Irrtümer der Wurmkur beim Hund - Titelbild

Die 5 häufigsten Irrtümer der Wurmkur beim Hund

Würmer haben in unseren Vierbeinern nichts zu suchen. Die kleinen bis großen Schmarotzer, die meistens dauerhaft in und von einem Lebewesen leben und dieses dabei zum Teil enorm schädigen, liefern jede Menge Stoff für Irrtümer und Mythen.

Hier kommen die Top-5-Irrtümer bei Wurmkuren!

Inhaltsverzeichnis:

Würmer sind Parasiten und führen zu Krankheiten und Verdauungsstörungen

Fakt ist: Würmer können zu schweren gesundheitlichen Störungen führen. Als Parasiten entziehen sie dem Körper wichtige Nährstoffe, schwächen das Immunsystem und der Hund ist somit anfälliger für verschiedene Krankheiten. Verdauungsstörungen, Darmentzündungen oder sogar ein Darmverschluss können Folgen des Wurmbefalls sein. Aber: Es treten nicht immer Symptome auf und auch gesund erscheinende Tiere können eine Infektionsquelle darstellen. Deswegen solltest du über die wichtigsten Mythen und Fakten Bescheid wissen!

Irrtum Nr. 1: Wurmkuren helfen vorbeugend

Mythosalarm! Eine Wurmkur kann immer nur die gerade im Hund “aktiven” Würmer bekämpfen und wirkt nicht vorbeugend als Schutz vor einer Infektion! Das unterscheidet sie beispielsweise ganz klar von der regelmäßigen Impfung, die - wenn sinnvoll verabreicht - als wertvolle Prophylaxe über einen längeren Zeitraum vor schweren Erkrankungen schützt. Eine Wurmkur ist nur für circa 24 Stunden im Körper des Tieres wirksam, bevor der Wirkstoff abgebaut und ausgeschieden wird. Der Hund kann sich theoretisch bereits am nächsten Tag wieder mit Würmern infizieren oder bereits Eier- und Larvenstadien in sich tragen, die von der bereits ausgeschiedenen Wurmkur nicht mehr bekämpft werden.

Aus diesem Grund ist es wichtig, eine evaluierte Kotuntersuchung durchzuführen. 
Tierisch guter Fact! Giardien beim Hund können mit einer Wurmkur auf Verdacht nicht behandelt werden, da ein spezieller Wirkstoff notwendig ist. Das Ergebnis einer Kotuntersuchung ist daher entscheidend für die Wahl der richtigen Wurmkur! 

Irrtum Nr. 2: Kokosfette ersetzen die Wurmkur

Achtung, Mythos! Die in den Kokosfetten enthaltene Laurinsäure beeinflusst nachweislich den Entzündungsablauf, unterstützt den angegriffenen Darm und kann die Darmgesundheit fördern. Jedoch ist sie nach der derzeitigen wissenschaftlichen Studienlage nicht in der Lage, Würmer abzutöten und befreit somit den Darm auch nicht von diesen! Auch eine Infektion kann sie nicht verhindern. Außerdem sollte man immer die Dosierung beachten, denn Kokosprodukte in großen Mengen können bei deinem Vierbeiner zu starkem Durchfall führen.

@DanaTentis

Woher kommt der Anti-Würmer-Hype um Kokosöl und Co.?

Nach einigen Quellen soll wohl Laurinsäure die Zellwände der Parasiten, also Würmer, auflösen und Myristinsäure die Darmschleimhaut schützen und somit eine Darmflora schaffen, die von Würmern als abstoßend empfunden wird. Kokosöl soll auch das Immunsystem stärken und Abwehrkräfte mobilisieren. Es gibt sogar Quellen, die behaupten, dass Würmer vom Festsaugen an der Darmwand gehindert und abgetötet werden. Oftmals wird es in der Kombination mit Rizinusöl gegeben, welches ein natürliches Abführmittel ist und die Darmentleerung beschleunigt.

Andere Quellen warnen sogar vor dem übermäßigen Konsum. Sie weisen auf die Aussage der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hin, welche besagt, dass aufgrund der hohen Konzentration von gesättigten Fettsäuren es zu gesundheitlichen Problemen wie Herzkreislaufstörungen kommen kann. Deswegen können wir uns auch hier, wie so oft, auf das gute alte Paracelsus-Prinzip berufen: “Die Dosis macht das Gift” (“Sola dosis facit venenum”).

