Durchfall Hund: 5 Tipps und Soforthilfe

Durchfall beim Hund - Ursachen und 5 nützliche Tipps zur Behandlung

Durchfall ist ein Symptom. Das bedeutet, es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern ist das Resultat bzw. die Begleiterscheinung einer Erkrankung.

Dein Hund leidet und Du gleich mit. Besonders hartnäckige und wässrige Durchfälle sind nicht zu unterschätzen (die blutigen erst recht nicht), denn auch organische Ursachen “außerhalb” des Darms können die Verursacher sein. Daher gehen wir hier darauf ein, wodurch dieser ominöse Durchfall entstehen kann? Und Ursachen gibt es viele, aber wie findet man den Grund am besten heraus?

Und die wohl größte Frage für Dich: Was kann ich tun, um diesen fiesen Durchfall wieder loszuwerden? 
Wir haben dir hier 5 Tipps zusammengestellt, was zu tun ist!

Inhaltsverzeichnis:


Die Frage der Fragen - ob der Durchfall wohl wieder von alleine verschwindet?

Durchfall sagt erstmal nichts genaues über die Ursache aus, sondern ist das Ergebnis einer gestörten Magen-Darm-Funktion. 

Die gute Nachricht als Erstes: Ja es ist möglich, dass er sich schnell von alleine erübrigt. Dann sehen die ganzen Hinterlassenschaften mal ein bis drei Tage nicht so schön aus, es nervt immer so flott mit Hund austreten zu müssen, aber ist dann auch wieder gut. Das nennt man akuten Durchfall. Geht genauso schnell, wie er gekommen ist. Spontanheilung. Perfekt. Schnell überstanden, ohne große Beeinträchtigungen wie Schlappheit und Fieber. Kein Grund zur Sorge. 

Anders sieht das mit einer tagelangen Episode von spontanen Kurzausflügen vor die Tür aus. Sobald der Durchfall länger als drei Tage andauert, nicht aufhört und sich das Allgemeinbefinden Deines Hundes nicht bessert, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Das ist in keinem Fall normal und bevor du etwas anderes übersiehst, solltest du deinen Hund beim Tierarzt vorstellen und untersuchen lassen. Ab einer Dauer von 14 Tagen sprechen Tierärzte dann von chronischem Durchfall, dessen Ursache womöglich tiefer liegt und schnell gefunden werden sollte.

Was passiert normalerweise im Darm Deines Hundes?

Der Darm bei Hunden ist wie beim Menschen unterteilt in Dünn- und Dickdarm. 

Im Dünndarm findet die hauptsächliche Verdauung der Futterbestandteile statt. Es werden die Nährstoffe mit Hilfe von Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse zerkleinert und über die Darmschleimhaut aufgenommen (absorbiert). Über die Blutbahn (Pfortader) gelangen sie in die Leber und werden dort verstoffwechselt. 

Im Dickdarm wird Wasser entweder aus dem Futter resorbiert (zurückgewonnen) oder sekretiert, wenn der Wassergehalt zu niedrig ist (z. B. bei Trockenfutter). Dort leben sehr viele unterschiedliche Mikroorganismen, vor allem Bakterien, die Futterteile verstoffwechseln, die im Dünndarm nicht verdaut wurden. “Diese Bakterien leben da wie in einer kleinen eigenen Welt, mitten in unserem Bauch” (wie die Autorin Giulia Enders von “Darm mit Charme” gerne sagt) und stellen einige, für uns nützliche Stoffe her. Die Anzahl der verschiedenen Bakterien im Dickdarm sollte für eine gesunde Verdauung immer in einem Gleichgewicht sein.
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Blutiger Durchfall beim Hund - die Farbe verrät den Entzündungsort

Je nachdem wie der Kot bzw. Durchfall deines Hundes aussieht, kann auf den Entzündungsort der Darmerkrankung geschlossen werden. Wenn man dunkles, schon verdautes Blut sieht, ist die Ursache im vorderen Verdauungstrakt von Speiseröhre bis zum Ende des Dünndarms zu suchen. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse verdauen den roten Blutfarbstoff Hämoglobin einfach durch Oxidation, sodass die dunkle Farbe entsteht (Melaena - schwarzer, teerartiger Stuhl). Auch bei einer Gewichtsabnahme deutet dies auf eine fehlerhafte Verdauung im Dünndarmbereich hin. 

