Dilatative Kardiomyopathie beim Dobermann - DCM

Dilatative Kardiomyopathie (DCM) - Diese Krankheit geht Hunden ans Herz

Dobermann - 4 Jahre alt - gestern noch fit, heute beim Spielen an plötzlichem Herztod verstorben. 
Diagnose: DCM 

Was nach einem bösen Alptraum klingt, ist leider häufig bittere Realität. Der Grund verbirgt sich hinter der so unscheinbar daher kommenden Abkürzung DCM (Dilatative Kardiomyopathie) - auch Dobermann Kardiomyopathie genannt.
Die Herzerkrankung betrifft nach neuen Untersuchungen etwa 60% der Dobermänner und führt nach einer langen Zeit ohne äußere Anzeichen häufig ohne Vorwarnung zu einem plötzlichen Herztod.  Auch andere Rassen können betroffen sein, wenngleich deutlich seltener. 

Exklusive Story am Ende des Artikels: Aus der Sicht des 5 jährigen Dobermann's Zeus erfahrt ihr mehr über seine Untersuchungen, erste Anzeichen und Symptome, sowie Therapiemöglichkeiten - für ein entspanntes, möglichst DCM freies Dobermann Leben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist DCM beim Hund (Dilatative Kardiomyopathie)?

Die Abkürzung DCM steht für den medizinischen Namen der Erkrankung Dilatative Kardiomyopathie, was eine Erkrankung des Herzmuskels, die mit einer Erweiterung/Vergrößerung des Herzens einhergeht, bedeutet. Im Verlauf der Erkrankung verliert der Herzmuskel zunehmend an Leistung und schafft es ab einem gewissen Punkt nicht mehr, den Körper zuverlässig mit Blut zu versorgen. Der Körper versucht, dem dadurch entstehenden Blutdruckabfall durch Verengung der Blutgefäße entgegenzuwirken – was dem Herzen die Pumparbeit wiederum erschwert und so in einem Teufelskreis endet. 

Sehr oft kommt es immer mehr zu Rhythmusstörungen, sprich, das Herz hat „Aussetzer“, die im schlimmsten – und beim Dobermann recht häufigen - Falle zu einem plötzlichen Herztod führen.Aufgrund der weiten Verbreitung innerhalb der Rasse und durch den besonderen Krankheitsverlauf setzt sich auch die Bezeichnung „Dobermann Kardiomyopathie“ zunehmend durch. Wie flächendeckend die Rasse tatsächlich mittlerweile von der DCM betroffen ist, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2010: Hier konnte gezeigt werden, dass 58,7% der Dobermänner im Laufe des Lebens an dieser Herzschwäche erkranken.

Wie verläuft die DCM und ist mein Hund gefährdet?

Neben dem Dobermann sind auch Hunde anderer Rassen wie Doggen, Boxer, Irischer Wolfshund oder Neufundländer relativ häufig von der DCM betroffen, kleine Hunde erkranken in der Regel nicht. 

Allerdings weist der Krankheitsverlauf beim Dobermann eine Besonderheit auf: Während andere Rassen langsam zunehmend auffällige Symptome wie Leistungsschwäche, bläuliche Schleimhäute, Husten, beschleunigte Atmung, Atemnot oder (seltener) Ohnmachtsanfälle zeigen, merkt man betroffenen Dobermännern über einen sehr langen Zeitraum nichts von der DCM an. Das Herz trägt aber – leise und unbemerkt – zunehmend Schäden davon. 

Diese Phase der Erkrankung nennt sich passenderweise „okkulte“, sprich „verdeckte“ oder „geheime“ Phase und dauert in der Regel etwa zwei bis drei Jahre. Es sei noch einmal wiederholt: Von außen gibt es in dieser Zeit keinerlei Anzeichen, dass mit dem Hund etwas nicht in Ordnung sein könnte. Allerdings lassen sich durch fachlich korrekte Vorsorgeuntersuchungen, wie zum Beispiel mit Hilfe eines 24-Stunden-EKGs, bereits in dieser Phase auffallende Herzrhythmusstörungen als Vorboten der DCM diagnostizieren. Meist sind es in dieser Phase so genannte ventrikuläre Extrasystolen, die der Kardiologe im 24-Stunden-EKG entdeckt und die den normalen Herzrhythmus stören.Früh erkannt, kann sich der Krankheitsverlauf in dieser Phase durch gut ausgewählte Medikamente deutlich verzögern lassen. 