Generell ist allerdings zu sagen, dass Forschungen mit Naturprodukten oftmals vernachlässigt werden. Bezogen auf Kokosöl wurden bisher Studien mit Zecken und Bakterien gemacht, die herausgefunden haben, dass Kokosöl antimikrobielle Wirkungsweisen hat. 

Hier steht die Laurinsäure im Fokus. Problematisch zu sehen ist allerdings die Menge. Um eine wirksame Dosis zu erzielen, müssten relativ große Mengen Kokosöl im Abstand von zwei bis sechs Stunden auf die gesamte Haut des Hundes verteilt werden. Dadurch kann es zu schwerwiegenden Störungen der Hautfunktion kommen. Unterm Strich können wir zum derzeitigen Zeitpunkt nur sagen: Es kann schon sein, dass Kokosöl gegen Würmer hilft. Aber verlassen kann man sich nicht darauf! 

Bis wir also genaue Studien zur Wirkungsweise von Caprylsäure, Laurinsäure und Co. haben, raten wir von der alleinigen Entwurmung mit Kokosöl ab. Gegen eine unterstützende Verabreichung in ungefährlichen Mengen spricht zunächst nichts. Insofern sollte der Versuch dieser natürlichen Variante unbedingt in Kombination mit einer regelmäßigen Überprüfung durch Kotproben durchgeführt werden! 

Tierisch guter Tipp! Kokosöl im Futter kann in geringen Mengen eine sinnvolle und gesunde Ergänzung sein - eine Alternative zur Wurmkur bietet es allerdings nicht. 

Irrtum Nr. 3: Wenn ich keine Würmer im Kot sehe, hat mein Hund auch keine!

Ganz großer Irrtum! Nur weil man es nicht sieht, heißt es nicht, dass es nicht da ist! Hauptsächlich werden nur Eier und Larven ausgeschieden, welche auch nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Die Entwicklungszyklen der einzelnen Wurmarten sind sehr vielfältig. Da einige Würmer durch den Körper wandern, dabei Organe wie die Leber und die Lunge schädigen und sich unterschiedlich schnell vermehren, werden diese Eier unregelmäßig, also nicht täglich, ausgeschieden. Diese Unregelmäßigkeit ist einer der Gründe warum man regelmäßig den Kot untersuchen lassen sollte (mindestens viermal im Jahr).
 
Ausgewachsene Würmer werden erst ausgeschieden, wenn der Befall massiv ist und die Infektion schon lange zurückliegt. 

Tierischer BARF-Tipp! Rohes Fleisch kann Ursache für eine Wurminfektion sein. Daher sollten BARF-Rationen für mindestens sieben Tage bei -17 Grad Celsius oder niedriger eingefroren werden, um eventuelle Parasiten abzutöten. Überprüfe unbedingt die Temperatur deines Tiefkühlers!

@M W

Irrtum Nr. 4: Wurmkuren bzw. Kotuntersuchungen müssen nicht 4x jährlich erfolgen

Mythos durch Unwissenheit? Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass ein zeitlicher Abstand von ein- bis zweimal-mal jährlicher Wurmkontrolle keinen ausreichenden Schutz bietet. Bei den üblichen Entwurmungen auf Verdacht (also Tablette rein ohne vorherige Kotuntersuchung) sollte die Wurmkur mindestens viermal pro Jahr fällig sein: Nur so kann das Risiko für Gesundheitsschäden für Tier und Mensch in einem einigermaßen sicheren Rahmen gehalten werden. 

Im besten Fall entwurmst du deinen Hund gar nicht auf Verdacht und schaust vorher erstmal mithilfe einer Kotuntersuchung, ob überhaupt ein Wurmbefall vorliegt. Probiere hierzu doch ganz einfach und schnell unseren praktischen vetevo Wurmtest für zu Hause aus. Mit dem Ergebnis kannst du im Falle eines positiven Befunds gezielt die passende Wurmkur aussuchen und gegen den Parasit vorgehen, der tatsächlich in deinem Hund sein Unwesen treibt. 

