Flöhe bei Hunden - Wie du sie erkennen und bekämpfen kannst

Flöhe beißen, saugen Blut und verursachen einen starken Juckreiz. Es kommt zu roten und wunden Hautstellen und lokalem Haarausfall beim Hund. Und Flöhe können noch mehr Unheil anrichten, denn sie kommen selten allein. Wenn ein Vierbeiner besonders stark von den winzigen Missetätern befallen ist, können sie sogar Blutarmut (Anämie) verursachen. Wir haben hier für dich Wissenswertes zusammengestellt, wie du deinen Hund langfristig vor den Plagegeistern schützen kannst.

Inhaltsverzeichnis:

Mehr als nur jucken: Flohbisse können gefährlich werden

Flöhe sind nicht nur lästig und unangenehm wegen des extremen Juckreizes, den sie auslösen. Durch das Zerbeißen und Herunterschlucken des Flohs kann sich dein Hund mit Bandwürmern anstecken und das nächste Dilemma stellt sich ein. Der Speichel des Flohs kann zudem Allergien verursachen. Je früher du also den Flohbefall erkennst und alle Hebel in Bewegung setzt, um die fiesen Viecher wieder loszuwerden, desto besser.

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Das kann ein Flohbefall bei Hunden auslösen

  • Allergien: Betroffen sind Hunde, die allergisch auf Flohspeichel reagieren und so eine Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD) entwickeln. Ein besonders starker Juckreiz sowie Entzündungen der Haut mit Krustenund Ekzemen quälen dann den Vierbeiner. Bereits wenige Flohstiche können da schon genügen. Die FAD ist bei Hunden die häufigste allergiebedingte Hauterkrankung.
  • Bakterielle Hauterkrankungen: Hunde mit Flohspeichelallergie können zudem Hot Spots entwickeln: Eitrige, oftmals großflächige Hautentzündungen mit starkem Juckreiz, die sofort von einem Tierarzt behandelt werden müssen.
  • Bandwürmer: Der Floh ist Zwischenwirt beispielsweise der Larven des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum). Nimmt der Hund einen infizierten Floh auf, gelangen die Larven in seinen Körper. Erfahre mehr über diese und andere mögliche Würmer bei deinem Hund.
  • Blutarmut (Anämie): Insbesondere Welpen können davon bei ausschließlich starken Flohbefall betroffen sein. Die Welpen können dann bis zu 10 ihres Blutes verlieren.

Wichtig!

Es gibt viele wirtsspezifische Floharten: Auf dem Land ist es meist der Hundefloh, in der Stadt werden Hunde auch oft vom Katzenfloh befallen. Menschen werden meist nur befallen, wenn keine weiteren Hunde oder Katzen in der Nähe sind.

Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) - so sieht er aus

  • Der Körper ist bräunlich, hat drei Beinpaare, ist flügellos und an den Seiten platt.
  • Weibliche Flöhe werden zwei bis vier Millimeter, männliche bis zu drei Millimeter groß.
  • Flöhe bewegen sich schnell zwischen den Hundehaaren und können hoch und weit springen.
  • Erwachsene Flöhe (Adulte) saugen Blut.

Wie lange lebt ein Hundefloh?

Der Lebenszyklus eines Hundeflohs dauert bei Raumtemperatur und 80% Luftfeuchtigkeit nur 30 Tage.

Alles beginnt dabei mit dem Ei. Die Eier werden in das Hundefell gelegt und fallen dann ab, wenn der Hund sich beispielsweise schüttelt. Sie landen dann natürlich auch gerne auf Decken und Sofas. Nach zwei Tagen schlüpfen die Flohbabys und leben als Larven - dünn, weiß und wurmähnlich - ca. fünf bis 15 Tage. In der Zeit ernähren sie sich von Flohkot (getrocknetes Blut), das zusammen mit weiteren Eiern aus dem Fell des Hundes fällt. Wenn sie sich verpuppt haben, können sie monatelang in dem fast unzerstörbaren Kokon überleben. Hier warten sie auf ihr Opfer. Ist ein geeigneter Wirt in der Nähe, werden sie aktiv und schlüpfen. Erwachsene Flöhe leben dann für vier bis sechs Wochen auf dem Wirt. Zwei bis drei Tage nach der ersten Blutmahlzeit wird für Nachschub gesorgt und die Weibchen legen bis zu 40 Eier täglich. Das klingt nach einer Floh-Invasion. Ist es auch. Und bedenke: Nur 5% der Floh-Population leben sichtbar auf dem Hund. Der Rest verteilt sich in der Umgebung, in der Wohnung, überall. Handeln ist also angesagt.

