ultraschall der Blase und den umliegenden Organen, kann die Urolithiasis gut lokalisiert werden.

Behandlung

Ist die Diagnose eindeutig, folgt die Behandlung durch Medikamente, eine Futterumstellung und unter Umständen auch eine Operation. Je nach Größe und Menge der Steine, bestimmt der Tierarzt die vielversprechendste Therapie zur Heilung.

Bei Struvitsteinen empfiehlt sich beispielsweise eine spezielle Diät. Die Ernährungsumstellung kann die Steine verkleinern und von den Organen loslösen.

Zweck der Therapie ist die Entlastung der Nieren, sowie das dauerhafte Entfernen der Blasensteine. Dies soll selbstverständlich weitestgehend schmerzfrei und schnellstmöglich geschehen.

Ist eine OP notwendig?

Eine Operation ist dann notwendig, wenn der Tierarzt eine Blockade feststellt und die Blasensteine bei deinem Hund nicht anders entfernt werden können. Wird der Harnleiter bereits durch die Steine blockiert, muss schnellstmöglich operiert werden.

Durch den chirurgischen Eingriff kann die Blockade gelöst, und die Blasensteine mit viel Geduld entfernt werden. Die Operation ist für den Tierarzt Routine, und verspricht eine vollständige Heilung.

Medikamente

Nach einer Operation werden Antibiotika sowie Schmerzmittel verschrieben, um den Heilungsprozess für Hund und Halter angenehmer zu gestalten.

Ein Antibiotikum kann allerdings auch schon bei einer reinen Infektion verabreicht werden, um das Entstehen von Blasensteinen zu vermeiden.

Futterumstellung

In jedem Fall muss eine verschriebene Diät befolgt werden, damit es deinem Hund bald besser geht. Um die Nieren zu entlasten, solltest du deinem Hund spezielles Futter geben. Abhängig von den Untersuchungen des Bluts deines Hundes, sollte es die Menge an Calcium, Magnesium, Phosphor oder anderer Mineralien im Körper ausgleichen.

Zusätzlich achte darauf, dass das tierische Eiweiß weniger durch Fleisch als durch tierische Produkte wie Eier oder Milch aufgenommen wird. Gemüse, Reis und Kartoffeln kannst du ohne weiteres füttern.

Dauerhafte Therapie

Um die Neubildung zu vermeiden, versprechen besonders homöopathische Mittel großen Erfolg. Sie regulieren den Mineralhaushalt und kontrollieren jegliche Störungen, die zur Bildung der Krankheit führen können. Sie können ebenfalls für eine “Umstellungskur” eingesetzt werden, in der bestimmte Mittel für 6 Wochen aufeinander folgend verabreicht werden.

vetevo-Fazit

Jeder Hund kann an einer Urolithiasis erkranken. Trotzdem gibt es Rassen mit einer genetischen Veranlagung, welche die Entstehung von Blasensteinen begünstigt.

Erkennst du die Symptome einer Blasenentzündung bei deinem Hund, dann schließe nicht direkt auf das Naheliegendste. Urolithen sind genauso häufig und sollten unbedingt berücksichtigt werden.

Bringe deinen Hund zur Sicherheit für eine Untersuchung zum Tierarzt, der erkennt spätestens bei einem Ultraschall oder einem Röntgen, um welche Erkrankung es sich tatsächlich handelt.

Hervorgerufene Blockaden in den Harnleitern können mithilfe einer Operation schnell entfernt werden. Eine Kombination aus Homöopathie und Ernährung wird betroffenen Hunden, besonders denen mit einem genetischen Defekt, dauerhaft helfen und die Krankheit eindämmen.

Möchtest du sicher gehen, dass dein Hund keine Veranlagung besitzt? Mache einfach einen Gentest zuhause, der das Risiko genau bestimmt und gleichzeitig auch viele andere Krankheiten ausschließt.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.
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