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Nahrungsergänzungsmittel für Hunde: Was braucht dein Hund wirklich?

Als verantwortungsbewusster Hundebesitzer möchtest du natürlich nur das Beste für deinen Liebling und stehst womöglich irgendwann vor der Entscheidung: Nahrungsergänzung für meinen Hund - ja oder nein? Bei diesem Thema scheiden sich allerdings die Geister.

Während der eine Hundebesitzer auf verschiedenste Zusätze im Futter seines Vierbeiners schwört, hält der nächste die Zugabe von Vitaminen, Mineralien und Co. für unnötig. Der Versuch sich selbst ein Bild zu machen scheitert oftmals an schierer Überforderung, denn die Informationsflut ist riesig und das Thema ziemlich kompliziert. 

Inhaltsverzeichnis:

1. Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Zugaben, die dein Hund zusätzlich zu seinem täglichen Futter verabreicht bekommt. Sie können pflanzlichen, tierischen oder auch synthetischen Ursprungs sein.

Angeboten werden sie unter anderem in Tablettenform, als Paste, Pulver, Flocken oder auch als Globuli. Ziel dieser Zusätze ist es, die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen wie Vitaminen, Fetten oder Mineralstoffen sicherzustellen - einfach gesagt: den gesunden Hund gesund zu halten. 

Hier handelt es sich also nicht um Arzneimittel. Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln und unterliegen den dazugehörigen Gesetzen. Das heißt auch: Nahrungsergänzungsmittel dürfen keine nachweisbare pharmakologische Wirkung haben. Einfacher ausgedrückt: Die in den Ergänzungsmitteln enthaltenen Stoffe dürfen selbst keine medizinischen Wirkstoffe enthalten, sie können jedoch durchaus die Behandlung sinnvoll unterstützen. 

Aus diesem Grund solltest du bei der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln zu therapeutischen Zwecken klar unterscheiden: Geht es um die Unterstützung deines Hundes in unterschiedlichen Lebenslagen, bei bestimmten Tätigkeiten und hat dein Hund einen nachgewiesenen Mangel wichtiger Stoffe, der über sein Futter nicht gedeckt werden kann, sind Nahrungsergänzungsmittel eine gute Wahl. 

Ist dein Hund erkrankt und benötigt medizinische Hilfe, können Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zu einer tierärztlichen Behandlung eingesetzt werden - jedoch auch hier nur in Absprache mit dem Arzt und in genauer Dosierung. Denn auch wenn Nahrungsergänzungen keine pharmakologische Wirkung haben, kann eine Überdosierung für deinen Hund sehr gefährlich werden. 

Im Regelfall enthält ein hochwertiges Alleinfutter alles, was dein gesunder Hund benötigt und eine Nahrungsergänzung ist nicht unbedingt nötig. Trotzdem solltest du ein Auge darauf haben, ob Symptome einer Unterversorgung (siehe weiter unten) bei deinem Hund auftreten, um dann gegebenenfalls gegensteuern zu können und somit eine Erkrankung zu verhindern. 

2. Anwendungsarten von Nahrungsergänzungsmitteln bei Hunden

Ganz generell kann man zwei verschiedene Anwendungsarten von Nahrungsergänzungsmitteln bei Hunden unterscheiden. Auf der einen Seite werden die Mittel prophylaktisch, also vorbeugend, eingesetzt. In diesem Fall hat dein Hund keine Beschwerden, sondern du triffst aufgrund besonderer Umstände die Entscheidung das Futter deines Hundes anzureichern, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu gewährleisten.

Eine solche Ergänzung kann in vielen Fällen sinnvoll sein, in denen gesichert ist, dass dein Vierbeiner einen besonders hohen Bedarf an bestimmten Stoffen aufweist. Dies ist beispielsweise während der Trächtigkeit, beim Barfen oder oftmals im hohen Alter der Fall. 