Nach der okkulten Phase geht die Erkrankung in ein zunehmendes Versagen der linken Herzkammer über. Der geschwächte Herzmuskel verliert langsam die Kraft, das Blut durch den Körperkreislauf zu pumpen und es kommt zu einem „Rückstau“ in die Lunge. Durch den stauungsbedingten Druckanstieg lagert sich Wasser im Lungengewebe an – ein so genanntes Lungenödem entsteht. So erklärt sich das vielleicht auf den ersten Blick seltsame Phänomen, dass ein Hund mit fortgeschrittener Herzerkrankung durch Husten und Atemnot auffällt.Herzrhythmusstörungen, sogenannte ventrikuläre (= von der Herzkammer ausgehenden) Tachyarrhythmien (= zu schneller Herzrhythmus, Kammerflattern, Kammerflimmern) sind besonders gefährlich. Sie äußern sich oft in plötzlich auftretenden Phasen der Bewusstlosigkeit bzw. Ohnmachtsanfällen (Synkopen), die durch die mangelnde Durchblutung des Gehirns während der Rhythmusstörungen hervorgerufen werden.Ventrikuläre Tachyarrhythmien verschlechtern die Überlebenschancen für den Hund immens. 90% aller Patienten überleben das erste Jahr nach dem Auftreten der äußerlich sichtbaren Symptome nicht.

Wie kommt es zur DCM?

Die Krankheit ist genetisch verankert und wird autosomal dominant vererbt. Das bedeutet es handelt sich um einen “Fehler” in der Erbinformation. Bereits wenn eines der Elterntiere diesen Gendefekt in sich trägt oder an DCM erkrankt ist, sind die Nachkommen gefährdet, ebenfalls daran zu erkranken. 
Bei der DCM verändern sich die Herzmuskelzellen krankhaft und können ihre Arbeit nicht mehr optimal verrichten. Das hat für das Herz zwei Folgen:
  • Die Impulse, die zum Herzschlag führen, werden nicht mehr weitergeleitet und es kommt zu einem unregelmäßigen Herzschlag, den so genannten Herzrhythmusstörungen.Diese können zum plötzlichen Herztod führen.

  • Die veränderten Zellen können sich nicht mehr optimal zusammenziehen und das Herz kann das Blut nicht mehr in voller Stärke pumpen. Das Herz vergrößert sich und es kommt zum “Blutstau”, der als erstes in der Lunge Probleme bereitet (s.unten: Lungenödem)

DCM kann sich prinzipiell in jedem Alter ausbilden, aber je älter die Hunde sind, desto häufiger kann eine DCM diagnostiziert werden. Rüden erkranken häufiger und zeigen einen aggressiveren Verlauf der Erkrankung. 

Immer wieder liest man in verschiedenen Internet-Foren, dass eine DCM durch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verursacht wird. Dies ist nicht richtig: Es besteht laut dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand kein Zusammenhang zwischen der DCM und einer Schilddrüsenunterfunktion. Jedoch sollte auch diese für Dobermann häufig anzutreffende Erkrankung mittels eines Bluttests beim Tierarzt abgeklärt werden.

Wichtig!

Theoretisch könnte eine unausgewogene Ernährung DCM hervorrufen

Neben der genetischen Ursache kann auch (sehr selten!) eine unausgewogene Ernährung eine DCM verursachen. Ursache ist hier ein Mangel an bestimmten lebensnotwendigen Aminosäureverbindungen „L-Carnitin“ oder „Taurin“, der eine Pumpschwäche der linken Herzkammer auslösen kann, sodass Symptome der primären DCM erscheinen. 


Taurin stabilisiert den Herzmuskel und sorgt so für einen gleichmäßigen Herzschlag. Außerdem hat es die Wirkung eines Antioxidans. So schützt es auch vor freien Radikalen, die verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper beeinflussen und zu Zellschädigungen führen. 


L-Carnitin führt die Rolle eines Energieträgers aus und ermöglicht dem Herzen sowie anderen Organen, die mit der Nahrung aufgenommenen Fettsäuren als Energie zu verwerten. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei jeder Fütterungsart den Hund bedarfsdeckend mit allen notwendigen Stoffen zu versorgen.Durch die optimale Zusammenstellung der Fertigprodukte, die meistens für die Fütterung der Hunde verwendet werden, ist ein solcher Mangel nahezu ausgeschlossen. Bei selbstgekochten oder -zusammengestellten Rationen gilt: Bitte lass die Futterration Deines Hundes von einem Fachtierarzt für Tierernährung überprüfen und ggf. an veränderte Bedingungen (Krankheit, Alter, Aktivität...) anpassen.

