Wenn der Hund erbricht

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Wenn der Hund erbricht - Ursachen, Anzeichen und Behandlung

Mal hat dein Vierbeiner etwas Falsches gefressen, mal verträgt er sein neues Futter nicht so gut. 

Erbrechen gehört so gut wie zum Alltag eines jeden Hundebesitzers und ist in den meisten Fällen harmlos.

Da es sich jedoch ebenso um tiefer gehende Ursachen handeln könnte, findest du hier alle Informationen dazu.

Inhaltsverzeichnis:

Der Hund erbricht akut oder chronisch

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Erbrechen. So gibt es auf der einen Seite das akute Erbrechen, auf der anderen Seite das chronische Erbrechen.

Erbricht dein Hund akut, dann geschieht es relativ plötzlich und unvorhersehbar. Möglicherweise steckt ihm etwas im Hals, ihm ist aufgrund einer anderen Erkrankung schlecht oder er hat sich überfressen. Dieser Zustand dauert meist nur 1-2 Tage, jedoch nicht länger als 5-6 Tage an.

Chronisches Erbrechen nennt man einen unveränderlichen Zustand nach einer bis zwei Wochen. Ist keine Besserung in Sicht und dein Hund erbricht weiterhin regelmäßig, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Das Brechzentrum

Das Gehirn steuert alle Mechanismen im Inneren deines Hundes. Unter anderem ist es auch für das Erbrechen zuständig.

Im Brechzentrum werden alle Vorgänge koordiniert, die in Verbindung mit dem Magen-Darm-Trakt, dem Gleichgewichtssinn, sowie der Leber und der Niere stehen. 

Wird eine Störung oder Unregelmäßigkeit im Organismus festgestellt, reagiert das Brechzentrum mit Übelkeit und Erbrechen und signalisiert dem Körper, dass etwas falsch ist. 

Durch diesen Vorgang wird ein Reflex ausgelöst, der den Körper vor Schadstoffen (beispielsweise Gift), Bakterien und Viren oder Fremdkörpern schützen soll. 

Anzeichen vor dem Erbrechen

Bevor ein Hund erbricht, durchläuft er zwei Phasen: Übelkeit und Würgen. Ähnlich wie bei einer Krankheit kann so frühzeitig erkannt werden, ob deinem Hund übel ist.

Mit einer beginnenden Übelkeit verändert der Hund sein Verhalten. Damit gehen die folgenden Anzeichen einher: 
  • Rastlosigkeit
  • Zittern
  • Schmatzen durch vermehrte Speichelproduktion
  • Starkes Schlucken
  • Lecken von Teppichen und Gegenständen
  • Drang viel Gras zu fressen
  • Ein gesenkter Kopf
  • Hängende Ohren und Schwanz
Um die Quelle des Unwohlseins abzustoßen, ist der Versuch sich zu übergeben eine natürliche Reaktion. Der Hund wird probieren seinen kompletten Mageninhalt hoch zu würgen - auch bei einem leeren Magen.

Beim Würgen zieht sich die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell zusammen und entspannt sich wieder. Während dieser Wechselwirkung befördert der Hund all das in seine Maulhöhle, was die Übelkeit hervorgerufen haben könnte.

Letztendlich erbricht der Hund dann den Inhalt seines Magens. Dies ist ein normales Verhalten, solange es nicht zur Gewohnheit wird.

Warum erbrechen Hunde?

Es gibt viele mögliche Ursachen, wieso sich dein Hund übergibt. Darunter zählen:
  • Gastritis
  • Vergiftung
  • Das Fressen von Gras 
  • Nervosität und Stress 
  • Aufnahme von zu viel Futter 
  • Futterunverträglichkeit und Allergie (kann mit dem Allergietest für Hunde festgestellt werden) 
  • Entzündliche Darmerkrankung (IBD) 
  • Magendrehung
  • Fremdkörper verschluckt 
  • Erbrechen im Auto 
  • Hitzschlag
  • Läufigkeit
  • Stoffwechselerkrankungen (Leberfunktionsstörung, Niereninsuffizienz, Diabetes oder Pankreatitis) 
  • Neurologische Störungen (Epilepsie, Meningitis, vestibuläre Störungen) 
  • Tumoren
Wichtig ist es dabei auf die Zustandsdauer, die Häufigkeit und die weiteren Symptome zu achten. Um dir einen Überblick zu verschaffen, haben wir die häufigsten Ursachen zusammengefasst.

