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Pfotenpflege beim Hund

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Ob Steine, Sand, Splitter, Gestrüpp oder sogar Glas und Plastik - die Pfoten eines Hundes müssen im Laufe des Tages einiges ertragen. Da verwundert es nicht, dass sie hin und wieder trocken oder rissig werden können. Die Pfoten unserer vierbeinigen Freunde benötigen eine verwöhnende Pflege, um weich und robust zu bleiben.

Inhaltsverzeichnis:

Wann ist die Pfotenpflege notwendig?

Während das Haarestutzen und Krallenschneiden nur wöchentlich oder monatlich nötig sind, solltest du die Pfoten deines Hundes einmal täglich auf Trockenheit und Verletzungen untersuchen. Für eine intensive Pflege kannst du sie zusätzlich mit einem geeigneten Produkt wie dem Pfotenbalsam für Hunde eincremen.

Was passiert bei mangelnder Pfotenpflege?

Ungepflegte Pfoten bereiten deinem Hund im Laufe der Zeit nicht nur Probleme beim Laufen, sondern können darüber hinaus schwerere gesundheitliche Folgen haben. Durch zu lange Krallen kann dein Vierbeiner seine Ballen nicht mehr ordentlich abrollen und hat weniger Stabilität beim Gehen. Die Krallen schieben sich durch den Druck schmerzhaft ins Krallenbett und können dort für Entzündungen der Pfotenhaut (auch Pododermatitis genannt) sorgen.

Um diesem Schmerz zu entgehen, halten Hunde dann häufig ihre Pfoten schräg oder rollen seitlich ab. Diese Fehlbelastung kann zu Muskelverspannungen, Lahmheit oder Gelenkschäden führen.

Bei zu langen Krallen besteht außerdem die Gefahr, dass sie einreißen und brechen. Im schlimmsten Fall kann dein Hund sogar mit den Krallen im Teppich hängen bleiben und sie sich komplett abreißen. Ungeschnittene runde Wolfskrallen können sehr schmerzhaft ins eigene Fleisch wachsen.

Bei einigen Hunden wachsen Haare zwischen den Pfotenballen. Werden diese nicht geschnitten, stören sie nicht nur beim Gehen, sondern bieten auch tolle Anlaufstellen für Zecken und Milben.

Die wichtigsten Tipps zur regelmäßigen Pfotenpflege deines Hundes

Wenn dein Hund unaufhörlich an seinen Pfoten leckt, Schmerzen oder Fehlstellungen aufweist, wird es Zeit, sich des Themas zu widmen und ggf. einen Tierarzt zu konsultieren.

Die Krallenpflege ist hier ebenfalls sehr wichtig. Während einige Hunde sich beim Laufen die Krallen abwetzen, müssen diese bei anderen monatlich geschnitten werden. Obwohl insbesondere große und mittelgroße Hunde sich die Krallen am Bürgersteig ablaufen, sollten die Wolfs- und Daumenkrallen nicht außer Acht gelassen werden.

Damit du die Pfoten und Krallen deines Hundes optimal pflegen kannst, solltest du dich mit folgenden Utensilien ausstatten:

  • eine Krallenschere oder ein Krallenschleifer
  • eine Krallen- oder Nagelfeile
  • eine kleine, scharfe Schere für die Haare zwischen den Pfoten
  • eine Taschenlampe, um Ausschau nach Fremdkörpern und Parasiten zu halten
  • Pfotenbalsam oder Bio-Kokosöl, um Pfoten und Ballen geschmeidig zu halten und zu pflegen

Aus welchen Schritten setzt sich die Pfotenpflege deines Hundes zusammen?