Sieht man hingegen frisches rotes Blut im Kot bzw. Durchfall, deutet dies auf eine Problematik im Dickdarm hin, denn den Verdauungsenzymen im Dünndarm ist dieses frische Blut nie begegnet (Hämatochezie= frisches, rotes Blut), sonst hätten sie es verdaut. Im Dickdarm kann es auch zu Schleimbeimengungen kommen. 

Es gibt viele Tests, die bei der Aufklärung eines Durchfalls helfen. Der Tierarzt entscheidet nach einer allgemeinen Untersuchung und Beurteilung des Allgemeinbefindens deines Hundes, welche weiteren Untersuchungen durchgeführt werden. Das kann je nach Verdacht eine Kotuntersuchung, eine Blutuntersuchung mit einem “Durchfallprofil”, ein Röntgenbild (v. a. wenn der Verdacht auf einen Fremdkörper besteht), eine Ultraschalluntersuchung des Bauches oder sehr spezifische Tests (z. B. Antigentests, ELISA) sein.

Die häufigsten Ursachen von Durchfall beim Hund

Durchfall ist ein Symptom, welches durch die Erkrankung des Darmes oder der Darmanhangsdrüsen Leber und Pankreas hervorgerufen wird. Alles was im Darm nicht normal funktioniert, kann dazu führen. Man muss dabei zwischen akutem (1 bis max 3 Tage) und chronischem Durchfall (was darüber hinausgeht) unterscheiden. Akute Darmerkrankungen entstehen nach dem Motto: “Plötzlich eine Veränderung” - schnell reagieren mit Durchfall! Hier reagiert das Immunsystem des Darms unserer Hunde mitunter sehr empfindlich. Wer einen Labrador besitzt, kennt das Problem wahrscheinlich. Du kannst gar nicht so schnell gucken und schwups die wups ist die Nase im Mülleimer. Der klassische Vertreter des “Magen-Verderbens”, aber auch verdorbenes oder verunreinigtes Futter können die Ursache sein. Bekannte Übeltäter eines akuten Durchfalls sind häufig infektiöse Erkrankungen mit Bakterien (z. B. Salmonellen, E.coli, Clostridien) und Viren (z. B. Parvovirose) oder eine akute Dysbakterie im Dickdarm (falsches Zahlenverhältnis von guten und bösen Bakterien). 

 Häufige Ursachen von akutem Durchfall beim Hund sind:
  • Infektionen mit Magen-Darm-Erregern
  • Falsches Futter oder Nahrung
  • Vergiftung / schädliche Substanzen
  • Allergische Reaktionen auf Futter (Futtermittelallergie)
  • Plötzliche Futterumstellung
  • Medikamente (z. B. Antibiotika, Wurmkuren)
  • Organische Erkrankungen (z. B. Leber- oder Pankreaserkrankungen)
Durchfall kann zeitweise auch stressbedingt sein oder durch eine plötzliche Futterumstellung, zu kaltes Futter, aufgenommene Fremdkörper und schlimmstenfalls Gift auftreten.

Achtung Gift!

Bei dem Verdacht auf Gift ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Es empfiehlt sich, Kohletabletten in der Hausapotheke zu haben, die bei Gabe kurz nach der Giftaufnahme helfen, das Gift im Magen-Darm-Trakt zu binden. Diese Sofortmaßnahme ist kein Ersatz für eine erfolgreiche Behandlung durch Vergiftung.

Akute Erkrankungen anderer Organe wie Leber und der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) verursachen ebenfalls akute Durchfälle, da die Verdauung im Allgemeinen gestört wird und die Nährstoffe unverdaut im Dickdarm landen. Den Hunden geht es hier meist sehr schlecht und sie zeigen Bauchschmerzen und Unwohlsein. 

Und zu guter Letzt dürfen wir nicht die üblichen Verdächtigen vergessen - die Parasiten. Zum einen gibt es zahlreiche Würmer die zu einer schlechten Futterverwertung führen, die Darmschleimhaut schädigen und damit Durchfall verursachen, zum anderen auch Einzeller wie Giardien und Kokzidien, die es Deinem Hund auf Dauer schwer machen. Gerade Durchfälle durch Giardien treten immer wieder (intermittierend) in regelmäßigen Abständen auf, wenn die Giardien “die Macht an sich reißen” und sich zahlenmäßig vermehren.