©Katrina_S

Wie erkenne ich einen Flohbefall?

Wenn die kleinen Blutsauger sich deinen Hund als Wirt ausgesucht haben, wirst du das rasch erkennen. Dein Hund ist unruhiger als sonst und beißt sich häufig spontan am RückenVielleicht siehst du dann kleine braune Insekten, die auf dem Hund rumrennen. Dann kann es auch passieren, dass so ein Floh aus Versehen auch auf dich überspringt. Und wenn er schon mal bei dir ist, bleibt er dann auch bei dir und saugt munter dein Blut. Um sicherzugehen, nutze einen Flohkamm und kämme deinen Hund damit. Eventuell kannst du jetzt schon mit bloßem Auge beim Scheiteln des Fells Flöhe und Flohkot auf der Haut, häufig im Bereich des Rückenendes, sehen

Wenn du jetzt das Fell deines Hundes kämmst und den Kamm anschließend schüttelst und aus den Haaren kleine, schwarze Krümel runterfallen, ist dies wahrscheinlich Flohkot. Lege die Krümel auf ein feuchtes Tuch und zerdrücke sie. Wenn sie sich wieder in Blut auflösen, dann kannst du dir sicher sein: So sieht Flohkot aus! Die kleinen Biester ernähren sich ja von Blut. Siehst du aber keine Änderung, ist es dann ganz normaler Dreck. Dasselbe Prozedere kannst du auch mit einem Glas Wasser durchzuführen. Streue die Krümel hinein und warte ab, ob du rote Verfärbungen siehst.

Die Symptome

  • Auffällige Unruhe
  • Oft sehr intensiver und auch ruckartiger Juckreiz (Pruritus)
    - in der hinteren Körperhälfte zum Steißbein und Schwanz hin (caudal)
    - an den Rückseiten der Hintergliedmaßen und im Bereich der Rute
    - manchmal auch an Flanken- und Bauchnabelbereich (umbilikal)
  • Haarausfall, vor allem Rücken, Schwanz und Hinterbeine
  • Hautentzündungen und Hautinfektionen bei Allergien gegen den Speichel des Flohs
  • Blutarmut (Anämie) bei Welpen, die tödlich enden kann
  • Mögliche Übertragung von Bandwürmern

Woher hat mein Hund die Flöhe?

Meistens fangen sich Hunde Flöhe beim direkten Kontakt mit anderen Hunden oder anderen Tieren draußen in der Natur ein. Nicht zu vergessen ist auch, dass deine Wohnung mit Flöhen, Larven und Eiern verunreinigt sein kann, so dass ein Flohbefall wiederholt auftritt, weil die Flöhe in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien nicht vollständig beseitigt wurden.

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Wie bekämpfe ich Flöhe?

Antiparasitika gibt es in verschiedenen Formen:
  • Tabletten, Spot-on, Shampoos, Puder und Halsbänder.
  • Unbedingt Packungsbeilage beachten und strikt befolgen.
  • Die Behandlung muss mindestens zwei bis drei Monate erfolgen, um auch die verpuppten Flöhe abzutöten.
  • Wichtig: Alle Tiere im Haus müssen behandelt werden.
Das Präparat für deinen Hund sollte folgende Eigenschaften haben:
  • Rascher Wirkungseintritt, um möglichst schnell Flöhe abzutöten. Die Inhaltsstoffe Nitenpyram, Spinosad oder die Gruppe der Isoxazoline verfügen über diese Eigenschaft.
  • Eine Blutmahlzeit verhindernde Wirkung ist wichtig bei Flohallergiedermatitis. Dem Floh vergeht der Appetit und er sticht gar nicht zu. Pyrethroide haben einen sehr guten Antifeeding-Effekt, der aber leider nur kurze Zeit anhält.
  • Achte darauf, dass du die Dauer der Wirksamkeit nicht beeinträchtigst. Häufiges Baden führt beispielsweise zu einem frühzeitigen Wirkungsverlust bei Spot-on-Präparaten. Nachvollziehbar, oder?
  • Strategisch vorgehen und das Wirkungsspektrum erweitern: Einige erwachsene Flöhe tötende Mittel (Adultizide) haben in Kombination mit Wachstumshemmern bei Spot-on-Präparaten eine bessere Wirkung zur Folge.
Von einer Behandlung auf eigene Faust mit frei verkäuflichen Mitteln raten wir ab. Lass dich auf jeden Fall von deinem Tierarzt beraten - sowohl zur Behandlung, als auch zur Vorbeugung! Er kennt dein Tier und wird wissen, welches Medikament sich für deinen Hund und dich als Halter am besten eignen.

