Golden Retriever Rasseportrait - Titelbild

Steckbrief: der Golden Retriever im Rasseportrait


Der Goldie - blonder Schönling und Allround-Talent!

Genauso wie sein kurzhaariges Pendant - der Labrador Retriever - wurde der Golden Retriever früher als Jagdhund genutzt. Heutzutage ist er durch sein angenehmes Wesen und sein hübsches Äußeres ein echter Modehund geworden - er ist ein beliebter Familienhund, aber wird ebenso häufig als Rettungs-, Blinden-, oder Behindertenbegleithund eingesetzt. Der Goldie ist ein echter Lebensretter!


Varietäten, Gewicht und Lebenserwartung

  • Farbe: verschiedene Schattierungen von gold bis cremefarben

  • Haarkleid: mittellang, glattes oder welliges Deckhaar, sehr dichte Unterwolle

  • Durchschnitts Größe: Rüden: 56-61 cm, Hündinnen: 51-56 cm

  • Durchschnitts Gewicht: je nach Geschlecht 30-40 kg

  • Durchschnitts Lebenserwartung (geschätzt): 12-14 Jahre

Herkunft - woher kommt der Golden Retriever? 

  • "Golden retrievers are not bred to be guard dogs, and considering the size of their hearts and their irrepressible joy in life, they are less likely to bite than to bark, less likely to bark than to lick a hand in greeting. In spite of their size, they think they are lap dogs, and in spite of being dogs, they think they are also human, and nearly every human they meet is judged to have the potential to be a boon companion who might, at many moment, cry, "Let's go!" and lead them on a great adventure." - Dean Koontz

Wie alle Retriever-Rassen hat der Golden Retriever seinen Ursprung in Kanada. Er stammt vom St. John’s Dog ab, einer Neufundländer-ähnlichen Hunderasse, und wurde zunächst von Fischern als Helfer im Fischfang genutzt.Nachdem es die wasserbegeisterten und arbeitsfreudigen Hunde nach England verschlug, wurden sie dort mit englischen Jagdhunden gekreuzt. So entstand der „Wavy Coated Retriever“. Ein gelb gefärbtes Exemplar dieser Rasse wurde schließlich mit einer “Tweed-Water-Spaniel” Hündin verpaart, wodurch sich der Golden Retriever als eigene Rasse etablierte. Seit jeher wurden diese schönen, klugen und allzeit motivierten Hunde für die Jagd, insbesondere die „Arbeit nach dem Schuss“ genutzt. Durch ihre besonders gute Nase spürten sie das geschossene Wild auf und führten den Jäger zur Beute. 

Charakter, Temperament und Wesen des Golden Retrievers

Kinder

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Der menschenfreundliche Golden Retriever gilt als der Familienhund schlechthin. Er ist ausgeglichen, freundlich und gutmütig. Tatsächlich fühlen sich die meisten Golden Retriever in der Anwesenheit von Kindern sehr wohl. Allerdings gilt hier, wie bei jedem großen Hund eine wichtige Regel. Tiere sind, egal wie gutmütig, unberechenbar und sollten im Umgang mit Kindern gut erzogen sein und immer beaufsichtigt werden.

Jagd 
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Da der Golden Retriever zunächst als Jagdhund gezüchtet wurde, besitzt er auch eine große Eignung dafür. Besonders gut schlägt er sich bei der Jagd auf Enten und anderen kleineren Wildtieren. Seine Qualitäten liegen vor allem in seiner Begeisterung fürs Schwimmen, in einer generellen Motivation zur Beutesuche und zum Apportieren und seinem “weichen Maul”. Das “weiche Maul” bedeutet, dass die Hunde besonders gut Dinge in ihrem Maul halten können, ohne fest zuzubeißen und sie kaputt zu machen. Das ist beim Apportieren ein großer Vorteil, da der Golden Retriever die Beute zurück zum Jäger bringen kann, ohne das Fleisch zu verletzen.

geistige Auslastung

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Auf keinen Fall sollte man den Golden Retriever ausschließlich als lieben Familienhund abtun, der einfach so im Alltag mitläuft und nicht mehr benötigt als Futter und Wasser. Diese Hunderasse ist äußerst gelehrig und aufgeweckt. Als Jagdhund freut sich der „Goldie“ ganz besonders über die sogenannte Dummyarbeit. Dabei wird mit einem Leinensäckchen die Jagd simuliert und dem natürlichen Jagdtrieb des Hundes Abhilfe geschaffen.

