Futtermittelallergie beim Hund - Titelbild

©Stefan Glazer

Die Futtermittelallergie beim Hund

Dein Hund juckt und reibt sich, leckt sich wund oder hat dauerhafte Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen? Treten diese Symptome unabhängig von den Jahreszeiten und seiner Umgebung auf? Dann hat er eventuell eine Allergie gegen Bestandteile seines Hundefutters entwickelt. Wie du herausfindest, ob dein Hund wirklich eine Futtermittelallergie hat und wie du seine Beschwerden lindern kannst, erfährst du hier!

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Futtermittelallergie?

Futtermittelallergien sind die dritthäufigste Allergieform, an der Hunde erkranken können. Nur die Allergie gegen Flohspeichel und Allergien gegen Stoffe in der Umwelt wie Pollen oder Hausstaub kommen häufiger vor. Dabei sind es in den meisten Fällen Proteine im Fleisch bestimmter Tierarten, gegen die der Hund allergisch reagiert. Es gibt besonders schwere Fälle, bei denen Hunde letztendlich gegen alle verfügbaren tierischen Eiweiße allergisch werden. Auch gegen Ei- oder Milchprodukte können Hunde Allergien entwickeln.

Genauso können Hunde gegen andere Futtermittelbestandteile, wie zum Beispiel Kohlenhydrate, allergisch sein. Und Getreideallergien sind derzeit in aller Munde. Tatsächlich kommt es aber nicht allzu häufig vor, dass Hunde gegen Getreide allergisch sind. Zusatzstoffe, wie Konservierungs-, Farb-, oder Aromastoffe können ebenfalls Allergien auslösen. Ein weiterer Faktor im Futter kann Allergien auslösen, und zwar die kleinen Plagegeister Milben. Futtermilben oder Hausstaubmilben können es sich im Hundefutter gemütlich machen und allergische Reaktionen verursachen.

©Ludwig Willimann

Wie läuft eine allergische Reaktion beim Hund ab?

Bei der Nahrungsaufnahme gelangen Stoffe aus dem Futter durch die Darmwand in das umliegende Gewebe. Ein gesunder Hund ist tolerant gegen die Inhaltsstoffe des Futters. Das bedeutet, dass sein Immunsystem die Stoffe nicht als “körperfremd” erkennt. Bei einer Futtermittelallergie entscheidet der Körper, dass die im Hundefutter enthaltenen Stoffe bekämpft werden müssen. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden aktiviert und es entsteht eine allergische Reaktion. Wichtig zu verstehen ist dabei, dass der Körper erst gegen Stoffe Allergien entwickeln kann, mit denen er besonders häufig in Kontakt kommt. Das bedeutet also, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Allergie gegen Proteine von Rind und Huhn zu entwickeln, deutlich höher ist als bei anderen Fleischsorten. Diese sind nämlich in sehr vielen auf dem Markt erhältlichen Hundefuttermitteln enthalten.

Was sind die Symptome einer Futtermittelallergie beim Hund?

Die Symptome einer Futtermittelallergie sind vielfältig. Häufig auftretende Anzeichen einer Allergie gegen Hundefutter sind:
  • Juckreiz
  • Durchfall / Erbrechen
  • Hautentzündungen
  • Lecken des Afters
  • Ohrenentzündungen
  • Haarausfall
  • rötlich verfärbtes Fell bei vermehrtem Lecken (durch Juckreiz)
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Was ist eine Futtermittelunverträglichkeit?

Eine Futtermittelunverträglichkeit oder auch -intoleranz muss von einer Futtermittelallergie unterschieden werden. Die beiden Probleme sehen ähnlich aus. Allerdings ist die Futtermittelunverträglichkeit eine Reaktion des Körpers, an der das Immunsystem nicht beteiligt ist. Die Reaktionen können durch Giftstoffe(Toxine) im Futter vermittelt werden oder Stoffwechsel bedingt sein. Außerdem können Futtermittelunverträglichkeiten entstehen, wenn Substanzen im Futter enthalten sind, die Medikamenten ähneln. Eine solche Substanz kann zum Beispiel Histamin sein.

Wie kann ich eine Futtermittelallergie feststellen?

Eine Futtermittelallergie kann ziemlich unangenehm für deinen Hund werden. Stell dir vor, es juckt und kratzt dich die ganze Zeit. Umso wichtiger ist es, eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren und herauszufinden, gegen welche Stoffe der Hund allergisch ist. Diese werden dann restlos vom Ernährungsplan des Hundes gestrichen. Bevor jedoch Diagnose hinsichtlich der Futtermittelallergie betrieben wird, sollte festgestellt werden, ob es sich bei den Symptomen nicht um Anzeichen einer anderen Krankheit oder eines Parasitenbefalls handelt! Um auszuschließen, dass die Verdauungsbeschwerden deines Hundes durch Würmer verursacht werden, kannst du unseren vetevo-Wurmtest für zuhause nutzen!
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Was hilft bei Futtermittelallergie

Die Eliminationsdiät, auch Ausschlussdiät genannt, dient der Identifikation der Nahrungsbestandteile, gegen die dein Hund allergisch ist. Das Prozedere dauert eine Weile und erfordert einiges an Disziplin, kann aber sehr effektiv sein. Der Sinn hinter der Eliminationsdiät ist, für mindestens 3-4 Wochen immer nur bestimmte Futtermittel zu füttern. Lassen die Symptome während der Eliminationsdiät nach, kann man davon ausgehen, dass der Hund eine Allergie gegen ein Futtermittel hat, das während der Diät nicht gefüttert wurde. Sind die Symptome nach 6 Wochen nicht deutlich geringer, solltest du eine andere Proteinquelle aussuchen.

