Den Hund allein zu Hause lassen - Titelbild

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Wie du deinen Hund allein zuhause lassen kannst

Du liebst deinen Vierbeiner über alles. Ihr habt viel Spaß miteinander, er mag andere Hunde und Menschen. Kurzum: Er ist ein toller, liebenswerter Kumpel. Doch wenn du mal länger weggehen und ihn zu Hause allein lassen musst, ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Er jammert und bellt ohne Ende und deine Nachbarn haben sich schon massiv bei dir und sogar deinem Vermieter beschwert. Spätesten jetzt musst du handeln und deinem Hund helfen.

Inhaltsverzeichnis:

Warum hat mein Hund Angst vor dem Alleinsein?

Wenn du deinem Hund das Alleinsein beibringen willst und er offensichtlich Angst davor hat, musst du zunächst herausfinden, woher diese Angst kommt. Denn nur wenn du die Ursachen kennst, kannst du auch die Symptome wie extremes Bellen und Jaulen in deiner Abwesenheit bekämpfen und mit den entsprechenden Maßnahmen deinen Hund trainieren.

Warum Hunde tendenziell Trennungsangst haben und ungerne allein sind, hat einen ganz natürlichen Grund: Hunde sind sozial lebende Rudeltiere. Der Kontakt zum Rudel beziehungsweise zur Familie soll nicht verloren werden. Von seinem Rudel getrennt zu sein, bedeutet für den Hund deshalb immer Stress. Das Alleinbleiben gehört also nicht zum normalen Verhalten des Hundes und er hat Angst vor der Trennung.

Die Entstehung einer Trennungsangst ist bei an sich schon ängstlichen Hunden und bei Hunden, die schon mehrere Halter hatten, wahrscheinlicher. Ereignisse wie ein Umzug oder ein länger andauernder Aufenthalt in einer Klinik können ebenfalls Trennungsangst auslösen. Und auch wir Menschen können einen Hund zur Trennungsangst erziehen. So wird einem neuem Hund im Haushalt, vor allem einem Welpen, zunächst sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das Alleinsein kommt dann sehr abrupt.

Achte auf Symptome der Trennungsangst bei deinem Hund

Trennungsangst zeigt dein Hund eventuell nicht nur, wenn er alleine ist. Es gibt auch Verhaltensweisen in deiner Anwesenheit, die auf Trennungsangst hinweisen. 

Während deiner Anwesenheit:
  • Dein Hund folgt dir auf Schritt und Tritt in der Wohnung.
  • Wenn du eine Zimmertür hinter dir schließt, wird dies problematisch und er bellt und wimmert.
  • Dein Hund sucht permanent körperlichen Kontakt zu dir.
  • Dein Hund fordert ständig deine Aufmerksamkeit und hat dich immer im Blick.
  • Anzeichen des Weggehens, wie das Anziehen der Jacke, macht deinen Hund unruhig.
Während deiner Abwesenheit:
  • Bellen, Heulen, Winseln
  • Zerstören von Gegenständen
  • Kratzen an Türen und Fenstern
  • Unsauberkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Unruhe und Zittern, aber auch Zurückgezogenheit
  • Übermäßiges Lecken, starkes Speicheln
  • Weder Fressen noch Trinken
Viele Hunde reagieren bereits beim Weggehen mit nervösem Umherlaufen oder Zittern. Begrüßt dein Hund dich ausgesprochen intensiv? Dann ist das nicht nur ein Zeichen der Freude, sondern auch ein Anzeichen für Trennungsangst.

In nur 3 Schritten: So bringst du deinem Hund das Alleinsein bei

Hunde mit Trennungsangst sind großem Stress ausgesetzt. Bei Anzeichen sollte eine Therapie so schnell wie möglich begonnen werden. Je früher desto besser. Eine Therapie bei bereits bestehender Trennungsangst ist meist sehr langwierig. Du solltest dann ein Tagebuch über den Therapieverlauf führen, so dass Besserungen nachvollziehbar sind und auch damit dein Tierarzt oder der Therapeut die Maßnahmen gegebenenfalls anpassen kann.

Das Strafen des Hundes, wie etwa bei Unsauberkeit die Schnauze in seinen Urin oder Kot zu halten, ist absolut tabu. Dies wird den Hund unter Umständen noch mehr verängstigen. Außerdem kann er diese Bestrafung nicht in Bezug zu Urinpfützen oder Kotabsatz in der Wohnung bringen.