Fitnesslevel/Auslauf

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Als sportlicher und temperamentvoller Hund benötigt der Golden Retriever einiges an Auslauf. „Einmal kurz in den Garten lassen“ zählt bei ihm nicht als adäquate körperliche Betätigung. Er ist ein toller Begleiter beim Fahrradfahren oder Joggen. Ganz besonders freut sich der Golden Retriever über Ausflüge zu Seen, um seine Schwimmfähigkeiten auszubauen. Eine echte “Wasserratte”!

soziale Verträglichkeit

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Durch sein freundliches und ausgeglichenes Wesen ist der Golden Retriever ein ausgezeichneter Anfängerhund. Er ist kooperativ, möchte seinem Herrchen oder Frauchen gefallen und scheint eigentlich jedes Lebewesen, das auf Erden wandelt zu mögen. Allerdings ist der „weiße Riese“ sehr menschenbezogen. Der Golden Retriever wird nicht glücklich, wenn er am Tag viele Stunden alleine bleiben muss, weil die Familie ganztags arbeitstätig ist. Weiterhin sollte man mit diesem sensiblen Hund immer einfühlsam umgehen und ihm klare Regeln in der Erziehung bieten. Dann steht dem Goldie-Glück nichts mehr im Wege.

Pflege

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Der Golden Retriever liebt jede noch so schlammige Pfütze und ist demnach nichts für Menschen, die ihren hübschen Perserteppich in Ehren halten wollen. Mit seinem etwas längeren Fell und der dichten Unterwolle benötigt der Golden Retriever einiges an Pflege. Regelmäßiges Bürsten sollte in das Pflegeritual aufgenommen werden. Auf keinen Fall soll man seinen Golden Retriever scheren! Hunderassen mit derart dichter Unterwolle können massive Fell- und damit einhergehende Hautprobleme nach einer Schur entwickeln. Eine weitere Besonderheit sollte man bei Hunden mit derart dichtem Fell immer im Hinterkopf behalten – die Wahrscheinlichkeit, dass einem eine Zecke im Fell des Tieres mal eben so auffällt, ist recht gering. Deshalb sollte man den Körper des Hundes regelmäßig nach den kleinen Plagegeistern absuchen.

Golden Retriever - Besonderheiten der Hunderasse

Besonderheiten, die zu beachten sind

Beim Golden Retriever-Welpen sind zwei Aspekte besonders zu beachten! Er gehört den großen Rassen an, die anfällig für Gelenkerkrankungen sind. Deshalb muss penibel darauf geachtet werden, das Wachstum des Welpen oder Junghundes nicht zu stark anzukurbeln. Bedarfsgerechte, aber auf keinen Fall zu kalorienreiche Ernährung sind hier das A und O! Außerdem sollte ein Hund, der jünger als ein Jahr ist, nicht zu viel bewegt werden. Besonders bei den großen Rassen sind durch Überanstrengung des Bewegungsapparates Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie und ED vorprogrammiert!
Nicht nur als Familienhund ist der Golden Retriever besonders gut geeignet – heutzutage wird er aufgrund seines unerschütterlichen Gemütes und ausgeglichenen Temperamentes sehr gerne als Rettungs-, Behindertenbegleit- oder Therapiehund eingesetzt.  
Für die Zwingerhaltung ist der Golden Retriever absolut der falsche Hund. Diese sehr menschenbezogene Hunderasse würde mit einer derartigen Situation schlecht zurechtkommen. Auch als Wachhund ist der Goldie aufgrund seines freundlichen Charakters nicht unbedingt die beste Wahl.

Besonders häufig auftretende Krankheiten beim Golden Retriever

Der Golden Retriever ist eine derzeit sehr beliebte Hunderasse. Allerdings gehört er zur Retriever-Familie, ist relativ groß und ist eine DER Moderassen überhaupt. Und so haben sich einige Krankheiten in das Goldie-Erbgut geschlichen. Vor dem Kauf eines Golden Retrievers solltest Du von diesen Erkrankungen wissen, um die Situation im Ernstfall gut einschätzen zu können und eventuell vorsorgliche Maßnahmen zu treffen.  
Häufig auftretende Krankheiten beim Golden Retriever

Epilepsie

Golden Retriever sind verhältnismäßig häufig von Epilepsie betroffen. Diese Krankheit äußert sich durch Krampfanfälle, bei denen die Hunde auch teilweise das Bewusstsein verlieren. Leider ist Epilepsie beim Hund bisher nicht sehr weit erforscht. Demnach ist nicht bekannt, wie oder ob diese Krankheit vererbt wird. Ist die Epilepsie erst mal nachgewiesen (diagnostiziert) kann sie sehr gut mit Medikamenten eingestellt werden. Das bedeutet allerdings, dass der Hund lebenslänglich behandelt werden muss.

Hüftdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED)

Die HD ist eine Erbkrankheit. Dabei sind die knöchernen und knorpeligen Anteile des Hüftgelenks erkrankt und sorgen für Instabilität der Hüfte sowie erhebliche Schmerzen. HD kann außerdem eine Arthrose verursachen. Ein Röntgenbild kann Aufschluss geben, ob eine Hüftdysplasie vorliegt oder nicht. Die ED, also die Ellenbogendysplasie, ist das Pendant zur HD am Vorderbein.