Die Durchführung der Eliminationsdiät

In den ersten drei bis vier Wochen einer Eliminationsdiät wird nur eine bestimmte Eiweißquelle und eine bestimmte Kohlenhydratquelle im Verhältnis 1:3 gefüttert. Die häufigsten Futtermittelallergien richten sich gegen bestimmte tierische Proteine. Vor allem Huhn und Rind sind häufig in den handelsüblichen Futtermitteln vertreten. Deshalb sucht man sich eine ganz bestimmte exotische Proteinquelle, die der Hund noch nie zuvor gefressen hat. Es ist sehr wichtig, dass das Protein für den Körper noch möglichst unbekannt ist. Gut geeignete Proteinquellen sind zum Beispiel:
  • Pferd
  • Pute
  • Reh
  • Ente
  • Kaninchen
  • Lamm
  • Weißfisch
  • Capelin

Vorsicht!

Auch Leckerlies müssen in die Ausschlussdiät einbezogen werden. Das bedeutet also, dass sie entweder komplett weggelassen werden müssen, oder aus derselben Fleischsorte wie das Hundefutter hergestellt sein müssen.

Gut geeignete Kohlenhydratquellen, gegen die Hunde sehr selten allergisch sind:
  • Kartoffel
  • Reis
  • Tapioka
Um die Eliminationsdiät durchzuführen, kannst du die Mahlzeiten selbst kochen. Ein passendes Rezept dafür wäre am Beispiel eines 15 kg schweren Hundes:
  • 300g Pferdefleisch
  • 300g Kartoffeln
  • 30g Öl
Selbst hergestellte Eliminationsdiäten haben den Vorteil, dass du gut die Übersicht behalten kannst, was genau der Hund frisst.

Hydrolysierte Proteine

Wenn du die Eliminationsdiät nicht selbst herstellen willst, kannst du auch im Handel erhältliche Hundefutter kaufen, in denen die enthaltenen Proteine hydrolysiert wurden. Das bedeutet, dass sie durch Enzyme vorverdaut und in kleinere Bestandteile zerlegt wurden. Diese sind leichter zu verdauen. Außerdem werden durch die Enzyme die antigenen Eigenschaften der Proteine zerstört. So werden sie vom Immunsystem nicht erkannt und es findet keine allergische Reaktion statt.

Diätfuttermittel mit seltenen Proteinen

Im Handel sind ebenfalls spezielle Diätfuttermittel für Allergiker erhältlich. Sie enthalten meist exotische Proteinquellen wie Lamm, Pferd, Pute oder sogar Känguru! Dazu werden meist gut verträgliche Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln gegeben. Diese hypoallergenen Hundefuttermittel gibt es sowohl als Nass-, als auch als Trockenfutter. Eine relativ neue und ziemlich ausgefallene Diätfuttersorte ist Trockenfutter, das aus Insektenprotein hergestellt wird. Da es recht unwahrscheinlich ist, dass Hunde im Verlauf ihres Lebens bereits mit Insekten gefüttert wurden, ist das die sicherste Variante eines hypoallergenen Hundefutters.

©Omerlavon

Provokationsprobe

Nach etwa drei bis vier Wochen, spätestens aber nach acht Wochen, sollten die Allergie-Symptome mit der Eliminationsdiät nachlassen. Nun kannst du beginnen, langsam neue Futtermittel wieder mit in den Ernährungsplan einzuführen. Treten innerhalb weniger Stunden bis Tagen Symptome auf, weißt du, dass der Hund genau diesen Futterbestandteil nicht verträgt. So kannst du langsam herausfinden, was in Zukunft auf dem Speiseplan deines Hundes stehen soll und was nicht.

Allergietest

Einige Labore bieten Bluttests an, um die Futtermittelallergie als Ursache definitiv festzustellen. Diese Tests sind leider bisher noch recht ungenau und eigenen sich nicht allzu gut.

Was füttere ich einem Hund mit Futtermittelallergie?

Ist die Futtermittelallergie diagnostiziert, gibt es Mittel und Wege, den Hund vor dem nervenaufreibenden Juckreiz zu bewahren. Dazu kannst du einfach die Variante der Eliminationsdiät, die du gewählt hast, ganz genau so weiter führen. Falls du die Mahlzeiten für deinen Hund selbst zubereitest, musst du immer darauf achten, dass du dem Hund alle notwendigen Nährstoffe bereit stellst. Besonders bei Mineralstoffen, essentiellen Fettsäuren, essentiellen Aminosäuren und Vitaminen kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

vetevo-Fazit

Die Futtermittelallergie kann für deinen Vierbeiner eine ziemlich anstrengende und unangenehme Erfahrung sein. Umso wichtiger ist es, dass du dich beim Verdacht auf Futtermittelallergie umgehend von einem Tierarzt beraten lässt. Ihr könnt gemeinsam eine Eliminationsdiät planen und so herausfinden, wogegen dein Hund allergisch ist. Ist das geklärt, kannst du deinem Hund mit wenig Aufwand ein leichteres Leben verschaffen. Einfach die Allergie auslösenden Bestandteile aus der Ration entfernen, und schon steht dem Hundeglück nichts mehr im Wege!

vetevo-Aus Liebe zum Tier.

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