Chihuaua Rasseportrait - Titelbild

©HG-Fotografie

Rasseportrait: Chihuahua


„Der treue Begleiter der Aztekenanführer“

Spätestens seit Paris Hilton ist der Chihuahua der Trendhund der Schönen und Reichen. Denn die kleinen Zwerge sind einfach praktisch - ab in die Tasche und los geht’s!


Rassebezeichnung

  • Farbe: schwarz, falb, silber, apricot; mit einem schwarzen Streifen auf dem Rücken (Aalstrich) und einer Färbung im Gesicht

  • Haarkleid: fein, glatt, weich, kurz und glänzend

  • Durchschnittsgröße: 25 cm

  • Durchschnittsgewicht: ca 3 Kg

  • Lebenserwartung (geschätzt): 14 Jahre

  • Sonstiges: apfelförmiger Schädel

Herkunft des Chihuahuas

  •  „My ears are too beeg for my head. My head ees too beeg for my body. I am not a Siamese cat ... I AM A CHIHUAHUA!“ – Judy Schachner in Skippyjon Jones

Der Chihuahua kommt vermutlich ursprünglich aus Mexiko und stammt von den einheimischen Wildhunden ab. Schon die Tolteken und Azteken, welche im 10. bis 16. Jahrhundert lebten, waren von ihnen fasziniert. Die kleinen Zwerge wurden bei Opferzeremonien den Göttern überreicht und sogar zusammen mit Aztekenanführern beigesetzt. Ihnen wurde nämlich nachgesagt, dass sie dem Toten den Weg ins Paradies zeigen würden. Heute ist er weltweit verbreitet und besonders in den USA und Europa sehr beliebt.

Charakter, Temperament und Wesen

Kinder

50%

Die kleinen Tierchen sind sehr zerbrechlich, weil sie einfach so winzig sind. Das könnte bei spielerischen Aktivitäten gefährlich werden. Außerdem haben sie einen starken Willen und können schnell mal zickig werden. Und ja, sie beißen wenn ihnen etwas nicht passt.

Jagd 
0%

Der Chihuahua trägt den Ruf, zu den “Schönen und Reichen” gehören zu wollen und wirkt deswegen meist ein bisschen posh. Für die Jagd ist er eher nicht zu gebrauchen! Seine Knochen sind so winzig und zerbrechlich, dass man ihn in Watte packen will.

geistige Auslastung

25%

Die Zwerge sind ganz schön smart und werden oft von ihren Besitzern unterschätzt. Es darf nicht vergessen werden, dass es sich trotz der Größe um ein Tier handelt und kein Spielzeug! Aufgrund seiner Intelligenz wird er sogar als Therapiehund empfohlen.

Fitnesslevel/Auslauf

25%

Chihuahuas sind einfach winzig! Sie können zwar mal durch die Gegend düsen, aber meistens nur kurzfristig. Wenn du einen Joggingpartner suchst, dann solltest du eher eine größere tierische Variante auswählen.

soziale Verträglichkeit

25%

Chihuahuas können echte Biesterchen sein. Der “Napoleon-Komplex” oder auch “klein aber oho” trifft es hier ziemlich gut! Bellen gehört leider oftmals zu Ihren Lieblingsaktivitäten. Das sollte so früh wie möglich abtrainiert werden.

Pflege

25%

Es gibt verschiedene Haartypen bei den Winzlingen. Die Langhaarigen benötigen ein bisschen mehr Pflege als die Kurzhaarigen. Allerdings sind die kleinen Charakterhunde nicht unbedingt “Matschfans” wie die Labbis.

Schwarzer Chihuaua liegt auf einem Bett

©Mylene2401

Besonderheiten, die zu beachten sind

Chihuahuas gehören wie Bulldogge, Mops und Co. zu den so genannten “Plattnasen” oder “Kurzschnauzen” (Brachycephalie Syndrom). Die Beeinträchtigungen und Atemprobleme sind oft nicht so drastisch wie bei Mops und Co., jedoch sollten Atemwege und Augen regelmäßig kontrolliert werden. 