Milztumor / Hämangiosarkom

Der Golden Retriever hat eine erhöhte Anfälligkeit (Prädisposition) für Milztumoren. Besonders häufig ist ein Hämangiosarkom, ein bösartiger Tumor, der von der Innenauskleidung der Gefäße ausgeht. Häufig sind ältere Hunde betroffen, wobei die Genesungschance relativ gering ist. Ein Milztumor neigt durch Platzen (Rupturierung) zu Blutungen und streut (metastasiert) gerne. Deshalb ist die Entfernung der nicht lebensnotwendigen Milz die bevorzugte Therapie.

Osteogenesis Imperfecta

Diese Erkrankung ist angeboren und zeigt sich durch eine allgemeine Schwäche von Knochengewebe. Erkrankte Tiere haben brüchige Knochen und Zähne und weiche Gelenke. Bereits bald nach der Geburt erleiden Tiere durch kleinste Bewegungen Knochenbrüche, die für große Schmerzen sorgen. Aufgrund mangelnder Heilungschancen werden betroffene Welpen häufig eingeschläfert.

Golden Retriever Muskeldystrophie

Die Muskeldystrophie kommt beim Golden Retriever in einer besonderen Form vor. Die speziell ausgeprägte Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass Skelettmuskel- und Herzmuskelzellen zerstört werden (degenerieren). Schwer erkrankte Hunde sterben schon im jungen Alter. Leichtere Formen dieser Erkrankungen sind durch tierärztliche Betreuung allerdings gut zu handhaben.

Ichthyose

Diese Erkrankung ist genetisch bedingt und beschreibt die Fehlfunktion von Zellen der oberen Hautschicht. Dabei bilden sich große, weiße Schuppen, die dem Fell anhaften. Damit einher geht beim Golden Retriever häufig eine “Hyperpigmentation” am Bauch. Das bedeutet, dass besonders viel Pigment in die Haut eingelagert wird und sie dadurch dunkel erscheint.

Futtermittelallergie und Canine Atopische Dermatitis

Futtermittelallergien sind genetisch veranlagt. Dabei kommt es zur allergischen Reaktion auf Proteine im Fleisch bestimmter Tierarten, die der Hund frisst. Symptome sind Augen- und Ohrenentzündungen, Hautreizungen, Juckreiz und Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall. Um dem Hund zu helfen, kann man auf bestimmte Futtermittel umstellen, die nur recht exotische Fleischsorten enthalten, so zum Beispiel Känguru oder Kaninchen. In besonderen Fällen gibt es auch spezielle Futtermittel, die aus Insektenprotein hergestellt wurden.

Die Canine Atopische Dermatitis ist ebenfalls sehr häufig bei allen Retriever-Rassen und zeigt dieselben Symptome wie die Futtermittelallergie. Sie kann durch Umweltallergene hervorgerufen werden, allerdings gibt es auch andere, noch nicht erforschte Ursachen für diese Beschwerden. Da diese Erkrankung nicht heilbar ist, können therapeutische Maßnahmen nur lindernd gegen den Juckreiz erfolgen.

vetevo-Fazit

Suchst Du nach dem perfekten Familienhund, einem fröhlichen Begleiter beim Sport oder schlichtweg einer treuen Seele, die Dich in deinem Alltag begleitet? Dann bist du genau richtig an der Goldie-Front!
Falls Du deinen neuen Hund gerne als Welpen vom Züchter kaufen möchtest, solltest Du dich an einen Züchter wenden, der dem Deutschen Retriever Club e.v. (DRC) angehört. Dieser Club untersteht dem VDH und hat Richtlinien zur Zucht, an die sich alle Züchter im Verein halten müssen.
Oder wärst du etwa bereit, einem ungeschliffenen Rohdiamanten in Not eine zweite Chance zu geben? Viele süße Goldie-Mixe, aber auch reinrassige Hunde landen aus den verschiedensten Gründen im Tierheim und wünschen sich eine neue Familie.  
Allerdings solltest du bedenken, dass bei großen Hunden wie dem Golden Retriever bisweilen ziemlich hohe OP-Kosten auftreten können. Sei es durch einen Unfall, oder durch eine Krankheit verursacht - trotz des Preises einer tierärztlichen Behandlung besteht Handlungsbedarf. In solchen Situationen kann eine Tierkrankenversicherung von Vorteil sein.
Hast Du noch Fragen zum Golden Retriever, seiner Haltung, oder seinen Krankheiten? Ruf uns an, wir beantworten Dir gerne alle deine Fragen!
  
vetevo-Aus Liebe zum Tier.

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