Was kann ich tun, um die Krankheit beim Hund rechtzeitig zu erkennen?

In der „okkulten“ symptomlosen Phase kann man meistens keine Diagnose durch das "Abhören" des Herzens beim Haustierarzt feststellen. Später, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kommt es oft zur Erhöhung der Herzfrequenz (>160-180 Schläge/min) sowie zu Arrhythmien (unregelmäßiger Herzschlag), die man oft bereits durch das Anlegen der bloßen Hand auf den Brustkorb bemerkt. 

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig regelmäßig einen Tierarzt, der auf Kardiologie spezialisiert ist, aufzusuchen. Die vollständige Herzuntersuchung sollte ab dem 2.-3. Lebensjahr jährlich durchgeführt werden. Sie besteht (mindestens) aus einer Ultraschalluntersuchung und einem 24-Stunden-EKG.

Herzultraschall-Untersuchung

Die Krankheit ist genetisch verankert und wird autosomal dominant vererbt. Das bedeutet es handelt sich um einen “Fehler” in der Erbinformation. Bereits wenn eines der Elterntiere diesen Gendefekt in sich trägt oder an DCM erkrankt ist, sind die Nachkommen gefährdet, ebenfalls daran zu erkranken. 
Bei der DCM verändern sich die Herzmuskelzellen krankhaft und können ihre Arbeit nicht mehr optimal verrichten. Das hat für das Herz zwei Folgen:

24-Stunden-EKG (Holter-EKG)

Das 24-Stunden-EKG oder auch Holter-EKG genannt, darf bei der guten Untersuchung nicht fehlen. Das EKG wird an den Hund mittels selbstklebender Elektroden und eines kleinen Empfangsgerätes angebracht. Diese Untersuchung ist für die Diagnose/Untersuchung einer Dobermann Kardiomyopathie der Goldstandard
Bis zu 50 VES (VES= ventrikuläre Extrasystolen = "Extraschläge" des Herzens) in 24 Stunden werden als normal angesehen. Da diese oft schwer zu „erwischen sind“, reicht ein 5-Minuten-EKG nicht aus, um DCM im frühen Stadium zu diagnostizieren bzw. auszuschließen. Mehr als 100 VES in 24-Stunden-EKG und vor allem schnell hintereinander in Paaren oder zu Mehreren (s.g. Doublets, Triplets usw.) auftretende ventrikuläre Extrasystolen weisen beim Hundepatienten auf DCM hin. Die meisten an einer Dobermann Kardiomyopathie erkrankten Hunde zeigen mehrere Hundert bis mehrere Tausend VES innerhalb von 24 Stunden.

Röntgenbild vom Herzen

Ein Röntgenbild zeigt im Anfangsstadium selten, dass etwas nicht in Ordnung ist. Erst später, wenn die Krankheit fortgeschritten ist, sieht man eine deutliche Vergrößerung der linken Herzhälfte. Je nach Stadium wird das Röntgenbild außerdem für die Feststellung einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, dem Lungenödem, genutzt. Dieses entsteht, wenn es durch die nachlassende Pumpkraft des Herzens zu einem “Blutstau” kommt. Das Röntgenbild ist entsprechend nicht zur frühzeitigen Diagnostik einer DCM geeignet. Im späteren Verlauf kann es aber ggf. helfen, eine Einschätzung der Prognose und Lebensqualität für den betroffenen Hund zu geben.

Spezielle Biomarker zur Früherekennung

Wie in der Humanmedizin werden auch in der Veterinärmedizin mittlerweile zur Diagnostik die so genannten Biomarker eingesetzt. Biomarker sind verschiedene Moleküle, die zum Teil spezifisch auf krankhafte Veränderungen im Organismus hinweisen.Es gibt dabei spezielle Biomarker, die Veränderungen im Herzen anzeigen. Einer davon ist das kardiale Troponin-I (cTNI). Dieses wird bei der Zerstörung der Herzzellen freigesetzt und kann im Blut gemessen werden. 
Eine neue Studie beim Dobermann konnte zeigen, dass die cTNI-Werte teilweise schon zu einem Zeitpunkt erhöht waren, als Ultraschall und Holter-EKG noch normal waren, die Hunde aber dann innerhalb von 1.5 Jahren erkrankten
Neben dem cTNI gibt es den so genannten NT-proBNP Biomarker. Dieser erhöht sich sowohl bei Erkrankungen der Atemwege wie auch bei Herzerkrankungen. Dieser Biomarker ist jedoch deutlich höher, wenn das Herz nicht mehr optimal funktioniert und nicht mehr in der in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. 
Ähnlich wie bei cTNI war NT-proBNP bei einigen Dobermännern bereits früher erhöht als Veränderungen im Ultraschall oder Holter-EKG sichtbar waren. Diese Biomarker Tests können als ergänzende Tests durchgeführt werden, da sie ein Hinweis auf eine beginnende DCM sein können. Eine Untersuchung mittels Holter und Ultraschall können sie jedoch nicht ersetzen.