Chronische Dünndarmerkrankungen, die meist schon länger als 14 Tage bestehen und immer wieder Durchfall als Symptom hervorrufen: Das “Unvermögen zu verdauen” wird Maldigestion genannt. Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht richtig funktioniert, fehlen die Enzyme, welche die großen Futterbestandteile in kleine Moleküle aufspalten. Es werden folglich große Futtermoleküle einfach weiter Richtung Dickdarm transportiert. Es entsteht eine schlechte “Futterverwertung”.

Kommt es hingegen dazu, dass die kleinen Futterbestandteile nicht aufgenommen werden können, handelt es sich um eine Malabsorption. Hier liegt eine Störung der Transportzellen der Darmschleimhaut vor, die die Moleküle auf die andere Seite schaffen und weiter über das Blut zur Leber transportieren. Diese Funktionsstörung kann ganz viele Ursachen haben. Alles was die Darmschleimhaut angreift und Entzündungen hervorruft kommt in Frage: Das können immunbedingte Störungen, allergische Reaktionen (z. B. Futtermittelallergie) oder auch Magen- Darm- Infektion mit Bakterien, Viren und Parasiten können schnell die gesamte Funktion des Darms stören und auf lange Sicht außer Kraft setzen. Aber auch Krankheiten einzelner Organsysteme (z. B. Lebererkrankungen) oder Darmkrebs können Durchfälle verursachen.

Chronische Dickdarmerkrankungen, die meist schon länger als 14 Tage bestehen: Die Wasserresorption aus dem Dickdarm erfolgt normalerweise bis eine typische Festigkeit des Kotes (Konsistenz) erreicht ist. Wenn hier etwas nicht funktioniert, und zuviel Wasser im Inneren des Darms zurückbleibt oder hinein strömt, kommt es zu Durchfall. 

Wenn zu viele Nährstoffe im Dünndarm (durch Maldigestion / Malabsorption) nicht verdaut werden und im Dickdarm plötzlich “anfluten”, ziehen diese Moleküle osmotisch bedingt Wasser ins Innere vom Darm. Das Wasser verflüssigt dann das Innere im Darm, und voila, da haben wir den Durchfall. 

Diese übrigen Nährstoffmoleküle werden vermehrt von den Dickdarmbakterien verdaut (fermentiert). Das führt wiederum zu einer Gasansammlung (ergo Blähungen) und es entstehen viele unnütze “Bakterienstoffwechselprodukte”, die die Dickdarmfunktion stören. Bei einer Infektion durch Magen-Darm-Erreger, also mit “bösen” Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten, kommt es zu einer “natürlichen Ausspülung” des Darminhaltes. Der Darm wird auf diese weise schneller die Übeltäter los. Im Prinzip ist es ein “gewollter Durchfall”, hervorgerufen durch die Abwehrkräfte des Immunsystems. 

Aber auch ähnliche Ursachen wie bei den Dünndarmerkrankungen können im Dickdarm zu chronischem Durchfall führen: 
  • Darmkrebs (Darmschleimhaut oder umgebendes Gewebe)
  • Verstopfungen oder aufgenommene Fremdkörper
  • Immunbedingte bedingte Darmentzündungen
  • Allergisch bedingt (Futtermittelunverträglichkeit)
  • Chronische Darmerkrankung IBD (Inflammatory bowel disease)
Bei chronischen Dünndarmerkrankungen erleidet der Hund meist massiven Gewichtsverlust und auch Veränderungen an Haut und Fell sind zu beobachten. Blähungen sind kein seltenes Indiz für chronische Erkrankungen des Dickdarms, oft auch als Folge einer Dysbakterie.

Welche Symptome erkenne ich, wenn mein Hund Durchfall hat?

Den Durchfall als Symptom zu erkennen ist leicht, denn er ist immer dünn und vielleicht sogar flüssig in der Konsistenz. Aber meist kommen auch noch andere Dinge hinzu wie zum Beispiel, dass Dein Hund auf einmal viel häufiger raus muss, noch dazu erbricht, schlapp ist, Bauchschmerzen hat oder sogar Fieber zeigt. Womöglich fällt auch auf, dass Dein Hund mehr trinkt um der Dehydratation (Austrocknung) entgegen zu wirken.

Jedoch ist es wichtig den Ernst der Lage richtig einzuschätzen und schnell zu entscheiden, ob sofort der Tierarzt zurate gezogen werden sollte. 

Ab wann sollte ich zum Tierarzt?

