Zwingerhusten beim Hund - Titelbild

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Zwingerhusten beim Hund - Ansteckungsgefahr und Therapie

Trockener Husten? Da solltest Du aufhorchen! Denn die infektiöse Tracheobronchitis, oder auch Zwingerhusten genannt, ist ein sehr unschöner Gast.

Der Krankeitskomplex kann durch verschiedene Ursachen (Faktoren) ausgelöst werden und ist meist eine Kombinationserkrankung.

Erfahre mehr über die Ursachen, Symptome und die Verbreitung des Zwingerhustens beim Hund.

Inhaltsverzeichnis:

Die Symptome - Wie erkenne ich Zwingerhusten? 

Der Zwingerhusten äußert sich in trockenem Husten, der teilweise erst unter Belastung auftritt. Er hört sich ähnlich dem beim Menschen vorkommenden Keuchhusten an.

In schweren Fällen sind Würgelaute zu hören und es lässt vermuten, dass ein Fremdkörper aufgenommen wurde. Auch Begleitsymptome wie Fieber, Rachenentzündung (Pharyngitis), Mandelentzündung (Tonsillitis), Schnupfen (Rhinitis) und eine Bindehautentzündung der Augen (Konjunktivitis) können auftreten.
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Zwingerhusten - lange Ansteckungsgefahr für Hunde

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Wie steckt der Hund sich mit Zwingerhusten an?

Zwingerhusten gehört zu den “Tröpfcheninfektionen”. Hunde stecken sich durch Beschnuppern (nasal) und Belecken (oral) über Kot, Urin oder Speichel an. Über die Mandeln (Tonsillen) gelangt der Erreger weiter in die Lymphe und schlussendlich weiter ins Blut. Die Blutbahn agiert nun wie eine Autobahn und bring das Virus in die verschiedenen Organsysteme weiter.

Überall wo der Infektionsdruck hoch ist, ist eine Ansteckung wahrscheinlicher. Also Hundeauslaufgebiete und Wiesen, Tierheime, Zwinger etc. sind höher belastet als weniger frequentierte Gebiete. 

Infizierte Tiere können bis ein Jahr lang nach der klinischen Erkrankung als Ansteckungsquelle dienen weil das Adenovirus in der Niere überdauert und so ständig mit dem Urin in die Umwelt abgegeben wird.

Im Falle eines gut ausgebildeten Immunsystems und einem unkompliziertem Verlauf kann die Infektion innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst abheilen. Manchmal jedoch bleibt der trockene Husten jedoch für einen Monat! Das Problem jedoch sind die Sekundärinfektionen. Denn ist das Immunsystem erst einmal erschöpft und die Schleimhaut gereizt, können Bakterien und andere Viren diese Schwäche ausnutzen und Überhand gewinnen.

Viren sind meist die Hauptursache dieses gefürchteten Hustens. Zu den Übeltätern gehören das canine Adenovirus, das Herpesvirus, das Influenzavirus und Reoviren. Aber auch Bakterien wie Bordatella Bronchiseptica und Mykoplasmen haben ihre nicht vorhandenen Finger mit im Spiel. 

Canines Adenovirus: CAV-1 und CAV-2

Das Hunde-Adenovirus hat zwei verschiedene Formen. HCC (Hepatitis contagiosa canis) wird durch CAV-1 ausgelöst. Wie der Name schon verrät indiziert das Virus die infektiösen Hundehepatitis aber kann auch respiratorische Erkrankungen, Augenerkrankungen- “hepatic blue eye” genannt - als auch Gehirnbeteiligung (Enzephalopathie) auslösen. In Deutschland kommt CAV-1 eher selten vor. Durch die Entzündung der Leber kommt es zu Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht sowie durch Einschlusskörperchen im Auge zu Veränderungen und Trübung der Augen.

Der zweite Typ CAV-2 ist Bestandteil des Zwingerhustenkomplexes und wird im Fachjargon auch infektiöse Laryngotracheitis genannt. Ebenso wie sein Vetter CAV-1 werden respiratorische Symptome ausgelöst weil der Kehlkopf (Larynx) und die Luftröhre (Trachea) gereizt werden und eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird.

Canines Herpesvirus: CHV-1

Das canine Herpesvirus ist eine der häufigsten Ursachen für das Sterben von Welpen in den ersten Lebenstagen sowie Totgeburten und Aborten bei der Hündin. Daher wird eine Impfung des Hundes vor der Trächtigkeit dringend angeraten. Aber auch der Respirationstrakt wird durch die Herpesviren angegriffen und spielt somit eine wichtige Rolle bei der Erkrankung an Zwingerhusten.

Das Parainfluenzavirus Typ 2: PI-2 bei Hunden

Das Parainfluenzavirus gehört ebenso wie das Staupe-Virus zu der Familie der Paramyxoviren. Sie bewirken Schleimhautreizungen, Nasenausfluss als auch Verschleimung und Husten. Die Erkrankung ist somit der Grippesymptomatik sehr ähnlich. 