Der Grund? In Anbetracht der wahrscheinlich zunehmenden Resistenzen der Würmer in den nächsten Jahren, wird es vielleicht bald gar nicht mehr so einfach möglich sein, die Würmer loszuwerden (analog zu Pferden- und Schafen, bei denen die Tierärzte schon lange mit Resistenzen zu kämpfen haben).

Wie hoch ist das Infektions-Risiko für mich und meinen Hund?

In vielen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, den Hund häufiger zu entwurmen oder den Kot untersuchen zu lassen. 

Hierzu musst du die Risikofaktoren im Umfeld deines Hundes richtig einschätzen (lassen). Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko für meinen Hund? Wie alt und gesund ist er? Und ganz wichtig: Wie groß ist das Risiko für Menschen, die mit meinem Hund in Kontakt kommen? 

Erhöhtes Risiko gilt zum Beispiel bei Hunden mit Kontakt zu immungeschwächten Personen und Kindern, Jagdhunden, jungen Hunden und wenn die Aufnahme von Kot, Beutetieren oder Aas nicht ausgeschlossen werden kann. Hier empfiehlt sich eine entsprechende Kotuntersuchung oder alternativ eine monatliche Wurmkur. 

Mit unserem Entwurmungsschema kannst du ganz einfach das Infektionsrisiko für deinen Hund bestimmen. Hast du dennoch Schwierigkeiten, das Risiko deines Hundes zu bestimmen, bieten die Empfehlungen der ESCCAP* einen leicht durchführbaren Selbsttest zur Risikobestimmung an. 
*Die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) ist eine unabhängige Organisation von tierärztlichen Spezialisten aus ganz Europa in Sachen Parasitologie. Die Experten erarbeiten regelmäßig aktuelle Richtlinien zur Bekämpfung von Parasiten wie Würmern oder Zecken. Ziel der Organisation ist es, die Gesundheit von Hunden und Katzen zu erhalten, Menschen vor Zoonosen (Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden) zu schützen und damit das Miteinander von Kleintieren und Menschen sicherer zu gestalten.

Irrtum Nr. 5: Wurmkur fügen dem Darm des Hundes erheblichen Schaden zu

Achtung - Panikalarm. Tatsächlich juckt die Wurmkur bei richtiger Dosierung den Darm eines gesunden Hundes ziemlich wenig.
 
Würmer, die durch die Darmwand bis in die Leber wandern und sich dort durch das Gewebe fressen allerdings schon. Und Würmer, die sich in der Darmwand verbeißen oder zu Verstopfungen führen, ebenfalls. Durch einen massiven Wurmbefall entstehen unter Umständen gewaltige Schäden, die teils auch eine OP zur Folge haben. Die einzige Möglichkeit, die Parasiten loszuwerden, ist, sie zu bekämpfen. Ähnlich wie Zecken sind die Schmarotzer nur leider relativ biestig, deswegen führt an einer chemischen Behandlung mittels eines geeigneten Medikaments, sprich der Wurmkur, leider kein Weg vorbei, auch wenn das wirklich großartig wäre. 

Solange die Dosis anhand des Alters, des Körpergewichts und des aktuellen Gesundheitszustandes des Hundes ermittelt wird, ist der Behandlung eines Wurmbefalls mit einer Wurmkur nichts entgegenzusetzen. Ganz im Gegenteil! Denn sie schützt den Darm vor bleibenden Schäden durch den Wurmbefall. Die Wirkstoffe der Wurmkur sind für den Angriff auf die Eier, Larven und ausgewachsene Würmer entwickelt worden und geht nur gering auf die Zellstrukturen von Tier und Mensch ein.

Übrigens: Die gleiche Zusammensetzung wie in der Hundewurmkur findet man auch in den Entwurmungsmitteln für Menschen, für die sind diese Wirkstoffe auch ursprünglich entwickelt worden.

Tierisch gute Wurmkontrolle! Ein Wurmbefall nach positivem Befund muss immer zeitnah mit einer passenden Wurmkur behandelt werden. Das ist nicht nur für den Hund gut: Gezielte Behandlungen vermeiden die zunehmende Gefahr von Resistenzen. 
Und wenn du wissen möchtest, wo in Deutschland Hunde am meisten an Würmern leiden, schaue dir unsere vetevo Wurmstudie 2019 an. 
vetevo - Aus Liebe zum Tier.
Bekannt aus: