Welche Mittel gegen Flöhe gibt es?

©Peggy und Marco Lachmann-Anke

Schutz gegen Flöhe bei Hunden - welche sind die besten Flohmittel?

Flöhe sind ungebetene Gäste. Ohne ausreichenden Schutz ist das Risiko, dass dein Hund von Flöhen befallen wird, relativ hoch.

Da Hunde, anders als Katzen, eine weitaus höhere Toleranzgrenze gegenüber Schmutz und Hygiene haben, sind sie auch wesentlich anfälliger für den Flohbefall.

Damit du einen Überblick bekommst, wie du deinen Hund vor Flöhen schützen kannst, stellen wir dir all unser Wissen über den erfolgreichen Schutz vor einem Befall vor. Am Ende wirst du genau wissen, welches das beste Mittel gegen Flöhe bei Hunden ist.

Inhaltsverzeichnis:

Welche Mittel gegen Flöhe gibt es? Kann ich Flöhe vorbeugen?

Leider gibt es kein Wundermittel, um gegen Parasiten vorzugehen. Der einzig bewährte Weg ist die Prophylaxe und die regelmäßige Kontrolle.

Sowohl bei Zecken, als auch bei Flöhen besteht der Unterschied zwischen der Zusammensetzung der Schutzmittel. Und es stellt sich die Frage, ob du als Hundehalter auf natürliche Produkte setzen kannst oder lieber auf die chemischen zugreifen solltest, um Flöhe vorzubeugen?

Die natürliche Methode beinhaltet die regelmäßige Untersuchung mit dem Flohkamm, sowie alte Hausmittel. Zudem gibt es Flohmittel ohne Insektizide, die deinen Hund vor Flöhen schützt. 

Der chemische Anti-Flohschutz ist mit dem Anti-Zeckenschutz gekoppelt und bietet bislang den stärksten Schutz (in der Natur unabdingbar). Zu den Präparaten gehören Tabletten, Spot-Ons und Halsbänder, die deinen Hund von innen und außen schützen können.

Hat dein Hund schon Flöhe? In unserem nächsten Artikel findest du alle Infos über die richtige Anwendung von Flohmitteln und wie du am besten Flöhe beim Hund bekämpfst.

Beide Arten der Prophylaxe können einzeln oder parallel zum Einsatz kommen. Je mehr Zeit und Hingabe du in die Vorsorge deines Hundes steckst, desto sicherer ist er vor Flöhen. 

Flöhe kannst du vorbeugen indem du:
  • regelmäßige das Fell deines Hundes absuchst (auch bei Verwendung von chemischen Mitteln)
  • chemische Flohschutzmittel nutzt 
  • Schutzmittel gegen Flöhe mit natürlichen Inhaltsstoffen verwendest (darin gibt es auch Chemie, aber nicht so viel) 

Wie effektiv ist die Vorbeugung wirklich?

Flöhe sind Überträger von verschiedene Krankheiten. Sie agieren als Zwischenwirte für Bakterien und Infektionen. Sie selbst werden nicht infiziert, sondern geben die Erreger an den Hund weiter.

Ist ein Hund erstmal von Flöhen befallen, kannst du die fehlende Vorsorge nicht rückgängig machen. Du musst die unangenehmen Folgen des Flohbefalls zu diesem Zeitpunkt bekämpfen. Dazu gehören: 
  • eine mögliche Erkrankung deines Hundes
  • ein Wandern der Flöhe auf weitere Wirte (falls du Katzen oder andere Tiere hast)
  • das Einnisten in deinem Zuhause durch Floheier und Larven.
Es ist also wichtig, dass du deinen Hund, seinen Körper und auch dein Heim schützt. Beginnend mit dem regelmäßigen Absuchen auf Flöhe und Zecken, und der anschließenden Gabe von Anti-Flohschutzmitteln, gelingt dir die effektivste Form der Prophylaxe gegen Parasiten.

Merke: Du beugst nicht nur Flöhe vor, auch Milben und Würmer haben damit weniger Möglichkeiten sich in deinem Tier breit zu machen. Denn Flöhe sind Zwischenwirt auch für den Gurkenbandwurm.

Fellpflege mithilfe des Flohkamms

Solltest du Zweifel haben, ob es sich wirklich um Flöhe handelt - besonders wenn du keine siehst - dann hilft nur eins: der Flohkamm.

Mit dem Flohkamm kannst du Flöhe und Flohkot im Fell finden. Wie genau du ihn bei deinem Tier anwendest, haben wir in unserem Artikel Flöhe beim Hund bekämpfen erklärt. Wir fassen aber kurz zusammen, was du aus den Partikeln im Flohkamm lesen kannst:
  • Schwarz-braune Partikel können zwei Dinge bedeuten: Zerreibst du sie auf einem nassen Tuch und sie bleiben schwarz-bräunlich, sind es Dreckablagerungen. Zerreibst du sie auf dem nassen Tuch und sie färben sich rötlich, handelt es sich um Flohkot
  • Weiße Partikel haben keine bedenkliche Bedeutung. Sie sind ein Zeichen für Talk und Schuppen im Fell
  • Rote Partikel verheißen nichts Gutes. Sind sie von Vornherein rötlich, oder werden es nach dem Zerreiben, ist ein Flohbefall nicht mehr auszuschließen

Welches Flohmittel ist das Beste?