Canines Reovirus

Das Reovirus führt zu meist milden Erkrankungen des Respirations- und Verdauungstraktes. Eine laufende Nase (Rhinitis) und grippeähnliche Symptome werden beobachtet.

Bordetella Bronchiseptika und Mykoplasmen

Bordetella Bronchiseptika hat eine sehr hohe veterinärmedizinische Relevanz. Besonders im Nutztiersektor gibt es immer wieder große Probleme in den Beständen. Aber auch beim Heimtier spielen die Bakterien eine wichtige Rolle. Hier ist das Immunsystem im Zentrum der Infektion. Denn oftmals kommt es erst nach erfolgreicher Schwächung durch andere Erreger zu einem Befall.

Mykoplasmen sind genauso wie die Bordatellen Bakterien. Jedoch sehr spezielle Bakterien! Denn ihnen fehlt die Zellwand und sie können sogar parasitär in der Wirtszelle des befallenen Organismusses leben. Oft bewirken SIe chronische Infektionen die zu langjährigen Leiden führen.
Diagnose - wie wird Zwingerhusten beim Hund festgestellt?

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Diagnose - Test auf Zwingerhusten?

Durch eine klinische Untersuchung beim Tierarzt und den deutlichen Symptomen wie anfallsartigen “bellenden Husten” kann meist eine eindeutige Verdachtsdiagnose gestellt werden. Zum sicheren Nachweis muss allerdings ein Tupfer mit Bronchial- oder Nasensekret genommen werden. Das Sekret wird dann auf das Vorhandensein von den Erreger Viren untersucht (direkter DNA Nachweis über PCR= Plomerasekettenreaktion). Das wird jedoch meist nur in komplizierten Fällen gemacht oder bei Einrichtungen wie Tierheimen und Hundezuchten, die mit Zwingerhusteninfektionen zu kämpfen haben.

Behandlung und Therapie bei Zwingerhusten

Frühzeitiges Handeln und ein Besuch beim Tierarzt ist in jedem Falle anzuraten. Denn ist der Husten erst richtig ausgebrochen, sind die Behandlungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. Auch die Ansteckungsgefahr für andere Hunde sollte nicht unterschätzt werden. Kontakt zu Anderen sollte in dieser Zeit so gering wie möglich gehalten werden.

In Akutfällen werden hustenlindernde Medikamenten gegeben. Gegen die Bakterien helfen im akuten Fall Antibiotika, die bei Viren jedoch nicht wirksam sind. Gegen die viralen Haupterreger kann man wie auch bei der viralen Erkältung des Menschen nichts machen. Um eine Infektion zu verhindern wird die prophylaktische Impfung empfohlen.

Kann man gegen Zwingerhusten impfen?

Ja, man kann! Die Impfung gegen Zwingerhusten gehört zu den sogenannten “Non-Core” (Nicht-Pflicht) Impfungen. Hunde mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko sollten geimpft werden. Heißt, Hund mit sehr viel Kontakt zu anderen Hunden, Tierheimhunde, Hunde die oft in Tierpensionen wohnen oder Hunde die auf Ausstellungen oder Hundesportveranstaltungen teilnehmen. Dabei handelt es sich meist um eine Kombinationsimpfung welche gleichzeitig gegen Bordetella bronchiseptica und das Canine Parainfluenzavirus Typ 2 (CPiV-2) schützt. Die Impfungen werden i.d.R. direkt auf die Nasenschleimhaut gegeben (intranasal).

Die erste Grundimmunisierung der Welpen wird im Alter von acht Wochen durchgeführt und nach zwölf und sechzehn Wochen wiederholt. Eine jährliche Wiederauffrischung ist sinnvoll, wenn in der Umgebung des Hundes Zwingerhusten verbreitet ist und in dem Gebiet ein dauerhaftes Problem darstellt. Allerdings sollten gleichzeitig die Haltungsbedingungen verbessert und immer wiederkehrende Hygienemaßnahmen durchgeführt werden.

vetevo-Fazit

Zwingerhusten ist echt unangenehm. Wer schon mal selbst am Keuchhusten oder starkem Husten erkrankt ist, kann das sicher leicht nachvollziehen. Aber allein schon beim Beobachten eines hustenden Hundes lässt sich erahnen, dass das wirklich kein schönes Gefühl ist.

Zwar heilt der Zwingerhusten meist von alleine ab, jedoch ist der Leidensdruck der Hunde sehr hoch und auch Du als Besitzer wirst wohl die ein andere andere Nacht nicht die Augen zutun können. 

Sowohl die Impfung des Hundes, als auch die frühzeitige Behandlung mit hustenlindernde Medikamente wirken sehr gut. Daher solltest Du es erst gar nicht so weit kommen lassen und bei ersten Anzeichen lieber schnell zum Tierarzt deines Vertrauens gehen.
vetevo-Aus Liebe zum Tier.

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