Neue Entwicklung: Gentest auf DCM

Aktuell arbeitet die Veterinäruniversität München an einem Gentest, mit dem man die Erkrankung bereits im Welpenalter feststellen können soll. Die Uni bietet im Rahmen des Projekts kostengünstige und z.T. auch kostenlose Herzuntersuchungen an: 

Wie kann ich meinem erkrankten Hund helfen?

Leider ist die DCM nicht heilbar und die therapeutischen Möglichkeiten sind begrenzt, jedoch sehr wirksam. Durch eine richtige Therapie können die Hunde noch oft einige Jahre beschwerdefrei leben und man kann den plötzlichen Herztod hinaus zögern. Es werden folgende Medikamente abhängig von den Untersuchungsergebnissen einzeln oder in Kombination verschrieben:

  • ACE-Hemmer: Verbessern die Lebensqualität, die Hunde fühlen sich besser und zeigen weniger Erschöpfungssymptome.
  • Pimobendan: Verbessert die Arbeit des Herzmuskels, so dass dieser besser und kräftiger arbeiten kann.
  • Beta-Blocker: Wirken gegen die Herzrhythmusstörungen, die den plötzlichen Herztod verursachen könnten.
  • Furosemid: Bei der Einlagerung der Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem) wird dieses Medikament zur Entwässerung eingesetzt. Es verringert den Husten und erleichtert das Atmen.

Was bei dem Kauf eines Dobermanns zu beachten ist

Und zuletzt: Falls Du gerade vor der Entscheidung stehst “Dobermann, ja oder nein?” oder die die Frage stellen "Auf was muss ich bei der Züchterauswahl achten?”, möchten wir Dir aus eigener Erfahrung einige Eckpunkte an die Hand geben:
  • Der Dobermann ist eine wundervolle Rasse, die eine starke und konsequente Hand braucht.
  • Achte darauf, dass beide Elterntiere eine aktuelle (nicht älter als 1 Jahr) und vollständige Herzuntersuchung haben(Ultraschall + 24-Stunden-EKG). Seriöse Züchter untersuchen ihre Hunde jährlich und gehen offen mit dieser Erkrankung um.
  • Es soll Dir bewusst sein, dass der heute noch als gesund eingestufte Hund in zum Beispiel einem Jahr krank sein könnte. Eine Untersuchung ist lediglich eine Momentaufnahme und keine Garantie, dass das Tier oder seine Nachkommen nie erkranken werden.

Exklusive Story über die DCM - Aus der Sicht des 5 jährigen Dobermann's Zeus

Ein lautes Wuff zum Gruße! 
Gestatten - Zeus, ein waschechter und reinrassiger Dobermann. Seit fünf Jahren halte ich meine Familie auf Trab und führe ein - aus meiner Sicht - perfektes Hundeleben. 

Heute bin ich wie jedes Jahr seit meinem zweiten Geburtstag mit meinem Frauchen bei einem Spezialisten für Kardiologie – also für alle Erkrankungen rund ums Herz.Warum? Weil wir Dobermänner leider zu einer ziemlich heimtückischen Herzkrankheit neigen: Der so genannten DCM. Eigentlich steht die Abkürzung für „Dilatative Cardiomyopathy“, was soviel bedeutet wie: Unser Herzmuskel verliert durch krankhafte Strukturveränderungen zunehmend an Kraft und ist irgendwann zu schwach, um das Blut durch den ganzen Körper zu pumpen. Bei uns Dobermännern scheint das in der Familie zu liegen, deswegen hat sich unter Fachleuten passenderweise der Name „Dobermann Cardiomyopathie“ etabliert. 