Wie wir bereits erwähnt haben, wird besonders zwischen chemischen und natürlichen Anti-Flohmitteln unterschieden. Doch die Frage ist, welches nun das Beste für deinen Hund ist? Pauschal beantwortet sind die chemischen Mittel auch die sichersten.

Die Frage ist essentiell zu stellen, da zwar jeder Hund in einem anderen Umfeld lebt, jedoch parallel dazu an den gleichen Orten außerhalb aufhält. Anders als Zecken wechseln Flöhe gerne den Wirt, somit können sie auch von Tier zu Tier übertragen werden. 

Am sinnvollsten ist es abzuwägen in welchem Gebiet du mit deinem Vierbeiner wohnst, mit welchen Tieren, möglicherweise deinen anderen Haustieren, er in Kontakt kommt und wo er sich sonst so rumtreibt. 

Hast du dies getan, solltest du wissen wie die verschiedenen Flohschutzmittel bei deinem Hund angewendet werden und wie sie sich auf den Floh auswirken. 

Chemische Anti-Flohmittel

Chemische Flohschutzmittel minimieren erheblich das Risiko der Übertragung von bakteriellen Erregern und Infekten durch den Flohbiss. Dabei wirken die Stoffe in den Präparaten entweder repellierend oder abtötend.

Während repellierende Mittel den Hund vor dem direkten Stich eines Flohs bewahren, wirken abtötende Mittel erst nach dem Stich. Der Nachteil dabei ist, dass eine Übertragung von Erregern auf den Wirt schon beim Flohbiss möglich ist. 

Der Floh stirbt durch den Kontakt mit der Körperflüssigkeit des Hundes, und fällt von ihm ab. Repellierende Wirkstoffe beugen dieses Phänomen vor, sodass Flöhe gar nicht erst zustechen. 

Wissenschaftler raten dringend ein repellierendes Flohschutzmittel zu verwenden, um den Hund den größtmöglichen Schutz zu geben. Die Verwendung von abtötenden und repellierenden Mitteln zur gleichen Zeit ist ebenfalls möglich. 

Tabletten gegen Flöhe

Das bewährteste Präparat mit einer abtötenden Wirkung sind Flohtabletten. Sie enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Sarolaner, aus der Familie der Isoxalozine. Sie töten den Floh durch seinen Stich ab, nachdem er in Kontakt mit dem für ihn tödlichem Insektizid gekommen ist.

Tabletten gegen Flöhe haben eine lange Wirkungsdauer von 1 bis 3 Monaten, da sie nur langsam im Organismus des Hundes abgebaut werden. Die Wirkstoffe binden sich an Körperproteine und werden so bei der Aufnahme unter Anderem in der Haut, den Muskeln und Organen angereichert.

Ungezieferhalsbänder gegen Flöhe

Diese Halsbänder können schon bei Welpen, ab der 8. Lebenswoche eingesetzt werden. Sie bestehen aus Organophosphaten, Carbamaten und Pyrethroiden, zu denen die Wirkstoffe Deltamethrin, Permethrin und Flumethrin gehören.

Kommt ein Floh in Kontakt mit deinem Hund und den Nervengiften des Halsbandes, dann reizen diese das Nervensystem des Parasiten. Dadurch kommt es bei ihm zu Lähmungen und Krämpfen in seinen Gliedmaßen. 

Dies hat zur Folge, dass sich der Floh nicht mehr auf dem Wirt halten kann und entweder im Fell hängen bleibt, ohne weiteren Schaden anzurichten, oder direkt vom Hund abfällt. 

ACHTUNG! Wenn du Hund und Katze hast, dann solltest du Hunde-Halsbänder nie anwenden, denn diese sind giftig für sie.

Spot-On gegen Flöhe

Spot-On Präparate haben meist eine abtötende Wirkung, die kombiniert wird mit einer repellierenden Wirkung, ähnlich wie bei Parasitenhasbändern. Sie beugen dem Floh-, oder auch Zeckenbiss weitestgehend vor und verteilen sich auf der Haut des Hundes.

Enthalten in Spot-Ons ist entweder Fibrolin, das aus der Wirkstoffgruppe der Phenylpyrazole gewonnen wird, oder Selamectin, aus der Gruppe der Avermectine.

Halsbänder und Spot-Ons sind ausschließlich zur äußeren Anwendung bei deinem Vierbeiner gedacht. Sie belegen die erste Hautschicht (Epidermis) und die Talkdrüsen des Tiers.