Entwurmung nicht vergessen!

Denke daran, dass Flöhe Bandwürmer übertragen können. Bei Flohbefall solltest du am besten vorbeugend entwurmen! Sollte dein Hund allerdings Wurmkuren schwer vertragen (z. B. wegen des MDR1-Gendefekts), dann solltest du verstärkt auf Proglottiden achten. Das sind ganze Eipakete, die ausgeschieden werden. Nachdem sie trocknen sehen sie wie Reiskoerner aus. Zudem solltest du auch auf Gewichtsverlust, Hunger oder stumpfes Fell achten.

Erst testen bevor es zur Wurmkur kommt?

Mache bequem und einfach von zu Hause aus den Wurmtest.

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Die Wohnung von den Flöhen befreien

Mit der Behandlung des Hundes allein ist es leider nicht getan, wenn man die Flohbrut loswerden will. Sie fällt nämlich insbesondere da zu Boden, wo dein Hund sich häufig aufhält, springt oder sich schüttelt. Unterm Strich heißt das, dass die ganze Wohnung mit Teppichen, Polstermöbeln, Decken und mehr behandelt werden muss, denn 95% der Flohpopulation lebt dort. Putzen, Putzen und nochmal Putzen heißt die Devise. Als hätte man sonst nichts zu tun.

Die Flohpopulation auf einen Blick:
  • Rascher Wirkungseintritt, um möglichst schnell Flöhe abzutöten. Die Inhaltsstoffe Nitenpyram, Spinosad oder die Gruppe der Isoxazoline verfügen über diese Eigenschaft.
  • ca. 10% Eier
  • Achte darauf, dass du die Dauer der Wirksamkeit nicht beeinträchtigst. Häufiges Baden führt beispielsweise zu einem frühzeitigen Wirkungsverlust bei Spot-on-Präparaten. Nachvollziehbar, oder?
  • ca. 50% Puppen
Staubsaugen, wischen, das Hundebett sowie Decken und dergleichen möglichst heiß waschen - all dies gehört nun zum täglichen Programm. Das gilt für den gesamten Flohzyklus und muss mindestens acht Wochen lang durchgezogen werden.

Bei starkem Befall muss vielleicht ein Insektizid-haltiges Spray eingesetzt werden, um Teppiche und andere Textilien zu behandeln und die Flohlarven zu bekämpfen. Diese sind mit großer Vorsicht zu verwenden. Denke daran, dass Staubsaugen die Flöhe nicht abtötet. Sie leben im Staubsaugerbeutel weiter. Deshalb sollte der Staubsaugerbeutel immer versiegelt, weggeworfen oder in einer Plastiktüte nach jedem Saugvorgang eingefroren werden.

Wenn all diese Methoden nicht funktioniert haben, kann man zu sogenannten Foggern greifen, die die Wohnräume ausnebeln. Hierbei handelt es sich um ein schweres Geschütz, das du im allerhöchsten Notfall auffährst, denn es wird mit hochgiftigen Inhaltsstoffen gearbeitet. Rechne damit, dass deine Wohnung mindestens 24 Stunden nicht benutzt werden kann und zunächst gut gelüftet werden muss! Also rechtzeitig planen und für die Fogger-Aktion eine Unterkunft, für dich, deine Familie und deine Tiere klarmachen.

Was tun, um Flohbisse zu lindern?

Es ist zwar selten, aber es kommt vor: Ein Floh kann auch mal am Menschen Gefallen finden! Meist liegen zwei Einstiche direkt nebeneinander. Wie auch bei anderen Insektenstichen, lautet das höchste Gebot jetzt: Bloß nicht kratzen! Das macht alles nur noch schlimmer, denn der Juckreiz kann stärker werden. Du kratzt dann noch mehr und Entzündungen, Infektionen und Narben können die Folge sein.

Wenn du sicher bist, dass du von Flohbissen heimgesucht wurdest, reinige die Stellen zunächst vorsichtig mit warmen Seifenwasser. Dann kühle die Stellen mit einem Umschlag, um den Juckreiz im ersten Schritt einzudämmen. Sollte diese Maßnahme keine langfristige Linderung gebracht haben, wirst du an einem Apothekenbesuch vermutlich nicht vorbeikommen.

