Durchfall Hund: 5 Tipps und Soforthilfe

Durchfall beim Hund - Ursachen und 5 nützliche Tipps zur Behandlung

Durchfall ist ein Symptom. In vielen Fällen ist er die Begleiterscheinung einer Erkrankung. Besonders hartnäckige und wässrige Durchfälle sind bei Hunden nicht zu unterschätzen, die blutigen erst recht nicht.

Ursachen gibt es viele, aber wie findet man den Grund am besten heraus? Und was kann ich tun, um ihn wieder loszuwerden? Wir haben dir alle Informationen zu Ursachen sowie fünf Tipps gegen Durchfall zusammengestellt. Und am Ende des Artikels haben wir eine kleine Überraschung für dich.

Inhaltsverzeichnis:


Was passiert wenn mein Hund Durchfall hat?

Durchfall ist das Ergebnis einer gestörten Magen-Darm-Funktion und kann zahlreiche Ursachen haben. Man unterscheidet akuten (ein bis maximal drei Tage) und chronischen Durchfall. 

Akute Darmerkrankungen entstehen durch plötzliche Veränderungen durch das Immunsystem des Darms. Wer einen Labrador besitzt, kennt das Problem wahrscheinlich: schneller als Herrschen gucken kann, ist die Nase im Mülleimer. Die klassischen Vertreter des “Magen-Verderbens”, aber auch verdorbenes oder verunreinigtes Futter können die Ursache sein.

Sobald der Durchfall länger als drei Tage andauert, regelmäßig auftritt oder sich das Allgemeinbefinden deines Hundes nicht bessert, solltest du handeln. Ab einer Dauer von 14 Tagen sprechen Tierärzte dann von chronischem Durchfall, dessen Ursache womöglich tiefer liegt und schnell gefunden werden sollte.

Was passiert normalerweise im Darm?

Der Darm besteht aus Dünn- und Dickdarm.

Im Dünndarm findet die hauptsächliche Verdauung der Futterbestandteile statt. Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse zerkleinern die Nährstoffe, welche dann über die Darmschleimhaut aufgenommen (absorbiert) werden. Über die Blutbahn (Pfortader) gelangen sie in die Leber und werden dort verstoffwechselt.

Im Dickdarm wird Wasser entweder aus dem Futter resorbiert (zurückgewonnen) oder sekretiert, wenn der Wassergehalt zu niedrig ist, beispielsweise bei Trockenfutter. Dort leben sehr viele Mikroorganismen und Bakterien, die solche Futterteile verstoffwechseln, die im Dünndarm nicht verdaut wurden. Die Anzahl der verschiedenen Bakterien im Dickdarm sollte für eine gesunde Verdauung immer in einem Gleichgewicht sein.

Kotfarbe und Konsistenz:

Was sagen sie über die Gesundheit meines Hundes aus?

* Du erhältst am Ende eine Auswertung und passende Empfehlungen

Blutiger Durchfall beim Hund - die Farbe verrät den Entzündungsort

Je nachdem wie der Kot deines Hundes aussieht, kann auf den Entzündungsort der Darmerkrankung geschlossen werden.

Ist der Kot fast schwarz oder sehr dunkel verfärbt, so liegt die Ursache im vorderen Verdauungstrakt von Speiseröhre bis zum Ende des Dünndarms. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse verdauen den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Durch die Oxidation entsteht die dunkle Farbe (Melaena - schwarzer, teerartiger Stuhl). Auch bei einer Gewichtsabnahme deutet dies auf eine fehlerhafte Verdauung im Dünndarmbereich hin.

Frisches unverdautes rotes Blut im Kot deutet dies eine Problematik im Dickdarm hin (Hämatochezie = frisches, rotes Blut). Oft kommt es im Dickdarm auch zu Schleimbeimengungen, die im Kot sichtbar sind.

Es gibt viele Tests, die bei der Aufklärung eines Durchfalls helfen. Eine Kotuntersuchung - oft gepaart mit Antigentests auf Giardien nach ELISA Prinzip - ist meist der erste Schritt, je nach Befund gefolgt von einer Blutuntersuchung mit einem “Durchfallprofil”, einem Röntgenbild vor allem bei Verdacht auf einen Fremdkörper oder einer Ultraschalluntersuchung des Bauches.

@Winsker

Die häufigsten Ursachen für Durchfall

Durchfall ist ein Symptom, welches durch die Erkrankung des Darmes oder der Darmanhangsdrüsen, Leber und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hervorgerufen wird. Alles, was im Darm nicht normal funktioniert, kann zu Durchfall führen.