Nicht in jedem Fall leidet dein Hund in solchen Situationen unter einem Mangel, der durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden muss. Hochwertiges Welpenfutter ist beispielsweise mit allen nötigen Zusätzen versehen, um den kleinen Hund gesund wachsen zu lassen. Besprich die Situation am besten mit dem Tierarzt deines Vertrauens, um eine mögliche Überversorgung ausschließen zu können.

Häufig werden Nahrungsergänzungsmittel auch unterstützend während der Therapie von Erkrankungen verabreicht. Hier ist es besonders wichtig, die Ergänzung ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt durchzuführen. In welchen Fällen welche Ergänzungsmittel deinem Hund helfen können, haben wir dir weiter unten zusammengestellt. Doch vorsichtig: Unsere Vorschläge ersetzen nicht das notwendige Gespräch mit deinem Tierarzt. 

Bevor wir zu den Anwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel kommen, findest du hier eine Einführung in die Welt der Inhaltsstoffe, die bei Zufütterung auf den Körper deines Vierbeiners wirken. 

3. Untergruppen von Nahrungsergänzungsmitteln im Überblick

Egal, ob tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Ursprungs: Alle Nahrungsergänzungsmittel bestehen aus bestimmten Inhaltsstoffen, die für den Wirkmechanismus verantwortlich sind. So lassen sich die Nahrungsergänzungen in verschiedene Untergruppen einteilen und die Masse an Mitteln wird etwas übersichtlicher.

3.1. Essenzielle Fettsäuren

Jedes Lebewesen benötigt verschiedene Fettsäuren, um gesund zu bleiben. Fettsäuren liefern Energie, sind notwendig um fettlösliche Vitamine (A,D,E und K) zu verwerten und wirken sich positiv auf Stoffwechselprozesse sowie das Immunsystem aus. Sie sind ebenfalls wichtig für die Haut- und Fellgesundheit deines Hundes.

Die meisten dieser Fettsäuren können vom Organismus selbst produziert werden und müssen nicht über die Nahrung aufgenommen werden. Essentielle Fettsäuren hingegen können vom Hundekörper selbst nicht hergestellt werden und müssen zwingend Bestandteil der Fütterung sein. Hierzu zählen aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren die Linolsäure und die Alpha-Linolensäure als Omega-3-Fettsäure.  

3.2. Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind Zuckermoleküle, die für den Körper sowohl Brennstoff als auch Baumaterial darstellen. Sie werden unter anderem benötigt um Fett- und Aminosäuren zu bilden. Einige Kohlenhydrate können vom Organismus selbst hergestellt werden, andere müssen zwangsläufig über die Nahrung aufgenommen werden. Für die Nahrungsergänzung deines Hundes spielen die körpereigenen Kohlenhydrate, die eine knorpelschützende Wirkung haben, die zentrale Rolle.  

3.3. Essenzielle Aminosäuren

Aminosäuren bilden den Grundbaustein aller Proteine, also Eiweiße, des Körpers. Proteine kommen in jeder einzelnen Zelle des Hundekörpers vor und sind für eine Vielzahl von Prozessen zuständig, darunter für das Wachstum, für die Immunabwehr, den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel. Strukturproteine haben die besondere Aufgabe sich um Haut, Fell, Krallen sowie Knorpel und Sehnen zu kümmern. Ebenso wie bei den Fettsäuren gibt es auch bei den Aminosäuren eine essentielle Gruppe, die nicht vom Körper selbst gebildet werden kann und über das Futter aufgenommen werden muss. 

3.4. Vitamine

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Gruppen von Vitaminen: Die wasser- sowie die fettlöslichen. Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C sind wasserlöslich, während die Vitamine A, K, D und E Fettsäuren benötigen, um vom Körper verstoffwechselt zu werden.

Diese Unterscheidung hat weitreichende Konsequenzen, denn ein Zuviel wasserlöslicher Vitamine scheidet der Körper bei normaler Nierenfunktion einfach aus, während eine Überdosierung der fettlöslichen (A, K, D und E) zu ernsthaften körperlichen Schäden führen kann. 