Zur Behandlung von Flohbissen empfehlen sich folgende Maßnahmen:
  • Kühlende Gels und Cremes gegen Juckreiz und Verbrennungen.
  • Cremes mit Hydrocortison bei Entzündungen auf Rezept von deinem Arzt.
  • Antihistamine bei allergischen Reaktionen - auch vom Arzt.
    Wichtig: Bei schweren allergischen Reaktionen mit Anschwellen von Gliedmassen, Gesicht und Atemnot muss der Arzt sofort aufgesucht werden, alternativ die Notfallaufnahme im nächstgelegenen Krankenhaus.
  • Stichheiler (technische Geräte), die ohne Chemie wirken, auf den Insektenstich auflegen und punktuell Hitze erzeugen. Sie helfen, den Juckreiz zu vermindern und sind insbesondere für Allergiker, Schwangere und Kinder geeignet.
  • Antibiotisch und pilzbekämpfend wirkende Aloe-vera-Creme, die deshalb gern bei kleinen Wunden und Verbrennungen eingesetzt wird.
Ein altbekanntes Hausmittel gegen Insektenstiche, das auch bei Flohbissen helfen kann, ist die Zwiebel. Schneide diese einfach auf und lege die offene Seite auf die Bissspuren auf der Haut. Im Saft der Zwiebel ist Schwefel enthalten. Er wirkt antibakteriell, lindert den Juckreiz und die Schwellung.

Wichtig!

Wenn du – egal von wem oder was – gestochen worden bist und die betroffenen Stellen stark anschwellen oder neben Juckreiz weitere Beschwerden auftreten, dann unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wenn es sehr schlimm ist, zögere nicht, den Notarzt zu rufen.

Erneuten Floh-Invasionen vorbeugen

Wenn die Gefahr eines weiteren Flohbefalls groß ist, empfiehlt sich ein Langzeitschutz. Der regelmäßige Gebrauch eines Antiparasitikums wirkt einem erneuten Befall entgegen. Bestimmte Kombi-Präparate stoppen gleichzeitig einen Zecken- oder Wurmbefall.

Du kannst auch selbst Abwehrmittel gegen Flöhe herstellen, die du täglich bei deinem Hund anwenden kannst. Mische dazu einfach jeweils fünf Tropfen Teebaumöl, Zitronellöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Eukalyptusöl mit einer Tasse Wasser. Gut durchschütteln und in eine Sprühflasche füllen.

Wichtig!

Sollten auch Katzen in deinem Haushalt leben, solltest du die Mischung auf gar keinen Fall anwenden. Ätherische Öle können für Katzen tödlich sein, weil sie sie nicht verstoffwechseln können und es zur Vergiftung kommt. Dafür reichen schon wenige Tropfen.

Lass dich am besten von deinem Tierarzt beraten, wie du am besten Flöhe vorbeugst.

Mein Hund hat immer noch Flöhe! Warum?

Du hast eine Anti-Floh-Aktion durchgezogen, aber es war vergeblich? Wir haben dir hier die häufigsten Gründe zusammengestellt, warum immer noch Flöhe da sein könnten.
  • Das Antiparasitikum wurde nicht richtig angewendet.
  • Die Behandlungszeit war zu kurz.
  • Nicht alle Tiere im Haushalt wurden behandelt.
  • Die Umgebung wurde nicht angemessen gereinigt und entseucht.
  • Der Hund wurde kurz nach der Anwendung eines äußerlichen Mittels (Spot-on, Spray) gebadet.
  • Der Abstand zwischen den Behandlungen war zu groß.
Du siehst, vermutlich bleibt dir nichts anderes übrig, als die Aktion zu wiederholen.

vetevo-Fazit

Wenn du denkst, dass dein Hund Flöhe hat, ist schnelles Reagieren angesagt. Flöhe vermehren sich in einem rasanten Tempo! Und das, was du im Fell deines Hundes gesehen hast, ist nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb ist es super wichtig, dass du nicht nur deinen Hund behandelst, sonder auch die Umgebung. Sprich: Die ganze Wohnung und natürlich auch andere Hunde und Katzen im Haushalt. Wenn du in einem Gebiet mit generell starkem Flohbefall lebst, empfehlen sich vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxe).

vetevo - Aus Liebe zum Tier.
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