Die Drüsen spielen zwei wichtige Rollen. Zum Einen verbinden sich die Wirkstoffe bei ihrer Anwendung mit einem öligen Hautschutzsekret, das in ihnen produziert wird. Zum Anderen verteilen die Drüsen diese Kombination aus Sekret und Präparat über die komplette Körperoberfläche und bieten so den optimalen Schutz.

Gibt es Nebenwirkungen bei chemischen Flohmitteln?

Halsbänder, Spot-On Präparate und Tabletten gegen Flöhe sind so dosiert, dass sie gerade hoch genug sind, um Flöhe zu bekämpfen. Sie können weder Hunden, noch Menschen schaden.

Gut zu wissen ist, dass jedes Medikament in der Tiermedizin geprüft wird. Die Zulassung findet erst statt, sobald alle Regulierungen und Gesetze bei der Herstellung, Konzentration und Dosierung eingehalten worden sind. 

Somit sind die Schutzmittel grundsätzlich nicht schädlich, können aber einige kleinere Nebenwirkungen haben. Dies kommt aber auf den Hund, seine Verfassung und Vorerkrankungen an.

Denn es gibt Hunde mit dem MDR-1-Gendefekt. Sie düfen chemische Floh- und Zeckenschutzmittel auf keinen Fall bekommen. Denn die darin enthaltenen Wirkstoffe verursachen erhebliche gesundheitliche Schäden. Ein Gentest bringt Klarheit, ob dein Hund Träger des Gendefekts ist.

Flohschutzmittel mit natürlichen Stoffen

Bevor die typischen Hausmittel gegen Flöhe unter die Lupe genommen werden, gilt es noch über eine andere Form von Anti-Flohmittel zu sprechen.

Besonders einige Spot-On Präparate können auch aus größtenteils natürlichen Wirkstoffen zusammengesetzt worden sein. Sie enthalten eine chemische Basis, den Stoff Incaridin, und dieser wird dann ausschließlich mit natürlichen Stoffen angereichert.

Der Vorteil dieser Flohschutzmittel ist, dass es die Parasiten auf natürliche Art und Weise abwehrt und somit die möglichen Nebenwirkungen extrem gering sind. Merke nur, dass dieses Mittel nur äußerlich wirkt und nicht nach einem bereits erfolgten Stich auf den Floh wirken kann.

Hausmittel gegen Flöhe - Kann ich komplett ohne Chemie vorbeugen?

Anti-Flohmittel, die auf komplett natürlichen Stoffen basieren, sind bei Tierärzten ein Grund für starke Skepsis. Den Glauben, dass herkömmliche Hausmittel gegen einen Flohbefall vorbeugen können, müssen wir leider von vornherein aus dem Weg räumen. Diese Mittel sind meist nur ein Mythos und werden durch keine medizinischen Studien gestützt.

Im Artikel Zeckenschutz beim Hund findest du eine Liste mit natürlichen Mitteln, die das Immunsystem deines Hundes stärken. Diese schützen aber weder deinen Hund, noch dich vor einem Befall.

Hast du Flöhe bei deinem Hund entdeckt?

Ist es nun doch schon zu spät und du hast durch die Untersuchung mit dem Flohkamm kleine schwarze und rote Partikel auf deinem Vierbeiner gefunden, dann musst du so schnell wie möglich handeln.

Flöhe sind extrem lästige Parasiten, die sich bei nicht ausreichender Bekämpfung schnell wieder ausbreiten. Ein Flohbefall kann soweit kommen, dass die ganze Wohnung geräumt und durch Fachleute gereinigt werden muss.

Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, dass du weißt wie du Flöhe schnell beseitigen kannst. Wir klären dich in unserem nächsten Artikel zur Flohbekämpfung über alle Möglichkeiten, die Parasiten los zu werden.

vetevo-Fazit

Was ist nun die beste Prophylaxe gegen Flöhe? Es hängt von deinem persönlichen Lebensstil ab.

Für dich mag die regelmäßige Untersuchung des Hundefells, gepaart mit natürlichen Spot-On Präparaten gerade das richtige sein. Voraussetzung ist, dass du und dein Hund in geringerem Kontakt mit potentiellen Gefahrenquellen stehen.

Bei Hunden, die sich viel in der Natur und unter anderen Tieren aufhalten, ist allerdings eine Kopplung aus Absuchung und chemischen Schutzmitteln der richtige Ansatz, einen Flohbefall vorzubeugen. Hier würden Mittel ohne Insektizide an ihre Grenzen stoßen.

Jede Art von Vorbeugung ist besser als keine. Allerdings musst du auch abwägen wie hoch das Risiko eines Flohbefalls sein kann.

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

Quellen:

  1. Mittel gegen Ektoparasiten. In: Löscher W, Richter A, Potschka H, Hrsg. Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren. 9., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2014. doi:10.1055/b-003-117816
  2. Flöhe. In: Kohn B, Schwarz G, Hrsg. Praktikum der Hundeklinik. 12., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2017. doi:10.1055/b-004-14026
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