Distanztraining - damit dein Hund nicht wie eine Klette an dir klebt

Hunde mit Trennungsangst zeigen mitunter exzessive Angst, wenn sie von ihrem Halter bereits im selben Raum getrennt sind. Die Störung beginnt bereits früh in der Pubertätsphase und zeigt sich ganz extrem bei der Trennung oder wenn der Hund eine Trennung auch nur vorausahnt. Es gilt also, dass du mit deinem Hund Distanz trainierst:
  • Anfangs lernt dein Hund, im gleichen Raum mit dir auf seinem Platz zu bleiben und dir nicht ständig zu folgen.
  • Du entfernst dich allmählich immer mehr von deinem Hund.
  • Bei fortgeschrittenem Training hältst du dich in anderen Räumen auf und die Türen werden auch verschlossen.
  • Die Zeit des Alleinbleibens in einem Zimmer wird immer weiter ausgedehnt.
Wann und wie schnell die einzelnen Trainingsschritte erfolgen können, ist individuell von dir und deinem Hund abhängig. Winselt, bellt, jault oder kratzt der Hund an der Tür, sollte diese möglichst genau dann geöffnet werden, wenn der Hund sich beruhigt hat und still ist. Wenn du in den Raum zurück kommst, solltest du deinen Hund für ein paar Minuten ignorieren.

Wichtig!

Ist die Trennungsangst aufgrund einer anderen Angst wie vor Gewitter oder Silvesterknaller entstanden, muss diese Angst ebenfalls behandelt werden.

Mache deinen Hund gleichgültig gegenüber Anzeichen baldigen Weggehens

Ziehe dir Outdoor-Bekleidung wie Jacke und Schuhe immer mal wieder an und aus, ohne dass du wirklich die Wohnung verlässt. Nimm auch immer wieder deine Wohnungsschlüssel in die Hand und trage sie in der Wohnung herum. Nach und nach versteht dein Hund, dass das Anziehen der Jacke beispielsweise keine Gefahr bedeutet.

Gewöhne deinen Hund an das Alleinsein in der Wohnung

Wenn dein Hund nicht mehr extrem darauf reagiert, wenn du Jacke und Schuhe anziehst oder deinen Haustürschlüssel in die Hand nimmst, kannst du damit anfangen, deinen Hund für einen kurzen Moment in der Wohnung allein zu lassen.
  • Verlasse also die Wohnung und komme sofort wieder zurück.
  • Diesen Zeitraum verlängerst du nach und nach. Zu Beginn des Trainings sind es maximal 5 Minuten.
  • Übe dies dreimal täglich mit deinem Hund.
Wichtig ist, dass dein Hund dabei keine Anzeichen von Trennungsangst zeigt. Kontrolliere das, indem du eine Kamera aufstellst, die deinen Hund während deiner Abwesenheit filmt.

Bleibe beim Weggehen entspannt, auch wenn du ihn verabschieden und trösten möchtest. Bei der Rückkehr solltest du deinen Hund ignorieren, egal wie der Hund sich während der Abwesenheit verhalten hat. Für ein unerwünschtes Verhalten darf er keinesfalls physisch bestraft werden.

Vor einem längeren Alleinsein solltest du auf jeden Fall einen ausgiebigen Spaziergang mit deinem Vierbeiner machen und ihn eventuell auch vorher füttern. Stelle sicher, dass dein Vierbeiner müde ist, wenn du gehst. Biete ihm zusätzlich Kauknochen, Spielzeug oder etwas zum „Auspacken“ wie einen kleinen Karton an, der ein Leckerchen enthält. Bei manchen Fellnasen hilft auch ein laufender Fernseher oder das Radio.

Was tun, wenn der Hund die Wohnung verwüstet?

Grundsätzlich sollte ein Hund, der ausgelastet ist, sich das Zerstören gar nicht erst angewöhnen, sondern die Zeiten des Alleinseins hauptsächlich zum Schlafen nutzen. Überprüfe, ob die Zeit des Alleinseins nicht doch extrem lang ist. Falls ja, solltest du vielleicht einen Hundesitter in Anspruch nehmen. Und lass dir unbedingt von einem Experten helfen.

Wie du deinen Welpen allein lassen kannst

Die Erziehung zum Alleinsein läuft bei einem Welpen nicht wirklich anders ab als bei einem erwachsenem Hund. Vermutlich versteht der Welpe aber schneller als ein erwachsener Hund, dass er keine Angst haben muss.
  • Zunächst bring den Welpen in einen anderen Raum und lass ihn kurz allein.
  • Zum Abholen passe den Moment ab, an dem dein Welpe ruhig ist.
  • Den Zeitraum des Alleinseins solltest du dann langsam ausdehnen.
  • Tröste den Welpen nicht beim Weggehen und verhindere grundsätzlich, dass er dir auf Schritt und Tritt folgt. Das ist aller Anfang der Angst vor dem Alleinsein.
  • Schleich dich nie aus dem Haus. Das ist verdächtig und macht dich interessant. Gehe immer ruhig und ohne zu zögern weg.

Wichtig!

Belohne nur ruhiges und gehorsames Verhalten. Aufmerksamkeitsforderndes Verhalten solltest du ignorieren.

vetevo-Fazit

Das Alleinbleiben gehört nicht zum normalen Verhalten des Hundes, da er bei seinem Rudel sein möchte. An das Alleinbleiben muss ein Hund also langsam gewöhnt werden, je früher desto besser.Tue die Trennungsangst deines Hundes keinesfalls als Lapalie oder gar Zickigkeit ab. Lass dich auf jeden Fall von einem Experten beraten. Er kann den Bedarf nach einer Therapie am besten einschätzen.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.
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