Genauso wie die Proteine sind auch die Vitamine für viele verschiedene Aufgaben im Körper deines Hundes zuständig: Von Haut und Fell über das Immunsystem und den Stoffwechsel bis hin zu Knochenaufbau und Blutgerinnung. Die meisten Vitamine können vom Hundekörper allerdings nicht oder nur in unzureichender Menge selbst hergestellt werden. Dementsprechend ist ganz besonders darauf zu achten, dass dein Liebling über sein Futter alle wichtigen Stoffe dieser Gruppe erhält.  

3.5. Mineralstoffe

Mineralstoffe zählen zu den Mikronährstoffen, die der Körper deines Hundes nicht selbst herstellen kann, auf die er für ein gesundes Leben aber angewiesen ist. Sie lassen sich wiederum in die zwei Untergruppen der Spuren- sowie der Mengenelemente unterteilen. 

Spurenelemente (z. B. Zink, Jod und Eisen) sind Mineralstoffe, die der Körper nur in kleinen Mengen benötigt, wohingegen Mengenelemente (wie der Name vermuten lässt) in größerer Menge zugeführt werden müssen. Hierzu zählen u. a. Calcium, Magnesium und Natrium. Auch die Mineralstoffe sind wahre Alleskönner des Hundekörpers: So ist z. B. Magnesium ein Baustein von Knochen und Zähnen, Natrium reguliert den Wasserhaushalt und Jod ist für den Aufbau von Schilddrüsenhormonen mitverantwortlich. 

3.6. Antioxidantien

Antioxidantien sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die die Fähigkeit besitzen, die Oxidation anderer Stoffe durch sogenannte freie Radikale zu verhindern oder zumindest auszubremsen. Bei der Oxidation werden die Zellen des Körpers von freien Radikalen (Sauerstoffverbindungen mit Wasser- oder Stickstoff) geschädigt. 

Sind zu viele freie Radikale im Hundekörper vorhanden, führt das zum sogenannten oxidativen Stress, der durch die Schädigung von Zellen sowohl mit dem Altern als auch mit diversen Krankheiten in Verbindung gebracht wird. Allerdings ist sich die wissenschaftliche Forschung an dieser Stelle bis heute nicht einig. Antioxidantien werden sowohl vom Körper selbst gebildet als auch über die Nahrung aufgenommen und können für viele Einsatzmöglichkeiten genutzt werden. 

3.7. Probiotika

Unter Probiotika versteht man Präparate aus lebensfähigen Mikroorganismen. Dabei handelt es sich um Bakterien oder Hefen, die dem Körper zugeführt werden, um den Darm in seiner Tätigkeit zu unterstützen und gesund zu halten. 

Die Idee ist also ein Hinzufügen guter Bakterien zur vorhandenen Darmflora, um Keime zu verdrängen. So können die Kleinstlebewesen dazu beitragen, den Verdauungstrakt deines Hundes gesund zu halten. 

4. Mangelerscheinungen und ihre Symptome beim Hund

Auch wenn der gesunde Hund bei ausgewogener, hochwertiger Fütterung normalerweise keine Ergänzungsmittel benötigt, lohnt es sich deinen Liebling aufmerksam zu beobachten. Trotz der besten Absichten kann es aus den unterschiedlichsten Gründen zu einer ungünstigen Nährstoffversorgung kommen, die sich mehr oder weniger deutlich in Zustand und Verhalten deines Hundes äußert. Um frühzeitig festzustellen, ob das Futter deiner Fellnase sie mit allem Nötigen versorgt, ist es also ratsam, auf die Symptome einer Unterversorgung mit Nährstoffen zu achten.
  • schuppige und juckende Haut
  • glanzloses oder brüchiges Fell bis hin zu Haarausfall 
  • erhöhte Krankheitsanfälligkeit 
  • Bewegungseinschränkungen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • frühzeitige Alterserscheinungen 
  • Stressanfälligkeit
  • dauerhafte Abgeschlagenheit bis hin zu Apathie 
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Solltest du Anzeichen feststellen, die auf eine Mangelernährung bei deinem Hund hindeuten, berate mit deinem Tierarzt, ob eine Nahrungsergänzung das Richtige für deinen Hund ist.

