Der Deutsche Schäferhund im Rasseportrait - Titelbild

©Josep Monter Martinez

Steckbrief: der Deutsche Schäferhund im Rasseportrait


„Der Deutsche Schäferhund - vom typischen Wachhund zum treuen Begleiter“

Jeder kennt ihn - den deutschen Schäferhund. Groß, sportlich und aufgeweckt ist er oft auf Hundeplätzen oder bei ausgiebigen Wanderungen im Wald zu sehen. Er ist gelehrig und hat einen starken Charakter, weshalb er für die Arbeit als Polizei- und Schutzhund besonders geeignet ist.


Rassebezeichnung

  • Farbe: gelb oder braun, mit schwarzen Abzeichen, grau-schwarz oder schwarz

  • Haarkleid: sehr dick, in lang- und kurzhaariger Version

  • Durchschnittsgröße: 55-65 cm (wenn ausgewachsen)

  • Durchschnittsgewicht: 22-40 kg

  • Lebenserwartung (geschätzt): 10-12 Jahre

Herkunft des Deutschen Schäferhundes

  • „A good Shepherd dog knows his master almost better than himself […]“ - Max Stephanitz (Gründer der Rasse)

Der Deutsche Schäferhund hat seinen Ursprung – wie der Name schon deutet – in Deutschland. Der ehemalige Offizier Max Stephanitz war derart fasziniert von einem Hund, der einem Schäfer beim Schafehüten half, dass er im Jahr 1899 mit einem ähnlichen Hund die Rasse des Deutschen Schäferhundes gründete. Der Deutsche Schäferhund wurde zunächst als Hütehund gezüchtet und genutzt, später auch als Gebrauchshund im Schutz-, Kriegs- und Polizeidienst.

Charakter, Temperament und Wesen

Kinder

50%

Der Deutsche Schäferhund ist ein guter Familienhund und verträglich mit Kindern. Allerdings fordert sein starkes Temperament eine sehr konsequente Erziehung. Ein ausreichend geforderter und gut erzogener Schäferhund kann sich gut in die Familie eingliedern.

Jagd 
50%

Grundsätzlich wurde der Deutsche Schäferhund nicht zur Jagd gezüchtet. Durch sein gelehriges Wesen kann man ihm allerdings sicherlich die Grundlagen zum Jagen beibringen.

geistige Auslastung

100%

Als Hütehund ist der Deutsche Schäferhund sehr intelligent und muss geistig ausgelastet werden, um sein Temperament im Zaum zu halten. Die Hunde sind bestens geeignet für eine Ausbildung als Gebrauchs- bzw. Schutzhund, Rettungshund oder Fährtenhund!

Fitnesslevel/Auslauf

100%

Ein ausgewachsener Schäferhund braucht einiges an Bewegung. Je besser der Hund ausgelastet ist, desto ausgeglichener ist er.

soziale Verträglichkeit

75%

Der Schäferhund ist ein freundlicher Hund, der eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson schafft und dieser gegenüber sehr loyal ist. Der Schlüssel zum perfekten Schäferhund ist aber eine sehr konsequente Erziehung mit viel positiver Verstärkung. Wenn die Rangordnung im Familienumfeld geklärt ist, ist der Schäferhund durch seine Ausgeglichenheit und Belehrbarkeit gut verträglich mit Kindern, zudem gut geeignet zur Haltung mit anderen Haustieren und auch mit Artgenossen.

Pflege

50%

Der Schäferhund soll auf keinen Fall geschoren werden, da er zu den sogenannten double coated Rassen zählt: Unter dem langen Deckhaar trägt der Schäferhund eine dichte Schicht Unterwolle, die nach der Schur stark verfilzen kann. Stattdessen empfiehlt es sich, einen speziellen Kamm zu benutzen, der die dichte Unterwolle aus dem Fell des Tieres entfernt. Falls du Tipps und Tricks zur Auslastung und richtigen Pflege des Schäferhundes brauchst, kontaktiere uns!

Deutscher Schäferhund

©Yama Zsuzsanna Márkus

Besonderheiten, die zu beachten sind

Besonders in der frühen Phase des Schäferhund-Lebens sollte ein Aspekt unbedingt beachtet werden: Schäferhunde erkranken besonders häufig an Hüftdysplasie. Deshalb ist es wichtig, den Junghund nicht zu kalorienreich zu füttern, sodass das Wachstum nicht noch stärker angekurbelt und der Bewegungsapparat unnötig belastet wird. Weiterhin muss ein Hund immer altersgemäß bewegt und nicht überlastet werden. Der Schäferhund ist nicht nur klug und belastbar, sondern hat, ähnlich wie der Husky und anders als viele der heutigen Moderassen, eine Körperform, die relativ nah am Wildtyp, also dem Wolf orientiert ist. Dadurch hat er einen großen Kopf mit langer Nase, in der etwa 220 Millionen Riechzellen Platz finden. Durch diese riesige Anzahl an Riechzellen hat der Schäferhund einen ausgezeichneten Geruchssinn (Makrosmatiker) und ist bestens geeignet für den Dienst als Spürhund.