Der Hund erbricht wegen Gastritis

Eine Gastritis ist eine Magenentzündung, die Bauchschmerzen und Übelkeit verursacht. Sie kann akut sein, aber auch chronisch werden.

Ursachen einer akuten Gastritis

Ursachen einer chronischen Gastritis

  • falsche Ernährung 
  • Allergien
  • anhaltender Stress 
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Erkrankungen der Leber 
  • Reaktion auf Medikamente 
Auch die Stufe der Gastritis kann anhand der Art des Erbrochenen erkannt werden:

Weißer, wässriger Auswurf mit Schaum deutet auf eine leichte Erkrankung hin.

Eine gelblich (oder auch schon grüne) Farbe deutet auf eine fortgeschrittene Gastritis hin, bei welcher schon der Darminhalt mit herausgespült wird.

Rosa gefärbter Auswurf in Kombination mit Blut im Erbrochenen deutet auf eine starke Magenentzündung hin.

Leidet dein Hund an einer Gastritis, solltest du frühzeitig bei Verdacht zum Tierarzt gehen. Nur durch eine frühe Diagnose kann eine akute Erkrankung eingedämmt und nicht chronisch werden.

Bei Giardienbefall haben Hunde öfters Durchfall. Erbrechen zählt ebenfalls zu den Symptomen. Dank smarter Testkits kannst du nun bequem von zu Hause einen Parasitenbefall ausschließen.

Der Hund erbricht wegen Vergiftung

Die häufigsten Vergiftungen entstehen durch Lebensmittel, die für Hunde ungeeignet sind.

Hat dein Hund etwas Giftiges gefressen, kommt es in den meisten Fällen zum Erbrechen. Dabei versucht der Körper jede Art von Schadstoffen los zu werden. 

Neben giftigen Lebensmitteln können besonders chemische Giftstoffe aus der Industrie und der Natur eine Gefahr darstellen. Die geläufigsten Ursachen sind Ratten- und Mäuseköder, aber auch:
  • Zeckenmittel oder Flohmittel (z. B. Teebaumöl)
  • Ungeziefervernichtungsmittel (z. B. Schneckenkorn)
  • Frostschutzmittel
  • menschliche Arzneimittel (z. B. Paracetamol)
  • und Zierpflanzen ( z. B. Weihnachtsstern, blauer Eisenhut oder Eibe)
Sollte dein Hund eines dieser Gifte zu sich genommen haben, suche bei der geringsten Vermutung umgehend den Tierarzt auf. Mithilfe einer Injektion kann dieser, innerhalb der ersten 1-2 Stunden nach Aufnahme des Giftes, dem Hund helfen zu erbrechen.

Bei einer möglichen Vergiftung solltest du dir sofort Gedanken darüber machen, was, wann und wieviel Gift dein Hund aufgenommen haben könnte. Für den Tierarzt sind diese Informationen extrem wichtig, um dementsprechend zu handeln. 
Der Hund erbricht manchmal nachdem er Gras frisst

@doni32

Der Hund erbricht, weil er Gras frisst

Wenn Hunde Gras in kleineren Mengen fressen, heißt es meist, dass etwas im Inneren des Hundes nicht stimmt. Damit behandelt sich der Hund selbst (meist erfolgreich). 

Frisst dein Hund überdurchschnittlich viel Gras, kann dies auf Probleme des Magen-Darm-Trakts hinweisen. Da Gras für Hunde unverdaulich ist, kann es in seltenen Fällen den Darm und seinen Ausgang verstopfen. 