Wenn das richtige Mittel gefunden ist, halte dich genau an die Dosierungsempfehlungen, um eine schädliche Überdosierung zu vermeiden.

5. Welche Nahrungsergänzungsmittel sind die richtigen für meinen Hund?

Wie bereits erwähnt, können Nahrungsergänzungsmittel neben dem Ausgleich einer vorhandenen Mangelernährung sowohl vorbeugend als auch therapie-begleitend hilfreich für die Gesundheit deines besten Freundes sein.

Normalerweise finden sich Hinweise zu Dosierung und Dauer der Einnahme auf der Verpackung des Präparats. Falls du dir jedoch unsicher bist, frage bei deinem Tierarzt nach, um einem Fehler bei der Dosierung vorzubeugen.

5.1. Haut und Fell: Omega-3-Öl, Schwarzkümmelöl, Bierhefe und Proteinpräparate

Essentielle Fettsäuren sind wichtig für die Gesundheit von Haut und Fell deines Hundes im Allgemeinen und während des Fellwechsels ganz besonders. Sowohl Omega-6-Öle als auch Omega-3-Fischöl ist hierfür eine gesunde und für viele Hunde schmackhafte Möglichkeit der Nahrungsergänzung. 

Das Öl hilft dabei das Fell deines Hundes glänzend und geschmeidig zu halten und trägt durch seine antientzündliche Wirkung zur Gesundheit seiner Haut bei. Halte dich auch hier an die auf der Packung angegebene Dosierempfehlung. Zudem ist es sinnvoll die tägliche Dosis von anfangs ein Paar Tropfen auf die empfohlene Menge zu steigern, um eine Unverträglichkeit (Durchfall) schnell bemerken zu können. 

Auch Vitamine der B-Gruppe sowie Biotin unterstützen Haut und Fell und können in Form von Bierhefe-Präparaten verabreicht werden. Achtung: Hier kann eine Überdosierung zu Blähungen und Durchfall führen - bei sehr starker Überdosierung langfristig sogar zu Leber- und Nierenschäden. 

Ebenso spielen Proteine eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Fellstruktur - und damit Aminosäuren. Beliebte Präparate enthalten so beispielsweise Insektenproteine, die der Hundekörper gut verwerten kann. Zudem kann der Allrounder Schwarzkümmelöl dabei helfen, Haut und Fell deines Lieblings gesund zu halten. 

Zur äußerlichen Anwendung empfiehlt sich zudem Kokosöl für die gesunde und wohlriechende Fellpflege deines Hundes.

5.2. Gelenkbeschwerden (Arthrose): Knorpelschützende Kohlenhydrate, Grünlippmuschel und Omega-3-Fischöl

Gegen Gelenkprobleme werden Kohlenhydrate mit knorpelschützender Wirkung empfohlen. Hierzu zählen die Stoffe Glucosamin und Chondroitin. Auch Grünlippmuschelextrakt kommt bei diesen Beschwerden zum Einsatz, da der Extrakt sowohl Glykosaminoglykane enthält, die für die Zähigkeit der Gelenkflüssigkeit verantwortlich sind, als auch entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren.

Da Omega-3-Fischöl ebenfalls alle positiven Eigenschaften der Fettsäuren mitbringt, kann es bei Gelenkbeschwerden ebenfalls eine Möglichkeit der unterstützenden Behandlung sein.
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5.3. Vitamine, Spurenelemente und Schwarzkümmelöl für das geschwächte Immunsystem

Ein geschwächtes Immunsystem kann vielerlei Gründe haben. Zur Unterstützung der Abwehrkräfte deines Hundes empfiehlt sich bekanntermaßen Vitamin-C. Das Vitamin kann z. B. hervorragend durch Pulver aus Hagebuttenschalen zugeführt werden, zudem können Präparate mit Zink und Selen hilfreich sein, um die körpereigenen Immunkräfte zu stärken. 