Immer häufiger kommt es zu Diskussionen, ob der Schäferhund ein Listenhund werden sollte. Tatsächlich ist der Schäferhund eine der Rassen, die in Beißstatistiken häufig auftreten. Ausschlaggebend für derartige Vorfälle sind allerdings in den meisten Fällen nicht die Aggressivität des Hundes, sondern mangelnder Sachverstand und vor allem nachlässige Erziehung durch den Hundehalter. Jeder, der vorhat, sich einen Deutschen Schäferhund zuzulegen, sollte besonders viel Wert auf eine disziplinierte Erziehung mit klaren Regeln legen, um dem Hund und auch sich selbst, die nötige Sicherheit zu geben.

Weißer Schäferhund, Altdeutscher Schäferhund, Belgischer Schäferhund

Mittlerweile gibt es alle möglichen Arten von Schäferhunden und für den ungeschulten Hundefreund kann das teilweise etwas verwirrend sein. Was ist denn nun der echte Deutsche Schäferhund und welche Rassen gibt es sonst noch? Der Begriff „Altdeutscher Schäferhund“ ist keine eigenständige Rasse, sondern bezeichnet vielmehr den langhaarigen Deutschen Schäferhund. Ihn erkennt man am längeren Fell, das besonders zwischen den Ohren und dem Schulterbereich des Hundes sehr dicht ist und einer Löwenmähne ähnelt. Außerdem gibt es noch den weißen Schäferhund. Er darf nicht als Deutscher Schäferhund gelistet werden, da die Farbe weiß nicht in die Rassebezeichnung des Deutschen Schäferhundes integriert ist. Für die weißen Exemplare gibt es neuerdings eine eigene Rasse: Der Weiße Schweizer Schäferhund. Zu guter Letzt gibt es noch den Belgischen Schäferhund. Er ähnelt vom Wesen her dem Deutschen Schäferhund, ist aber eine eigenständige Rasse. Ihn gibt es in vier Untertypen, sogenannten Varietäten, die alle recht individuelle Erscheinungsbilder haben. Es gibt den „Groenendael“ mit schwarzem Fell, den rotbraunen „Tervueren“, den gelbbräunlichen „Malinois“ und den rauhaarigen „Laekenois“.

Besonders häufig auftretende Krankheiten beim Deutschen Schäferhund

Bisweilen steht der Schäferhund in der Kritik, vor allem wenn es um das Thema Qualzucht geht. Im Fokus steht der, teilweise scherzhaft genannte „Bergab-Schäferhund“, dessen hinterer Rücken steil abfällt und die Lendenwirbelsäule stark belastet. Gelenke und Hinterbeine können massiv in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch die Zucht und andere Faktoren ist der Deutsche Schäferhund für verschiedene Krankheiten anfälliger als andere Rassen.
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Hüftdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED)

Die Hüftdysplasie (HD) ist eine Erbkrankheit. Dabei sind die knöchernen und knorpeligen Anteile des Hüftgelenks erkrankt und sorgen für Instabilität der Hüfte sowie erhebliche Schmerzen. Die HD kann außerdem eine Arthrose verursachen. Ein Röntgenbild kann Aufschluss geben, ob eine Hüftdysplasie vorliegt oder nicht. Die Ellenbogendysplasie ist das Pendant der HD am Vorderbein.

Milztumoren und Hämangiosarkome

Der Schäferhund hat eine erhöhte Prädisposition für Milztumoren. Besonders häufig ist ein Hämangiosarkom, ein bößartiger Tumor, der von der Innenauskleidung der Gefäße ausgeht. Häufig sind ältere Hunde betroffen, wobei die Genesungchance relativ gering ist. Ein Milztumor neigt zur Blutung und streut (metastasiert) gerne. Eine Entfernung der Milz ist deshalb die bevorzugte Therapie.

Nierenzellkarzinom und noduläre Dermatofibrose (RCND)

Diese Krankheit ist ein Gendefekt und kommt vermutlich ausschließlich beim Deutschen Schäferhund vor. Durch den Gendefekt treten Tumoren in der Gebärmutter, den Nieren und der Haut des Hundes auf. Die Krankheit ist meist schlecht heilbar und der Hund wird oftmals euthanasiert. Betroffene Hunde sollten aus der Zucht ausgeschlossen werden.