Häufige Ursachen von akutem Durchfall beim Hund

  • Infektionen mit Magen-Darm-Erregern wie Giardien, Kokzidien oder Würmer: diese lassen sich mit einer Kotuntersuchung schnell herausfinden
  • Medikamente wie Wurmkuren oder Antibiotika, da diese die Mikroorganismen im Darm stören
  • Vergiftung / schädliche Substanzen. Bei dem Verdacht auf Gift ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Es empfiehlt sich, Kohletabletten in der Hausapotheke zu haben, die bei Gabe kurz nach der Giftaufnahme helfen, das Gift im Magen-Darm-Trakt zu binden. Diese Sofortmaßnahme ist kein Ersatz für eine erfolgreiche Behandlung durch Vergiftung.
  • Allergische Reaktionen auf Futter (Futtermittelallergie)
  • Plötzliche Futterumstellung
  • Medikamente wie Antibiotika, Wurmkuren
  • Erkrankungen von bspw. Leber- oder Bauchspeicheldrüse

Kotfarbe und Konsistenz:

Was sagen sie über die Gesundheit meines Hundes aus?

* Du erhältst am Ende eine Auswertung und passende Empfehlungen

Allen voran dürfen wir nicht die üblichen Verdächtigen vergessen - die Parasiten. Zum einen gibt es zahlreiche Würmer, die zu einer schlechten Futterverwertung führen, die Darmschleimhaut schädigen und damit Durchfall verursachen. Zum anderen gibt es auch Durchfallerreger wie Giardien und Kokzidien, die es deinem Hund auf Darm schwer machen. 

Gerade Durchfälle durch Giardien treten immer wieder (intermittierend) in regelmäßigen Abständen auf, wenn die Giardien “die Macht an sich reißen” und sich zahlenmäßig vermehren. Etwa jeder fünfte Hund und jede zehnte Katze sind mit Giardien infiziert. 

Bei Welpen und Jungtieren sogar bis zu 70%, weil die Darmflora noch nicht gut ausgebildet ist und ein natürlicher Schutz fehlt. Mit einer Kotuntersuchung auf Giardien kannst du schnell herausfinden, ob und wie stark dein Vierbeiner befallen ist.

Häufige Ursachen von chronischem Durchfall beim Hund

  • Das Unvermögen zu verdauen (Maldigestion): Die Bauchspeicheldrüse funktioniert nicht richtig, sodass die Enzyme fehlen, die die großen Futterbestandteile in kleine Moleküle aufspalten. Es entsteht eine schlechte “Futterverwertung”.
  • Das Unvermögen kleine Futterbestandteile aufzunehmen (Malabsorption): Hier liegt eine Störung der Transportzellen der Darmschleimhaut vor, die die Moleküle auf die andere Seite schaffen und weiter über das Blut zur Leber transportieren.
  • Mangelnde Wasserresorption aus dem Dickdarm: Diese erfolgt normalerweise bis eine typische Festigkeit (Konsistenz) des Kotes erreicht ist. Wenn zu viele unverdaute Nährstoffe von Dünn- in Dickdarm gelangen, ziehen sie Wasser ins Innere vom Dickdarm (Osmose). Das Wasser verflüssigt alles, und voila, da haben wir den Durchfall. Diese übrigen Nährstoffmoleküle werden vermehrt von den Dickdarmbakterien verdaut (fermentiert). Das führt wiederum zu einer Gasansammlung (ergo Blähungen).
  • Eine Infektion mit Magen-Darm-Erregern wie Giardien, Kokzidien, Würmern oder auch Bakterien, Viren oder Pilzen. Es kommt es zu einer “natürlichen Ausspülung” des Darminhaltes. Der Darm wird auf diese Weise die Übeltäter schneller los.

Woran erkenne ich eine Dehydratation?

  • Wenn du die Lefzen anhebst, ist die Maulschleimhaut klebrig und nicht glänzend feucht.
  • Wenn du eine Hautfalte am Rücken oder Hals hochziehst und loslässt, verstreicht diese nicht gleich, sondern bleibt aufrecht stehen.
  • Wenn die Augen matt und eingefallen erscheinen.

Woran erkenne ich Bauchschmerzen bei meinem Hund?

  • Dein Hund zeigt womöglich eine untypische Körperhaltung, krümmt den Rücken auf oder schaut sich zum Bauch um.
  • Eventuell bewegt sich dein Hund steif und möchte sich nicht gerne bewegen.
  • Wenn du auf den Bauch drückst, fühlt sich die Haut gespannt und fest an. Normal ist sie weich und verformbar.

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Was sagen sie über die Gesundheit meines Hundes aus?

* Du erhältst am Ende eine Auswertung und passende Empfehlungen

Die 5 Tipps bei Durchfall


1. Tipp: Flüssigkeitszufuhr und Elektrolythaushalt sicherstellen

Als Erstes gilt es, den Wasserhaushalt im Körper durch eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit sicher zu stellen. Andernfalls kommt es zu ernsthaften Säure/-Base-Imbalancen, die zu Unwohlsein, Übelkeit, allgemeinen Stoffwechselstörungen bis hin zu Organschäden im Körper führen. Um dem entgegenzuwirken, unterstütze deinen Hund mit Elektrolyten.