Die Gründe, warum genau ein Hund das Bedürfnis hat Gras zu fressen, sind unbekannt und können vielfältiger Natur sein. Vermutet wird: 
  • Der Hund versucht seinen Mageninhalt auszuscheiden, aufgrund von Unwohlsein und dem Verdacht auf Schadstoffe oder Fremdkörper. Durch das Gras wird der Würgereiz verstärkt und es kommt zum Erbrechen.
  • Der Hund kämpft mit Übelkeit und versucht wie bei Schadstoffen den Inhalt des Magens los zu werden. Dies ist auf Probleme mit der Verdauung zurückzuführen und geht auch mit Bauchrumoren und Durchfall einher. 
  • Der Hund gleicht den Mangel an Nährstoffen, Vitaminen oder Rohfasern seines Futters aus, der Appetit und Hungergefühle in ihm weckt. Das Gras füllt seinen Magen jedoch nur für kurze Zeit, bevor er es wieder würgt. 
Hat dein Hund viel Gras gefressen und sich danach erbrochen, dann schaue dir das Erbrochene genauer an. Sollten sich Fremdkörper, wie beispielsweise Ratten- oder Mäusegiftköder darin befinden, dann kontaktiere deinen Tierarzt. 

Kommt es dauerhaft zu einer erhöhten Aufnahme von Gras, solltest du die Nährwerte des Futters überprüfen und es Probeweise umstellen.

Der Hund erbricht nachdem er gefressen hat

Sowohl zu schnelles Fressen als auch falsches Futter können dazu führen, dass sich dein Hund nach dem Füttern erbricht. Für dieses Verhalten gibt es drei Möglichkeiten:

Nervosität und Stress

Hunde sind empfindliche Tiere, die stark auf ihre Umgebung und dessen Veränderungen reagieren. So kann besonders Angst ein Auslöser für hektisches Fressen sein.

Ein Beispiel hierfür ist die Konkurrenz mit anderen Tieren bei der Fütterung. Ist dein Hund nicht allein in seinem Territorium und hat das Gefühl, dass ihm sein Futter streitig gemacht werden könnte, wird er automatisch schneller fressen. 

Wird das Essen zu schnell aufgenommen, überlastet das den Magen und die Speichelproduktion wird gesenkt. Weniger Speichel beim Fressen heißt gleichzeitig weniger Schmiermittel auf dem Weg in den Magen. Schlingt dein Hund also das Futter förmlich herunter, könnte er sich so verschlucken. 

Schnelles Fressen kann außerdem Luft in den Magen dringen lassen. Diese Luft sowie die Nervosität und der gereizte Magen können sowohl einzeln als auch in Kombination Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Hunde erbrechen, nachdem sie zu viel fressen

@jagdprinzessin

Aufnahme von zu viel Futter

Hunde fressen gern. Sie haben dauerhaft Appetit und können nicht genug bekommen. Sobald sie etwas Essbares zwischen den Zähnen haben, ist es schon heruntergeschluckt, ohne zu kauen.

Dabei frisst der Hund meistens so schnell, dass er sich möglicherweise verschluckt, sein Magen überlastet wird oder zu viel Luft in die Magenhöhle gelangt.

Da es wichtig ist, dass dein Hund alle benötigten Nährstoffe aufnimmt, solltest du darauf achten, dass er diese Angewohnheit schnell wieder ablegt und sie nicht erbricht.

Futterunverträglichkeit (Allergie) und Futterumstellung

Nicht nur zu schnelles Fressen kann zu Erbrechen führen. Wechselst du das Futter deines Hundes ohne Übergang, kann es ebenfalls zu Magen-Darm-Problemen kommen.

Die Umstellung des Futters sollte langsam durchgeführt werden - innerhalb eines längeren Zeitraums. So stellst du sicher, dass der Magen deines Hundes das neue Futter verträgt und er es nicht erbricht. 

Kommt es bei einer langsamen Umstellung trotzdem zu andauerndem Erbrechen, könnte dies an einer Futterunverträglichkeit oder Futterallergie liegen. Suche den Tierarzt auf, um deinen Hund auf die verschiedenen Möglichkeiten testen zu lassen. 

Der Hund erbricht, weil er Entzündliche Darmerkrankung (IBD) hat

Die “Inflammatory Bowel Disease” ist eine Erkrankung des Darms, die auf eine autoimmune Reaktion zurückgeführt werden kann. Die genaue Ursache der Entzündung ist unklar, meist ist jedoch der Dick- oder Dünndarm betroffen. 

Sie ist eine chronische Erkrankung ohne Heilungschancen. Ist dein Hund betroffen, kann er mit Hilfe einer Therapie aus Diät und teilweise auch Medikamentenvergabe noch lange Leben. 