 Auf Deutsch schreibt man „Kardiomyopathie“ übrigens manchmal auch mit einem „K“, was eigentlich echt nur unnötig verwirrend ist.Die DCM bleibt meistens ganz lange unentdeckt, sodass viele Dobis von jetzt auf gleich an plötzlichem Herztod versterben. Bei mir waren es im letzten Jahr zwei meiner Dobi-Kumpels, die ohne Vorwarnung aus der Familie gerissen wurden.Du merkst schon, das kann einen wirklich ganz schön beunruhigen. Deswegen bin ich froh, dass Frauchen sich so viele Gedanken darum macht und mich regelmäßig durchchecken lässt. Dafür müssen wir immer ziemlich weit fahren, weil es leider hier in Deutschland nur wenige echte Profis für solche „Herzensangelegenheiten“ gibt. Die lange Reise stört mich aber ehrlich gesagt herzlich wenig, schließlich gibt es in der Praxis immer meine Lieblingsleckerlis. Außerdem ist es echt wichtig, dass mein Herz von Fachmännern oder Fachfrauen ganz genau „angeschaut“ wird. 

Den Ablauf der Termine kenne ich mittlerweile in- und auswendig: Erst fragt der Kardiologe Frauchen ganz genau danach, wie es mir geht, ob ich beim Spielen schnell müde werde oder manchmal huste. Danach werde ich kurz untersucht und mein Herz mit Stethoskop (das Instrument, das Tierärzte immer um den Hals hängen haben), abgehört. Der Profi hört dabei wirklich abgefahrene Sachen, zum Beispiel, ob meine Herzklappen nicht mehr so ganz perfekt schließen oder ob mein Herz manchmal aus dem gesunden Takt kommt.

Bei den meisten Tierärzten wäre die Untersuchung an dieser Stelle jetzt auch schon vorbei. Blöderweise weiß nämlich noch nicht jeder Hundemediziner, dass man viele Herzerkrankungen erst dann hören kann, wenn das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen ist. Viele glauben immer noch fest daran, dass diese Untersuchung ausreicht. 

Viel besser ist es, jährlich eine richtige Herzuntersuchung machen zu lassen. Dazu gehört als erstes, dass das Herz mit dem Ultraschallgerät auf einem Schwarzweiß-Bildschirm (manchmal auch mit bunten Punkten, wenn der Blutfluss angeschaut wird) dargestellt wird. Ich muss dabei nichts tun, außer einfach still liegen zu bleiben. Glück für mich: Auch dieses Mal pumpt mein Herz kräftig und hat sich nicht vergrößert. 

Der richtige Clou an der Untersuchung kommt aber erst zum Schluss: Denn bei der der Dobermann Kardiomyopathie gibt es eine so genannte „okkulte Phase“, quasi einen bösen Vorboten, bevor der Herzmuskel im Ultraschall sichtbare Veränderungen zeigt. Und lange bevor es irgendwelche Symptome gibt, an denen meine Familie sehen könnte, dass ich bereits krank bin. In dieser Zeit zeigt unser Herz bereits typische Rhythmusstörungen, die nur in einem 24-Stunden-EKG sicher zu sehen sind. Dazu werden mir ein paar Stellen rechts und links an meinen Seiten rasiert und wie auch bei den Menschen die EKG-Messelektroden angebracht. Das tut nicht weh und ist im Moment die einzige Methode, der DCM frühzeitig auf die Schliche zu kommen, lange bevor Frauchen oder unser Haustierarzt merken kann, dass ich vielleicht schon Medikamente gebrauchen könnte. 

Insofern finde ich, dass endlich mal alle Dobermann-Frauchen und -Herrchen da draußen über die Dobermann Kardiomyopathie Bescheid wissen sollten. Mit den richtigen Herz-Medikamenten kann man ein böses Ende nämlich zum Glück noch eine ganze Weile erfolgreich herauszögern und viele tolle Momente zusammen erleben.

Findest Du auch? Tierisch gut! Dann teile doch einfach diesen Beitrag und mach mich zu Zeus, dem Retter meiner Kumpels!Und solltest Du die passenden Herzspezialisten für Deinen Dobermann suchen, kann ich Dir die Leute von vetevo nur empfehlen. Die haben echt Überblick und helfen Dir von Herzen gerne weiter! 

 Tierische Grüße, Euer Zeus 

vetevo-Fazit

Durch regelmäßige Untersuchungen und Aufmerksamkeit im Alltag lassen sich früh Anzeichen der DCM erkennen. Damit ist noch nichts verloren, denn durch unseren heutigen Wissenstand in der Tiermedizin steht einem erfülltem Hundeleben nichts im Wege.Die gezielte Behandlung der DCM kann sehr kostspielig werden, dies sollte man nicht außer Acht lassen. Dauerhafte Medikamente sowie zum Teil monatliche Untersuchungen können sich auf mehrere Hundert Euro im Monat belaufen. 

Zum Nachlesen : Der Artikel der LMU München- Tierkardiologie 

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

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