Ganz spannend wird es beim knöchernen Skelett, denn hier ist wirklich Vorsicht geboten. Im Vergleich zu anderen Hunden ist ihre Schädeldecke (Fontanelle) sehr dünn oder kann sogar offen sein. Bei ungünstigen Bewegungen oder beim Spielen kann es dazu kommen, dass die Winzlinge einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen, den sie oftmals nicht überleben. Durch ihre verhältnismäßig dünnen Beinchen sind auch Knochenbrüche sehr häufig. Gerade bei sehr jungen Chihuahuas reicht ein Sprung vom Sofa und die Vorderbeine sind durch. Stell dir die Stabilität eines Zahnstochers gegenüber einem Stock vor. Kann man nachvollziehen oder? Daher bitte ganz besonders aufpassen, dann passiert auch nichts.

Besonders häufig auftretende Krankheiten bei Chihuahuas

Wie bereits erwähnt ist diese Rasse geprägt von Krankheiten, die hauptsächlich auf ihre Größe und das brachycephale Syndrom zurückzuführen sind. Deswegen werden sie oftmals auch unter dem Aspekt der Qualzucht genannt.

Das brachycephale Syndrom beim Chihuahua

Auf Grund von kleinen Nasenlöchern und engen Nasengängen kommt es zur angestrengten (forcierten) Einatmung als bei vergleichsweise langschnäuzigen Hunden wie zum Beispiel dem Deutschen Schäferhund. Die Atembeschwerden können in Extremfällen auch zur Atemnot führen! 


Durch die Veränderung des Gesichtsschädels sind die Augenhöhlen abgeflacht. Dadurch sind die Augen weniger geschützt und die Hunde haben die “niedlichen Glubschaugen”. Im Ernstfall kommt es zum Vorfall der Augäpfel (Exophthalmus). Auch Schielen wird oft beobachtet. Folgen sind eine Einschränkung des Sichtfeldes und somit ein herabgesetztes Sehvermögen.

Knochenbrüche und Patella-Luxation bei Chihuahuas

Achtung Mini! Alles was da an diesem winzigen Hund dran ist, scheint zu klein geraten zu sein. Und so ist das auch mit der Stabilität. Knochenbrüche kommen vermehrt vor und die Verschiebung der Kniescheibe ist scheinbar ebenfalls die Folge der Instabilität.

Epilepsie beim Chihuahua

Diese chronische Störung des Zentralen Nervensystems kommt leider mittlerweile viel zu oft vor! Sie äußert sich in anfallsartigen, wiederkehrenden Krämpfen, die bis zur Bewusstlosigkeit und zum Erstickungstod führen können.

Harnsteine (Urolithe) bei Chihuahuas

Die Winzlinge neigen aufgrund eines Gendefektes zur Bildung von so genannten Ammoniumurat-Steinen. In Kombination mit einer zu geringen Wasseraufnahme kann es zu schweren Komplikationen kommen. Schmerzen durch eine Blasenentzündung bis hin zum Verschluss (Verlegung) der Harnröhre ist alles dabei. Im Ernstfall muss beim Rüden durch eine Penisamputation abhilfe geschaffen werden.

Diabetes Mellitus beim Chihuahua

Anders als bei Mops und Co sind die Minis meist nicht zu fett. Der Ursprung der Krankheit wird häufig mit einer genetischen Veranlagung in Zusammenhang gebracht. Die Folgen sind allerdings ähnlich.

vetevo-Fazit

Wenn der Chihuahua auf deiner Wunschliste steht, dann solltest du den Kauf bei einem ausgewählten geprüften Züchter in Erwägung ziehen. Papiere und ein Impfpass müssen vorliegen und eventuell kann ein Gesundheitscheck durchgeführt werden. Schau dir die Kopfform ganz besonders an oder lasse vorerst eine Untersuchung durch einen erfahrenen Tierarzt durchführen. Denn beim VDH (Verein des deutschen Hundewesens), die für die Qualitätsicherung zuständig sind, gilt der früher gewollte offene Schädel als Ausschlusskriterium. Bei Hobbyzüchtern ist diese Regelung jedoch leider nicht durchgesetzt. Deswegen sollte man von Käufen im Internet besser absehen.

Hast du noch Fragen zum Chihuahua und den wichtigen Facts zum Thema Charakter, Haltung, Erziehung, Kauf oder zu rassespezifischen Krankheiten? Ruf uns an, wir stehen dir gerne bei der Wahl des perfekten Begleiters bei!

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

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