  • Welpen
  • Erwachsene Hunde
  • Fieber
  • Erbrechen

Hast du einen Welpen? Dann besteht diese Fragestellung nicht, denn Durchfall bei Welpen kann sehr schnell zu einem kritischen Dehydratationszustand (Schock) führen. Sofort ab zum Tierarzt! Ähnliches gilt bei sehr alten, womöglich immungeschwächten Hunden.

Erwachsene Hunde sind genauer zu beobachten, aber es ist zunächst meist nicht ganz so kritisch. Wenn der Hund sich sonst ganz normal verhält und der Durchfall sich nach zwei, maximal drei Tagen wieder erübrigt, musst Du Dir keine Sorgen machen. Dein Hund hat vielleicht draußen was “aufgeschnappt”. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch Parasiten oder eine andere Ursache Grund für den Durchfall sein können. Abklärung schafft Gewissheit um die Gesundheit Deines Hundes zu gewährleisten.

Sobald Fieber entsteht oder Dein Hund teilnahmslos und sehr schlapp ist, muss ein Tierarzt zu Rate gezogen werden! Eine erfolgreiche Behandlung mit den richtigen Medikamenten kann bei der Heilung der Darmschleimhaut schnell helfen. Auch bei blutigen oder schleimigen Beimengungen sollte nicht gezögert werden.

Oft sind neben dem Durchfall Symptome wie dauerhaftes Erbrechen zu beobachten, oder dass der Hund kaum noch trinkt. Dadurch entsteht ein sehr hoher Wasserverlust und es kommt schnell zu Anzeichen einer Dehydratation. Hier muss sofort ein Flüssigkeitsersatz direkt über die Vene durch Infusionen beim Tierarzt erfolgen, um schlimmeres zu verhindern.

Woran erkenne ich eine Dehydratation?

  • Wenn du die Lefzen anhebst, ist die Maulschleimhaut klebrig und nicht glänzend feucht.
  • Wenn du eine Hautfalte am Rücken oder Hals hochziehst, verstreicht diese nicht gleich, sondern bleibt aufrecht stehen.
  • Die Augen sind auch immer ein gutes Indiz, wenn diese matt und eingefallen erscheinen.

Woran erkenne ich Bauchschmerzen bei meinem Hund?

  • Dein Hund zeigt womöglich eine untypische Körperhaltung, krümmt den Rücken auf oder schaut sich zum Bauch um.
  • Eventuell bewegt sich Dein Hund steif, ist unruhig und möchte sich nicht gerne bewegen.
  • Wenn du auf den Bauch drückst, fühlt sich die Haut gespannt und fest an. Normal ist sie weich und verformbar.

Welche Informationen braucht mein Tierarzt?

Wenn der Durchfall ohne große Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens verläuft ist es am besten, direkt eine Kotprobe von deinem Hund zu untersuchen. Entweder beim Tierarzt direkt oder durch unseren vetevo Wurmtest. Damit ist zumindest eine der häufigsten Ursachen durch Darm- Parasiten, wie Würmer, Giardien und Kokzidien abgeklärt. Besonders bei jungen Hunden kommt es häufig zu wässrigen Durchfällen durch Giardien. 

Besonders wichtig ist die richtige Deutung der Symptome und eine schnelle Soforthilfe, um Deinen Hund bei seiner Genesung zu helfen.
Vor allem bei Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ist die Abklärung beim Tierarzt unerlässlich. 
Hierzu solltest Du Dir folgende Informationen aufschreiben und zum Tierarzt mitnehmen:
  • Seit wann hat Dein Hund Durchfall?
  • Welche Farbe und Konsistenz hat der Durchfall? 
    - gelblich/ hellbraun/ braun/ dunkel/ schwarz?
    - qässrig/ dünnflüssig/ weich? 
    - Blut -oder Schleimbeimengungen?
  • Hatte Dein Hund schon einmal Probleme mit Durchfall?
  • Wie oft am Tag hat Dein Hund Durchfall bzw wie häufig setzt dein Hund normalerweise Kot ab?
  • Könnte es an einer Futterumstellung oder Unverträglichkeit liegen?
  • Kann es sein, dass Dein Hund (draußen) unbeobachtet etwas anderes als sein Futter gefressen hat?
  • Warst du mit Deinem Hund vor kurzem im Ausland?
  • Wann hast Du Deinen Hund zuletzt entwurmt oder eine Kotuntersuchung durchgeführt?
  • Hatte Dein Hund Kontakt zu anderen Hunden?