Schwarzkümmelöl ist eine weitere Möglichkeit die Immunabwehr zu unterstützen. Es steckt voller essentieller Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die der Gesundheit deines Hundes zuträglich sind. Es enthält allerdings eine hohe Menge ätherischer Öle, die in zu großen Mengen ungesund für deinen Vierbeiner sein können und sollte dementsprechend am besten kurmäßig angewendet werden. 

5.4. Magen-Darm-Beschwerden: probiotische Präparate und Tonerde

Den hündischen Darm beherbergen eine riesige Anzahl verschiedenster Mikroorganismen, die für eine gesunde Verdauung unabdingbar sind. Diese kleinen Helfer sorgen zudem dafür, dass Vitamin K produziert werden kann und leisten ihren Beitrag zur körpereigenen Immunabwehr. 

Gerät das sogenannte Mikrobiom (also die Gesamtheit aller Mikroorganismen des gesunden Darms) aus dem Gleichgewicht, kann es für deinen Vierbeiner zu unangenehmen Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen kommen. 

In diesem Fall können deinem Hund probiotische Nahrungsergänzungsmittel helfen, den angeschlagenen Darm zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern. Zudem können Präparate mit Tonerde helfen, den Magen durch Entsäuerung zu beruhigen.

5.5. Nierenbeschwerden: Mineralstoffe

Wenn dein vierbeiniger Freund unter Nierenbeschwerden leidet, besteht die Möglichkeit die natürliche Nierenfunktion durch eine Nahrungsergänzung mit Calciumcarbonat oder Kaliumcitrat begleitend zur Therapie zu unterstützen. Auch die Gabe von Spurenelementen wird häufig empfohlen. Allerdings gilt wie immer: Nur in Absprache mit dem Tierarzt.

5.6. Allgemeine Altersbeschwerden: Antioxidantien

Für Hundesenioren empfiehlt sich unter Umständen eine Nahrungsergänzung mit Antioxidantien. Darunter fallen Präparate mit Zink, Selen, Vitamin C, E und B2 - all diese Stoffe helfen dabei die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Da die Vitamine E und B2 fettlöslich sind, besteht hier die Gefahr einer Überdosierung. Auch die Alge Spirulina enthält neben viel Eiweiß ein besonders hohes Maß antioxidativer Stoffe und kann zu mehr Vitalität bei Hundesenioren beitragen.

Nach Gabe von Spirulina ist es völlig normal, dass sich der Kot leicht grünlich verfärbt.

Von der oft angeratenen Verwendung von Knoblauchpräparaten solltest du zur Sicherheit absehen, da Knoblauch für Hunde schädlich sein kann.

5.7. Während der Trächtigkeit: Vitamine, Zucker, Proteine, Mineralstoffe und Omega-3-Säuren

In dieser besonderen Zeit benötigt deine Hündin (ab ca. der fünften Woche) mehr von ungefähr allem: Mehr Energie durch mehr Kohlenhydrate, Calcium, Phosphor, Eiweiß und Fett. Selen und Jod muss ausreichend vorhanden sein und die Vitamine A, D und E spielen eine entscheidende Rolle. 

In dieser besonderen Zeit benötigt die trächtige Hündin (ab ca. der fünften Woche) mehr von ungefähr allem: Kohlenhydrate, Calcium, Phosphor, Eiweiß und Fett. Selen und Jod muss ausreichend vorhanden sein und die Vitamine A, D und E spielen eine entscheidende Rolle. 

Um den Bedarf zu decken wird Welpenfutter empfohlen. Gleichzeitig werden Hündinnen oft wählerisch und fressen nicht mehr gerne alles, dementsprechend muss umso mehr darauf geachtet werden, dass die Hündin mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Frisst die Hündin das stark angereicherte Welpenfutter, ist sie mit allem wichtigen versorgt. 