  1. Pfotenkontrolle - Schau sie dir genau an und sieh auch in den Zwischenräumen nach, ob du Verletzungen, Fremdkörper oder Parasiten entdeckst.
  2. Reinigen und von Fremdkörpern befreien
  3. Krallenschneiden - Achte darauf, nicht zu tief zu schneiden, um den im oberen Nagel angrenzenden Nerv und das Blutgefäß nicht zu verletzen.
  4. Feile nach dem Schnitt die scharfen Krallenkanten mit einer Krallen- oder Nagelfeile glatt und schütze die Krallen somit vor Rissen.
  5. Zwischen den Zehen deines Hundes wachsen Haare, die ihn beim Laufen stören? Stutze sie mit einer kleinen scharfen Schere.
  6. Raue, trockene und rissige Hundepfoten mit Pfotenbalsam oder Bio-Kokosöl eincremen. Vor allem große Hitze im Sommer oder kalte Temperaturen im Winter strapazieren die Pfötchen sehr, sodass sie regelmäßig eingefettet werden sollten.

Krallen richtig schneidens

Auch wenn das Krallenschneiden den wenigsten Hunden Spaß macht, gehört es doch zur Pfotenpflege. Wenn du anfangs noch unsicher bist, beachte folgende Punkte:

  • Bleib entspannt und versuche auch deinen Hund zu beruhigen.
  • Wähle einen ruhigen Ort mit guten Lichtverhältnissen.
  • Achte darauf, die Krallen maximal bis zum rosa Ansatz zu schneiden. Nur bis zu dieser Stelle sind die Krallen nervfrei. Schneidest du zu tief, verletzt du den Nerv. Das bereitet deinem Hund Schmerzen und unter Umständen blutet die Kralle. Bei Unsicherheiten ist es besser, die Kralle Stück für Stück zu kürzen. Diese Vorgehensweise eignet sich vor allem für schwarze Krallen, da dort die rosafarbenen Blutgefäße nicht sichtbar sind.
  • Schneide sauber und exakt. Das heißt: Setze die Krallenschere an der richtigen Stelle an und drücke dann relativ schnell zu. Somit schneidest du exakt und quetschst die Kralle nicht.
  • Schlussendlich kannst du die Kralle noch etwas abfeilen, um scharfe Kanten abzurunden und zu verhindern, dass die Kralle einreißt.
  • Vergiss nicht, deinen Hund für sein Durchhaltevermögen zu belohnen.

Wer sich nicht traut, die Krallen seines Hundes zu schneiden, kann das auch seinen Tierarzt oder Hundefriseur:in übernehmen lassen. Das geschulte Personal schneidet die Krallen deines Vierbeiners schnell und meist für weniger als 10 Euro.

Pfotenpflege im Winter

Kommt es im Winter zu einem starken Kälteeinbruch, können die Pfoten deines Hundes bei langen Spaziergängen darunter leiden. Die kalten Bodentemperaturen, Schnee, Eis, Frost und gestreuter Sand strapazieren die Ballenhaut. Um diese zu entlasten, ist es besser, häufiger kleine Strecken zu gehen und vor und nach jedem Spaziergang die Pfoten gut einzufetten.

Eine weitere Herausforderung ist das Streusalz, das die Pfoten reizt und austrocknet. Wunden an den Pfoten werden zusätzlich strapaziert und können stärker schmerzen. Wichtig: Leckt dein Hund dieses ab, kann es zu einer lebensbedrohlichen Streusalzvergiftung kommen.

Wenn sich mit Salz gestreute Wege nicht meiden lassen oder dein (ggf. älterer) Hund auf geräumten Wegen einfach besser und stabiler laufen kann, solltest du die Pfoten nach jedem Spaziergang gründlich reinigen. Geh mit den Fingern auch zwischen die Zehen, um Splitt, Eis und Salz aus den behaarten Zwischenräumen zu entfernen. Die gereizte Haut kannst du hinterher gut einfetten.

9 mögliche Gründe für das Pfotenlecken

Trotz aller Vorkehrungen schleckt dein Hund ständig an seiner Pfote? Dann könnte ein gesundheitliches Problem dahinterstecken. Einen Juckreiz z. B. lindert dein Hund über seinen Speichel. Das Lecken oder Knabbern stimuliert die juckende Stelle und kühlt. Das Problem daran ist jedoch, dass sich die Hautbarriere durch das ständige Lecken nicht ausreichend regenerieren kann und Krankheitserreger sich ihren Weg bahnen. Die daraus entstehenden Entzündungen sorgen wiederum für noch mehr Juckreiz.