5 Tipps wie Du Deinen Hund unterstützen kannst


1. Tipp: Flüssigkeitszufuhr und Elektrolythaushalt sicherstellen

Soforthilfe heißt die Devise, damit unterstützt man die Selbstheilung des Darmes.Als erstes gilt es, den Wasserhaushalt im Körper sicher zu stellen durch eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit. Denn sonst kommt es zu ernsthaften Säure/-Base Imbalancen, die zu Unwohlsein, Übelkeit, allgemeinen Stoffwechselstörungen bis hin zu Organschäden im Körper führen. Um dem entgegenzuwirken, unterstütze Deinen Hund mit Medikamenten wie Elektrolyten (z.B. mit Virbac Multi-Elektrolyte).Ich weiß nicht wie es dir geht, aber bei einem Magen-Darm-Infekt esse ich gar nichts und selbst wenn man mir ein gebratenes Rinderfilet hinhält, würde ich dankend ablehnen. Trinken möchte ich aber doch sehr gerne und auch viel.Den gefräßigen Hunden geht es was das gebratene Rinderfilet angeht vielleicht anders, bei dem Trinken sind wir aber gleich. Deshalb ist es sehr wichtig, dass dein Hund permanenten Zugang zum Wasser hat. Es empfiehlt sich auch, ihm immer wieder aktiv Wasser anzubieten.

2. Tipp: Lasse Deinen Hund fasten

Um dem Darm erstmal die Chance zu geben sich zu sortieren, sollte er so wenig wie möglich arbeiten und ruhig gestellt werden. Das beste ist, Deinen Hund in den ersten 12 bis 24 (max. 48) Stunden fasten zu lassen (nüchtern halten). Damit können sich die Darmwandzellen regenerieren. Zu lange sollte die Fastenperiode nicht anhalten, da dann auch die “gute” Darmflora an Bakterien in Mitleidenschaft gezogen wird.

3. Tipp: Füttere Deinem Hund leicht verdaulicher Schonkost

Nach der Fastenperiode kannst Du wieder mit kleinen Mengen Schonkost anfangen. Die angegebene Ration wird aufgeteilt in mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt gefüttert.Anschließend kann man langsam über 7-10 Tage auf das normale Futter umstellen.Das Füttern von Reis und Hühnchen gilt als klassisches Durchfall Rezept.

*Unser ultimatives Schonkostrezept findest du im nächsten Abschnitt

4. Tipp: Hüttenkäse ergänzend als leckeres Schmankerl

Alternativ kann Quark oder Hüttenkäse einen Reisanteil (nicht in Ganzen) ersetzen. Wahrscheinlich wirkt der Käse schon deutlich verlockender auf Deinen Hund als Reis. 

Es wird neuerdings vermutet (!), dass man mit dem kohlenhydrathaltigen Reis fleißig vorhandenen Infektionserreger füttert, die sich dann erst recht schnell vermehren.Daher wird von vielen Tierärzten empfohlen den Reis durch Hüttenkäse oder Quark zu ersetzen, also eine proteinreiche, schwerer verdauliche und energieärmere Futterquelle als Reis zu füttern. Wenn man es jedoch logisch betrachtet, dient gut weich gekochter Reis als stärkereiche, energiereiche gut verdauliche Komponente. Genau das, was Dein Hund braucht, denn es muss Energie rein in Deinen Hund! Auf eine stärkereiche Komponente nach dem Fasten zu verzichten wäre nicht zielführend. 


Außerdem ist eine pauschale Aussage schwierig, denn diese Fragestellung hängt von den Vorlieben des Durchfallerregers ab und einer eventuell vorliegenden Dysbakterie (Verhältnis der “guten” und “schlechten” Bakterien im Dirckdarm gerät aus dem Gleichgewicht). Hat Dein Hund Bakterien im Darm, die gerne Proteine fressen (proteolytisch), ist Hüttenkäse/Quark eher kontraproduktiv.Bei Bakterien die sich hauptsächlich von Kohlenhydraten ernähren (saccharolytisch) wäre Reis ein gefundenes Fressen.Wir können nicht schnell mal in den Darm hineinschauen und den Erreger bestimmen, sondern muss hierfür eine Kotuntersuchung in der Mikrobiologie durchführen.

5. Tipp: Füttere nur weiches Futter

Alles was hart ist, wie zum Beispiel Leckerli und Knochen ist absolut tabu für Deinen Hund. Der Grund hierfür ist die herabgesetzte Darmmotilität (Verdaubewegungen der Darmschlingen). So können die harten Futterbestandteile schlecht weiter transportiert werden und können zu Verstopfungen und Verletzungen der Darmschleimhaut führen.