Treten Probleme bei der Fütterung auf und du vermutest einen Mangel, sprich mit deinem Tierarzt. Dann kommen u.a. Pflanzen- oder Kräuterextrakte oder auch Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl, in Frage um die Nährstoffversorgung von Hündin und Welpen zu sichern. 

5.8. Schutz vor Parasiten: Schwarzkümmelöl

In der Zeckensaison kann Schwarzkümmelöl eine wichtige Hilfe beim Schutz vor den blutsaugenden Plagegeistern sein. Hunde, deren Futter mit dem Öl ergänzt wird, verströmen einen Geruch, der für Zecken unattraktiv ist. Sicherheit bietet diese Methode jedoch nicht und sollte idealerweise als Zusatz genutzt werden. Dem Öl wird zudem eine unterstützende Wirksamkeit gegen andere Parasiten wie beispielsweise Würmern und Flöhen nachgesagt. 

Schwarzkümmel- und Kokosöl sind auch zur äußerlichen Zeckenprävention geeignet. Auf das Fell aufgetragen unterstützen deinen Hund die in den Ölen enthaltenen Fettsäuren. 

5.9. Exkurs: BARFen und Nahrungsergänzungsmittel bei Hunden: Calcium

Grundsätzlich gilt auch hier: Wenn du deinen Hund ausgewogen und seinem Alter entsprechend roh fütterst, also barfst, benötigst du keine Nahrungsergänzungsmittel, um deinen Hund gesund zu halten. Solltest du allerdings auf die Fütterung von Knochen verzichten, musst du auf eine ausreichende Calciumversorgung deines Vierbeiners achten. Hier hat sich u. a. Fleischknochenmehl bewährt.

Ganz besonders musst du auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Calcium und Phosphor achten. Gerade bei schnellwüchsigen Welpen kann ein Ungleichgewicht schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es ratsam mit dem BARFen zu warten, bis dein Vierbeiner ausgewachsen ist. Da die Nährstoffversorgung bei der Rohfütterung für Laien nicht ganz einfach ist, solltest du zudem zu inhaltlich kontrollierten, fertig zusammengestellten Rationen greifen. 

vetevo-Fazit

Das Thema Nahrungsergänzungsmittel bei Hunden ist ein riesiges Feld und die Meinungen zu Futterbeigaben driften weit auseinander. Auch wenn ein gesunder Hund durch hochwertiges und gut abgestimmtes Futter alle notwendigen Nährstoffe erhält, kann eine Nahrungsergänzung in manchen Fällen hilfreich oder sogar notwendig sein. Diese Entscheidung sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt getroffen werden, da eine Überdosierung ebenso gefährlich wie ein Nährstoffmangel sein kann. 

Als verantwortungsbewusster Hundehalter empfiehlt es sich also auf typische Mangelerscheinungen bei deiner Fellnase zu achten und im Falle von Erkrankungen oder in besonderen Lebenssituationen deines Hundes mit deinem Tierarzt auch über Nahrungsergänzungsmöglichkeiten zu sprechen. 

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Allgemeine und spezielle Diätetik. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  2. Borreliose. In: Vormwald K, Hrsg. Praxisbuch für Tierheilpraktiker. 1. Auflage. Stuttgart: Sonntag Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129582
  3. Fütterungspraxis beim Hund. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  4. Futterzusammensetzung und Verhalten. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-161675
  5. Haarbruch. In: Vormwald K, Hrsg. Praxisbuch für Tierheilpraktiker. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag ; 2020. doi:10.1055/b-007-168896
  6. Nahrungsergänzungen. In: Schroll S, Dehasse J, Hrsg. Verhaltensmedizin beim Hund. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129975
  7. Phytopharmaka und Nahrungsergänzungen. In: Schroll S, Dehasse J, Hrsg. Verhaltensmedizin beim Hund. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016. doi:10.1055/b-004-129975