Folgende Ursachen lösen häufig Juckreiz oder Schmerz an den Pfoten aus:

  • Allergie (Futtermittelallergie oder Atopie)
  • Milben (insbesondere Herbstgrasmilben, Haarbalgmilben oder Demodexmilben)
  • Zecken (setzen sich gern zwischen den Zehen fest und sorgen dort für Schmerzen, die zu Lahmheit führen können)
  • Verletzungen und/oder Inflammation der Wunde
  • Entzündungen im Pfotenbereich (z. B. durch interdigitale Follikelzysten)
  • störende Fremdkörper (Steine, Holzsplitter, Grassamen mit Widerhakensystem etc.)
  • Hefepilze (unverhältnismäßige Ausbreitung durch gestörte Hautflora oder hormonelle Störungen)
  • Hautpilze
  • psychische Disbalancen

Was hat Pfotenpflege mit der Welpenerziehung zu tun?

Früh übt sich – so ist es auch bei Welpen! Für viele erwachsene Hunde ist die Pfotenpflege eine reine Tortur, weil sie es nicht von klein auf gelernt haben. Schon allein das Abwarten, Pfotereichen und Aushalten können einen unerfahrenen Hund nervös machen. Dazu kommen die „angsteinflößenden“ Utensilien und Geräusche, die diese erzeugen.

Damit auch für deinen Hund eine gewisse Routine reinkommt, solltest du mit ihm schon im Welpenalter das Stillhalten üben, wenn du seine Pfoten begutachtest, streckst und die Haare stutzt. Mach ihn mit den Utensilien – auch wenn sie momentan noch nicht verwendet werden – vertraut. Wichtig ist, dass du dich geduldig, ruhig und positiv deinem Hund gegenüber verhältst. Stresst dich diese Situation selbst, wirst du die Nervosität auch auf deinen Hund übertragen.

Kleine Fortschritte belohnen: Nicht jeder hat seinen:ihren Hund seit dem Welpenalter bei sich. Aber sowohl junge als auch adulte Hunde können und müssen schrittweise mit der Pfotenpflege vertraut gemacht werden. Wenn es anfangs noch gar nicht klappt, solltest du in kleinen Schritten vorgehen und jeden Fortschritt loben.

Anfangs übt ihr erst einmal nur, dass du seine Pfote halten kannst. Zu Beginn vielleicht nur einige Sekunden, später mehrere Minuten.

Kann dein Hund seine Pfote in deiner Hand lassen, übt ihr, dass du sie mit Fingern und Taschenlampe untersuchst.

Schritt für Schritt kommen Wasser, Balsam, Haar- und Krallenschneider dazu, bis dein Hund die regelmäßige Pfotenpflege aushalten kann.

vetevo Fazit

Während die Pfoten täglich überprüft und evtl. mit Pfotenbalsam eingecremt werden sollten, können Krallen und Haare wöchentlich bis monatlich gestutzt werden. Der genaue Rhythmus ist individuell vom Wachstum deines Hundes abhängig.

vetevo - aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  • Stein, Petra (2010): Naturheilpraxis Hunde: Schnelle Selbsthilfe durch Homöopathie und Bach-Blüten. München: Gräfe und Unzer Verlag.
  • Willms, Jennifer (2009): Hunde. München: Circon Verlag.
  • Marsella, Rosanna (2018): Persönliche Empfehlungen… – Pododermatitis des Hundes. College of Veterinary Medicine. University of Florida. Veterinary Focus / DOI: 10.1055/s-0035-1570594
  • Hoffmann, Edda (2018): Der Hund läuft wie auf heißen Kohlen? Pododermatitis beim Hund und ihre Ursachen. team.konkret / DOI: 10.1055/a-0726-2039

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