2. Führe eine Kotuntersuchung durch

Die häufigsten Durchfallerreger sind Magen-Darm-Parasiten wie Giardien, Kokzidien oder auch Würmer: diese lassen sich mit einer Kotuntersuchung schnell herausfinden.

3. Lasse deinen Hund 12 Stunden fasten

Um dem Darm erstmal die Chance zu geben, sich zu sortieren, sollte er so wenig wie möglich arbeiten und ruhig gestellt werden. Das Beste ist, deinem Hund kleine Mengen Wasser zu geben. Dies solltest du oft tun, da ansonsten Dehydration droht! Zu lange sollte die Fastenperiode nicht anhalten, da dann auch die “gute” Darmflora an Bakterien in Mitleidenschaft gezogen wird.

4. Füttere deinem Hund leicht verdauliche Schonkost

Nach der Fastenperiode kannst du wieder mit kleinen Mengen Schonkost anfangen. Die angegebene Ration wird in mehreren kleine Portionen über den Tag verteilt gefüttert. Anschließend kannst du langsam auf das normale Futter umstellen. Das Füttern von Reis und Hühnchen gilt als klassisches Durchfall-Rezept. Unser ultimatives Schonkostrezept findest du im nächsten Abschnitt.

5. Schonkost aufpeppen mit Hüttenkäse

Alternativ kann Quark oder Hüttenkäse einen Reisanteil, aber nicht im Ganzen, ersetzen. Wahrscheinlich wirkt der Käse deutlich verlockender auf deinen Hund als Reis. Es wird neuerdings vermutet, dass man mit dem kohlenhydrathaltigen Reis fleißig vorhandenen Infektionserreger füttert, die sich dann erst recht schnell vermehren. Daher wird von vielen Tierärzten empfohlen, den Reis durch Hüttenkäse oder Quark zu ersetzen, also eine proteinreiche, schwerer verdauliche und energieärmere Futterquelle als Reis zu füttern.


Anders betrachtet, dient weich gekochter Reis als stärkereiche, energiereiche gut verdauliche Komponente. Auf eine stärkereiche Komponente nach dem Fasten zu verzichten wäre nicht zielführend.


Außerdem ist eine pauschale Aussage schwierig, denn diese Fragestellung hängt von den Vorlieben des Durchfallerregers ab und einer eventuell vorliegenden Dysbakterie (Verhältnis der “guten” und “schlechten” Bakterien im Dirckdarm gerät aus dem Gleichgewicht). Hat dein Hund Bakterien im Darm, die gerne Proteine fressen (proteolytisch), ist Hüttenkäse oder Quark eher kontraproduktiv. Für Bakterien, die sich hauptsächlich von Kohlenhydraten ernähren (saccharolytisch), wäre Reis ein gefundenes Fressen. Wir können nicht schnell mal in den Darm hineinschauen und den Erreger bestimmen. muss hierfür eine Kotuntersuchung in der Mikrobiologie durchgeführt werden.

Schonkost-Rezept

Bei aller Schonkost muss bedacht werden, dass es bei langfristiger Gabe ein Vitamin- und Mineralstoffmangel entsteht. Maximale Dauer: 7 Tage.

Tagesration für einen 15kg schweren Hund, verteilt auf mehrere kleine Portionen(nach Prof. Dr. Zentek, Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik, (2010, 6. überarbeitete Auflage, Enke Verlag):

Tag 1 - 3:
  • 175 g Hühnerfleisch, alternativ 200 g Pferdefleisch für Futtermittel-Allergiker

  • 160 g Reis (Trockengewicht) weich durchgekocht

Tag 1 - 3:
  • 15 Gramm Fett / Öl als zusätzliche Energiequelle beigeben

  • 25 g geraspelte Möhren als Rohfaserzufuhr helfen das Wasser im Darm zu binden

  • 8g vitaminisiertes Mineralfutter mit 20-25% Calcium

Wichtig: Es gilt, sich immer am aktuellen Gesundheitszustand deines Hundes zu orientieren. Diese Empfehlungen gelten bei akuten Durchfällen ohne große Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens deines Hundes und ersetzen nicht die Untersuchung beim Tierarzt.

vetevo-Fazit

Durchfall beim Hund hält immer wieder viele Hundebesitzer auf Trab und die Ursache bleibt oft ungeklärt. 

Bei einem akuten Durchfall sind die 5 Tipps eine echte Hilfe. Sobald aber Fieber entsteht oder dein Hund zeitgleich erbricht, blutigen oder schleimigen Durchfall zeigt, teilnahmslos und sehr schlapp ist, sollte ein Tierarztbesuch zurate gezogen werden.

Nichtsdestotrotz kannst du durch regelmäßige Kotuntersuchungen auf Durchfallerrerger wie Giardien und Check-ups, einer Durchfall-Episode frühzeitig entgegenwirken. Auch die regelmäßige Parasitenkontrolle durch Kotuntersuchungen auf Würmer fördert die Darmgesundheit.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.
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