Knochenkrebs

Besonders große Hunde sind gefährdet, an Knochenkrebs (Osteosarkom) zu erkranken. Osteosarkome sind sehr schmerzhaft und enden oft tödlich. Der Tierarzt diagnostiziert den Knochenkrebs durch eine Röntgenuntersuchung und kann gegebenenfalls mit Chemotherapie und Amputation behandeln.

Diabetes Mellitus

Vor allem unkastrierte Hündinnen neigen zur Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 1. Dabei entwickelt der eigene Körper Antikörper gegen die Zellen, die Insulin produzieren. So ist der Blutzuckerspiegel des Hundes permanent erhöht. An Diabetes erkrankte Hunde werden mit Insulin behandelt - meist ein Leben lang.

Von Willebrand Syndrom und Hämophilie A

Diese beiden Krankheiten sorgen dafür, dass das Blut des Hundes nicht mehr richtig gerinnen kann. Dadurch können selbst kleinste Verletzungen für große Blutverluste sorgen. Während das Von-Willebrand-Symptom ein Mangel des gleichnamigen Proteins ist, ist Hämophilie A ein Mangel des Gerinnungsfaktors A. Für beide Krankheiten gibt es zwar Therapiemaßnahmen, allerdings sollte darauf geachtet werden, betroffene Hunde aus der Zucht auszuschließen.

Merle-Fellfarbe

Die Maligne Hyperthermie ist eine Erkrankung des Stoffwechsels der Muskelzellen. Es entsteht sehr viel CO2 im Körper, die Körpertemperatur und die Herzfrequenz steigen stark an und der Blutdruck fällt ab. Die Krankheit kommt meistens ans Licht, wenn bestimmte Medikamente verwendet werden. Man kann per Gentest feststellen, ob der Hund Träger dieser genetischen Veranlagung ist.

MDR1-Gendefekt

Diese Krankheit ist ein Defekt im „Multidrug-Resistance-Transporter 1“ (MDR1-Gendefekt). Dabei können Medikamente uneingeschränkt ins Gehirn eindringen und dort Schäden anrichten. Etwa 6-10% der erkrankten Tiere sind Schäferhunde. Um zu überprüfen, ob der eigene Hund betroffen ist, kann auch hier ein Gentest gemacht werden.

vetevo-Fazit

Nach diesem Rasseportrait bist du dir nun noch sicherer, dass der Schäferhund der perfekte Begleiter für dich wäre? Du fühlst dich der Herausforderung gewachsen, eine klare Erziehung durchzuführen und einen anspruchsvollen Hund zu bändigen? Deine erste Option könnte ein Besuch im Tierheim sein. Häufig gibt es dort Schäferhunde, die aus verschiedensten Gründen ihr trautes Heim verlassen mussten. Der Vorteil davon - meist lebt der Hund schon ein Weilchen unter Menschen und die Angestellten im Tierheim können dir gute Tipps über das Wesen des betreffenden Hundes geben. Falls im Tierschutz nicht der richtige Hund dabei ist, oder du dir einfach wünschst, einen Welpen von klein auf zu begleiten, kannst du nach einem Züchter suchen. Speziell beim Schäferhund muss unbedingt eine Röntgenuntersuchung auf Hüft- und Ellenbogendysplasie stattfinden, um die Elterntiere zur Zucht zulassen zu können. Du solltest dir einen Züchter suchen, der Mitglied im VDH ist. Denn um dort anerkannt zu werden, muss der Züchter diese Untersuchungen durchführen. So kannst du dich darauf verlassen, einen eher gesunden Hund zu kaufen.

Und zum Schluss noch ein letzter Tipp: Aus unserer Erfahrung sind orthopädische Behandlungen, wie sie bei einer HD stattfinden müssen, sehr teuer. Daher macht es Sinn, eine Tierkranken- bzw. OP-Versicherung abzuschließen. Aber informiere dich vorher ausgiebig über die Leistungen der jeweiligen Versicherung! Viele namhaften Versicherungen schließen die “rassetypischen“ Krankheiten aus ihrem Deckungsbereich aus. Besonders bei einem anspruchsvollen Hund wie dem Schäferhund macht es gegebenenfalls Sinn, dass du mit ihm eine Hundeschule besuchst. Es kann hilfreich sein, von einem Profi Tipps und Tricks abzustauben, oder einfach nur ein Feedback zur Hundeerziehung zu bekommen. Oft schleichen sich kleine Fehler ein, die man selbst gar nicht direkt bemerkt. Diese kleinen Fehler können aber im Ernstfall massive Folgen mit sich tragen.

Hast du noch Fragen zum Schäferhund, seinem Wesen, seinen Krankheiten oder zur Tierkrankenversicherung? Ruf uns an, wir stehen dir gerne bei der Wahl des perfekten Begleiters bei!

vetevo - Aus Liebe zum Tier.

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