Sogenannte Lymphozyten (Entzündungszellen) lagern sich in der Darmschleimhaut an und lassen sie dadurch anschwellen. Die Schwellung ist dauerhaft und beeinflusst die Verdauung des Hundes. 

Das aufgenommene Futter wird nicht richtig verdaut und führt zu chronischen Durchfällen und Erbrechen. Weitere Symptome sind Blähungen, Bauchrumoren, sowie Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. 

Die Krankheit kann durch ein Ausschlussverfahren diagnostiziert werden, bei dem zuerst alle anderen Ursachen für Erbrechen und Durchfälle ausgeschlossen werden. 

Der Hund erbricht wegen Magendrehung

Insbesondere bei größeren Hunderassen ist eine Drehung des Magens nicht selten. Sie kann einen genetischen Ursprung haben, auf die Art der Fütterung oder auf das Verhalten nach dem Fressen zurückgeführt werden. 

Bei einer Magendrehung versucht der Hund durch wiederholtes Würgen zu erbrechen. Meist schafft er dies jedoch nur in der Anfangsphase, der Würgereiz bleibt bestehen. 

Magendrehung ist ein akuter Notfall. Bei nur dem geringsten Verdacht solltest du unverzüglich zum Tierarzt. 

Der Hund erbricht, weil Fremdkörper verschluckt

Hat dein Hund einen Fremdkörper verschluckt, kann dieser nicht nur die Speiseröhre, sonderns auch Magen oder Darm irritieren oder schlimmstenfalls blockieren. 

Ist der Fremdkörper in der Speiseröhre stecken geblieben, atmet dein Hund flach und schnell. Sein Futter würde er dabei ohne würgen wieder ausspucken. 

Um einen Fremdkörper zu entfernen, wird der Hund versuchen ihn zu erbrechen. Klappt dies nicht, müssen sofort Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet werden. 
Der Hund erbricht während der Autofahrt

@Yvonne Huijbens

Der Hund erbricht während der Autofahrt

Es ist nicht selten, dass sich Hunde beim Transport unwohl fühlen und sich infolgedessen erbrechen. Meist geht dies mit Unruhe, Speichelfluss, einem dauerhaften Stand bei der Fahrt und Jaulen einher. 

Gründe dafür sind meistens die stressige Situation, oder Probleme mit dem Gleichgewichtssinn. Sollte es deinem Hund im Auto so ergehen, gibt es pflanzliche Mittel, die das Unwohlsein eindämmen können. 

Hitzschlag verursacht erbrechen bei Hunden

Große Hitze kann bei Hunden einen Hitzschlag auslösen und ist lebensbedrohlich. Im Gegensatz zum Sonnenstich ist dabei der gesamte Körper des Hundes betroffen und sein Organismus überhitzt.

Ursachen für Überhitzung sind bei Hunden häufig das extreme Spielen an heißen Tagen, der Aufenthalt in stickigen Räumen, sowie das Warten in parkenden Autos im Sommer (von dem wir vehement abraten). 

Die häufigsten Symptome sind starkes Hecheln, ein erhöhter Puls, eine eingeschränkte Reaktion und Erbrechen. 

Läufigkeit

Bei läufigen Hündinnen ändert sich nicht nur das Verhalten, sondern auch ihr Hormonhaushalt gerät ins Wanken. Genauso wie bei Menschen kann es sein, dass die Veränderung der Hormone zu Stress, Unwohlsein und Übelkeit führen. 

Erbrechen Hündinnen während ihrer Läufigkeit, kann dies auch mit dem häufigeren Putzen der Geschlechtsteile zusammenhängen. Nimmt die Hündin mehr Blut auf, kann der Magen übersäuern und die Schleimhäute werden gereizt.

Erbrechen als Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung

Erbricht dein Hund innerhalb eines längeren Zeitraums, dann ist eine tiefergehende Erkrankung als Ursache wahrscheinlich. Du solltest beim Tierarzt alle Möglichkeiten abklären, um die Gesundheit deines Hundes nicht zu gefährden.

Stoffwechselerkrankungen

Leberfunktionsstörung, Niereninsuffizienz, Diabetes oder Pankreatitis - All diese Krankheiten haben eines gemeinsam: das Symptom ist Erbrechens.