Schonkost Rezept bei Durchfall*

Bei aller Schonkost muss bedacht werden, dass es bei langfristiger Gabe ein Vitamin- und Mineralstoffmangel entsteht. Sofern der Durchfall länger andauert, sollte die Ursache gefunden werden und die Schonkost sollte nicht länger als eine Woche gefüttert werden. 

Es gibt auch fertige Schonkost beim Tierarzt für deinen Hund, die ideal auf Durchfallpatienten abgestimmt sind. Sie enthalten alle nötigen Nährstoffe, wie auch Präbiotika (nicht verdauliche Ballaststoffe, wie z. B. Flohsamen) und Elektrolyte.

Das Füttern von Reis und Hühnchen gilt als klassisches Durchfall Rezept. Die Empfehlungen von Prof. Dr. Zentek (Professor am Institut für Tierernährung der veterinärmedizinischen Fakultät FU Berlin) in seinem Buch “Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik” (2010, 6. überarbeitete Auflage, Enke Verlag) dient als fundierte Richtlinie für folgende Futterration für einen 15 kg Hund, verteilt auf mehrere kleine Portionen:

Tag 1-3


Der Darm sollte nicht überlastet werden und nur kleine hoch verdauliche Futterbestandteile gefüttert werden: 


175 g Hühnerfleisch als hochverdauliche Proteinquellealternativ 200 g Pferdefleisch für Futtermittel-Allergiker 


160 g Reis (Trockengewicht) weich durchgekocht als hochverdauliche Kohlenhydratquellehtung 

ab Tag 3-4 


Je kann nach Durchfallbechaffenheit/ Besserung des Gesundheitszustand des Hundes zusätzlich 15g Fett Öl zusätzliche Energiequelle und deckt den Bedarf an essentiellen Fettsäuren 

ab Tag 3-4 


25 g geraspelte Möhren als Rohfaserzufuhr helfen das Wasser im Darm zu binden


8g vitaminisiertes Mineralfutter mit 20-25% Calcium

*Es gilt immer sich am aktuellen Gesundheitszustand Deines Hundes zu orientieren. Diese Empfehlungen gelten bei akuten Durchfällen ohne große Beeinträchtigung des Allgemeinbefinden Deines Hundes und ersetzt nicht die Behandlung und Ursachenfindung beim Tierarzt.

vetevo-Fazit

Durchfall beim Hund hält immer wieder viele Hundebesitzer auf Trab und die Ursache bleibt oft ungeklärt. Die Neugier unserer Hunde ist wunderschön, jedoch sammeln sie beim Erkunden und Beschnüffeln auch gerne allerhand Erreger auf. Deinem Hund ist hier kein Vorwurf zu machen, das ist alles ganz natürliches Verhalten. 

Eine Soforthilfe als symptomatische Therapie ist in jedem Fall angezeigt und hilft Deinem Hund schnell wieder auf die Beine zu kommen. Am wichtigsten ist es allerdings sich am aktuellen Gesundheitszustand Deines Hundes zu orientieren. Bei einem akuten Durchfall ohne Anzeichen von ohne große Beeinträchtigung des Allgemeinbefinden können die 5 Tipps eine echte Hilfe sein. Sobald aber Fieber entsteht oder Dein Hund zeitgleich erbricht, blutigen oder schleimigen Durchfall zeigt, teilnahmslos und sehr schlapp ist, muss ein Tierarzt zu Rate gezogen werden! Denn ein sehr hoher Wasserverlust und eine massiver Dehydratation kann ernste Folgen hab

Nichts desto trotz kann man durch regelmäßige Check ups beim Tierarzt, einer Durchfall Episode frühzeitig entgegenwirken und sicherstellen, dass organische Erkrankungen schnell erkannt und behandelt werden. Auch die regelmäßige Parasitenkontrolle durch Kotuntersuchungen fördert die Darmgesundheit, denn Du als Besitzer weißt was im Darm deines Hundes so alles vor sich geht. 
Probiere unseren vetevo Wurmtest aus und teste den Kot deines Hundes bequem von zuhause.

Um das ganze mal auf den Punkt zu bringen: 
Wenn Du Deinem Hund unnötig Futter vorne reinschiebst und es unverdaut als Durchfall hinten wieder rauskommt, wird dein Geldbeutel leerer, und dein Hund dünner.

vetevo- Aus Liebe zum Tier.

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