Neurologische Störungen

Insbesondere Epilepsie, Meningitis (Hirnhautentzündung) und vestibuläre Störungen (Störungen des Gleichgewichts) rufen Symptome wie Erbrechen und Übelkeit hervor.

Tumoren

Auch bei Hunden können Tumoren an den verschiedensten Stellen im Körper vorkommen. Leidet dein Hund an einem Tumor, dann ist die Symptomatik eines häufigen Erbrechens nicht auszuschließen.

Zu den häufigsten Symptomen zählt das Erbrechen bei:
  • Tumoren des Magens
  • Tumoren des Dünn- und Dickdarms
  • Tumoren der Leber
  • und Tumoren der Bauchspeicheldrüse

Form, Konsistenz und Färbung des Erbrochenen

Neben der Vielzahl an Ursachen, gibt es auch eine Vielzahl an Arten von Erbrochenem. Je nach Konsistenz und Färbung kann auch der Ursprung variieren und die Ursache schneller ermittelt werden.
  • Weißer Schleim oder Schaum im Erbrochenen deutet auf einen verschluckten Fremdkörper oder Übersäuerung des Magens hin. Es könnte eine Erkrankung des Magens vorliegen, bei der die Magensäure die Magenschleimhaut angreift.
  • Gelber Schleim oder Schaum im Erbrochenen deutet auf Galle hin, die in der Leber als Verdauungsflüssigkeit produziert wird. Häufig weist die gelbe Färbung auf eine Vergiftung hin oder eine Entzündung der Magenschleimhaut.
  • Erbrechen von Kot ist ein Extremfall und kommt nur selten vor. Sollte dein Hund Kot erbrechen, deutet dies möglicherweise auf einen Darmverschluss, einen Parasiten oder einen Tumor hin. In solchen Fällen ist der Tierarzt unverzüglich aufzusuchen.
  • Bei hellem Blut handelt es sich meistens um eine harmlose Verletzung des Zahnfleisches oder einer kleineren Wunde im Mund. Trotzdem solltest du deinen Tierarzt vorsichtshalber konsultieren.
  • Dunkles Blut im Erbrochenen gibt Aufschluss über eine schwerere Verletzung oder Erkrankung. Dazu zählen unter Anderem Tumoren, Entzündungen der Magenschleimhaut oder der Niere.
  • Blut zu erbrechen, ist immer ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Befinden sich rote Punkte im Erbrochenen kann dies zusätzlich auf eine Vergiftung hinweisen.
  • Hat dein Hund Durchfall und Erbrechen gleichzeitig, kann es sich um eine ernste Erkrankung des Magen-Darm-Trakts handeln.
  • Strenger, beißender Geruch des Erbrochenen könnte auf eine Vergiftung hinweisen.

Wie du deinem Hund helfen kannst, wenn er erbricht

Fallen dir Besonderheiten in seinem Verhalten auf noch bevor dein Hund erbricht, solltest du ihm die Möglichkeit geben sich zu erleichtern und ihm mit Ruhe entgegnen.

Gehe mit deinem Hund nach draußen, so kriegt er frische Luft zum durchatmen und kann sich etwas Gras suchen zur Selbstbehandlung. 

Bringt all das nichts und deinem Hund geht es über mehrer Stunden oder Tage schlecht, dann solltest du seinen Magen durch Schonkost oder Nahrungsentzug (circa 24 Stunden) entlasten. 

Dein Hund sollte stets genug trinken, da durch das Erbrechen eine Menge an Flüssigkeit aus seinem Körper geschwemmt wird. 

Kohletabletten können ebenfalls helfen den Magen-Darm-Trakt zu reinigen und von möglichen Bakterien zu befreien. 

Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei Übelkeit gegeben werden können. Dazu sollte der Tierarzt genauer befragt werden.  

Behandlung

Bei weiteren Symptomen, anhaltender Übelkeit oder Auffälligkeiten im Erbrochenen ist so schnell wie möglich der Tierarzt aufzusuchen. Wenn möglich nimm eine Probe des Erbrochenen mit, so kann er sich ein besseres Bild zu den Ursachen machen.

Der Tierarzt wird deinen Hund vollständig auf Krankheiten und Symptome untersuchen. Dafür nimmt er Blutproben, sowie Urin- und in besonderen Fällen Stuhlproben. 

Erbrechen ist keine eigenständige Erkrankung, es ist ein Symptom das auf eine mögliche Erkrankung deutet. Wird die Ursache entdeckt, weshalb der Hund erbricht, kann er dementsprechend erfolgreich behandelt werden. 

Meist wird als ganzheitliche Therapie eine Futterumstellung empfohlen und je nach Erkrankung Medikamente, beispielsweise Antibiotika, verabreicht. Um die Magenschleimhäute (besonders bei einer Gastritis) nicht noch weiter zu reizen, muss der Hund Magensäurehemmer zu sich nehmen. 

Fehlen deinem Hund zusätzliche Nährstoffe, oder ist das Erbrechen bereits chronisch können außerdem Nahrungsergänzungsmittel und eine lebenslange Diät zur Behandlung und Eindämmung helfen. 

vetevo-Fazit

Erbrechen bei Hunden kann verschiedene Ursachen haben. Es kann sich zum Einen um ein harmloses Erbrechen handeln, das sich schnell wieder legt. Zum Anderen aber auch um ein ernst zu nehmendes Symptom, das sofortiges Handeln erfordert. 

Bevor ein Hund sich übergibt, kannst du in seinem Verhalten schon die ersten Merkmale wie Unruhe, Schmatzen oder starkes Schlucken erkennen. Darauf erst folgt das Würgen und Erbrechen. 

Hunde erbrechen um Fremdkörper und Schadstoffe aus ihrem Organismus zu entfernen. Dieser Abwehrmechanismus wird im Brechzentrum des Gehirns ausgelöst und schafft meist schnell Abhilfe für deinen Hund. 

Muss er sich jedoch häufig hintereinander oder über einen längeren Zeitraum hinweg erbrechen, dann solltest du mit deinem Vierbeiner zum Tierarzt gehen. Er soll den Ursprung der Symptome diagnostizieren und eine Therapie verordnen, um Schlimmeres zu verhindern und eventuelle Langzeitfolgen zu vermeiden. 

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Parasitäre Gastritis. In: Kohn B, Schwarz G, Hrsg. Praktikum der Hundeklinik. 12., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-140269
  2. Pathogenese und Pathophysiologie des Regurgitierens und Erbrechens. In: Kohn B, Schwarz G, Hrsg. Praktikum der Hundeklinik. 12., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-140269
  3. Was unternehme ich bei einem Hund mit Verdacht auf Vergiftung? Welches Gift ruft welche Symptome hervor?. In: Burgener I, Deiner C, Dörfelt R et al., Hrsg. FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129696
  4. Lymphoplasmozytäre Kolitis und Enterokolitis beim Hund (IBD-Komplex des Dickdarms). In: Hundekrankheiten kompakt. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG; 2014.
  5. Magen – Erbrechen. In: Eul-Matern C, Hrsg. Akupunktur bei Krankheiten von Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Sonntag Verlag; 2015. doi:10.1055/b-003-125833
  6. Was muss ich bei einer Magendrehung beim Hund beachten?. In: Burgener I, Deiner C, Dörfelt R et al., Hrsg. FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis. 1. Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129696
  7. Verdacht auf verschluckte Fremdkörper. In: Vormwald K, Hrsg. Praxisbuch für Tierheilpraktiker. 1. Auflage. Stuttgart: Sonntag Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129582
  8. Ursachen des Erbrechens und Regurgitierens. In: Kohn B, Schwarz G, Hrsg. Praktikum der Hundeklinik. 12., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-140269
  9. Fahrkrankheit (Flug-, Auto-, Eisenbahn-, Seekrankheit). In: Wolff H, Hrsg. Unsere Hunde - gesund durch Homöopathie. 16., unveränderte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag ; 2019. doi:10.1055/b-006-163707
  10. Erbrechen von Kot. In: Schrey C, Hrsg. Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Schattauer GmbH; 2014. doi:10.1055/b-005-149003
  11. Erbrechen. In: Schrey C, Hrsg. Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze. 4., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag ; 2019. doi:10.1055/b-006-163305